Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon Solgain » 01.09.2010, 11:31

PV-Berlin hat geschrieben:...
Ich gebe zu, selbst ausschließlich nach dem Preis zu schauen. Mir ist auch unklar, wie ein Ökostromtarif den Energiemix beeinflussen sollte.
EE werden gefördert und bevorzugt eingespeist. Die Vier investieren ja selbst auch massiv in EE. Jeder von ihnen produzier X mal mehr Ökostrom, als alle Kleinanbieter zusammen.

Bis jetzt musste ich jedes Jahr wechseln. Lieber investiere ich das Geld in Maßnamen, die meinen Stromverbrauch senken.
Meine Erfolge sind aber sehr bescheiden, ich habe nicht mal 2% in 2009 geschafft. 10.000 kWh (Privat)


Nach der Diskussion oben, in der mir erklärt werden sollte, warum der Ökostromtarif sinvoll ist, ist eigentlich auch die
vernüftige Konsequenz, dass man den günstigsten Stromtarif wählen sollte, weil über den Mix auch regenerativen Strom
bezogen wird und die Mehrkosten von fast 8 Cent zum reinen Ökostromanbieter nicht gerechtfertigt sind, da sie nur
eine Begünstigung eines anonymen Dritten (Verbesserung des Strommixes der nicht-wechselnden Stromabnehmer)
und den Geschäftsaufbau des Ökostromanbieters darstellen. Es ist auch überhaupt nicht einzusehen, dass die grossen Vier
dafür bestraft werden sollen, dass sie mehr regenerative Energie erzeugen, als die Kunden explizit bereit sind abzunehmen.

Folglich machen Investition in eine eigene Stromerzeugungsanlage (z.B. PV-Anlage) auf regenerativer Basis oder in die eigene Stromverbrauchssenkung Sinn.
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon batome » 01.09.2010, 12:34

Einfach den billigsten Anbieter raussuchen, ist auch nicht gerade die ökologischste Variante. Ich denke, das kam hier auch rüber. Und den Strom von den großen 4 zu beziehen, aber im Forum laut über diese "Bösen" schimpfen, ist auch nicht wirklich überzeugend. Das Verbraucherverhalten ist schon sehr wichtig und ändert m.E. mehr als eine PV-Anlage auf dem Dach. (BTW wie verbraucht man nochmal 10.000 kWh (habe 2000 kWh im 3 Personenhaushalt)?)
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon eweri » 01.09.2010, 13:19

Genau meine Meinung - billig ist NIE gut! - Man selber hat vielleicht einen vermeintlichen Vorteil, aber meistens auf Kosten anderer oder die Kosten kommen wo anders her.
Preiswert ist in Ordnung - dann ist eine Sache seinen Preis wert, aber billig hat immer einen Haken.

Deswegen war ich schon seit Jahren nicht mehr im Mediamarkt und Baumärkte betrete ich eigentlich auch nicht mehr - ich gehe lieber zum Fachhändler - ist aufwendiger aber bei Problemen steht man nicht allein davor.

Das nun auf unser Thema angewendet: wenn ich immer den billigsten Anbieter wähle, lande ich am Ende bei Umweltzerstörung und Sklaverei! Warum? Weil die Kosten für Umweltzerstörung durch AKWs und fossile Energieträger oder Ausbeutung von Menschen (z.B. Pflanzer in Palmplantagen) nicht im Strompreis enthalten sind. Im Endeffekt bezahlt man es dann doch durch ruinierte Gesundheit oder lebensunwürdige Zustände.
Das ist halt meine Meinung zu diesen Leuten die immer alles "billig billig billig" einkaufen wollen und wirklich glauben sie hätten dadurch einen Vorteil. Das soll jetzt aber auch nicht heißen, dass man jeden Preis hinnehmen muss - nur wer immer den Preis drückt bis zur Schmerzgrenze darf sich nicht wundern, wenn später das böse Erwachen kommt.

So ich werde beim nächsten Wechsel mir überlegen einen reinen Öko-Anbieter zu wählen.

MfG
eweri

P.S. Frage an batome: Wie schaffst du es in einem drei Personenhaushalt mit 2000kWh aus zukommen? Wir brauchen ca. 3000kWh und da schauen mich mache schon überrascht an.
2x SMA SB4000TL und dazu 4x 10x SolarWorld SW220 mit Sun-Watch Datenlogger - ich suche noch ein Dach zum Mieten
eweri
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon Solgain » 01.09.2010, 13:52

batome hat geschrieben:Einfach den billigsten Anbieter raussuchen, ist auch nicht gerade die ökologischste Variante. Ich denke, das kam hier auch rüber.

Umgekehrt kommt aber hoffentlich auch rüber, dass ich nicht die ökologischte Variante suche. Abgesehen davon, wäre die ökologischste Variante auch nicht über einen reinen Ökostromlieferant den Strom zu beziehen. Am ökologischten wäre es nämlich auf das Land zu ziehen und ganz auf den Stromanschluss zu verzichten...

Es geht mir primär um eine rationale Variante. Wenn ich im wesentlichen nichts selber an den Strommix ändern kann,
suche ich mir halt die günstigste Variante (inkl. aller Nebenkosten) aus.

batome hat geschrieben:Und den Strom von den großen 4 zu beziehen, aber im Forum laut über diese "Bösen" schimpfen, ist auch nicht wirklich überzeugend. Das Verbraucherverhalten ist schon sehr wichtig und ändert m.E. mehr als eine PV-Anlage auf dem Dach.

Ich selbst habe die grossen 4 nie als "Böse" bezeichnet. Es muss aber jeden klar sein, dass es ohne die grossen 4 als Partner für die Gestaltung der Stromversorgung in naher Zukunft nicht gehen wird.

batome hat geschrieben: (BTW wie verbraucht man nochmal 10.000 kWh (habe 2000 kWh im 3 Personenhaushalt)?)

Um mal so ein paar Punkte zu nennen:
  • Computer (oder gar Server)
  • Klimaanlage
  • Swimmingpool
  • regelmässige Sauna
  • Flutlicht für die Tennisanlage
  • elektrische Heizung für den Rasen des Golfplatzes

:twisted:
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon batome » 01.09.2010, 13:55

Bez. Stromsparen: Wir haben bisher nur (so nach und nach) auf stromsparende E-Geräte (bzw. überflüssige E-Geräte nicht mehr genutzt zB Wäschetrockner etc), sowie komplett auf Energiesparlampen umgestellt. Bsp: Statt PCs nutzen wir nun überwiegend Notebooks, statt elektrische Kaffemühle eine mechanische, Geschirrspülmaschine eher seltener (diese ist noch ein älteres Gerät), ansonsten A++ Geräte etc.

(Ich muss allerdings dazu sagen, dass die 3. Person nur noch teilweise hier wohnt, also eher ein 2,5 Personenhaushalt.)
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon batome » 01.09.2010, 14:02

Achso, auch noch wichtig beim Stromsparen: Überall Schalter anbringen und natürlich auch benutzen! Es gibt zB einfache Steckdosenschalter (1-2 EUR) und es lohnt sich, da die meisten E-Geräte auch in Ruhe weiter stromverbrauchen, zB Waschmaschine, Radio in der Küche (meins verbraucht permanent 8W, ob an oder nicht), Stereoanlage, Computer etc.
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon PV-Berlin » 01.09.2010, 14:25

Ich bin ja auch immer wieder erstaunt, dass alle von einem sinkenden Strombedarf in Privaten Haushalten ausgehen.
Also ich werde noch eine WP installieren. Vermutlich steigt mein Stromverbrauch dann noch.

Ich habe keine einzige Glühbirne im Haus. Okay, auf LED hab ich noch nicht umgerüstet.
Auch alle meine Bildschirme/Fernseher sind nicht älter als 1 Jahr.
Meine Klimaanlage ist auch sehr neu. Kühlschränke usw. sind alles AA+

Ich will vom Gas wegkommen, daher sehe ich wie viele andere, dass der Strom als Wärmeerzeugung her muss.

Deshalb sehe ich auch inhaltliche Fehler in der Studie. Vermutlich werden 2050 noch viel mehr Menschen zu Hause arbeiten, als es Heute schon viele machen.
Ich hab nur noch ein Büro, weil ich eine Adresse brauche, Besuch empfange bzw. die Mitarbeiter keine entsprechenden Möglichkeiten haben.
Aber mehr als 10 h die Woche bin ich nie anwesend.

Ich sage es mal anders:
Energieverbrauch je Person und Jahr 2050 bestimmt bei >5.000 kWh. Heizung, Mobilität, Haushalt und IT
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon batome » 01.09.2010, 14:58

Klimaanlagen benötigen natürlich sehr viel Strom. Sofern diese wirklich nötig ist, würde ich über eine solarthermische Anlage nachdenken. Generell ist die Umwandlung von Strom in thermische Energie alles andere als effizient, besonders dann, wenn der Strom aus dem deutschen Strommix stammt, d.h. überwiegend bereits aus thermischer Energie -> Strom erzeugt wurde. Ob WPs mit dem aktuellen Strommix ökologisch zu betreiben sind, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon Bruno3120 » 01.09.2010, 18:58

Wiese hat geschrieben:
Es gibt auch bei der EnBW echten Öko-Strom der z.B. in den Talsperren des Schwarzwaldes gewonnen wird. Aber diese Kraftwerke gibt es schon seit 50 oder mehr Jahren. Heute wird dieser Strom aus dem Energiemix herausgenommen und den Kunden als Öko-Strom verkauft. Was ist daran ökologisch?

Peter



Hallo Wiese,

als Einwohner im Einzugsgebier der EnBw solltest Du eigendlich wissen, daß die EnBW in den letzten Jahren einiges Geld in Öko-Strom investiert und die obige Aussage so nicht mehr stimmt.
Iffezheim wird um über 25% erweitert.
Das Rheinkraftwerk Rheinfelden wird neu gebaut, aus ca. 25 MW Altanlagen werden so 100 MW Kraftwerksleistung.
In Forbach ist eine Vergrößerung in Planung.
Windkraft: Baltic 1 (48MW) und Baltic 2 (288MW).
6,5 MW Solarpark in Ulm-Eggingen u.s Solarparks.
Die Schulen und Sporthallen im Umkreis unseres Wohnortes (auch in Stutensee) werden bei energetischen Sanierungen von der EnBW mit Solaranlagen bestückt.
Die EnBW will bis 2020 mindestens 20% ihres Stroms Umweltfreundlich erzeugen.

Gruß aus Blankenloch :D Bruno
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1 x SolarMax 6000S
Ausrichtung 107° OSO
Dachneigung 35°
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http://www.sonnenertrag.eu/de/bruno3120 ... /3113.html
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Re: Kündigungsflut bei den großen Stromanbietern....

Beitragvon PV-Berlin » 01.09.2010, 19:27

Bei uns in der Region ist die E-ON Tochter EWE recht aktiv. Sie hat einige PV Anlagen gebaut.
Da sie noch reichlich Flächen haben, werden sie damit bestimmt nicht aufhören.

Auch Vattenfall wird seine riesigen Flächen nicht ungenutzt lassen. (Kraftwerkspark aus DDR Zeiten)

Wenn es um das Geldverdienen geht, sind die Vier immer auf der Matte.
In 2009 waren ihnen in Brandenburg Anlagenpreise <3.000 je kWp viel zu teuer.
Daher darf man davon ausgehen, dass sie sich mit den mickrigen Renditen der Hausdach-PV Betreiber nicht abgeben müssen.

Ich fürchte, dass die Deutschen Solarproduzenten ihre besten Kunden in den Viererbande haben.
Die nutzen ihre Cash Kühe, um sich als Superökostromproduzenten zu positionieren.
Vermutlich mit besseren Renditen, als sie je bei Kohle und KKW hatten.

Ein Liste der größten Empfänger von EEG Geldern wäre ja auch mal recht interessant.
Die ersten hundert Plätze würden viele erstaunen lassen.
Zumal die Banken bei ihnen bestimmt PV als Sicherheit akzeptieren und das Geld billigst hinterher werfen.

Als Feigenblatt, braucht man natürlich diverse Rein-Öko-Futzis.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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