Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

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Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon thomi271 » 26.05.2011, 20:22

Hallo Leute,

Habe mal was gefunden. Vielleicht interessiert es euch auch!
War aber nicht überrascht. Im Prinzip werden wir doch zum EVU oder sehe ich das Falsch?
Was denkt ihr darüber?

http://www.dailygreen.de/2011/05/20/bun ... 22651.html


Schöne Grüße
Thomi
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon Spekulatius » 26.05.2011, 21:32

Das ist der grösste Schwachsinn, den ich gelesen habe. Entweder hat der Herr keine Ahnung oder er will vorsätzlich mit falschen Infos manipulieren.

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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon open source energy » 26.05.2011, 21:35

Also für sooooo abwegig halte ich die These auch wieder nicht! Ich habe das Ding nur quer gelesen aber die Tatsache, dass der Wettbewerb druck auf die Preise bringen kann ist nicht so weit her geholt.
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon Spekulatius » 26.05.2011, 22:08

Windvergütung Onshore: 9 cent
Windvergütung Offshore: 15 cent
PV-Vergütung: 21-28 cent
Börsenpreis: 5 cent

Jetzt erklär mir mal, wie Du mit hohen Anteilen an EE die Stromkosten senken möchtest (Ohne in eine MOE Phantasie zu verfallen). Und was sagst Du zu den Zusatzkosten aus Speicher und Netzausbau, die ein hoher Anteil an EE erfordern?

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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon diesonnelacht » 26.05.2011, 22:46

Finde ich gut, dass sich ein Verbraucherbandschef so klar äussert. Etwas Neues ist das allerdings nicht. Noch haben wir ein Oligopol, das die Preise hochhält, ist halt so. Und wenn Konkurrenz das Geschäft belebt, dämpft das zumindest die Preise.

Klar ist das auch am Merit Order Effekt spürbar. Oder direkter: Bei den Erneuerbaren ist alles zu fast 100% eingepreist, auch Versicherungen und Entsorgung, also taugt da ein Vergleich von Vorgestern (wie von Spekulatius) nix.

Ausserdem reden wir ja von den Kosten morgen, nicht von Vergütungen und Börsenpreisen heute. Mit wachsendem Markt (auch z.B. Regelenergie) wird da richtig Musik draus. Reichlich PV-Strom tagsüber ist nur der Anfang - bzw. reichlich Windstrom war nur der Anfang.

Netze kosten relativ wenig und wir brauchen weniger als z.B. von der dena propagiert wird. Die Phantasieschätzungen von z.B. 3600 km bis 2020 beruhen u.a. auf unsinnigen Netzanschlussbegehren von z.B. neuen Kohlekraftwerken im Osten der Republik (50 Hz Transmission), die Netzbetreiber geben das ganz unkritisch weiter (machen halt nur ihre Arbeit), aber wir brauchen nicht auch nur ein einziges neues Kohlekraftwerk. Gebaut werden sollen die schliesslich für den Stromhandel - also aufgrund kurzsichtiger wirtschaftlicher Entscheidungen, die mit einer in Zukunft kaum noch vorhandenen Grundlast rechnen.
Und die Netze haben noch Reserven, die Versorgungssicherheit ist enorm hoch.

Bei Speichern rechne ich damit, dass da mit einer Verzögerung von ca. 10 Jahren das gleiche passiert wie mit den Erneuerbaren insgesamt: Viele sagen "geht nicht, zu teuer, taugt nix!", bis sie dann einfach da sind und langsam allen klar wird: Geht doch, ist im Verbund mit intelligenten Erzeugern und Verbrauchern billig, taugt sehr wohl! Und zwar auch wieder in Form einer Mischung der Technologien (Pumpspeicher, Druckluft, Gasnetz, Batterien...).

Nur: Der Wettbewerb muss auch in vollem Umfang kommen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass auch z.B. eine EEG-Novelle 2012 nicht genügend Sand in den Wind und auf Solarmodule werfen kann, um den Vormarsch der Erneuerbaren zu stoppen. Anlagen anbieten zu können, die nur bis zu 70% ihrer Nennleistung einspeisen können, macht sich auch in anderen Märkten gut, das ist ähnlich wie die Erfüllung neuer Netzanschlussbedingungen. Auch wenn das wieder etwas die Kostensenkung verlangsamt.

Und um das alles schneller zu ermöglichen, muss man eben die Marktmacht der 4G mindern. KKWs endlich abzuschalten ist nur ein Baustein, richtig fies wird es, wenn man versucht, Braunkohlekraftwerke abzuschalten. Das wird noch spannend.

Also, auf jeden Fall: Morgen zur Demo. Für niedrigere (oder moderatere) Strompreise und für mehr Wettbewerb!
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon Spekulatius » 27.05.2011, 00:36

Das sind alles Wunschvorstellungen ohne konkrete Fakten.

Die Vorstellung, dass die Strompreise sinken, je mehr PV und Wind wir verbauen, ist natürlich traumhaft. Wach auf und setz Deinen Taschenrechner ein.

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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon open source energy » 27.05.2011, 07:34

Spekulatius hat geschrieben:Das sind alles Wunschvorstellungen ohne konkrete Fakten.

Die Vorstellung, dass die Strompreise sinken, je mehr PV und Wind wir verbauen, ist natürlich traumhaft. Wach auf und setz Deinen Taschenrechner ein.

Der Spekulatius :mrgreen:


Ich lese aber nicht wirklich raus (nur quer gelesen) dass hauptsächlich die EEs an der Senkung "schuld" sein sollen. Sondern vornehmlich der Wettbewerb.
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon GAST » 27.05.2011, 08:27

Kurzfristig werden die EE die Preise bestimmt nicht senken, aber stabilisieren können sie die Preise.
Langfristig werden die EE jedoh dafür sorgen das es keine großen Preissteigerungen mehr geben kann.
Irgendwann ist halt der Punkt erreicht an den man sich als Kleinverbraucher überlegt ob nicht doch eine PV die günstigere Alternative gegenüber dem kompletten Bezug aus dem Stromnetz ist.
Zumindest bei Neubauten oder kompletten Sanierungen macht es sinn die erforderlichen Erweiterungen vorzubereiten oder gar zu installieren, denn ein Zählerfeld mehr im Zählerschrank kostet auch nicht die Welt, genauso wie ein paar Leerrohre einzubauen,

Gruß
Jörg
Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden! H.Schmidt ex Kanzler
EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon PV-Berlin » 27.05.2011, 08:50

Ich denke der Punkt Marktmacht ist hier wesentlicher. Bei über 90% Anteil an der Stromproduktion hab ich das Sagen. Bei unter 30% wird es arg komplizierter meine Wettbewerber niedrig zu halten.
Die 4G werden zunehmend zurückgedrängt. Ob das automatisch zu fallenden Strompreisen führt, wag ich aber anzuzweifeln. Es ist ja nicht so, dass die EWS und andere keinen Spielraum hätten, um deutlich den Wettbewerb zu verschärfen. Vermutlich werden anstatt 4 Königen jetzt 500 Fürsten sich die Taschen voll machen. hatten wir schon mal in D. Bis ein Kaiser den Schwachfug beendet hat.

Die Netze gehören in öffentliche Hand und aller Strom muss über die Börsen gehandelt werden. Die Transaktionskosten müssen extrem fallen und es muss ein Tool geben, das allen zugänglich ist. Das den systematischen, strukturierten und momentanen Stromverbrauch und die Netzbelegung simuliert bis auf den letzten Trafo. der Europäerische Stromhandel Handel darf nur von den Netzbetreibern (dem einen) betrieben werden.

Ziel muss es sein, dass Kunden ab einem Strombedarf von 120 MWh am Tag oder sogar deutlich weniger direkt am Handel teilnehmen können. (Transaktion Volumen) Das geht ja auch bei Alu, Kupfer, also physisch handelbaren Gütern, ergo sollte diese Schwelle bei virtuellen Werten analog Anleihen und Aktien darzustellen möglich sein.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Strompreise sinken, Danke Atomausstieg

Beitragvon hadl » 27.05.2011, 08:52

So allmählich kommt das zum Tragen, was wir im Merit Order Thread eingehend diskutiert haben.
Die neuen Anbieter bedienen sich auf dem - durch EEG Strom preisgünstigen - Spotmarkt und geben den Vorteil an die Verbraucher weiter, während die seitherigen Monopolisten, zum einen noch an langfristige Verträge auf dem Terminmarkt gebunden sind, und zum anderen die günstigen Börsenpreise in die eigene Tasche stecken.
Wir hatten mal einen Anteil Spot zum Terminmarkt von etwa 20 zu 80%.
Wenn ich verschiedentlich lese, dass gegenwärtig über 35% Strom am Spotmarkt gehandelt wird, bestätigt das diese Entwicklung, und die Einschätzung des Herrn Peters die Preise betreffend.
Das heißt für die Verbraucher, Anbieter wechseln.

Gruß Hadl
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