Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Platz für Kommentare, Anregungen, Informationen oder Neuigkeiten und Aktionen zum energiepolitischen Tagesgeschehen

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Re: Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Beitragvon hadl » 12.03.2010, 18:06

Ahoi hat geschrieben:: Aufpassen!

Das Atomausstiegsgesetz ist 2002 in Kraft getreten. Somit besteht seit 8 Jahren Planungssicherheit für die Investition in Erneuerbare Energien bzw. in Kraft-Wärme-Anlagen. Bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken würden erneuerbare Energien vom Strommarkt verdrängt.

Nach einer Analyse des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) würden bei den für 2020 geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien nur noch 24,5 GW (heute 43,9 GW) an Leistung von fossilen und atomaren Kraftwerken benötigt.

Würden die Atomkraftwerke aber am Netz bleiben, müssten eigentlich fossile Kraftwerke abgeschaltet werden. Dazu fehlt jedoch die gesetzliche Grundlage.

Da Neuinvestitionen gegen abgeschriebene Anlagen (egal ob Atom oder Kohle) keine Chance haben, bedeutet dies, dass die Erneuerbaren Energien auf der Strecke bleiben.

Gruß und Ahoi


Wenn Du bei Deiner Betrachtung von gesetzlichen Grundlagen ausgehst, haben die Erneuerbaren Energien die besten Karten.
Im EEG ist deren bevorzugte Abnahme festgeschrieben. Es würde mich mal interessieren, wie Gerichte entscheiden, wenn man nachweisen kann, dass durch die Laufzeitverlängerung von AKW,s die bevorzugte Abnahme der Erneuerbaren in Gefahr wäre und damit gegen ein Gesetz ( EEG ) verstoßen wird.

Hadl
hadl
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2640
Registriert: 05.05.2008, 18:13

Re: Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Beitragvon buergersolar » 12.03.2010, 18:21

Wenn die AKW-Betreiber schlau sind, lassen sie sich eh nicht drauf ein, die Laufzeit um 8 Jahre zu verlängern und dafür die Hälfte der Gewinne abzugeben.
Für sie wäre es doch besser, sie würden einfach die Leistung der Kraftwerke auf die Hälfte drosseln, dann hätten sie auch die Hälfte des Gewinns pro Jahr, aber dafür müssten die Meiler nicht bis 2022 vom Netz, sondern erst 2034 (wenn sie jetzt sofort auf halbe Leistung drosseln), da ja nicht die Zeit, sondern die Strommengen festgeschrieben sind.

Ähnlich machen es die Betreiber ja schon jetzt: Biblis A steht schon seit einiger Zeit still, um die Reststrommenge nicht vor einer möglichen Laufzeitverlängerung abzugeben.

Ich hoffe, das lesen die AKW-Betreiber nicht, sonst machen sie es noch tatsächlich so... Und die Meiler werden älter und älter...

Sonnige Grüße
25,2 kWp
144 x Sharp NT175E1, 3 x SMA SMC8000TL, 1 x SMA WebBox mit GSM-Modem
Süd-West, Neigung 10°
Erträge im Sunny-Portal

Mein Stromanbieter: naturstrom
Mein Druckerpapier: Recyclingpapier (spart jede Menge: Energie, Wasser und Holz)
Benutzeravatar
buergersolar
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2730
Registriert: 18.03.2009, 18:36
PV-Anlage [kWp]: 25,2
Info: Betreiber

Re: Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Beitragvon Sinci » 13.03.2010, 03:43

Was sollte das bringen buergersolar?
Das bringt den AKW-Betreibern doch gar nichts ausser zusätzliche Kosten.
Sie verdienen ja kein Geld damit, dass ihr AKW in der Gegend rumsteht, sondern mit dem Strom dass es produziert.

Dass sie das mit den alten AKW so gemacht haben ist klar, um sie zeitlich unter ne neue Regierung zu bringen, die die Laufzeiten verlängert.
Und damit ist nicht die Zeit allein, sondern die Reststrommenge gemeint.
Sinci
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 166
Registriert: 14.08.2009, 15:43

Re: Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Beitragvon maguwa » 13.03.2010, 10:53

Also, Leute, nicht nur die Stadtwerke machen lassen, sondern selbst aktiv werden:
http://energie-in-buergerhand.de/
Die Genossenschaft "Energie in Bürgerhand" (EiB) sammelt Geld auf Treuhandkonten, um sich beim Kauf des fünftgrößten Energieunternehmen in Deutschland, der Thüga AG zu beteiligen.
Ziel des Ganzen ist:
"Wir sind Miteigentümer des fünftgrößten Energieversorgers. Wenn unser Anteil hoch genug ist, entsenden wir einen oder mehrere gewählte Vertreter in die Kontrollgremien. Wir können nun direkten Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben und darauf einwirken, dass in über 90 Stadtwerken eine ökologische und soziale Energiepolitik umgesetzt wird."

Also, worauf warten wir?

Gruß
Martin
Lasst die Sonne strahlen und den Wind blasen!
Anlage(n) bei sonnenertrag.eu
Benutzeravatar
maguwa
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 315
Registriert: 05.01.2008, 17:16
Wohnort: Edingen-Neckarhausen
PV-Anlage [kWp]: 51
Info: Betreiber

Re: Stadtwerke schmieden Anti-Atom-Allianz

Beitragvon PV-Berlin » 24.07.2010, 09:33

Mit einem Kapitalanteil von 100 Mill. bei einem so großen Unternehmen wie der Thüga Einfluss nehmen? (EK > 2 Mrd.)
Das halte ich schlicht für Illusion.
Dazu noch der Konstruktionsfehler (60% Fremdkapital)

Die Stadtwerke haben dazu noch ein gigantisches Investitionsvolumen.
Da ich "meine" Banken kenne, werden sie sich an die Gesellschafter halten, bei diesen Volumen unbedingt.

Ich möchte mal sehen, ob da die Leute bereit sind noch mal für 500% ihres Kapitals grade zu stehen.

Eine glatte Totgeburt von Leuten, die wollen, es aber nicht können.
Nicht immer sind kühne Gedanken sinnvoll.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 5113
Registriert: 30.06.2010, 12:27
Wohnort: Berlin
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Vorherige

Zurück zu Energiepolitik



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste