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von buergersolar » 31.08.2010, 12:41
Solgain hat geschrieben:Mal eine dumme Frage: Warum reicht es nicht (selbst bei einem der grossen Vier) ein Vertrag zur Lieferung von 100% regenerativen Energiequellen abzuschliessen? (Zum Beispiel: 100% Naturstrom aus Wasserkraftanlagen in Norwegen; http://www.vattenfall.de/de/berlin-natu ... /mac:11584)
Physikalisch ist "grüner" von "grauem" Strom nicht zu unterscheiden. Vergleich: Bio-Eier vs. Legebatterie-Eier. In Norwegen gibt es so viele Bio-Bauernhöfe, dass die Leute dort nicht darauf achten, wo ihr Ei herkommt. Ist ja sowieso vom Bio-Bauernhof nebenan. IN Deutschland gibt es ein paar Bio-Bauernhöfe, aber auch sehr viele Legebatterien. Wenn du jetzt dein "Bio-Ei aus norwegischem Bio-Bauernhof" von Vattenfall kaufst, bekommst du trotzdem das Legebatterie-Ei, nur wird das Biosiegel nun bei dir draufgeklebt anstatt beim norwegischen Ei. Den Norweger stört das fehlende Siegel nicht, denn er weiß ja, dass das Ei tatsächlich trotzdem vom Bio-Bauernhof nebenan kommt. Die Eier haben sich also nicht geändert, nur das Biosiegel klebt jetzt bei dir drauf. Kaufst du dein Ei jetzt aber z.B. bei Naturstrom, setzen die ein neues Bio-Huhn in den Stall, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Denn sie betreiben ja keine Legebatterie, deren Eier sie für dich mit Bio-Siegeln bekleben können. Deine Nachfrage führt also zu einer erhöhten Bio-Eier-Produktion. Darüber hinaus investiert Naturstrom einen Teil des Eier-Preises in neue Bio-Bauernhöfe. Legende: Eier = Strom Bio-Siegel = RECS-Zertifikate Bio-Bauernhof = Erneuerbare Energien - Kraftwerk Legebatterie = Kohle-/ Kernkraftwerk Die Anbieter, die echte Bio-Eier verkaufen und nicht Batterie-Eier mit Bio-Siegel, gibts hier: http://www.atomausstieg-selber-machen.d ... ieter.htmlSonnige Grüße
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von benchfrooser » 31.08.2010, 13:05
Farmjanny hat geschrieben:Das Problem ist doch, das bei der angebenen Mixverteilung für die restlichen Kunden sich der nicht EE-Anteil erhöht, denen das aber relativ egal ist. Z.B Industriekunden. Erst wenn Quasi mehr Kunden Ökostrom haben wollen, als noch "Nicht EE-Anteile" auf die Restkundschaft geschoben werden kann, ändert sich nicht nur rechnerisch sondern auch real etwas. Oder sehe ich das falsch?
Siehst du richtig. Wenn z.B. 1% der Leute bei Vattenfall reinen Wasserstrom beziehen, fehlt dieses 1% Wasserstrom bei den restlichen Kunden. wig hat geschrieben:Als Dingolfinger wird das wahrscheinlich nicht so schwer nachzuvollziehen sein.
Dann lebst du also genau an der Grenze? Natürlich ist es nicht gut, wenn dort ein AKW gebaut wird, aber wenn Isar 1 abgeschaltet wird, heißt das nicht automatisch, dass wir dann dieses Strom aus Tschechien beziehen. wig hat geschrieben:Das Geld wird in die Strommakler und in das Öko-Marketing investiert.
In die Strommakler? Wer investiert in die Strommakler? Zu welchen Zweck? Es betreiben doch gerade die großen Vier enormes Öko-Marketing (greenwashing). Hast du im Fernsehen schon mal was von Naturstrom oder EWS-Schönau gehört? Sinci hat geschrieben:Hast wohl vergessen wieviel Geld für PV-Module nach China etc. fliesst ...
Hast du schon einmal nachgeschaut, wie viel diese Anbieter in PV investiert haben? Woher weißt du, dass chinesische Module genommen worden sind? Der größte Teil der geförderten Anlagen wird nicht über die EEG-Umlage finanziert sondern direkt über die Einnahmen der Stromkunden.
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von atlantikstrand » 31.08.2010, 16:00
Wie hier schon gepostet: Es gibt in Deutschland nur vier Ökostromanbieter. Alles andere ist Etikettenschwindel. EWS Schönau ist auch mein Lieblingsanbieter. Bin mit dem Kampf der Stromrebellen groß geworden - und sie setzen sich bis heute sehr glaubwürdig für die Energiewende ein. pv-buero hat geschrieben:P.S. an alle die jetzt meckern wollen: ich bekomme keine Provision
Ach so: Ich würde Provision bekommen.  Bzw. Förderung für meine zwei PV-Anlagen, wenn ich genügend Neukunden werbe. Wenn also noch jemand wechseln will, einfach PN schreiben. Dann baue ich auch noch eine dritte Anlage. 
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von firestarter » 31.08.2010, 16:09
EWS Schönau ist auch mein Lieblingsanbieter. Bin mit dem Kampf der Stromrebellen groß geworden - und sie setzen sich bis heute sehr glaubwürdig für die Energiewende ein.
und eine derjenigen welchen, die BHKWs durchaus als ein Teil des Energiekonzeptes sehen auf das man mittelfristig noch angewiesen ist.
Einladung zu den (kostenlosen) 7. BHKW-Infotagen Berlin | 29.10.2011 |Energieforummit Ausstellung und Vorträgen firestarter http://www.bhkw-forum.de
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von sonnentau » 31.08.2010, 16:28
Hallo,wie Ihr ja gehört habt bedarf es laut Gutachten keine AKWs mehr.Tschernobyl haben viele schon vergessen obwohl , es noch mind.1000Jahre dauert bis die Halbwertszeit erreicht ist.Stellt Euch doch mal vor es passiert in der Mitte von Deutschland oder in CZ.Wieviel Gewinn haben wir damit erreicht? Auch wenn es sehr sicher sein soll .Im Ernstfall spielen solche Wörter keine Rolle mehr.Allein die Lagerung kostet der Allgemeinheit das 10000 Fache vom Einsparungswert.Mein Beitrag habe ich schon geleistet.
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von Solgain » 31.08.2010, 16:38
benchfrooser hat geschrieben:Farmjanny hat geschrieben:Das Problem ist doch, das bei der angebenen Mixverteilung für die restlichen Kunden sich der nicht EE-Anteil erhöht, denen das aber relativ egal ist. Z.B Industriekunden. Erst wenn Quasi mehr Kunden Ökostrom haben wollen, als noch "Nicht EE-Anteile" auf die Restkundschaft geschoben werden kann, ändert sich nicht nur rechnerisch sondern auch real etwas. Oder sehe ich das falsch?
Siehst du richtig. Wenn z.B. 1% der Leute bei Vattenfall reinen Wasserstrom beziehen, fehlt dieses 1% Wasserstrom bei den restlichen Kunden.
Die Logik erschliesst sich mir da nicht. Der Mix wird auf der gesamten Erzeugerseite definiert. Ein Wechsel zum Wasserstromtarif bedeutet, dass mein Anteil am Verbrauch auf der Erzeugerseite durch Wasser sichergestellt werden muss. Wenn ich von Vattenfall wegwechseln würde, heisst es nicht, dass automatisch mehr regenerativ gewonnen wird. Es kann nämlich sein, dass Vattenfall dann weniger Wasserstrom erzeugt und dafür der neue Anbieter mehr (auch regenerativ) Strom erzeugen muss. atlantikstrand hat geschrieben:Wie hier schon gepostet: Es gibt in Deutschland nur vier Ökostromanbieter. Alles andere ist Etikettenschwindel.
Der Vorwurfs des Betrugs sollte schon stichhaltig begründet werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Summe der Verbräuche von Kunden mit Wassertarif kleiner ist als das was Vattenfall an Wasserstrom erzeugt. Im anderen Fall würde es sehr schnell zu einer schlechten Publicity wegen Betrugs kommen.
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von Wiese » 31.08.2010, 18:00
buergersolar hat geschrieben:Physikalisch ist "grüner" von "grauem" Strom nicht zu unterscheiden. Vergleich: Bio-Eier vs. Legebatterie-Eier. In Norwegen gibt es so viele Bio-Bauernhöfe, dass die Leute dort nicht darauf achten, wo ihr Ei herkommt. Ist ja sowieso vom Bio-Bauernhof nebenan. IN Deutschland gibt es ein paar Bio-Bauernhöfe, aber auch sehr viele Legebatterien. Wenn du jetzt dein "Bio-Ei aus norwegischem Bio-Bauernhof" von Vattenfall kaufst, bekommst du trotzdem das Legebatterie-Ei, nur wird das Biosiegel nun bei dir draufgeklebt anstatt beim norwegischen Ei. Den Norweger stört das fehlende Siegel nicht, denn er weiß ja, dass das Ei tatsächlich trotzdem vom Bio-Bauernhof nebenan kommt. Die Eier haben sich also nicht geändert, nur das Biosiegel klebt jetzt bei dir drauf. Kaufst du dein Ei jetzt aber z.B. bei Naturstrom, setzen die ein neues Bio-Huhn in den Stall, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Denn sie betreiben ja keine Legebatterie, deren Eier sie für dich mit Bio-Siegeln bekleben können. Deine Nachfrage führt also zu einer erhöhten Bio-Eier-Produktion. Darüber hinaus investiert Naturstrom einen Teil des Eier-Preises in neue Bio-Bauernhöfe. Legende: Eier = Strom Bio-Siegel = RECS-Zertifikate Bio-Bauernhof = Erneuerbare Energien - Kraftwerk Legebatterie = Kohle-/ Kernkraftwerk Die Anbieter, die echte Bio-Eier verkaufen und nicht Batterie-Eier mit Bio-Siegel, gibts hier: http://www.atomausstieg-selber-machen.d ... ieter.htmlSonnige Grüße
Eine wirklich gute exakte Beschreibung. @solgain: Du hast die Sache mit dem "gelabelten Ökostrom" leider noch nicht verstanden. Du solltest Dich mal intensiv mit dem Thema beschäftigen, dann erkennst Du die Machenschaften der Energiewirtschtschaft. Die genannten 4 echten Ökostromanbieter würde es ohne die Kunden dieser Anbieter nicht geben. Deshalb beziehe auch ich meinen Strom bei Naturstrom. Den Ökostrom aus Norwegen gab es schon bevor die großen 4 E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE das Öko-Siegel erfunden haben. Grund für dieses Siegel ist die Tatsache, dass diese Anbieter zu wenig Öko-Strom haben, und ihre Kunden, die Öko-Strom wollen bei der Stange halten wollten. Die Betreiber in Norwegen nehmen die Zusatzeinnahmen gerne mit. Es gibt auch bei der EnBW echten Öko-Strom der z.B. in den Talsperren des Schwarzwaldes gewonnen wird. Aber diese Kraftwerke gibt es schon seit 50 oder mehr Jahren. Heute wird dieser Strom aus dem Energiemix herausgenommen und den Kunden als Öko-Strom verkauft. Was ist daran ökologisch? Peter
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von batome » 31.08.2010, 18:09
Das Thema ist gar nicht mal so trivial. Ich hatte auch so einen 100%Wasser-Ökostrom-Tarif (vor meinem Wechsel zu Naturstrom). Immerhin weiß man dann, dass der Strom aus 100% Wasserkraft stammt, den der Stromanbieter möglicherweise selbst herstellt (bei meinem Anbieter war es tatsächlich so). Andrerseits ändert sich der Strommix bei diesem Stromanbieter vermutlich nicht, d.h. er verkauft den bereits verfügbaren Wasserkraftstrom als Ökostrom. Dadurch erhalten die anderen Stromkunden im Mix weniger Strom aus Wasserkraft. Es sei denn, er baut neue Wasserkraftwerke, was mir nicht genau bekannt ist.
Die "richtigen" Ökostromanbieter produzieren den Strom leider nicht selbst (das würde ich mir eigentlich wünschen), d.h. sie kaufen den EE-Strom nur ein und investieren einen recht kleinen Teil in neue EEs. Ist das nun wirklich besser? Im Grunde kaufen sie den EE-Strom von anderen Anbietern auf und damit verschlechtert sich der EE-Anteil bei den konventionellen Anbietern. Ist das eigentlich unbedingt besser als die oben beschriebene 100% Wasserkraft Variante (gelegentlich neue Wasserkraftanlagen vorausgesetzt)?
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von benchfrooser » 31.08.2010, 18:16
Solgain hat geschrieben:Die Logik erschliesst sich mir da nicht. Der Mix wird auf der gesamten Erzeugerseite definiert. Ein Wechsel zum Wasserstromtarif bedeutet, dass mein Anteil am Verbrauch auf der Erzeugerseite durch Wasser sichergestellt werden muss. Wenn ich von Vattenfall wegwechseln würde, heisst es nicht, dass automatisch mehr regenerativ gewonnen wird.
Bis jetzt alles richtig. Solgain hat geschrieben:Es kann nämlich sein, dass Vattenfall dann weniger Wasserstrom erzeugt und dafür der neue Anbieter mehr (auch regenerativ) Strom erzeugen muss.
Vattenfall erzeugt immer gleich viel Wasserstrom. Lassen wir einmal natürliche Schwankungen unberücksichtigt. Wenn ein Vattenfallkunde das 100% Wasserkraftpaket beansprucht ist das auch 100% Wasserkraft, aber die restlichen Kunden bei Vattenfall haben dann einen geringen Anteil an Wasserkraft in ihrem Strommix, weil durch den Wechsel keine neuen Wasserkraftkapazitäten oder andere EE gebaut werden. Wechselt man stattdessen zu einem unabhängigen Ökostromanbieter, investiert dieser zusätzlich in EE. Das ist der große Unterschied.
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von Sinci » 31.08.2010, 21:58
benchfrooser hat geschrieben:wig hat geschrieben:Was bringt es wenn die privaten Haushalte "Ökostrom" verbrauchen und die Industrie mit 50%Kohle und 50%Atom bedient wird?
Dein Geld wird in Deutschland in EE investiert und kommt nicht ausländischen Aktionären zu gute, die auf Kosten der deutschen Allgemeinheit Geld verdienen.
benchfrooser hat geschrieben:Sinci hat geschrieben:Hast wohl vergessen wieviel Geld für PV-Module nach China etc. fliesst ...
Hast du schon einmal nachgeschaut, wie viel diese Anbieter in PV investiert haben? Woher weißt du, dass chinesische Module genommen worden sind? Der größte Teil der geförderten Anlagen wird nicht über die EEG-Umlage finanziert sondern direkt über die Einnahmen der Stromkunden.
Bitte entschuldige benchfrooser, dabei hab ich mich nur auf die normale PV die durch die EEG-Umlage finanziert wird bezogen. Ich habe nun nachgeschaut woher der Strom bezogen wird und wohin somit das Geld fliesst: Greenpeace Energy für 2009: 80,5% Wasserkraft ausschliesslich aus Österreich 0,8% Wind 18,7% EEG Lichtblick 2009: 70% aus österreichischen und norwegischen Wasserkraftwerken 11% aus einem deutschen Biomassekraftwerk 19% EEG Naturstrom 2008: 51% Wasser (leider nicht erkennbar aus welchem Land) 48,7% Wind 0,3% Sonne EWS-Schönau 2008: 9,1% Ergas aus KWK-Analgen 73% Wasserkraft aus Neuanlagen in Norwegen 17,9% EEG Also benchfrooser, abgesehen vom EEG-Anteil wird nur ein minimalster Anteil in Deutschland investiert, höchstens bei Naturstrom kommt durch den Windanteil mehr in Deutschland an und natürlich etwas Biomasse bei Lichtblick. Ansonsten geht das Geld ins Ausland.
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