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Moderator: Mod-Team
von Montio » 19.12.2010, 16:46
Ich finde es toll, dass hier auch tagespolitische Themen diskutiert werden können, deshalb mein erster Beitrag hierzu. Mit dem Grünstromprivileg beschäftige ich mich seit der Pressemeldung, dass hier eine Reform notwendig sei. Mir war als Naturstrombezieher immer klar: lieber etwas mehr bezahlen, dafür dann aber auch den richtigen Strom im Hause. Was aber passieren kann, wenn 50% Grünstrom gemischt werden mit 50% konventionellem Strom, das war mir nicht klar. Der SfV hält es für Peanuts, ich halte die Einstellung aber für naiv und sehr gefährlich! http://www.eeg-kwk.net/cps/rde/xbcr/eeg_kwk/Zusammenfassung_Mittelfristprognose.pdfTendenziell wird preiswerter Ökostrom aus dem EEG-verschwinden, und vermarktet als "Ökostrom", da darf dann auch KKW-Strom dabei sein! Tatsächlich passiert aber eigentlich gar nichts, es ist nur eine linke-Tasche rechte-Tasche Maßnahme mit der Folge, das EEG-Kunden die teueren Ökoanteile erhalten, bei der die Grünstromprivilegierten aber auch nicht unbedingt profitieren. Denn der Strompreis ist ja auch ein Marktpreis. Der Umlagenvorteil verschwindet also auf Kosten der EEG-Kunden in den Taschen der Händler, das ganze ist selbstverstärkend! Warum das nun eine Gefahr ist lässt sich denken. Der Photovoltaik wird die Rolle eine Preistreibers untergeschoben werden. Die Verbände und wir alle sollte unbedingt diesem Missbrauch entgegenwirkgen! Grünstrom muss 100%er Grünstrom sein und kein Ettikettenschwindel, bei dem die Händler sich eine goldene Nase verdienen!
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von solarlux » 19.12.2010, 19:12
Montio hat geschrieben: Der Photovoltaik wird die Rolle eine Preistreibers untergeschoben werden
Nun, vielleicht kannst du es ja vorrechnen, wie das Gegenteil (der PV-der Billigmacher) für die Endkundenstromrechnung aussehen sollte. Wie billig sollte Deiner Meinung nach der PV-Strom im nächsten Jahr werden. Z.B. die Vergütung für Neuanlagen? Laut deinem Link: "aufgrund der "Verord- nung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus (AusglMechV)" ab 1. Januar 2010 obligatorisch..." Nun, ich bin mir relativ sicher, das knapp 90 - 95 % der hier angemeldeten User, nicht genau wissen, wie es VOR dem 1. Januar 2010 mit dem AusglMechV genau geregelt war, und wie es nun NACH dem 1. Januar 2010 geregelt ist. Vielen Bundesbürgern interessiert das möglicherweise auch nicht wirklich, sondern ehr das, was die Energie heute und künftig kostet. Einigen, und das ist natürlich auch gut so, interessiert dann auch, wie "Grün" der Strom ist, und ob "Grün" nicht doch manchmal auf Kosten der Natur geht. Strichwort Monokulturen, stark künstlich gedüngter Maisanbau bei "Bio"-Gasanlagen, Stichwort "Bio"-Sprit, bei dem Urwald oder Wald überhaupt vernichtet bzw. zerstört wird, Stichwort, PVanlagen und Bäume verschwinden, wo die Bäume NICHT anderswo wieder aufgeforstet werden... http://www.photovoltaikforum.com/pv-news-f25/billiger-pv-strom-und-gefaelschte-klima-ipcc-beric-t57292.htmlhttp://www.photovoltaikforum.com/energiepolitik-f90/merit-order-und-das-maerchen-vom-teueren-eeg-strom-t36937-s450.htmlDas ist nicht nur beim Strom so, sondern natürlich auch bei der Energie an der Tankstelle.
Zuletzt geändert von solarlux am 19.12.2010, 19:22, insgesamt 2-mal geändert.
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von liselotte » 19.12.2010, 19:24
Montio hat geschrieben:Tendenziell wird preiswerter Ökostrom aus dem EEG-verschwinden, und vermarktet als "Ökostrom", da darf dann auch KKW-Strom dabei sein
Hallo Montio Gehe mal im Internet auf RECS.Das bedeutet Renewable Energy Certificate System und ist eine EU-Richtlinie. Im Zertifizierten ÖKOSTROM ist ggf viel Färbemittel drin. Das bedauert Liselotte
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von Montio » 20.12.2010, 00:23
solarlux hat geschrieben:Montio hat geschrieben: Der Photovoltaik wird die Rolle eine Preistreibers untergeschoben werden
Nun, vielleicht kannst du es ja vorrechnen, wie das Gegenteil (der PV-der Billigmacher) für die Endkundenstromrechnung aussehen sollte. Wie billig sollte Deiner Meinung nach der PV-Strom im nächsten Jahr werden. Z.B. die Vergütung für Neuanlagen?
Das alles ist reichlich kompliziert. Ich versuche es mal zu erklären, so wie ich es verstanden habe, es hat nichts mit Neuanlagen zu tun. Zur Ermittlung der EEG-Zahler werden vom insgesammt verkauften Strom in D erst mal die priviligierten Netzverbraucher abgezogen (Grossverbraucher). Dann werden die die Grünstrompriviligierten abgezogen. Diese Grünstrommenge macht nach Prognosen 2015 so viel aus wie die der priviligierten Netzverbraucher. Rund 1/3 der Strommenge unterliegen damit nicht mehr der EEG-Verpflichtung. Ökoanbieter können sich nun EE-Stromproduzenten suchen, sie suchen natürlich die preiswertesten, d.h. Wasser / Biomasse / Wind onshore (natürlich keine PV) und mischen dazu mind. 50% konventionellen Strom in ein Paket. Das können sie dann um die EEG-Umlage billiger anbieten, was ja immerhin 4,2 Cent ausmacht. Sie werden allerdings den Preisvorteil nicht freiwillig weitergeben, das Geld kann man ja auch in die eigene Tasche wirtschaften. Das Fatale, das die EEG-Strommenge zwar sinkt, aber die teuere EEG-Stromanteile im Rest ein Sinken der EEG-Umlage verhindert, ja sogar im Gegenteil die erheblich Umlage steigen lässt. Höhere Umlage, höhere Preise, bessere Bedingungen für Grünstromanbieter, ein selbstverstärkender Kreislauf! Die EEG-Pflichtigen zahlen diesen Unsinn mit. Dabei wird natürlich keineswegs der EE-Anteil erhöht, er teilt sich im System nur anders auf. Wer sich das ausgedacht hat gehört entlassen. Das darf auf keinen Fall so kommen.
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von hadl » 20.12.2010, 21:06
Hallo Montio. Bist wohl etwas enttäuscht, dass Dein Thread noch nicht die richtige Resonanz gefunden hat. Ich nehme an, dass liegt am Begriff „Grünstromprivileg“. Privilegiert, nennen wir hier im Forum, Strom Großverbraucher, die in Folge dessen durch die EEG Umlage nur mit 0,5 Cent belastet werden. Mich hats auch irritiert, weil ich zugeben muss, von der RECS Geschichte bisher noch nichts gehört zu haben. Ich habe mal versucht mich schlau zu machen, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass sich eine Vereinigung gegründet hat, siehe hier: http://www.recs-deutschland.de/v2/index.phpdie das Ziel verfolgt, die erneuerbaren Energien nach vorn zu bringen. Wenn ich mir nun die Mitglieder dieser Organisation so anschaue, erinnert mich das an den folgenden Satz „In diesen Fällen wird das Gegenteil dessen angestrebt, was vordergründig als Ziel vorgegeben ist.“ Der war am Ende der Neunziger Jahre in einer Veröffentlichung der konventionellen Stromwirtschaft zu lesen, als es darum ging Ökostrom in die Schranken zu weisen. Der ganze Artikel ist beim SFV unter „Zeitlich überholt“ mit dem Titel Abwehraspekte grüner Angebote nachzulesen hier: http://www.sfv.de/sob98440.htmSollte ich da einige Mitgliedern zu unrecht, so kritisch betrachten, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Auf den Titel des Threads zu kommen, wahrscheinlich ist die PV als die teuerste im Paket der Erneuerbaren, die am ehesten gefährtete. Was ganz im Sinne der konventionellen Stromwirtschaft wäre. Es hat sich offensichtlich noch nichts geändert. Gruß Hadl
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von Montio » 21.12.2010, 10:14
hadl hat geschrieben:Hallo Montio. Bist wohl etwas enttäuscht, dass Dein Thread noch nicht die richtige Resonanz gefunden hat. Ich nehme an, dass liegt am Begriff „Grünstromprivileg“. Privilegiert, nennen wir hier im Forum, Strom Großverbraucher, die in Folge dessen durch die EEG Umlage nur mit 0,5 Cent belastet werden. Mich hats auch irritiert, weil ich zugeben muss, von der RECS Geschichte bisher noch nichts gehört zu haben.
Gruß Hadl
Hallo Hadl, Enttäuscht - nööö. Ist in einem Technikforum doch klar, da geht es um wichtigere Dinge  . Recs nennt sich zwar auch Grünstrom, da wird auch munter etwas zusammengemsicht, hat mit Grünstromprivileg nichts zu tun! Auch Recskunden zahlen die EEG-Umlage, Grünstromprivilegierte zahlen gar keine EEG-Umlage. Beiden System ist gemeinsam, dass hier nur eine Verschiebung stattfindet, am Ende natürlich die Gesamtmengen gleich bleiben. Bei RECS kann ein einzelner Tarif angeboten werden, während das Grünstromprivileg für ganze EVU gelten muss. Bin kein Experte, aber so habe ich es herausgelesen. Gruß Montio
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von hadl » 21.12.2010, 11:13
Montio hat geschrieben:Hallo Hadl, Enttäuscht - nööö. Ist in einem Technikforum doch klar, da geht es um wichtigere Dinge  . Recs nennt sich zwar auch Grünstrom, da wird auch munter etwas zusammengemsicht, hat mit Grünstromprivileg nichts zu tun! Auch Recskunden zahlen die EEG-Umlage, Grünstromprivilegierte zahlen gar keine EEG-Umlage. Beiden System ist gemeinsam, dass hier nur eine Verschiebung stattfindet, am Ende natürlich die Gesamtmengen gleich bleiben. Bei RECS kann ein einzelner Tarif angeboten werden, während das Grünstromprivileg für ganze EVU gelten muss. Bin kein Experte, aber so habe ich es herausgelesen. Gruß Montio
Na ..Ja Energiepolitik kann manchmal hier auch ganz schön turbulent werden. Mich jedenfalls, hast Du auf ein interessantes Thema aufmerksam gemacht, das man im Auge behalten sollte. Übrigens EEG Strom Privilegierte zahlen 0,5 Cent Umlage. Sie profitieren - gegenüber den unprivilegierten - in zweifacher Hinsicht vom EEG. Einmal weil sie nur 0,5 Cent Umlage bezahlen, und andererseits durch den vom EEG Strom verursachten günstigen Börsenpreis, womit ihnen durch Großeinkauf ein Vorteil entsteht. Das hindert ihre Vertreter aber nicht daran gebetsmühlenartig zu erzählen, sie müssten ihre Produktionsstätten, wegen der hohen Stromkosten - durch die EEG Abgaben - ins Ausland verlegen. Gruß Hadl
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von buergersolar » 21.12.2010, 15:44
Montio hat geschrieben:Diese Grünstrommenge macht nach Prognosen 2015 so viel aus wie die der priviligierten Netzverbraucher. Rund 1/3 der Strommenge unterliegen damit nicht mehr der EEG-Verpflichtung.
Also im Moment ist wohl naturstrom der einzige privilegierte Stromanbieter. naturstrom hat knapp 100.000 Kunden. Und bis 2015, also in 4 Jahren und 11 Tagen, soll 1/3 der Stromkunden Strom von einem Anbieter beziehen, der von diesem Privileg profitiert? Ich fänds ja toll, wenn so viele Leute zu einem Ökostromanbieter wechseln, aber vorstellen kann ich mir das nicht. Im Moment sieht es jedenfalls nicht so aus: 2009 hatten gerade mal 18% der Haushalte überhaupt den Anbieter gewechselt. Der Anteil derer, die zu einem Ökostromanbieter gewechselt haben, ist dementsprechend noch einiges geringer. Vom Prinzip her hast du natürlich recht. Die teuren EEG-Stromarten werden in die EEG-Umlage gewälzt, die günstigen landen dann bei den (oder dem einen) Ökostromanbieter(n). Bei einem hohen Anteil an grünstromprivilegierten Anbietern funktioniert das natürlich nicht, aber im Moment finde ich es eine gute Sache, da es die Anbieter motiviert, den Ökostromanteil zu erhöhen. Dafür sollten neben bestehenden EEG-Anlagen zum einen auch Anlagen herangezogen werden, die nach 20 Jahren aus der Vergütung rausfallen, zum anderen z.B. neue WKAs gebaut werden, die garnicht mehr ins EEG fallen. Damit könnte man im Grunde sagen: Ziel erreicht, Kosten sind soweit gesenkt, dass die Direktvermarktung wirtschaftlich geworden ist. Sonnige Grüße
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von ManfredausR » 23.12.2010, 19:42
buergersolar hat geschrieben:Also im Moment ist wohl naturstrom der einzige privilegierte Stromanbieter. Was ist mit den ganzen Versorgern, die neben dem konventionellen auch "Grünstrom im Angebot haben" 
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von buergersolar » 24.12.2010, 01:03
Die beziehen ihren Ökostrom nicht zu über 50% von direktvermarktenden EEG-Anlagen und sind somit auch nicht von der Umlage befreit. Wäre ja noch schöner, wenn auch mit RECS grün gefärbter unter das "Grünstromprivileg" fallen würde...
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