Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon GAST » 02.03.2012, 18:58

V_Strom111 hat geschrieben:Das ist alles vergebene Liebesmüh! Solche Leute sind wie randvolle Behälter, da geht nichts mehr rein. Die müssen erst mal ein paar Tonnen ihrer negativen Gedanken und veralteten Vorstellungen über Bord werfen um Platz für neues zu schaffen. :wink:


Wobei man Glück haben könnte und beim einfüllen von neuem Wissen alter Krempel überläuft und dann was vom neuen im "Behälter" bleibt :D

Das Problem ist halt nur wenn der Deckel auf dem Behälter klemmt und man nur alles drüberlaufen lässt :cry:

Gruß
Jörg
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon darwin » 02.03.2012, 19:03

GAST hat geschrieben:
darwin hat geschrieben:Was hindert die Franzosen in 10 Jahren in die EE einzusteigen ? Sind dann alle Sonnigen Plätze besetzt oder alle Küsten belegt ?

In Dtl. hat man bis jetzt 100 Mrd *zusätzlich* bezahlt um 4-5% des Stromes durch PV zuersetzen.

Wieviel würde es die Franzosen heute oder in 10 Jahren kosten ? 10 oder 20 Mrd ?


Falsch, soviel ist in Deutschland noch nicht bezahlt worden....
Im Moment verursachen die EE durch die rechenmodelle etwa 12Millarden €/Jahr für 20% vom Gesammtstrombedarf !!
Würde man die Rechenmodelle nicht so EE-feindlich auslegen, dann wären die Kosten niedriger.

Zudem verkennst du die Tatsache das EE Energie in Form von Sonne, Wind und Wasser keine Rechnung für den "Rohstoff" schreibt...
Die anderen Energieträger schreiben dir aber eine Rechnung....egal ob man Öl, Gas oder Uran benötigt...
Ölpreise: http://www.tecson.de hier kannst du die Preisentwicklung von Rohöl und Heizöl nachvollziehen....ist nicht wirklich preiswerter geworden in den letzten Jahren!!


Keine 100 Mrd ? Das lass mal nicht den Rössler hören, sonst streicht er die bestehenden Vergütungen zusammen - bis jetzt ist es ja noch ein Teil usus, das man nicht rückwirkende kürzt. Das Geld ist weg.

Mhm, bekomme ich keine Rechnung über die 20 % EEG Strom ? Seltsam.

Die Aktuelle Rechnung für den EEG Strom steht in der EEG Bilanz. 4,4 Mrd Einnahmen bei 16 Mrd Ausgaben.

Das es die Deutschen Verbraucher waren die die Entwicklungskosten bezahlt haben ist doch fein.
Nur der Nutzen dieser vorzeitigen Investition ist begrenzt bzw. wandert gerade nach China.

3 GW pro Monat ? Sollten die Franzosen auch hinbekommen - vermutlich aber warten die ab bis der Preis unter 10 Ct/KWh sinkt. In 2 Jahre wären das 72 GW.
Wenn der Preis nicht sinkt, vielleicht finden die Franzosen ja eine andere Möglichkeit Strom zu produzieren, die Deutschen 100 Mrd sind auf jeden Fall weg.

Übrigens eine nette Ergänzung zu den AKWs die ja bekanntlich im Sommer Probleme haben.
darwin
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon GAST » 02.03.2012, 19:15

darwin hat geschrieben:3 GW pro Monat ? Sollten die Franzosen auch hinbekommen - vermutlich aber warten die ab bis der Preis unter 10 Ct/KWh sinkt. In 2 Jahre wären das 72 GW.
Wenn der Preis nicht sinkt, vielleicht finden die Franzosen ja eine andere Möglichkeit Strom zu produzieren, die Deutschen 100 Mrd sind auf jeden Fall weg.

Übrigens eine nette Ergänzung zu den AKWs die ja bekanntlich im Sommer Probleme haben.


Wenn man 3GW...p pro Monat streiken könnte, dann würden die Franzosen das an einem Wochenende hinbekommen....aber 3GWp schaffen die auch in 3-4 Monaten nicht ohne Hilfe aus z.b. Deutschland, dafür fehlen denen einfach die Strukturen, die hier über Jahre geschaffen wurden!!

Übrigens haben die franz. AKW nicht nur im Sommer Probleme, sondern sobald es kälter wird müssen sie auch massiv Strom importieren weil die EIgenproduktion bei weitem nicht reicht!!

Aber ganz wichtig, du hast nochwas vergessen...letztes Jahr haben wir durch eingesparte Primärenergieimporte noch einige Milliarden € eingespart....sollen laut einem Link hier im Forum um die 11 Milliarden € gewesen sein...
Macht dann noch etwa 1Milliarde € die uns die EE gekostet haben....dann schau mal in den Beitrag von Hadl wonach der MOE etwa 2,8 Milliarden in 2010 gespart hat....
Oooohhh Mist....dann haben uns die EE ja glatt ~1,7 Milliarden Gewinn nach Kosten gebracht....in einem Jahr!!

Nix für ungut...ich gönne dir deinen billigen Atomstrom....solange du dir nachher auch ein gelbes Fässchen mit dem schwarzen "Propeller" drauf in den Keller stellst...Wer billig kauft, der zahlt zweimal!

Gruß
Jörg
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon darwin » 02.03.2012, 19:43

GAST hat geschrieben:
darwin hat geschrieben:3 GW pro Monat ? Sollten die Franzosen auch hinbekommen - vermutlich aber warten die ab bis der Preis unter 10 Ct/KWh sinkt. In 2 Jahre wären das 72 GW.
Wenn der Preis nicht sinkt, vielleicht finden die Franzosen ja eine andere Möglichkeit Strom zu produzieren, die Deutschen 100 Mrd sind auf jeden Fall weg.

Übrigens eine nette Ergänzung zu den AKWs die ja bekanntlich im Sommer Probleme haben.


Wenn man 3GW...p pro Monat streiken könnte, dann würden die Franzosen das an einem Wochenende hinbekommen....aber 3GWp schaffen die auch in 3-4 Monaten nicht ohne Hilfe aus z.b. Deutschland, dafür fehlen denen einfach die Strukturen, die hier über Jahre geschaffen wurden!!


Was für Strukturen ? Ein Containerterminal für die China-Module und eine paar Hundert Arbeitskollonnen aus Polen, Ukraine oder sonstwo. PV ist nunja keine Hochtechnologie.
Wenn man es sinnvoll machen will, macht man Großprojekte für die Kapazität, also Freiflächen im x Hektarbereich und Kleinanlagen auf die Dächer .. für eine quasi-Selbstnutzung. 1KWp/Nase.


GAST hat geschrieben:Aber ganz wichtig, du hast nochwas vergessen...letztes Jahr haben wir durch eingesparte Primärenergieimporte noch einige Milliarden € eingespart....sollen laut einem Link hier im Forum um die 11 Milliarden € gewesen sein...
Macht dann noch etwa 1Milliarde € die uns die EE gekostet haben....dann schau mal in den Beitrag von Hadl wonach der MOE etwa 2,8 Milliarden in 2010 gespart hat....
Oooohhh Mist....dann haben uns die EE ja glatt ~1,7 Milliarden Gewinn nach Kosten gebracht....in einem Jahr!!


Verdammt und trotzdem steigt der Strompreis. Warum eigentlich ? Da spart man mit den EE soviel auf dem Papier und trotzdem wirds teuer.
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon Wade » 02.03.2012, 20:04

naja wenn man sich die Gewinner der großen Energieversorger anschaut kann man eftl erahnen wohin so manche Strompreiserhöhung fließt...
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon GAST » 02.03.2012, 23:46

darwin hat geschrieben:
Verdammt und trotzdem steigt der Strompreis. Warum eigentlich ? Da spart man mit den EE soviel auf dem Papier und trotzdem wirds teuer.


Ja, warum steigt denn der Strompreis??
Weil der Kunde zu faul ist seinen Anbieter zu wechseln...
Weil der Kunde bereit ist diesen zu zahlen....
Weil die Anbieter ihre Gewinne maximieren möchten....
.....
und last but ......
Weil die Primärenergiepreise bestimmt nicht sinken werden und diese sind mitverantwortlich für den Strompreis!!

Denk mal drüber nach :wink:

Gruß
Jörg

PS: Wenn die EE wirklich sooooo teuer wären, wie können dann einige "EE-Stromanbieter" preiswerter sein wie die Anbieter vom konventionellen Strom??
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon GAST » 02.03.2012, 23:55

darwin hat geschrieben:
Was für Strukturen ? Ein Containerterminal für die China-Module und eine paar Hundert Arbeitskollonnen aus Polen, Ukraine oder sonstwo. PV ist nunja keine Hochtechnologie.
Wenn man es sinnvoll machen will, macht man Großprojekte für die Kapazität, also Freiflächen im x Hektarbereich und Kleinanlagen auf die Dächer .. für eine quasi-Selbstnutzung. 1KWp/Nase.


Meinst du PV funktioniert so einfach??
Du brauchst erstmal ein paar "mutige" die Investieren und am besten noch Erträge haben die höher sind wie auf dem Papier...
Dann brauchst du ein paar Nachahmer die das bestätigen....
Irgendwann sieht auch jemand der sich nicht dafür interessiert das es funktioniert....und investiert....
Es entsteht ein Forum welches Tips und Hinweise gibt worauf man achten muss....
Die Preise fallen, die Ausbeute steigt weil man weis worauf man achten muss..

Immer mehr interessieren sich für die Ware....

Wenn einmal eine gewisse Grundstruktur vorhanden ist, kann es schnell gehen mit dem Ausbau...die Grundstrukturen bestehen nicht aus dem anliefern von ein paar Modulen, sondern eher in der Kundenaquise, sich einen Ruf aufbauen, ordentliche Arbeit abliefern und faire Preise machen!!

Wenn aber diese Struktur einmal "zerstört" wurde, dann wird es ohne gewisse Anreize so schnell nicht mehr geändert und das System droht zu zerbröseln mit allen folgen...

Gruß
Jörg
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon eweri » 03.03.2012, 00:07

wesozell hat geschrieben:Ein Reaktor befindet sich seit 5 Jahren im Bau.
Konzeptionell sind die Dinger noch 5 bis 10Jahre älter.


Ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, dass wir von fast 0% auf 20% EE in 10 Jahren gekommen sind. Die grossen Vier haben dreizig Jahre Blockade-Politik gefahren und jetzt sehen die plötzlich wozu die Bevölkerung fähig ist.

Ein Umbau des Stromnetzes muss durch die Bevölkerung erfolgen, unsere grossen Vier (sind selbst wenn sie wirklich wollten) viel zu langsam dafür. Allerdings wollen die ja nur ihre Pfründe sichern und den Status Quo fixieren.

Ich kann nur sagen - Deutsche Bürger macht weiter so - der Weg ist richtig.

MfG
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon Reinheit » 03.03.2012, 01:22

Was von interessierter Seite immer wieder gerne verschwiegen wird: Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt nicht nur keine Kosten für Primärenergie, sondern auch keine Entsorgungskosten. Es gibt keine Abfälle, vor allem keine in Form von Sondermüll, und die Module selber kann man gut und sollte man auch recyclen, weil sie wertvolle Rohstoffe enthalten.
Das sieht für andere Energiequellen schon schlechter aus. Fossile Kraftwerke erzeugen feste und gasförmige Verbrennungsrückstände, die der Natur und mittelbar auch den Menschen nicht gut tun, und bei Atomkraftwerken fällt Sondermüll an, der, wenn er radioaktiv ist, nach gängiger Auffassung zehn Halbwertszeiten lang speziell gelagert werden muss (also bis die Strahlung zwar nicht verschwunden, aber bis auf ein Tausendstel abgeklungen ist). Uran 235 z. B. hat eine Halbwertszeit von 703,9 Millionen Jahren. Eine. Das ebenfalls in Atomreaktoren verwendete Plutonium 239 ist da fast ein Schnäppchen mit seinen lächerlichen 24.110 Jahren Halbwertszeit.

@ darwin: würdest Du bitte mal die ungefähren Kosten für die sachgerechte Lagerung und vor allem, wegen der terroristischen Nutzbarkeit, Bewachung der Reaktorabfälle für zehn Halbwertszeiten überschlagen und auf die Strompreise aus diesen Quellen draufschlagen?
Goethes Zauberlehrling läßt grüßen.
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Re: Französischer Atomstrom mal anders betrachtet

Beitragvon Henning_PV » 03.03.2012, 13:00

Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verursacht vermutlich erhebliche, volkswirtschaftliche Kosten, die aber betriebswirtschaftllich und vor allem kurzfristig nicht sichtbar sind.
Begründung:
Eine mir sehr gut bekannter Ingenieur (mit übrigens relativ atomfreudlicher Einstellung sonst hätte er kaum dort gearbeitet) bei einem großen deutschen Elektrokonzern Berechnungen Zur Haltbarkeit von Komponenten für einen finnischen Atommeiler durchgeführt hat, hat mir folgendes versichert: man kann (technisch betrachtet) Laufzeiten nicht über die ursprünglich geplante Laufzeit verlängern, weil bestimmte Komponenten die sich nicht wirtschaftlich auswechseln lassen, über die Dauer an Haltbarkeit verlieren (Versprödung durch Neutronenbeschuß, keine Ahnung ich pserönlich kenne mich da nicht aus). Man kann nun politisch die Laufzeit verlängern, tut damit aber nichts anderes als das Risiko anzuheben das etwas schief geht. Vor allem war er irritiert, dass das ohne Berechnungen gemacht wird, es wird einfach beschlossen - sowas mögen Ingenieure garnicht gerne...
Was sind die Kosten? Es sind Risikokosten die sich erhöhen und dann entweder eintreten oder nicht, das ist Glückspiel. Wenn das ganze versichert wäre, dann würde die Versicherung die Prämie erhöhen, weil das Risiko steigt

Was lernen wir daraus für Frankreich? Ich würde mich freuen, wenn wir Frankreich einen Staatsvertrag anbieten würden mit folgendem Inhalt. Deutschland und Frankreich haften gegenseitig staatsseitig bis zu 500Milliarden Euro für den Fall, dass ein Nuklearunfall auftritt für Schäden auf dem jeweils anderen Staatsgebiet.
Entweder sagt Frankreich - na klar sind unsere Kraftwerke 100% sicher -na dann können sie ja sofort ohne Bedenken unterschreiben. Oder sie sagen - naja, wir wollen nicht unterschreiben - dann bin ich mal auf die Begründung gespannt und vielleicht regt das mal etwas mehr zum Nachdenken an.
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