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von Solgain » 31.08.2010, 16:38
benchfrooser hat geschrieben:Farmjanny hat geschrieben:Das Problem ist doch, das bei der angebenen Mixverteilung für die restlichen Kunden sich der nicht EE-Anteil erhöht, denen das aber relativ egal ist. Z.B Industriekunden. Erst wenn Quasi mehr Kunden Ökostrom haben wollen, als noch "Nicht EE-Anteile" auf die Restkundschaft geschoben werden kann, ändert sich nicht nur rechnerisch sondern auch real etwas. Oder sehe ich das falsch?
Siehst du richtig. Wenn z.B. 1% der Leute bei Vattenfall reinen Wasserstrom beziehen, fehlt dieses 1% Wasserstrom bei den restlichen Kunden.
Die Logik erschliesst sich mir da nicht. Der Mix wird auf der gesamten Erzeugerseite definiert. Ein Wechsel zum Wasserstromtarif bedeutet, dass mein Anteil am Verbrauch auf der Erzeugerseite durch Wasser sichergestellt werden muss. Wenn ich von Vattenfall wegwechseln würde, heisst es nicht, dass automatisch mehr regenerativ gewonnen wird. Es kann nämlich sein, dass Vattenfall dann weniger Wasserstrom erzeugt und dafür der neue Anbieter mehr (auch regenerativ) Strom erzeugen muss. atlantikstrand hat geschrieben:Wie hier schon gepostet: Es gibt in Deutschland nur vier Ökostromanbieter. Alles andere ist Etikettenschwindel.
Der Vorwurfs des Betrugs sollte schon stichhaltig begründet werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Summe der Verbräuche von Kunden mit Wassertarif kleiner ist als das was Vattenfall an Wasserstrom erzeugt. Im anderen Fall würde es sehr schnell zu einer schlechten Publicity wegen Betrugs kommen.
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von Wiese » 31.08.2010, 18:00
buergersolar hat geschrieben:Physikalisch ist "grüner" von "grauem" Strom nicht zu unterscheiden. Vergleich: Bio-Eier vs. Legebatterie-Eier. In Norwegen gibt es so viele Bio-Bauernhöfe, dass die Leute dort nicht darauf achten, wo ihr Ei herkommt. Ist ja sowieso vom Bio-Bauernhof nebenan. IN Deutschland gibt es ein paar Bio-Bauernhöfe, aber auch sehr viele Legebatterien. Wenn du jetzt dein "Bio-Ei aus norwegischem Bio-Bauernhof" von Vattenfall kaufst, bekommst du trotzdem das Legebatterie-Ei, nur wird das Biosiegel nun bei dir draufgeklebt anstatt beim norwegischen Ei. Den Norweger stört das fehlende Siegel nicht, denn er weiß ja, dass das Ei tatsächlich trotzdem vom Bio-Bauernhof nebenan kommt. Die Eier haben sich also nicht geändert, nur das Biosiegel klebt jetzt bei dir drauf. Kaufst du dein Ei jetzt aber z.B. bei Naturstrom, setzen die ein neues Bio-Huhn in den Stall, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Denn sie betreiben ja keine Legebatterie, deren Eier sie für dich mit Bio-Siegeln bekleben können. Deine Nachfrage führt also zu einer erhöhten Bio-Eier-Produktion. Darüber hinaus investiert Naturstrom einen Teil des Eier-Preises in neue Bio-Bauernhöfe. Legende: Eier = Strom Bio-Siegel = RECS-Zertifikate Bio-Bauernhof = Erneuerbare Energien - Kraftwerk Legebatterie = Kohle-/ Kernkraftwerk Die Anbieter, die echte Bio-Eier verkaufen und nicht Batterie-Eier mit Bio-Siegel, gibts hier: http://www.atomausstieg-selber-machen.d ... ieter.htmlSonnige Grüße
Eine wirklich gute exakte Beschreibung. @solgain: Du hast die Sache mit dem "gelabelten Ökostrom" leider noch nicht verstanden. Du solltest Dich mal intensiv mit dem Thema beschäftigen, dann erkennst Du die Machenschaften der Energiewirtschtschaft. Die genannten 4 echten Ökostromanbieter würde es ohne die Kunden dieser Anbieter nicht geben. Deshalb beziehe auch ich meinen Strom bei Naturstrom. Den Ökostrom aus Norwegen gab es schon bevor die großen 4 E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE das Öko-Siegel erfunden haben. Grund für dieses Siegel ist die Tatsache, dass diese Anbieter zu wenig Öko-Strom haben, und ihre Kunden, die Öko-Strom wollen bei der Stange halten wollten. Die Betreiber in Norwegen nehmen die Zusatzeinnahmen gerne mit. Es gibt auch bei der EnBW echten Öko-Strom der z.B. in den Talsperren des Schwarzwaldes gewonnen wird. Aber diese Kraftwerke gibt es schon seit 50 oder mehr Jahren. Heute wird dieser Strom aus dem Energiemix herausgenommen und den Kunden als Öko-Strom verkauft. Was ist daran ökologisch? Peter
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von batome » 31.08.2010, 18:09
Das Thema ist gar nicht mal so trivial. Ich hatte auch so einen 100%Wasser-Ökostrom-Tarif (vor meinem Wechsel zu Naturstrom). Immerhin weiß man dann, dass der Strom aus 100% Wasserkraft stammt, den der Stromanbieter möglicherweise selbst herstellt (bei meinem Anbieter war es tatsächlich so). Andrerseits ändert sich der Strommix bei diesem Stromanbieter vermutlich nicht, d.h. er verkauft den bereits verfügbaren Wasserkraftstrom als Ökostrom. Dadurch erhalten die anderen Stromkunden im Mix weniger Strom aus Wasserkraft. Es sei denn, er baut neue Wasserkraftwerke, was mir nicht genau bekannt ist.
Die "richtigen" Ökostromanbieter produzieren den Strom leider nicht selbst (das würde ich mir eigentlich wünschen), d.h. sie kaufen den EE-Strom nur ein und investieren einen recht kleinen Teil in neue EEs. Ist das nun wirklich besser? Im Grunde kaufen sie den EE-Strom von anderen Anbietern auf und damit verschlechtert sich der EE-Anteil bei den konventionellen Anbietern. Ist das eigentlich unbedingt besser als die oben beschriebene 100% Wasserkraft Variante (gelegentlich neue Wasserkraftanlagen vorausgesetzt)?
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von benchfrooser » 31.08.2010, 18:16
Solgain hat geschrieben:Die Logik erschliesst sich mir da nicht. Der Mix wird auf der gesamten Erzeugerseite definiert. Ein Wechsel zum Wasserstromtarif bedeutet, dass mein Anteil am Verbrauch auf der Erzeugerseite durch Wasser sichergestellt werden muss. Wenn ich von Vattenfall wegwechseln würde, heisst es nicht, dass automatisch mehr regenerativ gewonnen wird.
Bis jetzt alles richtig. Solgain hat geschrieben:Es kann nämlich sein, dass Vattenfall dann weniger Wasserstrom erzeugt und dafür der neue Anbieter mehr (auch regenerativ) Strom erzeugen muss.
Vattenfall erzeugt immer gleich viel Wasserstrom. Lassen wir einmal natürliche Schwankungen unberücksichtigt. Wenn ein Vattenfallkunde das 100% Wasserkraftpaket beansprucht ist das auch 100% Wasserkraft, aber die restlichen Kunden bei Vattenfall haben dann einen geringen Anteil an Wasserkraft in ihrem Strommix, weil durch den Wechsel keine neuen Wasserkraftkapazitäten oder andere EE gebaut werden. Wechselt man stattdessen zu einem unabhängigen Ökostromanbieter, investiert dieser zusätzlich in EE. Das ist der große Unterschied.
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von Sinci » 31.08.2010, 21:58
benchfrooser hat geschrieben:wig hat geschrieben:Was bringt es wenn die privaten Haushalte "Ökostrom" verbrauchen und die Industrie mit 50%Kohle und 50%Atom bedient wird?
Dein Geld wird in Deutschland in EE investiert und kommt nicht ausländischen Aktionären zu gute, die auf Kosten der deutschen Allgemeinheit Geld verdienen.
benchfrooser hat geschrieben:Sinci hat geschrieben:Hast wohl vergessen wieviel Geld für PV-Module nach China etc. fliesst ...
Hast du schon einmal nachgeschaut, wie viel diese Anbieter in PV investiert haben? Woher weißt du, dass chinesische Module genommen worden sind? Der größte Teil der geförderten Anlagen wird nicht über die EEG-Umlage finanziert sondern direkt über die Einnahmen der Stromkunden.
Bitte entschuldige benchfrooser, dabei hab ich mich nur auf die normale PV die durch die EEG-Umlage finanziert wird bezogen. Ich habe nun nachgeschaut woher der Strom bezogen wird und wohin somit das Geld fliesst: Greenpeace Energy für 2009: 80,5% Wasserkraft ausschliesslich aus Österreich 0,8% Wind 18,7% EEG Lichtblick 2009: 70% aus österreichischen und norwegischen Wasserkraftwerken 11% aus einem deutschen Biomassekraftwerk 19% EEG Naturstrom 2008: 51% Wasser (leider nicht erkennbar aus welchem Land) 48,7% Wind 0,3% Sonne EWS-Schönau 2008: 9,1% Ergas aus KWK-Analgen 73% Wasserkraft aus Neuanlagen in Norwegen 17,9% EEG Also benchfrooser, abgesehen vom EEG-Anteil wird nur ein minimalster Anteil in Deutschland investiert, höchstens bei Naturstrom kommt durch den Windanteil mehr in Deutschland an und natürlich etwas Biomasse bei Lichtblick. Ansonsten geht das Geld ins Ausland.
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von Nur_Sonne » 31.08.2010, 22:16
Hallo, wer klärt mich auf?
Ich bin Kunde bei der NaturWatt GmbH und dachte, es wäre ein seriöser Ökostromanbieter. Nun lese ich hier, dass es nur vier seriöse gibt und NaturWatt ist nicht dabei. Habe ich etwas übersehen bei NaturWatt GmbH (Bezug zu einem der bösen 4) oder habt ihr NaturWatt GmbH vergessen - was ich hoffe. Ansonsten muss ich wohl noch einmal wechseln.
"Auszug Gesellschaftervertrag: §7 (3) Gewinnverwendung „Gewinne werden nicht ausgeschüttet. Es ist vorgesehen, Gewinne zur Entwicklung und Förderung von Projekten, die die Forschung an bzw. den Bau und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen zum Gegenstand haben, zu verwenden. Die Gesellschafter beschließen über die Verwendung des Ergebnisses.“
Dies und weitere Infos hatten mich überzeugt.
Bin für Infos Dankbar!
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von benchfrooser » 01.09.2010, 00:08
Sinci hat geschrieben:Also benchfrooser, abgesehen vom EEG-Anteil wird nur ein minimalster Anteil in Deutschland investiert, höchstens bei Naturstrom kommt durch den Windanteil mehr in Deutschland an und natürlich etwas Biomasse bei Lichtblick. Ansonsten geht das Geld ins Ausland.
Ich habe mich hauptsächlich auf Naturstrom bezogen, bei den anderen drei schaut es in der Tat nicht sehr gut aus. Nur_Sonne hat geschrieben:"Auszug Gesellschaftervertrag: §7 (3) Gewinnverwendung „Gewinne werden nicht ausgeschüttet. Es ist vorgesehen, Gewinne zur Entwicklung und Förderung von Projekten, die die Forschung an bzw. den Bau und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen zum Gegenstand haben, zu verwenden. Die Gesellschafter beschließen über die Verwendung des Ergebnisses.“
Leider konnte ich auf der Webseite nur ein paar kleine PV-Anlagen finden, die gefördert worden sind. Für ein solches Unternehmen zu wenig. Es schaut so aus, als hätten sie früher ausschließlich 100% Wasserkraft verkauft. Jetzt beziehen sie ihren Strom zusätzlich aus einem Windpark und ein ein paar PV Anlagen. NaturWatt befindet sich irgendwo dazwischen. Kritisch sehe ich, dass NaturWatt hauptsächlich zu EWE AG gehört und praktisch keine geförderten Anlagen aufweisen kann.
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von batome » 01.09.2010, 00:15
Sinci hat geschrieben:Naturstrom 2008: 51% Wasser (leider nicht erkennbar aus welchem Land) 48,7% Wind 0,3% Sonne
Naturstrom 2009: 71,5% Wasser 28,5% Wind (Sonne gibts nicht mehr, zu teuer?) Die Herkunft wird wohl ähnlich sein, wie bei den anderen Ökostromanbieter. Da hätte ich eigentlich auch bei dem 100% Wasserkraftanbieter bleiben können (die soweit ich weiß aus eigener Produktion stammen) und, um die EEs voran zu bringen, ein paar mehr Windaktien kaufen oder in Windfonds etc. investieren können. Allerdings habe ich auch gewechselt, weil mir diese Stromflatrates der "Öko"-Wasserkraftanbieter nicht zusagen. Ich möchte ja Strom einsparen, das ist zwar damit auch möglich, zahlt sich aber nicht aus (-> weniger Motivation, auch bei mir). Schlussendlich ist die eingesparte kWh die mit Abstand umweltfreundlichste kWh...
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von batome » 01.09.2010, 09:56
Ergänzung zur Stromherkunft bei Naturstrom: Naturstrom wurde 1998 von Mitgliedern verschiedener Umweltverbände gegründet. Naturstrom investiert pro verkaufter Kilowattstunde Strom einen Cent in den Ausbau erneuerbarer Energien. Sie beziehen mehr als die Hälfte des Stroms direkt bei Betreibern von Ökokraftwerken in Deutschland. Als Zwischenhändler stellen sie diesen Strom mit garantiertem Umweltnutzen auch regionalen Stromversorgern zur Verfügung. Stromherkunft (2009): Wasserkraft aus Neuanlagen in Deutschland und Österreich, etwa ein Drittel Windkraft aus Deutschland http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel/anbieter/naturstrom.html
Hört sich doch nicht so verkehrt an...
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von PV-Berlin » 01.09.2010, 10:09
Ich hab irgendwo gelesen, dass die Deutschen kaum den Stromanbieter wechseln. So sollen es nur 10% Endkunden sein, die tatsächlich ihren Stromanbieter gewechselt haben.
Ich gebe zu, selbst ausschließlich nach dem Preis zu schauen. Mir ist auch unklar, wie ein Ökostromtarif den Energiemix beeinflussen sollte. EE werden gefördert und bevorzugt eingespeist. Die Vier investieren ja selbst auch massiv in EE. Jeder von ihnen produzier X mal mehr Ökostrom, als alle Kleinanbieter zusammen.
Bis jetzt musste ich jedes Jahr wechseln. Lieber investiere ich das Geld in Maßnamen, die meinen Stromverbrauch senken. Meine Erfolge sind aber sehr bescheiden, ich habe nicht mal 2% in 2009 geschafft. 10.000 kWh (Privat)
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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