Stromkosten bei 100% EE

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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon Estomil » 14.02.2012, 13:06

Man sollte allerdings aufpassen, dass man sich die guten standorte nicht mit so winzigen Anlagen verbaut.
Und wenn man bedenkt, dass eines Tagesspeicher mit 1800gwh lächerliche 18mrd kostet(bei 1€/kwh Baukosten), dann weiß ich wirklich nicht warum noch nicht angefangen wurde. Dafür bekommt man ja grade mal zwei Stuttgarter Hauptbahnhöfe......
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon PV-Berlin » 14.02.2012, 13:48

Stromkosten bei 100% EE für die Volkswirtschaft in D. ?

Bitte liebe Forum User, macht bitte einen Unterschied zwischen Kosten und Rendite. In der Investitionsphase mag der PV Strom zur Zeit bei 13 Cent "Kosten" liegen. In der Kostenphase liegt er ganz bestimmt unter 5 Cent.

Wenn man so einfach wir ihr rechnet, dann versucht mal raus zubekommen, welche Mieten und Abgaben eine Stadt wie Berlin aufbringen müsste, wenn wir Heute diese Stadt komplett aus dem märkischen Boden stampfen müssten. Selbst wenn ich da nur 2,5% Zins und 40 Jahre Abschreibung ansetze ginge das nicht auf.

Es macht eben einen extremen Unterschied, ob ich in "Rendite" rechne oder als Kaufmann. Um das mal ganz krass zu formulieren, es machte bei eurer Logik volkswirtschaftlich Sinn alle Kinder zu ertränken. Als Kaufmann liebt man aber Kinder, genau so wie man Investment liebt, die in den Büchern mit dem Erinnerungswert 1,- € stehen.

Aus den genanten Gründen dauert auch der Umstieg auf die EE einfach seine Zeit. Im übrigen ist es unerheblich, ob Investor x 10% oder 20% Rendite macht, wenn es normal läuft dann bleibt die Energie (Kapital) ja der Gesamtwirtschaft erhalten zum Nutzen aller.

Im übrigen sind die Kosten der Braunkohle für D. faktisch =Null daher ist es extrem wichtig dafür Sorge zu tragen, dass die PV u.a. EE diesen Platz übernehmen können. Denn leider macht Braunkohle viel Dreck und Ärger, ansonsten müsste man sie sogar fördern. Wer nur einen Ausschnitt (kWh Preis) betrachtet, der kommt niemals auf des Pudels Kern.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon open source energy » 14.02.2012, 14:05

PV-Berlin hat geschrieben:Stromkosten bei 100% EE für die Volkswirtschaft in D. ?

Bitte liebe Forum User, macht bitte einen Unterschied zwischen Kosten und Rendite. In der Investitionsphase mag der PV Strom zur Zeit bei 13 Cent "Kosten" liegen. In der Kostenphase liegt er ganz bestimmt unter 5 Cent.

Wenn man so einfach wir ihr rechnet, dann versucht mal raus zubekommen, welche Mieten und Abgaben eine Stadt wie Berlin aufbringen müsste, wenn wir Heute diese Stadt komplett aus dem märkischen Boden stampfen müssten. Selbst wenn ich da nur 2,5% Zins und 40 Jahre Abschreibung ansetze ginge das nicht auf.

Es macht eben einen extremen Unterschied, ob ich in "Rendite" rechne oder als Kaufmann. Um das mal ganz krass zu formulieren, es machte bei eurer Logik volkswirtschaftlich Sinn alle Kinder zu ertränken. Als Kaufmann liebt man aber Kinder, genau so wie man Investment liebt, die in den Büchern mit dem Erinnerungswert 1,- € stehen.

Aus den genanten Gründen dauert auch der Umstieg auf die EE einfach seine Zeit. Im übrigen ist es unerheblich, ob Investor x 10% oder 20% Rendite macht, wenn es normal läuft dann bleibt die Energie (Kapital) ja der Gesamtwirtschaft erhalten zum Nutzen aller.

Im übrigen sind die Kosten der Braunkohle für D. faktisch =Null daher ist es extrem wichtig dafür Sorge zu tragen, dass die PV u.a. EE diesen Platz übernehmen können. Denn leider macht Braunkohle viel Dreck und Ärger, ansonsten müsste man sie sogar fördern. Wer nur einen Ausschnitt (kWh Preis) betrachtet, der kommt niemals auf des Pudels Kern.


Sehr schön geschrieben...
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon Spekulatius » 14.02.2012, 16:27

open source energy hat geschrieben:Somit hat man landschaftlich keinen großen Eingriff und kosten um die 30-50€ /kWh.


Welche Kosten verursacht ein 30 €/kWh Langzeitspeicher wenn er pro Jahr nur einen Zyklus durchläuft (Aufladen mit PV-Strom im Sommer, abgabe des Stromes im Winter).

Bei 30 Jahren Finanzierung sind das schonmal schlanke €1/kWh, ohne Zinsen und WG-Verlust zu berücksichtigen.

Daher geht das Klotzkonzept als Saisonalspeicher wirklich nur bei Speicherkosten von unter €1/kWh auf. Es erfordert also eine Monsterdimensionierung.

Im Vergleich zu diesen kleineren Klotzen ist die Langzeit-Speicherung von PV in Form von Methan viel ökonomischer. Wobei wir dann wirklich bekloppt wären, wenn wir die Erzeugung des Methans tatsächlich in Deutschland vornehmen würden statt in Nordafrika. Die Pipeline zwischen Lybien und Italien ist ja schon gelegt.

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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon Mühli » 14.02.2012, 16:32

Ich glaube ja, wir speichern den Strom in Quorbs. Das ist eine neue Lebensform, die wir vom Mars mitbringen werden.
Das ist genauso realistisch, wie jetzt und heute über 100% EE zu diskuttieren.
Wir solltens mal schaffen, unseren kompletten Energieverbrauch (also auch Heizung, Sprit) auf 50% EE zu bringen.
Dann sind wir schon richtig gut und es wird trotzdem noch Jahrzehnte dauern

Gruß
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon Estomil » 14.02.2012, 17:48

@Spekulatius
Also optimalerweise sollte das ding ja so ausgelegt sein, dass es täglich mehrmals wechselt von Laden zu entladen. Dabei sollte sich über die Sommermonate ein täglicher Füllstandsanstieg ergeben da Mittagspitzen die Anlage aufpumpen.

Mal ne kleine kalkulation:
Angenommen die Anlage schaft 7,5gw an Leistung, dann könnte sie bei 100igen ladezustand zehn tage lang diese Leistung bringen. Das sollte schonmal die Einspeisung gehörig glätten. Im Sommer könnte ich mir so vorstellen, dass die Anlage 8 stunden aufläd, und dann zb Abends und nachts die rechstlichen 16stunden mit verminderter Leistung einspeißt. Eventuell auch nur zu spitzenzeiten morgens und Abends.
Man darf nicht vergessen, dass es auch an ganz normalen Sommertagen oft große Börsenpreisdifferenzen gibt.
Bei 50gwh gespeichertem und wieder abgebenem Strom und einem cent differenz kommt man schon auf 500000€

Da könnte es schon eher zum problem werden, dass so eine riesenanlage sich durch sein natürliches Monopol die preise selbst kaputt macht ;)
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon Spekulatius » 14.02.2012, 20:48

@Estomil: Wenn ich OSE richtig verstanden habe möchte er den Granitblock als Saisonalspeicher nutzen, d.h. um PV-Strom vom Sommer in den Winter zu retten. OSE bitte bestätigen.

Beim Tagesspeicher sehen wir z.Z. ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den Kandidaten PSW und NaS.

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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon open source energy » 14.02.2012, 21:08

Spekulatius hat geschrieben:@Estomil: Wenn ich OSE richtig verstanden habe möchte er den Granitblock als Saisonalspeicher nutzen, d.h. um PV-Strom vom Sommer in den Winter zu retten. OSE bitte bestätigen.

Beim Tagesspeicher sehen wir z.Z. ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den Kandidaten PSW und NaS.

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Ja das will aber Estomil auch, das schließt ja nicht aus, dass das Ding in 3 Monaten voll ist und dann keine Aufgaben mehr übernehmen darf /soll...
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon GAST » 14.02.2012, 21:14

Hallo Spekulatius,
wenn ich ose richtig verstanden habe möchte er den Ringwallspeicher als Vielzweckspeicher, denn man wäre doch blöd wenn man bei "Anschaffungskosten" von 0,24€ je kWh Speicherpreis diesen ausschließlich als Langzeitspeicher nutzen würde.
Bei so niedrigen Baukosten kann man die eigentlichen Speicherkosten doch nahezu vernachlässigen...wie hier mal jemand geschrieben hat: Das geht im rauschen unter...
Diese Art von Speicher sollte für jede Art der Speicherung gut sein, sowohl kurzfristige als auch langfristiges speichern...

Man kann damit sowohl die Fluktuation bei den EE aufnehmen und glatt bügeln als auch große saisonale Überschüße langfristig einsammeln und über lange zeiträume wieder abgeben.

Wichtig ist nur das es mehrere dieser Speicher über das Land verteil gibt....bei einem einzelnen hätte man wohl das Problem das es zuwenig Fernleitungskapazität geben würde...der Strom muss schließlich auch irgendwie zum Speicher hin als auch wieder zum Verbraucher zurück.

@RalfH.
Ich glaube nicht das man irgendeinen Fluss auch nur kurzfristig anstauen kann ohne das es auswirkungen auf alles hat was irgendwo am Fluss liegt.
Jeder der von dir genannten Flüsse dient der Berufssschiffahrt und die findet weder Wassermangel noch Wasserüberschüsse lustig....genauso sehe ich nirgends im Norden (Deutschland) wirklich geeignete Landschaften um PSW zu bauen...gut, Wasser und Speicherbecken für den Unterlauf gibt es mehr als genug, wie gut sich das allerdings mit den Turbinen verträgt???
Aber an der Küste wirklich große hoch gelegene geeignete Standorte die als Oberbecken dienen könnten sehe ich nicht wirklich.

Gruß
Jörg
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Re: Stromkosten bei 100% EE

Beitragvon CFAR » 14.02.2012, 22:04

Spekulatius hat geschrieben:
open source energy hat geschrieben:

Im Vergleich zu diesen kleineren Klotzen ist die Langzeit-Speicherung von PV in Form von Methan viel ökonomischer. Wobei wir dann wirklich bekloppt wären, wenn wir die Erzeugung des Methans tatsächlich in Deutschland vornehmen würden statt in Nordafrika. Die Pipeline zwischen Lybien und Italien ist ja schon gelegt.

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Das koennte in der Tat mal interessant werden, aber erst wenn die Technik mal halbwegs ausgereift, PV entsprechend billig und fossiler Strom entsprechend teuer ist, aber schwer wird's trotzdem, denn SolarFuel rechnet mit 8-10 Ct/kWh allein fuer die Anlagentechnik. Bei 1/3 Verlust, (irgendwann mal) 2 Ct/kWh PV-Gestehungskosten in der Wueste + Kosten fuer den Transport und natuerlich Marge fuer die Laender des Suedens wird man am Ende vielleicht sogar zu der Ueberzeugung kommen, dass es guenstiger ist, auf deutschen Aeckern PV "anzubauen" und zwischen den Modulen biologische Viehzucht zu betreiben.
Sorry für die Tippfehler, ich bin (meist) Tabletuser.
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