Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

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Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Spekulatius » 04.05.2012, 13:14

Frohlocket Freunde der EE da in wenigen Stunden der letzte Reaktor in Japan abgeschaltet wird:

http://www.reuters.com/article/2012/05/ ... HZ20120504

- Welche Auswirkungen wird es auf die Volkswirtschaft geben?
- Ist das das endgültige Aus für die Atomkraft in Japan?
- Wie sind die Aussichten für PV und die anderen EEs in Japan dadurch?
- Welcher Vorbildcharakter für Deutschland resultiert hier?

Was meinen die Experten?

Preisfrage:
- Wie teuer ist PV in öffentlicher Hand in Japan? (1,9% 30-Jahrebond, 1250 kWh/kWp)
- Kommt man damit unter die Kraftstoffkosten von GuD ? (Zur Zeit 8-9 €-Cent/kWh)

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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Wade » 04.05.2012, 13:20

nur Schad´ dass die wohl bis zum Winter wieder eingeschalten werden...
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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Spekulatius » 04.05.2012, 13:38

In Japan ist die Last im Sommer viel höher als im Winter (Klimaanlagen), deswegen steht der Härtetest für die Stromversorgung in den nächsten Monaten an !!! Wenn Japan den Sommer glimpflich überbrückt dann ist Atomkraft in Japan aus technischer Sicht hinfällig!

I.Ü. passt der Lastverlauf in Japan über das Jahr und über den Tag perfekt zur PV. Popp würde hier auf 70% PV kommen.

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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Langhagen » 04.05.2012, 13:41

Von wegen Brückentechnologie in Deutschland. Die Japaner haben nur wenige Tage gebraucht, um die Reaktoren abzuschalten. Natürlich hat die Bevölkerung einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, Energiekosten einzusparen. Das wäre aber auch bei uns möglich.
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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon PV-Berlin » 04.05.2012, 15:03

Ich hätte das niemals für möglich gehalten. Eine enorme Leistung des Landes so gigantische Strommengen einzusparen.

Die Frage kannst du dir doch selbst beantworten.

Ja! selbst mit Betriebskosten. (1%) und nur 12 Jahren Laufzeit. Natürlich müssten es dann 100 MWp Anlagen sein, die man sicherlich auch für ca. 1.000 € in 2013 hinbekommen sollte. (Pure Baukosten) Zumal wenn das über Ausschreibungen 100% Japan geht, wäre das ein Bombengeschäft für den Staat, da er ja auch in Japan nicht ganz unbeteiligt am Wertschöpfungsprozeß ist. (Staatsquote)

Da in Japan es nicht ganz unüblich ist 100 Mrd. € schwere Programme (Konjunktur) aufzulegen um die Geldmenge auszuweiten und die Wirtschaft anzukurbeln, sehe ich gar kein Problem. Bei 250% BIP Verschuldung wäre dies der einzig akzeptable Weg Wachstum und Sparen in Einklang zu bringen, in einem Land wo mehr als 95% der Energie importiert wird.

Japan kann nur aus den Schulden rauswachsen, alleine mit sparen ist dies in Japan nicht mehr zu schaffen. *bei normalen Wachstum sollte auch endlich die Inflation anziehen.

Aus Deutscher Sicht ist Japan kaum zu erklären. Eine hohe Sparquote, relativ geringer Konsum, fast 100% Importe bei Rohstoffen und Energie, Deflation. Null Wachstum, extreme Überalterung, noch höhere Lebenserwartung. Kein funktionierendes privates Rentensystem, marode Banken aus Sicht unserer Sparkassen etc.

Ich würde als Regierung auf spezielle Stromanleihen setzen mit doppelter Sicherheit (Strom und Staat) die ich jedes Jahr neu auflegen würde, dies mit ca. 50% hebeln. Auszahlungen erst, wenn die 50% abgetragen sind. Da würden alle zugreifen, die kurz vor der Rente stehen und z.Z. gar keine bzw. negative Renditen hinnehmen müssen. Die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes würde jegliche PV Ambitionen tragen, selbst wenn der Zubau aberwitzig hoch wäre!

Im Falle Japans sehe ich gar keinen Grund, dass die nicht bis 2020 1:1 den Stromverbrauch mit PV darstellen können (Leistung) knapp 1.000.000 TWh braucht das Land! Also müssen mehr als 100 GWp her!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Spekulatius » 04.05.2012, 16:18

PV-Berlin hat geschrieben:Ja! selbst mit Betriebskosten. (1%) und nur 12 Jahren Laufzeit. Natürlich müssten es dann 100 MWp Anlagen sein, die man sicherlich auch für ca. 1.000 € in 2013 hinbekommen sollte. (Pure Baukosten) Zumal wenn das über Ausschreibungen 100% Japan geht, wäre das ein Bombengeschäft für den Staat, da er ja auch in Japan nicht ganz unbeteiligt am Wertschöpfungsprozeß ist. (Staatsquote)


Die Frage war ja als Provokation gemeint. Erst in der öffentlichen Hand kommt die PV richtig zur Geltung, da hier der Wert der Langlebigkeit richtig dargestellt werden kann! Die Fixierung auf Busch und Co. macht nur einen fetten Strich durch die meisten Rechnungen und raubt uns 80% der Einsatzmöglichkeiten. Der Japanische Staat z.B. kann PV-Infrastruktur auf 30 Jahre finanzieren, damit landest Du bei 4 Ct/kWh, d.h. schon alleine die Hälfte der Kosten des angeschleppten Erdgases.

Ich verstehe nicht wieso generell der Groschen des Staatseigentums noch nicht gefallen ist! Selbst in der Kapitalismus-Hochburg USA ist 70% der Wasser-Kapa in öffentlicher Hand. Nicht wegen der grösse des Investments sondern wegen der Kapitalintensität.

Aber wie ich sehe denkst Du ja auch in Staatsanleihen oder staatlich garantierten Anleihen...

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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon PV-Berlin » 04.05.2012, 18:12

Man! Was muss ich seit einigen Jahren alles auf meine Visitenkarte schreiben! Jetzt auch noch Räuber!
Wobei du natürlich im Grunde vollkommen Recht hast! Stromerzeugung ist schon grenzwertig privat zu organisieren, Netz geht gar nicht! Aber in D. werden ja sogar Abwasserleitung u.ä "Privat" betrieben, was jeglichen Überlegungen normaler Ökonomie widerspricht!

Deshalb ja meine Überlegung die Kreditgeber des Staates direkt mit ins Boot zu nehmen. Strom und nur 50% Hebel + Staat! Da sollten sich die Anleger drum schlagen! 30 Jahre ist viel zu lang! Warum dies machen? 15 Jahre ist die absolute Obergrenze, denn nur "1,- € Positionen " machen wirklich glücklich! Zudem macht es keinen Sinn, die Kosten des Stromes unnötig niedrig zu halten! Denn dann unterstütze man Fehlanreize! beim Betrieb der Anlagen und bei den Stromkunden!

8 Cent passt doch! Denn dieser Wert ist felsenfest! für 20 Jahre! Selbst in Japan sind 8 Cent in 20 Jahren keine 8 Cent mehr!

Nur weil man Geld billig einkauft, muss man damit ja nicht um sich werfen! Oder die Geschäftsführung aufblähen. Denn das sind immer die Folgen, wenn man denkt, man hat zu viel Luft!

Die Räuber sind meist nur die ersten und die schnellen, das ist schon seit der Zeit der Eisenbahn so! Wenn es rollt, dann braucht man uns nicht mehr.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Ulenspiegel » 04.05.2012, 18:31

Ja, es ist interessant und frustrierend, dass gerade in den USA größere strategische Programme zur Energiesicherheit nicht auf den Weg gebracht werden können. Es werden lieber Unsummen unproduktiv in außenpolitischen Abenteuern verbrannt als nur in den Verdacht zu geraten, "sozialistische Programme" zu befürworten. Dass der ganze MIK schon völlig von marktwirtschaftlichen Grundsätzen losgelöst wirtschaftet, stört niemenaden.
Mit 20% der Kosten der letzten beiden Kriege hätte man den Süden der USA wahrscheinlich mit PV und WKA zuzpflastern können und hätte nach einigen Jag´hren angefangen Geld zu verdienen. Selbst 10 AKWs pro Jahr wären locker drin.
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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon Farmjanny » 04.05.2012, 21:38

Japan nach 42 Jahren ATOMFREI
das macht mir Mut zur Zukunft! Nun ist es wohl Japan, das den 'Vorbilcharakter' hat. Und wieder einmal nimmt uns Asien eine Führerschaft aus der Hand.

Aber wie stark wird zur Zeit Strom gespart? Leidet die Wirtschaft darunter?
Grüße von der Küste
Farmjanny

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Re: Japan nach 42 Jahren ATOMFREI

Beitragvon GAST » 04.05.2012, 23:14

Farmjanny hat geschrieben:Japan nach 42 Jahren ATOMFREI
das macht mir Mut zur Zukunft! Nun ist es wohl Japan, das den 'Vorbilcharakter' hat. Und wieder einmal nimmt uns Asien eine Führerschaft aus der Hand.

Aber wie stark wird zur Zeit Strom gespart? Leidet die Wirtschaft darunter?


Hallo,
direkt nach dem Beben gab es stundenweise Stromabschaltungen in Japan, mittlerweile habe ich von diesen abschaltungen nichts mehr gehört.
Einzig das man wohl alles was Strom produzieren kann angefahren hat.
Wobei ich nie auch nur annähernd davon ausgegangen wäre das man in einem Land wie Japan alle AKW vom Netz nehmen kann ohne das die Versorgung im Land komplett zusammenbricht und das obwohl Japan keinerlei Stromaustausch mit anderen Ländern betreibt und um es noch einwenig komplexer zu machen hat man sogar 2 getrennte Netze, in einem Teil des Landes gibt es wie in Europa ein 50Hz Stromnetz und im anderen Teil wie in den USA ein 60Hz Netz.

Demnach sollte es wohl auch in allen anderen Ländern der Welt (Wobei es bei Frankreich schwierig werden wird!!) möglich sein alle AKW abzuschalten ohne das wir nennenswert mehr Stromausfälle haben wie vorher.

Was mich ja auch wundert, in Deutschland jammert man an allen Ecken das der Stromnetzkollaps droht wegen der PV und anderen onshore Erneuerbaren in Japan soll es aber ohne AKW funktionieren!!
Wie bitte lässt sich das erklären??
Ausser das evtl. hier sachen aufgeputscht werden die in wirklichkeit nicht erwähnenswert sind nur um die EE zu verteufeln??!!

Ich wünsche den Japanern das die zuständigen Politiker weiterhin bei ihrerer jetzigen einstellung bleiben und die abgeschalteten AKW auch für immer keinen Strom mehr einspeisen dürfen!!

DANKE, ihr macht mir Hoffnung das wir es auch ohne AKW schaffen, auch wenn man hier den "Kohlschen" Grundsatz des aussitzens beim Atomausstieg eingeschlagen hat.


Gruß
Jörg
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EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!
Daheim
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