EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon darwin » 14.04.2012, 07:43

Der Verbund der EEs ist bis zu einem gewissen Grad auf Reserve-Schattenkraftwerke angewiesen. Wie hoch dieser Grad ist hängt vom Betrieb und der Zusammensetzung des EE-Parks ab.

Um eine Vorstellung der Situation zubekommen sollte man sich ein paar *Grunddaten* anschauen. Der Strommix kostet etwa 6-8 ct/KWh wobei *Billig* Braunkohle und AKWs etwa mit 2-3 ct aus der Grundlast gekommen sind (unabhängig von externen Kosten, den diese würde den Preis dann absolut nach oben treiben) Konventionell hat es also den Rest im Mix gebraucht um sicher zu produzieren. Diese Sicherheit also Mittel und Spitzenlastkraftwerke waren absolut für 50-70% der Kosten verantwortlich gewesen.

Ein völlig ungesteuter Ausbau beispielsweise der Windkraft alleine hätte den selben Effekt bei den EEs. Nur das im Moment die Grundlast nicht bei 2 ct, sondern bei 8 ct produziert.
Im Falle der PV ist der Effekt durch die hohen Schwankungen der Tagesmaxleistungen ähnlich, allerdings es durch den Tagesverbrauch/Produktion *verbessert*. Ein Vergleich würde dann auf einem anderen Grundlastmodell beruhen - hier müsste man Grundlast nicht an 24/7 definieren sondern auf eine Anteil an der Gesamtlast im Tagesverlauf. Abgeschriebene PV kann ähnlich den Braunkohlekraftwerke mit 2-3 ct in den Mix eingehen - besser gesagt könnte wenn es einen Mechanismus für die Vergütung gibt. 2 ct PV würde dann in ähnlichen Masstäben, wie die heutigen Grundlastkraftwerke Reservekraftwerke brauchen.

Für die Kosten des 100% EESystem (unter der Annahme, das man die EE-Erzeugnungskosten weiterhin deutlich drücken kann) ist am Ende nur noch der Faktor der Zusammensetzung wichtig. (Selbst wenn sich der Grundlastpreis von heutigen Braunkohle - 2 ct auf die die Windkraftpreise von 8 ct einstellen würde,nur eine + von 6 ct - mit dem Anteil der MWst also von 20 ct/KWh prä EEG auf 26 ct/KWh 100% EEG.

Sehr optimistisch, aber machbar. Man muss den Ausbau der EEs billig machen - Damit sind in erster Linie die Systemkosten gemeint, also Netzausbau und Minimierung der Reservekapazitäten.

Eine Strompreisexplosion ist NICHT zwangsläufig. Es ist von den Weichenstellungen heute abhängig, ob sie eintritt
Die Änderungen im EEG sind auf dieser Intention aufgebaut.

Es wird keine neuen AKWs geben (seit 1989 sind keine mehr ans Netzgegangen, ein absoluteren Ausdruck für den Atomausstieg findet man nicht), Kohle wird teuer und Erdgas unsicherer, wenn man dazu übergehen wird Ölprodukte durch Erdgasbassierte zu ersetzen.
Das Worst-Case Szenario bei einem Scheitern der *Energiewende* wird sein, das 70% EEs, 20% Braunkohle und 10% Import für die Energieversorgung verantwortlich sein werden. Die Kosten bei einer solchen Fiasko wären aber immens.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon CFAR » 14.04.2012, 11:11

darwin hat geschrieben:Das Worst-Case Szenario bei einem Scheitern der *Energiewende* wird sein, das 70% EEs, 20% Braunkohle und 10% Import für die Energieversorgung verantwortlich sein werden. Die Kosten bei einer solchen Fiasko wären aber immens.

Quatsch, die Kosten müssen überhaupt nicht immens sein. Neue Onshorewindkrafträder in guten Lagen produzieren Strom für 5 Ct/kWh. Abgeschriebene auch für weniger. Bei geeigneter Auslegung Wind zu PV kann man sich Saisonspeicher sparen. Gehen wir mal von 80% EE aus und 20% Gas/Import aus. Dann wären es 16% PV, 64% Wind und 20% Rest. PV auf der Freifläche hat in guten Lagen Gestehungskosten von 13 Ct und darunter. Windkraft gibt's für 5 Ct/kWh, allerdings überwiegend im Norden und den Ausgleich von Norden nach Süden gibt's über ne 800 km lange Stromleitung für 2 Ct/kWh übertragenen Strom. Und den Rest erzeugen wir fossil oder kaufen ein für 6 Ct/kWh Nehmen wir auch an, dass die 2Ct auf 80 % des Stroms bezogen werden, was viel zu hoch ist, denn innden Sommermonaten wird der Süden seinen Strom vollständig selbst decken können. Ich komme dann auf Gestehungskosten von 0,16*13+0,64*5+0,2*6+0,8*2=8 Ct.! Dann rechne einen Ct. Gewinn drauf, damit Umsatzrenditen von über 10% erwirtschaftet werden können und man liegt bei 9 Ct/kWh. Im Vergleich zum heutigen Börsenstrompreis sind das etwa 4 Ct Differenz. Führt man eine EE-Quote ein im Strommix, kann man sich für die 60%-Punkte mehr an EEs auch die zusätzliche EE-Umlage sparen. Das heißt, der Aufpreis zu heute läge im Bereich der heutigen Umlage. Gleichzeitig aber könnte die Umlage in 20 Jahren komplett wegfallen und das ist der Zeitraum, in dem das Szenarium umsetzbar ist. Der Unterschied zwischen heute beträgt also lächerliche 0,4 Ct. Vielleicht sogar weniger, denn PV-Strom aus Altanlagen, die aus dem EE-rutschen wird nicht für die Angenommenen 13 Ct ins Netz gespeist, sondern für maximal 5Ct. In 20 Jahren dürften das immerhin 4% des Gesamtstroms sein. Die Differenz wären schon -0,3 Ct. . Weiterhin könnte auch PV noch günstiger werden, oder aber man baut sie überwiegend in Gegenden mit über 1000 kWh/a, dann sind bald auch 10 Ct erreichbar. Schafft man 10% PV für 10 Ct statt 16%, war meine Rechnung noch mal um 0,3 Ct zu hoch. Also, wieso sollte die Energieqende so teuer werden, wenn man's nur richtig macht?

Was ich bei der Rechnung völlig vernachlässigt habe ist, dass die genannten Gestehungskosten für viele Jahre konstant bleiben. Außerdem sind die externen Kosten der fossilen Kraftwerke nicht berücksichtigt. Alles in allem wäre es also höchste Zeit, die Wende mit Volldampf zu starten!
Sorry für die Tippfehler, ich bin (meist) Tabletuser.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon darwin » 14.04.2012, 12:42

Ein Scheitern wird darin bestehen, das Kosten nicht vermieden werden. Das Netze ausgebaut werden müssen und die Langzeitspeicher gebraucht werden weil das Verhältnis nicht passt. Genau dann kommen die 20% Kohle ins Spiel.
Und weil es keine ausreichenden Reserven gibt braucht man den Import.

Natürlich könnte man auch im Vorhinein mit 20% Kohle Anteil rechnen. Es wäre möglich mehr PV unterzubringen, da die Kohle im Winter den Minderertrag ausgleicht. Man spart sich die Offshore-Windkraft und damit die Netze,

Aber das wäre ein anderes Szenario als das 100% EE.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon GAST » 14.04.2012, 13:01

Hallo,
Wieso sollte man das Verhältnis von Wind zu pv nicht schaffen?
Mit den neuen Vergütungssätzen geht man doch in die Richtung das weniger grosse Anlagen gebaut werden und die anderen weniger gefördert werden.
Wind dagegen bekommt nahezu identische Vergütungen, so das sich dieser mehr rechnet ...
Jetzt müssen wir nur noch dazu übergehen das die Bürger verstehen das man WKA braucht wenn man keine AKW haben möchte....und zwar überall im Land....dann sollte es kein Thema sein noch viele GW WEA dazuzubauen und so mehr zum besseren Verhältnis zwischen Wind und pv zu sorgen.
Wenn man dann noch dafür sorgt das mehr WKA im Süden gebaut werden spart man auch bei den Stromnetzen die niemand haben möchte.
Wenn schon Subventionen für neue Kraftwerke, dann bitte für reine schnellstartregelkraftwerke! Und auch nur wenn sie nicht mind. XVLH , ODER max. Y VLH im Jahr haben, wobei Y bei max. 5000VLH liegen dürfte, zudem muss die Geschwindigkeit beim regeln sehr hoch sein sonst gibt's keine Zuschüsse.
AKW fallen dann automatisch hinten rueber....

Gruß
Jörg
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon waschi » 14.04.2012, 13:09

GAST hat geschrieben:Wenn schon Subventionen für neue Kraftwerke, dann bitte für reine schnellstartregelkraftwerke! Und auch nur wenn sie nicht mind. XVLH , ODER max. Y VLH im Jahr haben, wobei Y bei max. 5000VLH liegen dürfte, zudem muss die Geschwindigkeit beim regeln sehr hoch sein sonst gibt's keine Zuschüsse.
AKW fallen dann automatisch hinten rueber....

Gruß
Jörg



Ich finde Subventionen super.

Deutschland finanziert das sicher gerne.

Unsere Bundesangela ein paar mal zum Essen einladen und schon ist der Braten im Rohr.

Auch Vorschläge zur Entsorgung könnten neue Wege schaffen. Warum versteigert man nicht die Brennelemente in Ebay.

"Hallo Schatzi, du strahlst ja heute so!!??? Ja ich habe mir ein Brennelement ersteigert" :twisted: .

Übrigende habe ich noch immer nicht begriffen warum die AKW-betreiber mit Strom absahnen aber die Bürger für die Endlagerung zahlen.
Weiß das jemand (mal ernst gemeint)




waschi hat geschrieben:
GAST hat geschrieben:Wenn schon Subventionen für neue Kraftwerke, dann bitte für reine schnellstartregelkraftwerke! g


So wie Fukushima? Das ist ja durchgestartet ! Oweia. Das muss man nur noch besser regulieren.

Ich wünsche allen Ländern, das den Befürwortern in naher Zeit mal ein AKW hoch geht. Je früher desto besser. Vielleicht wacht man dann doch mal auf!

Deutschland sind AKWs natürlich kein Problem. Hat ja erst ein Minister festgestellt. :evil: Unsere Politiker haben alles fest im Griff!!.

Ausgerechnet da will man sie still legen(hat sie noch nicht)
Zuletzt geändert von waschi am 14.04.2012, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon Sunraven » 14.04.2012, 13:10

Kollektor hat geschrieben: Ich würde sogar Verständnis dafür aufbringen, wenn die G4 Subventionen bekämen um die Energiewende zu beschleunigen. Die können nichts dafür, dass sich die Atom- und Braunkohletechnik überlebt hat, vor Jahrzehnten hat man von Ihnen erwartet eine stabile Stromversorgung aufzubauen mit den damaligen Erkenntnissen und dem damaligen gesellschaftlichen Konsens. ...

Die bekommen die G4, denn nichts anderes sind die Offshore Winkraftanlagen. Die sind teurer als die Windkraft an Land, aber die Kosten spielen keine Rolle, wenn es darum geht, die Stromerzeugung in wenige Hände, statt in die Hände vieler zu legen.
Die G4 haben auch noch auf Atomkraft gesetzt, als es schon lange kein gesellschaftlicher Konsens war. Die haben auch darauf gesetzt, als der Ausstieg schon beschlossen war und zu Recht darauf gehofft, dass geänderte politische Verhältnisse auch da zu einer Änderung führen. So kam es dann auch - und Stadtwerke, die im Vertrauen auf den Ausstieg in flexible Gaskraftwerke investiert haben, hatte plötzlich das Nachsehen.
Fukushima hat denen dann ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich glaube, dass noch nicht einmal die Atomkraftwerksbetreiber noch in Atomkraftwerke investieren wollen. Die sind ja nicht blöd. Das Uran ist schneller zu Ende als alle anderen Brennstoffe http://de.wikipedia.org/wiki/Uran#cite_note-14 - wird zwischen 20 und 200 Jahren angegeben und liegt in politisch brisanten Gegenden.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon darwin » 14.04.2012, 13:11

GAST hat geschrieben:Hallo,
Wieso sollte man das Verhältnis von Wind zu pv nicht schaffen?
Mit den neuen Vergütungssätzen geht man doch in die Richtung das weniger grosse Anlagen gebaut werden und die anderen weniger gefördert werden.
Wind dagegen bekommt nahezu identische Vergütungen, so das sich dieser mehr rechnet ...
Jetzt müssen wir nur noch dazu übergehen das die Bürger verstehen das man WKA braucht wenn man keine AKW haben möchte....und zwar überall im Land....dann sollte es kein Thema sein noch viele GW WEA dazuzubauen und so mehr zum besseren Verhältnis zwischen Wind und pv zu sorgen.


Wieviel Wind möchtest du den Bauen und damit gefragt wieviel PV ?

zu 80 GW Verbrauch bekommt man bei etwa 110 GWpv (11 GW Leistung) und 220 GW Wind (bei 2500 VLh, etwa 70 GW Leistung)
220 GW Wind wäre etwa das 7 fache der Heutigen Leistung, Verdoppel die Leistung der heutigen WKAs (+1% Steigerung pro m Narbenhöhe und setze neben jeden *alten* Windpark 3 neue.

Jepp, es ist eine Frage des WKA ausbaus bzw. der Akzeptanz in der Bevölkerung.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon darwin » 14.04.2012, 13:14

waschi hat geschrieben:Weiß das jemand (mal ernst gemeint)


Frag mal bei Rot-Grün nach, was der Atomkompromiss bedeutet.

Gab es nicht jetzt die Tage die Meldung das 2022 die Haftung der Konzernmütter für ihre Atom-Töchter ausläuft .. bezieht sich auf die Rückstellungen für den Rückbau und die Endlagerung.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon CFAR » 14.04.2012, 13:50

darwin hat geschrieben:

Wieviel Wind möchtest du den Bauen und damit gefragt wieviel PV ?

zu 80 GW Verbrauch bekommt man bei etwa 110 GWpv (11 GW Leistung) und 220 GW Wind (bei 2500 VLh, etwa 70 GW Leistung)
220 GW Wind wäre etwa das 7 fache der Heutigen Leistung, Verdoppel die Leistung der heutigen WKAs (+1% Steigerung pro m Narbenhöhe und setze neben jeden *alten* Windpark 3 neue.

Jepp, es ist eine Frage des WKA ausbaus bzw. der Akzeptanz in der Bevölkerung.

Rechne doch mal mit 64% Wind. Dann braucht man beim heutigen Stromverbrauch und 2500 Volllaststunden 154 GWp Wind. Das ginge locker mit dem heutigen Onshorepotenzial.
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Re: EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Beitragvon darwin » 14.04.2012, 14:28

CFAR hat geschrieben:Rechne doch mal mit 64% Wind. Dann braucht man beim heutigen Stromverbrauch und 2500 Volllaststunden 154 GWp Wind. Das ginge locker mit dem heutigen Onshorepotenzial.


Das ist die 5 fache Leistung von heute ? Unter welchen Randbedingungen kannst du das realisieren - Narbenhöhe, Abstände und Akzeptanz in der Bevölkerung ?
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