Energieszenarien für Energiekonzept

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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon E_T » 31.08.2010, 21:53

Wieviel Speicher bräuchten wir im Land überhaupt, um jetzige Biogasproduktion nicht noch mehr auszuweiten, dafür aber im Regelbetrieb und bei Versechsfachung von Wind und Solar? Sind die Kosten für die x Gigawatt Speicherleistung und Speichermenge höher als das eingesparte Uran/Kohle/Russlandgas?
Ich meine bei den jetzigen Kosten für z.B. Redoxakkus.
Dass diese dann schnell günstiger würden ist mir schon klar.


Mythos Speicher
Es wird argumentiert, man könne überschüssigen Strom speichern. Eine Strategie, wie dies realisiert
werden soll und welche Kosten dabei anfallen, ist noch offen. Kostenangaben basieren regelmäßig auf
täglichen Speicherzyklen. Bei saisonalen Speichern, die im Extremfall nur einmal im Jahr be- bzw. entladen
werden, sieht die ökonomische Betrachtung anders aus. Auch die Kapazitätsfrage ist noch nicht
geklärt. Dazu folgende Gedanken:

Das größte deutsche Pumpspeicherkraftwerk in Goldisthal verfügt über eine Leistung von 1 GW. Seine
Speicherkapazität reicht jedoch nur für 8 Stunden unter Volllast. Die maximal speicherbare Energiemenge
beträgt somit 8 GWh. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit Pumpspeicherkraftwerke mit
einer Leistung von ca. 6 GW.

Unterstellt man näherungsweise eine mittlere Last von 60 GW für den Stromverbrauch in Deutschland,
so werden in einer Woche 60 x 7 x 24 = 10 080 GWh Energie benötigt. D. h., um eine Woche ohne
Wind, ohne PV und ohne konventionelle Kraftwerke zu überstehen, wären 1 260 Pumpspeicherkraftwerke
vom Typ Goldisthal nötig. Abgesehen davon, dass es in Deutschland dafür keine Standorte mehr gibt,
wären die Kosten für eine kWh astronomisch, da die meisten dieser Anlagen nur in wenigen Stunden im
Jahr betrieben würden.
Ein Elektro-Smart oder E-Mini mit einer Reichweite von 200 km und einem Verbrauch von 20 kWh (das
entspricht 2 l Benzin) je 100 km, benötigt eine Batterie, die 40 kWh Energie speichern kann. Um ausreichend
Strom für Deutschland für nur eine Woche zu speichern, sind demnach 250 Mio. dieser Fahrzeuge
erforderlich, wobei diese dann noch keinen Kilometer gefahren sind, sondern nur als Speicher dienen.
Nebenbei bemerkt sind in Deutschland derzeit nur 55 Mio. PKW zugelassen.

Gruß

E_T
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon cephalotus » 31.08.2010, 22:11

E_T hat geschrieben:Mythos Speicher


Bitte die Quelle für den Text benennen, ich bilde mir ein, den in diesem Wortlaut schon mal irgendwo gelesen zu haben.

Zu den Speicherkosten hat sich der sachverständigenrat für Umweltfragen in seiner Stellungnahme vom Mai 2010 detailliert geäußert:

http://www.umweltrat.de/cae/servlet/con ... orgung.pdf

saisonale Speicher sind in Szenarien mit einer Kombination von PV und Wind in Deutschland nicht nötig.

Erwähnenswert ist allerdings, dass auch in dieser Stellungnahme die PV nicht wirtschaftlich konkurrenzfähig gegenüber der Kombination aus Windstrom und Pumpspeicher in Norwegen ist und damit für Deutschland in einem 100% EE Szenario überflüssig wäre.
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon Farmjanny » 31.08.2010, 22:33

batome hat geschrieben:Nehmt doch mal statt den "best case" den einfachen Durchschnitt. Nicht jeder PV-Hersteller hat eine eigene SI-Herstellung. 12% sind auf längere Sicht nicht wirklich realistisch. Energie/Strom wird immer teurer, aber PV immer billiger, so der Tenor hier. Wie soll das gehen? Kostensenkungen durch Massenproduktion werden doch durch höhere Energiekosten bei der Herstellung wieder aufgefressen. Der Siliziumpreis wird auch nicht auf Null sinken, sondern abhängig von den Energiekosten wieder steigen.

Und alle reden von der "Lernkurve" - die geht irgendwann nicht mehr nach unten, sondern immer mehr geradaus. Sonst wärs ja eine "Lerngerade" :wink:
Somit stimme ich batome zu, daß es nicht immer weiter runter geht im Preis.
Leider :cry:
Grüße von der Küste
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon irgendwer » 31.08.2010, 22:40

Seine Speicherkapazität reicht jedoch nur für 8 Stunden unter Volllast. Die maximal speicherbare Energiemenge
beträgt somit 8 GWh.

Oh das ist aber ein goldiges Wasserkraftwerklein...
Die Schweizer Speicherkraftwerke genieren im Winter (wenn die 'flüssigen' Niederschläge in den Alpen praktisch ausbleiben und lediglich das gespeicherte Wasser benutzt werden kann) alleine fast 10'000 GWh:
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00 ... r_id=00769
Und die Norwegischen Wasserkraftwerke 140'000 GWh im Jahr:
http://www.ssb.no/english/subjects/10/0 ... 01-en.html

Bei saisonalen Speichern, die im Extremfall nur einmal im Jahr be- bzw. entladen werden, sieht die ökonomische Betrachtung anders aus.

Die Schweizer Speicherkraftwerke werden übrigens als Tages sowie als saisonale Speicher benutzt und weil Europa leider immer noch zu wenig Wind installiert hat, werden diese täglich betriebenen Speicher über die Wintermonate nahezu komplett geleert (und weil Europa leider immer noch zu wenig PV installiert hat an sonnigen Sommertagen bei hoher Leistung betrieben):
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00 ... r_id=00766

Unterstellt man näherungsweise eine mittlere Last von 60 GW für den Stromverbrauch in Deutschland,
so werden in einer Woche 60 x 7 x 24 = 10 080 GWh Energie benötigt.

Zumindest die an Deutschland angrenzenden Länder und Skandinavien haben bereits weit über 100 GW flexible Wasserkraftsleistung installiert:
http://bit.ly/cGlw1Q
Und die Erhöhung der Leistung (Turbine und Pumpe) wird an vielen Kraftwerken sowieso durchgeführt um von der gewaltigen Europäischen Grundlastkapazität (insbesondere dank Franz. AKWs) sowieso durchgeführt:
http://www.axpo.ch/axpo/de/hydroenergie ... mmern.html

Aber diese Elektrospeicher-Diskussion ist ohnehin ein Witz, solange der erneuerbare Bereich nicht wesentlich stärker ausgebaut ist und der Wärmebereich mit Wärmepumpen elektrifiziert wird. Denn es wird NIEMALS Sinn machen das gesamte Netz auf 100% erneuerbare elektrische Energie umzubauen um dann im Wärmebereich weiterhin auf fast ausschliesslich altertümliche, fossile Heizungen zu setzen.

Und wenn ein wesentlicher Teil des Wärmebereich elektrifiziert worden ist, dann erübrigt sich auch die Speicherdiskussion, da sich Wärmeenergie nun mal günstig über mehrere Tage wenn nicht Wochen speichern lässt.
Haushalte benötigen nun mal viel mehr Wärmeenergie (für Heizung, Bad, Dusche, Waschmaschine, Geschirrspüler, Gefriertruhe etc.) als rein elektrische Energie:
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon irgendwer » 31.08.2010, 22:45

daß es nicht immer weiter runter geht im Preis. Leider :cry:

Nicht weinen: FS ist ja bereits bei $0.76 bzw. €0.60 pro Watt:
http://www.pv-tech.org/news/_a/manufact ... odule_fau/
Ausserdem sind die hohen Kosten der Produktionsanlagen und die Produktivität der Produktionsanlagen preisbestimmend und nicht der Energieverbrauch des Herstellungsprozesses.
Zuletzt geändert von irgendwer am 31.08.2010, 22:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon firestarter » 31.08.2010, 22:48

Der Siliziumpreis wird auch nicht auf Null sinken, sondern abhängig von den Energiekosten wieder steigen.

aber -wie schon von NoDiesel dargelegt-
sinkt der spezifische Energieeinsatz

und richtig,
Herstellungskosten sind nicht gleich Verkauspreise
Dennoch, wird sich hier immer ein Marktpreis bilden
und der war nicht vorrangig durch Energiekosten definiert (Si hat ja auch einen recht geringen stoffeinsatz im fertigen Modul, da ist Alu schon viiiel kritischer) sondern von der Nachfrage.
Die Herstelelr kamen einfach nicht hinterher, da die Anlagenhersteller gar nicht schnell genug ihre eigenen Kapazitäten hochfahren konnten.

Die Gefahr leigt wirklich im Schweinezyklus (und auch die seh ich nicht mehr so extrem)
Wenn z.B. der PV-Zuba sich halbieren würde, sind auf einmal hohe Überkapazitäten....Si preis würde sich den Herstlelungskosten annähern....aber ncihtmehr reichen um Neuinvestitionen zu tätigen
Folge: Modulpreis sinken...soweit bis vor allem andere Märkte an der gridparity kratzen...nachfrage geht hoch, Modulproduktion auch und wieder zu kleine Si-Kapazitäten.
Doch wie gesagt...mittlerweile bin ich auf der Sparte deutlich entspannter

-------------

Speicherthema
...wird für mich deutlich überberwertet, sowohl von den einen
PV+Speicher ist die Rettung
als auch den anderen
...bei EE brauchen wir eintausend-zweihungert-und-so-und-soviel mal Godisthal

Man,
keiner schreit nach 100%EE in 2013 und dass zu 100% D-autark
Es ist ein Prozess, der hier drin ist...und hier gilt es, dass sich Märkte anpassen und das tun sie auch.
Hier gibts sehr viele Aspekte und die Speicherung ist eienr davon, einer, der erst recht spät in nennenswerten Umfang erdorderlich sein wird.

Erstmal ist für EEs noch genug Platz im Netz
...dann, wirds mal Zeit, dass mehr Kraftwerke den Lastfolgebetrieb antreten
...dann brauchen wir nicht vergessen, dass wir zig-GW Koppelstellen ins europäische netz haben, wirkt auch wie ein Speicher
...dann, brauchen wir mal sowas wie ein smartgrid um das Netz für weitere Anwendungen fit zu machen
...dann, hat man vll. auch Anreize, das Biomasse nachfrageorientierter Produziert
...dann, werden wir mit steigenden Strombedarf im Gebäudebereich (WP), aber auch -hoffentlich- flexibleren erzeugern wie BHKWs gezielter auf Netzlasten reagieren können...das wirkt aus Netzsicht auch wie ein Speicher. Und die können sehr schnell und flexibel sein (wenn's nicht gerade Kohle-KWK wie im vorgelegten Szenario ist)
...dann werden wir auch paar Speichermöglichkeiten im Ausland anzapfen können (Skandinavien?)
...dann kann man durch begrenzte Einspeisung erneuerbarer (Abregelung) noch ne Menge reissen,
kenn die Gaußverteilung hier nicht, aber mal als Bsp.. wird im Gebäudebereich über 85% der Jahresheizarbeit mit 50% oder weniger der Leistung erbracht
...dann, ergeben sich ggf. Speichermöglichkeiten im Verkehrssektor durch steigende e-mobiltät
....tja
und dann haben wir auch 2030 schon längst hinter uns gelassen
und dann können wir mal schaun, was sich alles so mittlerweile technisch durchgesetzt hat zu welchen Kosten
und dann können wir auch in nenneswerten Umfang weitere Speicher nutzen
Einladung
zu den (kostenlosen)

7. BHKW-Infotagen
Berlin | 29.10.2011 |Energieforum

mit Ausstellung und Vorträgen

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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon benchfrooser » 01.09.2010, 00:20

NO Diesel hat geschrieben:Zu den Kosten: Wenn man sehr vorsichtig mit nur 8% Kostensenkung kalkuliert, ergeben sich folgende Systemkosten pro kWp:
2011: 2500,00 (bei den Angeboten gibts aktuell schon manche günstigere)
2012: 2300,00
2013: 2116,00
2014: 1946,72
2015: 1790,98
2016: 1647,70


Farmjanny hat geschrieben:Und alle reden von der "Lernkurve" - die geht irgendwann nicht mehr nach unten, sondern immer mehr geradaus. Sonst wärs ja eine "Lerngerade" :wink:
Somit stimme ich batome zu, daß es nicht immer weiter runter geht im Preis.
Leider :cry:

Was anders hat auch keiner behauptet. Jedes Jahr x% weniger ist eine Exponentialfunktion, die eine Kurve bildet.
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon diesonnelacht » 01.09.2010, 07:55

Hallo, hat jemand Lust, sich über die Energieszenarien zu unterhalten? Immer nur PV-Lernkurve langweilt.
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon PV-Berlin » 01.09.2010, 08:22

Schön fand ich die Pressekonferenz Gestern, wo der Wirtschaftsminister von unbedingter Verlängerung sprach und der Umweltminister dies nicht rauslesen wollte und konnte. Ein harmonisches Bild in im Kabinett Merkel.

Die Nachrüstung der KKW mit einem Schutz gegen Flugzeuge soll 1 Mrd. € kosten?

1 t Beton kostet um die 100 € noch etwas Stahl dazu und ein wenig Flechten und das war es doch schon.
Wie kommt man da auf eine solche Summe?

Hat RWE seine Tochter HochTief nicht mehr im Hause?

http://www.haufe.de/immobilien/newsDetails?newsID=1283259167.74

Bei so geringer Verflechtung, können die Rechnungen schon mal durcheinander kommen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Energieszenarien für Energiekonzept

Beitragvon Spekulatius » 01.09.2010, 11:02

diesonnelacht hat geschrieben:Hallo, hat jemand Lust, sich über die Energieszenarien zu unterhalten? Immer nur PV-Lernkurve langweilt.


Willst Du wirklich inhaltlich in diese Szenarien einsteigen, die absichtlich auf die Interessen der grossen Vier zugeschnitten wurden?

Ich denke andere Fragen sind jetzt relevanter:

- Was kann der Einzelne Schlumpf jetzt machen, um sich gegen diese "Szenarien" zu wehren?
- An anti-AKW-Demos teilnehmen (Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin !!!)
- Schwarz/Gelb abstrafen
- Eine zusätzliche PV-Anlage bauen
- Sich auf Kommunalebene mit Wind, Biomasse, und Batterie autark machen

Ich schaue mir diese Schrottstudie nicht mehr an.

Der Spekulatius :mrgreen:
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