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Moderator: Mod-Team
von EMS_INSANE » 19.06.2012, 23:15
Hi. Durch die ständig steigenden Strompreise werden m.E. in Zukunft immer mehr Anlagen für den EV gebaut. ( Strompreis bei uns seit 01.06.201, Eon: 24,66 Cent + 99,96€ Grundgebühr incl. MwSt ) Dadurch ( und durch Energiesparmaßnahmen derer, die keine PV errichten können ) wird die Strommenge, auf die sich die EEG-Umlage aufteilt, sinken. Bei gleichbleibenden ( oder steigenden ) EEG-Gesamtkosten muss ja dann die Umlage pro kWh steigen, wenn die Strommenge sinkt. Somit steigt der Strompreis, und je höher die Strompreise desto interessanter wird wiederum eine Anlage für EV ... Das wird eine richtig böse Abwärtsspirale und das Netz wird dann nur noch für die Überschüsse ge ( miss ) braucht ... was den G4 dann wohl das Genick brechen wird ... Bei überwiegendem EV könnte man die Anlage sogar aufgeständert in den Garten stellen und bräuchte nicht mal ein entsprechendes Dach ... Damit liesen sich dann auch kWp-Preise von ~1000,-€ realisieren, bei 1000kWh/kWp wären das ( ganz einfach gerechnet ) 5 Cent Stromgestehungskosten ( auf 20 Jahre gesehen ... ) Was meint Ihr zu dieser Theorie So long Insane
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von JayM » 19.06.2012, 23:28
Hallo insane, sicher verstärkt dieser Effekt was sowieso im langfristigen Trend passiert, erneuerbare werden billiger während fossile Brennstoffe langfristig teurer werden. Allerdings muß man auch bedenken, dass von den 24+ c/kWh nur ca. ein Viertel tatsächlich mit Stromgestehungskosten zu tun hat, der Rest sind politisch gewollte und kontrollierte Steuern, Abgaben und Umlagen. Nichts einfacher als diese auch für eingespeisten PV Strom einzuführen. Oder die Versorgung aus dem öffentlichen Netz vermehrt aus einer Leistungsabgabe für die Bereitstellung der Möglichkeit des Strombezugs zu finanzieren, und den Arbeitspreis pro kWh runterzusetzen.
Am Ende bleibt es also noch für eine sehr lange Zeit einfach ein politische Entscheidung ob sich Erneuerbare im Vergleich mit Netzstrom lohnen. Das ändert sich fundamental erst, wenn eine komplette Eigenversorgung ohne Netzanschluß finanziell tragbar wird.
Soweit die Theorie. In der Praxis werden wir mMn noch sehr lange politische Unterstützung für Erneuerbare haben, und somit spielt die Dynamik, die Du beschreibst, sicher eine zunehmende Rolle.
Gruß Jochen
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von Cruso » 19.06.2012, 23:52
Die G4 müssten alles tun, damit der Strompreis nicht steigt z.B. Leitungsbau verhindern, vermeiden Ihre Berechnen haben vermutlich ergeben, ein Großteil der Bevölkerung kann den Preissteigerungen halt nicht ausweichen. Ich sehe es so, mit steigendem Strompreisen steigen weitere Marktteilnehmer ein, insbesondere sollte es diversen Marktteilnehmern gelingen die Netzgebühren zu umgehen (deshalb wird da auch sicher noch was kommen). Mieter haben nicht die Möglichkeit selbst eine PV Anlage zu errichten, allerdings kann es der Vermieter tun (lohnt sich bei kleinen Objekten sicherlich nicht, umso mehr jedoch, sofern noch Wärme und Kälte aus PV Strom verkauft werden kann) Die G4 haben auch keine Möglichkeit das Rad zurückdrehen, ein größerer Ausbau der Netze erhöht weiter die Umlage. Stromversorger welcher auf dieses Netz bzw. Strom aus diesen Netz verzichten können stehen günstiger da. Da werden diverse Stadtwerke den Vorteil der späten Geburt haben. Eine Wirtschaftskrise kann da noch das übrige tun. Vor allem sind die G4 große Kolosse mit festgefahrenen Strukturen und mit zum Teil Investoren im Hintergrund, welche das Geschäft nicht erleichtern. Bei 50 GW installierter PV Leistung sind auch diverse Netze nicht mehr in der Form nötig, insbesondere falls endlich einmal diverse größere Gebäude etc. mit BHKW ausgestattet sind und Wind im Süden hinzukommt. Auch darf man sich sicher sein, die Nachbarn Deutschlands werden auch zubauen (was wäre wohl los, sofern man in Italien gleich günstig an Kredite kommt wie in Deutschland) Die Investoren haben u.a. auch RWE Atom verboten. Nebenbei, was nicht alles Hr. Rösler passiert, scheinbar meinte er oder sein Fahrer in Amerika parkt man so einfach in einem Parkverbot. http://nachrichten.t-online.de/philipp- ... 3990/index
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von Bastel » 20.06.2012, 08:02
JayM hat geschrieben:Am Ende bleibt es also noch für eine sehr lange Zeit einfach ein politische Entscheidung ob sich Erneuerbare im Vergleich mit Netzstrom lohnen. Das ändert sich fundamental erst, wenn eine komplette Eigenversorgung ohne Netzanschluß finanziell tragbar wird.
Was bitte ist denn Netzstrom? > 99% der Erneuerbaren in DE sind netzgekoppelt und damit ebenfalls Netzstrom. Und zurück in die Steinzeit, wo jeder sein Holz selber hackte und seinen Strom selbst und nur für sich erzeugte, das will man doch nicht wirklich oder? Energienetze haben gewaltige Vorteile, auch und gerade im Hinblick auf Eneuerbare. Die (Übertragungs-) Netze gehören übrigens gar nicht mehr den G4, außer ein bisschen noch in BW. Da nutzt es also wenig auf den G4 rumzuhacken, wenigstens nicht wegen der Übertragungsnetze und dem Netzausbau. In diesem Zusammenhang ist doch ein Effekt interessant: Mit steigendem EE-Anteil steigt (bisher) auch die Umlage. Gleichzeitig sind letztlich die Großhandelspreise massiv gefallen, was auch am soliden Angebot der EE liegt, vor allem tagsüber, wo teurer Spitzenstrom verdrängt wird. Hier wird der Merit-Order-Effekt glasklar sichtbar. Die Kosten der EE, also die Umlage, treffen den Normalverbraucher in voller Höhe. Gleichzeitig werden sinkende Großhandelspreise im Prinzip gar nicht weitergegeben. Bei der energieintensiven Industrie verhält es sich genau anders herum: Von der EEG Umlage sind diese in der Regel befreit, zudem profitieren sie eher von sinkenden Großhandelspreisen. Es ist ein Dilemma: je mehr EE zugebaut werden, desto teurer wird mittelfristig der Strompreis für Privat, und billiger für die Industrie. Bastel
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von hpt » 20.06.2012, 10:05
Bastel hat geschrieben:... Es ist ein Dilemma: je mehr EE zugebaut werden, desto teurer wird mittelfristig der Strompreis für Privat, und billiger für die Industrie.
ja, so ist es, und, wie Du im 1. Post geschrieben hast 'Somit steigt der Strompreis, und je höher die Strompreise desto interessanter wird wiederum eine Anlage für EV' gilt eben auch. D.h., alle, die PV installieren und einen erheblichen Anteil ihres Verbrauchs in die sonnige Mittagszeit legen können, gewinnen - Mieter (sowie viele Besitzer von Eigentumswohnungen) verlieren. Volkswirtschaftlich ist auch zu beachten: die dank PV + Wind niedrigen Börsenpreise werden exportiert. Eine tschechische Zeitung hat wohl mal geschrieben 'Sonne über Deutschland verhindert Ausbau von Temelin' (da neue AKWs bei niedrigen Börsenpreisen nicht mehr wirtschaftlich sind). Immerhin, diesen Effekt haben wir. Wieviel % der Nettostromverbrauchs sind eigentlich von welcher Umlage (EEG, KWK-Umlage, Netzentgelte) befreit? Irgendwo habe ich mal pauschal 'ca. 20%' gelesen. Wäre für genauere Infos mit Aufteilung auf die einzelnen 'Umlage-Befreiungs-Arten' dankbar.
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von JayM » 20.06.2012, 12:07
Bastel hat geschrieben:JayM hat geschrieben:Am Ende bleibt es also noch für eine sehr lange Zeit einfach ein politische Entscheidung ob sich Erneuerbare im Vergleich mit Netzstrom lohnen. Das ändert sich fundamental erst, wenn eine komplette Eigenversorgung ohne Netzanschluß finanziell tragbar wird.
Was bitte ist denn Netzstrom? > 99% der Erneuerbaren in DE sind netzgekoppelt und damit ebenfalls Netzstrom.
Vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Mit Netzstrom meinte ich die Strommenge, die ein Verbraucher aus dem Netz zieht gegenüber der Menge, die er selbst herstellt und sofort verbraucht. Der Vergleich den ich meinte ist Preis für Strom vom EVU (Netzstrom) vs. Kosten für Strom im zeitgleichen Eigenverbrauch. Und zurück in die Steinzeit, wo jeder sein Holz selber hackte und seinen Strom selbst und nur für sich erzeugte, das will man doch nicht wirklich oder? Energienetze haben gewaltige Vorteile, auch und gerade im Hinblick auf Eneuerbare.
Das meinte ich auch nicht. Aber erst wenn man sich notfalls vom Netz trennen kann endet die Macht der Politik dem selbst erzeugten Strom Steuern und Abgaben aufzubürden. Ich glaube nicht, dass sich viele Leute autark versorgen werden, aber die Situation wo das möglich ist stellt eine Preisgrenze für Strom aus dem Netz dar. Die (Übertragungs-) Netze gehören übrigens gar nicht mehr den G4, außer ein bisschen noch in BW. Da nutzt es also wenig auf den G4 rumzuhacken, wenigstens nicht wegen der Übertragungsnetze und dem Netzausbau.
Da mußt Du jetzt aber wen anders anschauen. Es ist ein Dilemma: je mehr EE zugebaut werden, desto teurer wird mittelfristig der Strompreis für Privat, und billiger für die Industrie.
Dieses Dilemma ist nicht naturgegeben, sondern von der Politik so gewollt. Wahlen in 2013 geben den Bürgern die Möglichkeit andere Akzente zu setzen. Gruß Jochen
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von JayM » 20.06.2012, 12:13
hpt hat geschrieben:Wieviel % der Nettostromverbrauchs sind eigentlich von welcher Umlage (EEG, KWK-Umlage, Netzentgelte) befreit? Irgendwo habe ich mal pauschal 'ca. 20%' gelesen. Wäre für genauere Infos mit Aufteilung auf die einzelnen 'Umlage-Befreiungs-Arten' dankbar.
Diese Studie gibt einen Überblick über Vergünstigungen der Industrie beim Strompreis, wenn auch nicht genau in der Aufteilung, die Du willst: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/energie/2012-FOES-IZES-Verguenstigungen-Industrie.pdfAuf Seite 4 Punkt 4 heißt es: Im Jahr 2011 machten die privilegierten Letztverbraucher etwa 15,5 Prozent des Letztverbrauchs aus, ihr Anteil an der EEG-Umlage beträgt aber nur circa 0,3 Prozent (IZES 2011a, BNA 2011d).
Im Gesamtfazit heißt es über die gesamten Vergünstigungen: Die Privilegien haben aktuell einen finanziellen Umfang von rund 9 Milliarden Euro pro Jahr. Selbe Größenordnung wie die EEG Umlage. Gruß Jochen
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von hpt » 20.06.2012, 14:41
danke, @JayM ! Ist ja komplexer als ich dachte....
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