Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon Franz Ose » 22.09.2010, 10:34

"Bruderkrieg", so so. Der Spiegel ist längst auf BILD-Niveau angekommen. Alles wird aufgebauscht. Spiegel spricht zuerst mit dem Toten, der Spiegel erläutert, der Spiegel zeigt auf, der Spiegel weiß alles.

Die Jungs sind einfach geschickt. Sie haben erkannt, dass das Thema Energie topaktuell ist. Also gibt's mal einen Artikel, in dem die Erneuerbaren positiv dargestellt werden und dann einen, wo sie ihr Fett wegbekommen. Letztlich geht's doch nur darum, die Leute auf die Website zu holen. Und so kommen mal die einen und mal die anderen zu ihrem Recht. Je reißender das Ganze dargestellt wird, desto größer ist die Wirkung.
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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon hadl » 22.09.2010, 10:42

Und wieder mischt unser oberster Verbraucherschützer Krawinkel mit.
Der vom Bund der Energieverbraucher - einer unter Organisation - schon mehrmals aufgefordert wurde seine Meinung zur Energie, als seine Persönliche zu verkaufen. Dies nur für neue Mitleser, die alten hier im Forum wissen das.

Gruß Hadl
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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon eggis » 07.06.2012, 12:39

Hier eine gute Zusammenfassung, wie der Spiegel zusammenhanglose Zahlen nutzt, um Stimmung gegen die Erneuerbaren insbesondere die Photovoltaik zu machen.
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 100008177/
Wir haben bei den zitierten Quellen nachgefragt. Dabei zeigt sich, wie in den Medienberichten die Zahlen aus dem Zusammenhang gerissen und Hartz IV-Empfänger instrumentalisiert werden.
[...]
„Stromschulden sind in der Regel ein Indikator für die Gesamtverschuldung des Haushalts“
Die Ergebnisse mit der Energiewende in Zusammenhang zu bringen, ist seiner Ansicht nach unseriös.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon Montio » 07.06.2012, 18:06

eggis hat geschrieben:Hier eine gute Zusammenfassung, wie der Spiegel zusammenhanglose Zahlen nutzt, um Stimmung gegen die Erneuerbaren insbesondere die Photovoltaik zu machen.
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 100008177/
Wir haben bei den zitierten Quellen nachgefragt. Dabei zeigt sich, wie in den Medienberichten die Zahlen aus dem Zusammenhang gerissen und Hartz IV-Empfänger instrumentalisiert werden.
[...]
„Stromschulden sind in der Regel ein Indikator für die Gesamtverschuldung des Haushalts“
Die Ergebnisse mit der Energiewende in Zusammenhang zu bringen, ist seiner Ansicht nach unseriös.


Frage: Warum lassen die eigentlich immer die Mehrwertsteuer weg
bei 5 ct und dem "Standard"-Verbrauch von 3500 kWh sind das eben nicht 175 Eur sondern 208,25. Das machen übrigens alle gern falsch, bekommt der Endverbraucher die Mwst etwa zurück?

Unseriös ist es jedenfalls auch zu behaupten, die Umlage wäre letztes Jahr um 2% gestiegen. Im Schnitt kamen in den letzten 4 Jahren jedes Jahr 80% dazu. Glaube nur den Statistiken die du selbst gefälscht hast.

Gruß Montio
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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon hadl » 07.06.2012, 20:18

Montio hat geschrieben:.
Frage: Warum lassen die eigentlich immer die Mehrwertsteuer weg
bei 5 ct und dem "Standard"-Verbrauch von 3500 kWh sind das eben nicht 175 Eur sondern 208,25. Das machen übrigens alle gern falsch, bekommt der Endverbraucher die Mwst etwa zurück?

Unseriös ist es jedenfalls auch zu behaupten, die Umlage wäre letztes Jahr um 2% gestiegen. Im Schnitt kamen in den letzten 4 Jahren jedes Jahr 80% dazu. Glaube nur den Statistiken die du selbst gefälscht hast.

Gruß Montio





Antwort: Daran siehst Du, dass die das alles nicht so genau nehmen,oder glaubst Du die machen sich auch noch die Mühe und schlagen auf diese Geisterzahlen die Mehrwertsteuer drauf. Hauptsache ist, dass eine spektakuläre Zahl unters Volk kommt..

Wie die Umlage wirklich aussehen müsste hat der Bund der Energieverbraucher ermittelt.
Siehe hier:http://www.energieverbraucher.de/de/Erneuerbare/Erneuerbare/Das-EEG__510/NewsDetail__12480/
Der Bund der Energieverbraucher e.V. kritisiert, dass die EEG-Umlage um das Doppelte unnötig aufgebläht ist: Durch die Befreiung der stromintensiven Industrie ist die EEG-Umlage um rund 0,8 Ct/kWh höher. Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat hiergegen Beschwerde in Brüssel eingereicht. Aufgrund der Überzahlungen der Vorjahre ergibt sich ein negativer Nachholfaktor von 0,2 Ct/kWh. Die unzulässige und ungerechtfertigte Liquiditätsprämie erhöht die Umlage um weitere 0,1 Ct/kWh. Und die Börsenvermarktung des EEG-Stroms senkt alle Strompreise um etwa 0,6 Ct/kWh. Unter dem Strich mindert dieser Betrag die Belastung durch das EEG.
Wäre die EEG-Umlage von all diesem Ballast befreit, so betrüge sie bei gleicher Förderhöhe für Erneuerbare nur rund 1,8 Ct/kWh, wäre also nur halb so hoch wie derzeit. Mitnahmeeffekte durch die zu üppige Marktprämie und fragwürdige Bonuszahlungen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt
.






Interessant dazu auch der folgende Beitrag vom MdB H J Fell


Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Die EEG-Umlage liegt zur Zeit bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde, bei einem Strompreis von rund 25 Cent pro Kilowattstunde. Die schwarz-gelbe Koalition, allen voran Rösler und Brüderle, nutzen nun die Höhe der EEG-Umlage, um das EEG und den Ausbau der Erneuerbaren Energien insgesamt in Frage zu stellen und gleichzeitig einen verstärkten Ausbau fossiler Kohle- und Gaskraftwerke zu fordern. 

Richtig ist, die EEG-Umlage wird auch im nächsten Jahr ansteigen. Eine Prognose der konservativen Deutschen Energie-Agentur (dena) spricht von 4,7 Cent pro Kilowattstunde für das Jahr 2013. Belastbare Zahlen gibt es jedoch noch nicht, so dass sich die Ministerien auch mit Zahlen zurückhalten. Trotzdem nutzen einige Koalitionspolitiker die Gunst der Stunde und malen wilde Horrorszenarien an die Wand. So warnt Unionsvize Kauder bereits von einer Umlagenhöhe von über 5 Cent pro Kilowattstunde. Diese Zahl ist genauso unseriös wie die damit verbundene Forderung nach einer Abschaffung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Nach einer IZES-Studie ist der Strompreis zum 01.01.2012 im Durchschnitt um 1 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Der Anteil der EEG-Umlage betrug davon nur 0,06 Cent/kWh. Der tatsächliche Ausbau der Erneuerbare Energien betrug sogar nur 0,02 Cent/kWh. Und dies obwohl im letzten Jahr Wind und Solar sogar sehr stark ausgebaut wurde.

Nicht der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist also Schuld an der steigenden Umlagen, sondern die schwarz-gelbe Koalition, die maßgeblich dafür gesorgt hat, dass diese unnötig aufgebläht wird.

Das von Schwarz-Gelb eingeführte Instrument zur Selbstvermarktung, die so genannte Marktprämie, hat keinen nachweisbaren Nutzen und schafft nur Mitnahmeeffekte und Mehrkosten für den Verbraucher: Die Kosten dafür  belaufen sich durchschnittlich auf rund 1 Million Euro pro Tag.

Auch die Umlage-Befreiung für Teile der Industrie ist völlig aus dem Ufer gelaufen. In den letzten Jahren sind immer weitere Zweige der (energieintensiven) Industrie von der EEG-Umlage befreit worden. Weit mehr als die Wettbewerbsfähigkeit zulassen müsste. Die Zement-Industrie ist zum Beispiel befreit, obwohl diese nicht im internationalen Wettbewerb steht. Die Umlagenbefreiung für die Eigenstromerzeugung wird sogar äußerst missbräuchlich angewendet. So hat die Stahlschmiede Saarstahl im Saarland  das Uralt-Kohlekraftwerks Ensdorf gepachtet und gilt damit als Eigenstromerzeuger. Dieser Status genügt nun um als Unternehmen von der EEG-Umlage befreit zu werden.

Würde die Marktprämie gestrichen und die ausufernde Befreiung der Industrie eingegrenzt werden, könnte in den kommenden Jahren die Umlage um 0,7- 1 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden.

Die EEG-Umlage hat auch deshalb eine Schieflage, weil es gerade die Industrie ist, die am meisten von Wachstum der Erneuerbaren profitiert. Denn faktisch sinkt der Börsenstrompreis durch die Erneuerbaren Energien. Allerdings wird dieser als „Merit-Order“ bezeichnete Effekt nicht in die EEG-Umlage eingerechnet. Nach Berechnungen des  Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI Karlsruhe) im Auftrag des BMU, senkt das EEG den Börsenstrompreis um gut 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Damit haben die Erneuerbaren Energien und der weitere Ausbau eine stark preisdämpfende Wirkung auf die Börsenpreise für Strom. Bezogen auf den gesamten deutschen Stromverbrauch ergibt sich daraus eine entlastende Wirkung von 2,8 Milliarden Euro. Diese preissenkende Wirkung kommt bisher beim Verbraucher jedoch überhaupt nicht an.

Es liegt also an der Bundesregierung die EEG-Umlage nicht weiter künstlich aufzublähen, ob das aber politisch gewollt ist, bleibt die Frage.


Berlin, den 07.06.2012

Ihr Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon hadl » 11.06.2012, 23:56

Mal sehen was daraus wird, schaut mal hier:

http://www.energieverbraucher.de/de/Ern ... -EEG__510/
EU leitet Beihilfeverfahren gegen Deutschland wegen EEG-Befreiung der Großindustrie ein


Gruß Hadl
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Re: Spiegel arbeitet weiter gegen Erneuerbare

Beitragvon PV-Berlin » 12.06.2012, 20:09

Und wenn sie dabei sind, den Schwachfug, dass die ganz großen Stromkunden ihren Lastabwurf mehr als vergoldet bekommen. (mehr als die echten Regel-Energieanbieter, das ist selbst den ÜNG zu fett)

Und wenn sie dabei sind, den Ober-Schwachfug der Direktvermarktung mit Hängematte und Bürokratie(Managementgebühr) Kosten. Alles ABM und hochgradige Subvention auf allerhöchstem Niveau.

und dann über 3,5... Cent Netto meckern.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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