Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon ManfredausR » 12.01.2011, 05:16

Bei EWS stand bei der Gründung die Unabhängigkeit vom Atomstrom (und in derem Fall EnBW) im Vordergrund und dass kein Pfennig mehr in die Atomwirtschaft fließt. EEG und sowas gabs damals noch nicht, auch keine Trennung von Netz und Vertrieb. D.h. mit der Netzübernahme haben sie in Schönau auch die Kunden von EnBW übernommen.(letztendlich als Bürgerinitiative).
Denen "Verarsche" vorzuwerfen, geht einfach an der Sache vorbei.

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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon ElCattivo » 12.01.2011, 09:36

ManfredausR hat geschrieben:Bei EWS stand bei der Gründung die Unabhängigkeit vom Atomstrom (und in derem Fall EnBW) im Vordergrund und dass kein Pfennig mehr in die Atomwirtschaft fließt. EEG und sowas gabs damals noch nicht, auch keine Trennung von Netz und Vertrieb. D.h. mit der Netzübernahme haben sie in Schönau auch die Kunden von EnBW übernommen.(letztendlich als Bürgerinitiative).
Denen "Verarsche" vorzuwerfen, geht einfach an der Sache vorbei.

Alles sehr löblich. Will ich auch gar nichts gegen sagen.
Dieses Zertifikatesystem halte ich dennoch für "Verarsche", um mal bei dem Wort zu bleiben. Der Vorwurf geht auch weniger an EWS und all die anderen, die es ja vielleicht sogar gut meinten, als sie sich das haben aufschwatzen lassen. Die Profiteure dieses Unsinns sind Verbund Österreich, Statkraft und wie sie alle heißen. Die kommen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf, seit sie entdeckt haben, wie man den guten Deutschen ein grünes Gewissen verkaufen kann, ohne selbst irgendwelche Kosten zu haben.
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon ElCattivo » 12.01.2011, 10:49

Wer es ganz genau wissen will (und 945 € netto übrig hat), kann sich hier über das Grünstromprivileg schlau machen: http://www.innovation-congress.de/Veranstaltungen/Veranstaltungsuebersicht/EEG-Umlage_2011/Auswirkungen_und_Handlungsopti_Vertrieb.html
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon batome » 12.01.2011, 15:01

Mit "Ökostrom" aus Norwegen (wie zB. bei EWS) hätte ich ebenfalls ein Problem, solange wir keine HGÜ nach Norwegen (mit ausreichender Kapazität) haben. Momentan ist es schlecht möglich, dass der Wasserkraftstrom aus Norwegen hier tatsächlich eingespeist wird. Deswegen würde ich momentan zu Greenpeace Energy oder Naturstrom tendieren. Naturstrom (dort bin ich noch Kunde) kann aber die zeitgleiche Einspeisung nicht wirklich garantieren (siehe TÜV Zertifikat*, die zeitgleiche Einspeisung ist dort nicht aufgeführt). Greenpeace Energy hat aus meiner Sicht das beste und schlüssigste Konzept und versuchen auch eine eigene Stromversorgung aufzubauen**, aber bisher stammt der Strom halt doch zu 99% aus österreichischen Wasserkraftwerken.

*http://www.naturstrom.de/?id=993

**http://www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau/konzept.html
http://www.greenpeace-energy.de/oekostrom/strommarkt.html
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon ManfredausR » 13.01.2011, 02:29

Im
Programmdes von ElCattivo "empfohlenen Seminars für wen und in welcher Intention diese veranstaltung geht:
Die EEG?Umlage wird für das Jahr 2011 auf
3,53 Cent/kWh ansteigen. Dieser Sprung bedeutet eine
deutliche Erhöhung der Strombeschaffungskosten und
stellt den Stromvertrieb vor eine große wettbewerbliche
Herausforderung. Es stellt sich daher die Frage, wie die
EEG-Umlage rechtssicher und möglichst ohne Risiken
für den Kundenbestand weiter- gegeben werden kann.

In bestimmten Fällen bieten sich zudem
Handlungsoptionen, die zu einer vollständigen
Befreiung von der EEG?Umlage führen.
Daher hat die
Innovation Congress GmbH ein Seminar entwickelt,
das die rechtlichen Auswirkungen der erhöhten EEG-
Umlage veranschaulicht und Lösungsansätze für die
vertriebliche Praxis von Stadtwerken und EVU aufzeigt.

Stadtwerke sind nicht per se die Guten, z.B. München (wenn ich mich nicht irre) ist an einem AKW beteiligt, bei vielen anderen Stadtwerken hängen die 4 EVUs mit drin.
Es geht hier nicht um irgendwelchen Kleckerkram aus Österreich oder Norwegen (ist wohl sowieso nicht EEG-fähig), sondern um die ganz große "Verarsche" durch die AKW-Betreiber.
Das zeigt auch einer der Programmpunkte:
Besondere Vertragsmodelle –
Ausgründung von Grünstrom-Tochterunternehmen,
Beistellung von Grünstrom

Wer sich nicht hinters Licht führen lassen will, interessiert sich mehr dafür, wo sein Geld hinfließt. Wer das Geld hat, hat die Macht, noch haben wir es.

mfg
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon ElCattivo » 20.01.2011, 14:13

Der heute veröffentlichte Vorschlag des BMU würde das Problem mit dem Grünstromprivileg in der Tat massiv reduzieren: http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/46936.php
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon cephalotus » 21.01.2011, 10:26

ElCattivo hat geschrieben:Der heute veröffentlichte Vorschlag des BMU würde das Problem mit dem Grünstromprivileg in der Tat massiv reduzieren: http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/46936.php


Obwohl das mich auch "trifft" halte ich das für eine gute Idee, denn es kannnicht sein, dass die EEG Umlage von immer weniger Verbraucher zu tragen ist. Ein gewisser Bonus ist evtl ok, alledings finde ich die Bedingung, dass nur 50% EEG Strom sein muss recht lax. Warum nicht 66% oder 75%?

Als Kunde erwarte ich nicht, dass "Grünstrom" billiger ist als der aus AKW und Kohlekraftwerken, sondern bin bereit, hier einen Aufpreis zu bezahlen.

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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon abxy » 21.01.2011, 11:10

Ueber die Bedingungen laesst es sich sicherlich streiten, aber das Prinzip ist doch eigentlich sehr sinnvoll. Insofern ist die Aenderung des Gruenstromprivilegs imho ein Schritt in die falsche Richtung. Nicht der Preis sollte limitiert werden, sondern die Bedingungen verschaerft.

Das Ziel des EEGs ist doch moeglichst viel, zuverlaessigen Oekostrom zu produzieren zu vernuenftigen Preisen und nicht einer Branche durch garantierte Gewinne zu einer Blase zu verhelfen. Wenn es der Markt also selbst schaffen wuerde selbst auf 100% EE-Strom zu kommen braeuchte man die Subventionierung des EEG nicht und es waere Volkswirtschaftlich besser. (Ich glaube allerdings nicht das das der Fall sein wird, also wird die EEG Verguetung nach wie vor noetig sein)

Insofern ist es doch nur fair, wenn die die selbst die Kosten fuer ihren Oekostrom uebernehmen nicht auch noch zusaetzlich die Kosten fuer andere Leute Oekostrom zahlen muessen.

Ich denke auch nicht das das Ganze bislang so ein grosses Problem ist. So viel selbst vermarkteten EEG Strom gibt es einfach noch nicht das eine groessere Menge unter das Gruenstromprivileg fallen koennten. (Hat jemand Zahlen wieviel Prozent der gesammtdeutschen Strom aus selbst vermarktetem EEG stammen?)

Das sieht man ja bereits daran das selbst Firmen wie Greenpeace das Gruenstromprivileg nicht verwenden und auch sonst kaum ein Oekostrom-anbieter auch nur die derzeitigen recht laxen Bedingungen schaft.

Wenn es also tatsaechlich zu einem Problem werden sollte, sollte man lieber die Bedingungen verschaerfen. Mehr als 50% und vor allem zeitgleiche und nicht nur mengengleiche Einspeisung verlangen. Dann wuerde sich das Problem wieder ganz schnell von selbst loesen.
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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon gruennetz » 21.01.2011, 19:13

Schade, dass die Vergütung des Selbstvervbrauchs bei PV nicht zusätzlich jedes Jahr um die EEG Umlage verringert wird. So würde hier wenigstens auch derjenige, der Geld von der Allgemeinheit zieht, auf der anderen Seite anteilig belastet.

Gruß

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Re: Grünstromprivileg - eine Gefahr für die Photovoltaik

Beitragvon Montio » 24.01.2011, 10:35

gruennetz hat geschrieben:Schade, dass die Vergütung des Selbstvervbrauchs bei PV nicht zusätzlich jedes Jahr um die EEG Umlage verringert wird. So würde hier wenigstens auch derjenige, der Geld von der Allgemeinheit zieht, auf der anderen Seite anteilig belastet.

Gruß

Gruennetz

Sehr richtig, ich ergänze noch:
Auch die Stromsteuer, der Netzausbau und die Kosten für KWK sind Aufgaben die Solidarisch finanziert werden sollten.
Gruß Montio
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