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von atlantikstrand » 01.09.2010, 21:14
Eins ist klar: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat ein Vielfaches von dem bewirkt, was der Wechsel zu Ökostromanbietern bewirkt. Schon allein, weil der EEG-Strom nicht doppelt vermarktet werden darf, ist es schwer, 100% Ökostrom aus neuen und deutschen Anlagen zu verkaufen.
Vernachlässigt wurde in der Diskussion bisher komplett die politische Dimension eines Wechsels. Es macht einen großen Unterschied, ob euer Geld in Kernkraftlobbyismus und peinliche Anzeigenkampagnen fließt oder in Firmen, die sich für die Energiewende stark machen. EWS hat die Anti-Atom-Kette mit finanziert und "Energie in Bürgerhand" groß gemacht. Lichtblick zieht immer wieder vor Gericht gegen die Monopolisten, macht Ökostudien und startet Schwarmstrom, Greenpeace Energy macht Ökostrom-Kongresse und und und.
Außerdem wundere mich etwas über einige Forumsteilnehmer, die nur auf billig setzen: Wer für 40 cent Solarstrom verkauft, sollte auch in der Lage sein, 2 cent mehr für seinen Bezugsstrom zu zahlen.
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von benchfrooser » 02.09.2010, 01:28
PV-Berlin hat geschrieben:Mir ist auch unklar, wie ein Ökostromtarif den Energiemix beeinflussen sollte.
Bitte einfach mal lesen, was ich hier schon reingeschrieben habe. PV-Berlin hat geschrieben:Die Vier investieren ja selbst auch massiv in EE. Jeder von ihnen produzier X mal mehr Ökostrom, als alle Kleinanbieter zusammen.
Bis jetzt wurde nur massiv in die Werbung und in die Nachrüstung der Schrottmeiler investiert. Wenn ich z.B. eine Milliarde lesen, lächerlich. In den letzten Jahren wurde allein in meiner Gemeinde über 100 Millionen in EE investiert. PV-Berlin hat geschrieben:Lieber investiere ich das Geld in Maßnamen, die meinen Stromverbrauch senken.
Der beste Strom ist immer der, den man nicht braucht. PV-Berlin hat geschrieben:Meine Erfolge sind aber sehr bescheiden, ich habe nicht mal 2% in 2009 geschafft. 10.000 kWh (Privat)
Leider machst du sehr wenig Angaben, wodurch du einen solch hohen Stromverbrauch hast. Schon mal ein Strommessgerät gekauft und alle elektrischen Geräte gemessen? Solgain hat geschrieben:Nach der Diskussion oben, in der mir erklärt werden sollte, warum der Ökostromtarif sinvoll ist, ist eigentlich auch die vernüftige Konsequenz, dass man den günstigsten Stromtarif wählen sollte, weil über den Mix auch regenerativen Strom bezogen wird und die Mehrkosten von fast 8 Cent zum reinen Ökostromanbieter nicht gerechtfertigt sind, da sie nur eine Begünstigung eines anonymen Dritten (Verbesserung des Strommixes der nicht-wechselnden Stromabnehmer) und den Geschäftsaufbau des Ökostromanbieters darstellen. Es ist auch überhaupt nicht einzusehen, dass die grossen Vier dafür bestraft werden sollen, dass sie mehr regenerative Energie erzeugen, als die Kunden explizit bereit sind abzunehmen.
Irgendwie redest du von etwas ganz anderem. atlantikstrand hat geschrieben:Eins ist klar: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat ein Vielfaches von dem bewirkt, was der Wechsel zu Ökostromanbietern bewirkt. Schon allein, weil der EEG-Strom nicht doppelt vermarktet werden darf, ist es schwer, 100% Ökostrom aus neuen und deutschen Anlagen zu verkaufen.
Vernachlässigt wurde in der Diskussion bisher komplett die politische Dimension eines Wechsels. Es macht einen großen Unterschied, ob euer Geld in Kernkraftlobbyismus und peinliche Anzeigenkampagnen fließt oder in Firmen, die sich für die Energiewende stark machen. EWS hat die Anti-Atom-Kette mit finanziert und "Energie in Bürgerhand" groß gemacht. Lichtblick zieht immer wieder vor Gericht gegen die Monopolisten, macht Ökostudien und startet Schwarmstrom, Greenpeace Energy macht Ökostrom-Kongresse und und und.
Außerdem wundere mich etwas über einige Forumsteilnehmer, die nur auf billig setzen: Wer für 40 cent Solarstrom verkauft, sollte auch in der Lage sein, 2 cent mehr für seinen Bezugsstrom zu zahlen.
Danke! Sehr toller Beitrag.
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benchfrooser
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von Franz Ose » 02.09.2010, 09:23
Vernachlässigt wurde in der Diskussion bisher komplett die politische Dimension eines Wechsels. Es macht einen großen Unterschied, ob euer Geld in Kernkraftlobbyismus und peinliche Anzeigenkampagnen fließt oder in Firmen, die sich für die Energiewende stark machen. Genau das ist der Punkt! Die großen Vier fühlen sich doch bestärkt und lachen sich über die kleinen Ökostromanbieter scheckig. Da wird ein Haufen Geld für die Anzeigenkampagne pro Atom ausgegeben. Ich hatte in einem anderen Thread darauf hingewiesen, dass in dieser Anzeige stand: "Solarstrom kommt aus SÜDeuropa und vielleicht irgendwann aus der Sahara." Kein Wort vom Solarweltmeister Deutschland und dem Engagement der Privatleute, die sich eine PV-Anlage aufs Dach bauen lassen! "Es kann so leicht sein, Großes zu bewegen, wenn man ein Riese ist.“ heißt es im RWE-Werbespot mit dem "grünen Riesen", der überall Windräder und alles andere pflanzt, dabei aber ganz bewußt Solaranlagen vergißt. Wenn niemand wechselt, warum sollten die großen Vier denn irgendwas ändern? 
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von bimon » 02.09.2010, 23:07
Wobei man das nachvollziehen kann ohne jetzt für die 4 Partei zu ergreifen. Wie soll man aktuell vernünftige Tarife anbieten können mit Photovoltaik? Dafür gibt es halt das EEG. Selbst kommerzielle, reine Ökostromhersteller mischen hier wenn überhaupt nur symbolisch in kleinen Dosen zu.
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von eweri » 03.09.2010, 07:26
Wenn die 20 Jahre um sind, dann kann jeder seinen Strom auf dem freien Markt verkaufen - dann werden die Ökostrom-Anbieter Solarstrom einkaufen. Ob sich allerdings kleine Anlagen unter 30kWp für die Ökstrom-Anbieter lohnen werden, hängt vom Verwaltungsaufwand und den dann gültigen Strompreisen ab. So könnte ich mir das vorstellen.
MfG eweri
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von PV-Berlin » 03.09.2010, 07:54
Ich habe das immer noch nicht verstanden, wie ich bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter auch nur ein Gramm CO2 einspare. Da ich Strom aus Berlin beziehe, der aus KWK kommt, behaupte ich mal, deutlich ökologischer zu sein, als wenn ich Solarstrom aus BW kaufe.
Natürlich kaufe ich diesen Strom nicht direkt bei Vattenfall und RWE. *Die diese KWK betreiben.
Ich denke als Laie einfach anders, für mich ist der Transport von Strom einfach zu vermeiden, wenn möglich, denn wozu soll ich sinnlos die Netze belasten? Aus meiner Sicht, werden sich in einem Markt mit vielen Akteuren, auch sehr verschiedene Technologien entwickeln.
Die besten Akteure mit der effektivsten Technologie werden sich durchsetzen und die Kosten für den Verbraucher begrenzen helfen.
Zur Zeit wird ja garantiert, dass die EE zu 100% in den Markt kommen. Das begrüße ich, möchte aber nicht, das ganz neue Ideen keine Chance haben.
Ingenieure und Tüftler brauchen immer nur eines, um kreativ zu sein: Ein Vorgabe wo hin sie denken sollen. Da die alle tausend mal schlauen sind als ich, überlasse ich ihnen den Weg dahin. Wobei ich immer ein CO2 Bonus bereit bin zu zahlen! *Keine Rendite, nur die Abschreibung.
Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, das IBM mehr CO2 einsparen wird, als alle BioGas zusammen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von michael091963 » 03.09.2010, 09:52
Die politische Dimension des Wechsels würde ich auch unterstreichen - schließlich würde es ohne Kunden schlecht für die "großen 4" aussehen. Da hätte ich eigentlich nichts gegen.
Aber was passiert, bei einem Wechsel zu einem der hier genannten vier "lupenreinen" Öko-Strom-Anbietern? Zunächst einmal wird der von mir benötigte Strom aus vorhandenen EE-Quellen gedeckt und führt folglich lediglich zu einer Verschiebung im Energie-Mix der "Schmutziger-Strom-Kunden". CO2-Einsparung = 0. Bis von den 2 ct. pro Kilowattstunde, die von meinem sauberen Anbieter in neue EE-Anlagen investiert werden, tatsächlich eine neue Anlage finanziert werden kann, dürften einige Jahre vergehen. Genauer gesagt - ich verbrauche (trotz laufender Umstellung auf LED-Leuchten und A+-Technik) rd. 6.000 kWh Strom im Jahr. Macht also 120,00 Euro Investitionskapital für die neue EE-Anlage. Diese Anlage sollte dann aber auch irgendwie annähernd geeignet sein, den von mir nun zusätzlich bei dem Öko-Strom-Anbieter neu eingekauften Strombedarf zu decken. Mit anderen Worten ist es ziemlich aussichtslos, dass bei diesem Anteil für neue Investitionen der zusätzliche Bedarf tatsächlich durch neue Anlagen gedeckt wird.
Folglich wird auf vorhandene EE-Ressourcen zurückgegriffen werden müssen. Das wiederum führt dann eben nur dazu, dass - siehe oben - sich der Energiemix an anderer Stelle zu Gunsten schmutziger Energie verschiebt. Nix mit CO2-Einsparung .
Würden alle deutschen Haushalte und die gesamte deutsche Industrie beispielsweise zum 01.01.2011 den "großen 4" den Rücken zukehren, würden allenfalls die Strompreise der "sauberen 4" exorbitant steigen, da der Bedarf derzeit überhaupt nicht gedeckt werden kann. Das würde natürlich den Ausbau der EE deutlich ankurbeln.
24 x Sharp NU235 mit SMA SB5000-TL20 * Ausrichtung ~ 75 Grad * - PVGiS4-10% = 842 kWh/kWp www.sonnenertrag.eu
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von Wiese » 08.09.2010, 18:09
Bruno3120 hat geschrieben:Die EnBW will bis 2020 mindestens 20% ihres Stroms Umweltfreundlich erzeugen. Gruß aus Blankenloch  Bruno
Hallo Bruno Leider sind 20% in 2020 mit Sicherheit weniger als bis dahin im Durchschnitt insgesamt aus EE erzeugt wird. Die EnBW wird also auch weiterhin nur einen kleinen Beitrag leisten. Das neue Kohlekraftwerk in Karlsruhe zeigt ja, dass Umweltschutz nicht wichtig ist. Durch die neunen Kraftwerken der Stora Enso, der Papierfabrik Palm und der EnBW, wird in Karlsruhe die Luft wohl immer schlechter werden. Lokal betrachtet ist das eine Katastrophe was im Raum KA gebaut wird und wurde. Für mich war es ein wichtiger und konsequenter Schritt zu Naturstrom zu wechseln. Unser Stromverbrauch sinkt seit Jahren kontinuierlich weil bei uns der Stromverbrauch eines neues Elektrogeräten in erster Linie über den Kauf entscheidet. Gruß Peter Peter
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von Wiese » 08.09.2010, 20:40
PV-Berlin hat geschrieben:Ich habe das immer noch nicht verstanden, wie ich bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter auch nur ein Gramm CO2 einspare. Da ich Strom aus Berlin beziehe, der aus KWK kommt, behaupte ich mal, deutlich ökologischer zu sein, als wenn ich Solarstrom aus BW kaufe.
Natürlich kaufe ich diesen Strom nicht direkt bei Vattenfall und RWE. *Die diese KWK betreiben.
Ich denke als Laie einfach anders, für mich ist der Transport von Strom einfach zu vermeiden, wenn möglich, denn wozu soll ich sinnlos die Netze belasten? Aus meiner Sicht, werden sich in einem Markt mit vielen Akteuren, auch sehr verschiedene Technologien entwickeln.
Die besten Akteure mit der effektivsten Technologie werden sich durchsetzen und die Kosten für den Verbraucher begrenzen helfen.
Das ist ein Irrglaube! Die ökonomisch attraktivste Technologie ist die Atomkraft. Die vordergründig niedrigen Stromkosten werden und wurden mit gigantischen staatlichen Subventionen und mit dem Risiko eines nicht beherrschabren GAUs erkauft. Die tatsächlichen Kosten werden hier nicht vom Erzeuger und dessen Kunden bezahlt, sondern von uns allen und unseren Nachkommen. Der Atommüll wird noch unzählige Generationen zur Kasse bitten und sie gesundheitlich schädigen oder töten. ATTRAKTIV ist nämlich immer das, was wenig Geld kostet, und EFFEKTIV ist das was aus dem Kapital am meisten Gewinn erwirtschaftet. Attraktivität und Effektivität kann man von 2 Seiten betrachten. Ökologisch betrachtet ist Sonne und Windenergie attraktiv und effektiv. Am meisten Geld lässt sich aber mit abgeschriebenen Kraftwerken verdienen, für die die Allgemeinheit das Risiko trägt und die Folgekosten bezahlt. Du machst Dich mit Deinem Verhalten (Geiz ist geil) mitschuldig an der Zerstörung unserer Umwelt. PV-Berlin hat geschrieben: Zur Zeit wird ja garantiert, dass die EE zu 100% in den Markt kommen. Das begrüße ich, möchte aber nicht, das ganz neue Ideen keine Chance haben.
Ingenieure und Tüftler brauchen immer nur eines, um kreativ zu sein: Ein Vorgabe wo hin sie denken sollen.
Das alleine genügt nicht! Sie brauchen vor allem viel Geld, denn Entwicklungen kosten Geld. Die Zeiten in denen man im Hinterhof bahnbrechende Erfindungen machen konnte sind längst vorbei. Die Energiegewinnung steckt nicht mehr in den Kinderschuhen, und Effizienzsteigerungen sind immer kostenintensiv und zeitaufwändig. So lange aber diejenigen, die das Geld haben solche Entwicklungen zu bezahlen und voranzutreiben, mit ihrer alten abgeschriebenen Technik mehr Geld verdienen können als mit noch zu entwickelnden Zukunftstechniken, wird nichts passieren. PV-Berlin hat geschrieben: Da die alle tausend mal schlauen sind als ich, überlasse ich ihnen den Weg dahin. Wobei ich immer ein CO2 Bonus bereit bin zu zahlen! *Keine Rendite, nur die Abschreibung.
Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, das IBM mehr CO2 einsparen wird, als alle BioGas zusammen.
???? Peter
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