EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

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EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon roox » 28.12.2011, 13:20

Obwohl die Onshore-Windkraft erheblich kostengünstiger und einfacher zu realisieren ist, wird die Offshore-Windkraft 2012 noch stärker gefördert.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/0,2828,805951,00.html
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon liselotte » 30.12.2011, 12:05

Hallo roox
Bin derzeit wegen beabsichtigter Beteiligung stark mit Windkraft beschäftigt.
Dein erwähnter Bericht stammt von einem Stromanbieter. ER muss m.E. um Tatsachen ergänzt werden, die in der Physik, Bereich Strömungslehre liegen.

Es stimmt, man kann eine Anlage gleicher Leistung an Land evtl günstiger erstellen.Aber:
-Ich benötige die gleichbe Jahres-Windströmung wie offshore.Das Strömungsprofil ist im Gebirge meist nicht laminar, dh es hat Verwirbelungen, die von der Bodenform der Umgebung abhängen.
Nur sehr hohe Anlagen bieten halbwegs rentable Strömungskanäle. Für diese "langen Kerle" muss für den Transport viel Natur für Jahre zerstört werden. WKA-Hersteller hätten ggf ein anderes Interview gegeben
als ein Stromanbieter. Übrigens: Ich habe beste Meinung gerade von diesem !

Wünsche mir für WKA ein gutes Jahr 2012 , ob im Fels oder Wasser gegründet

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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon eggis » 30.12.2011, 13:20

EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Richtig, das ist als neue Spielwiese für die ehemaligen AKW-Betreiber gedacht, wo sie noch ungestört von lästiger Konkurrenz agieren können. Das hier Hedgefonds mit Renditeerwartungen jenseits der 20-Prozent-Marke investieren, sagt wohl schon alles.
liselotte hat geschrieben:Ich benötige die gleichbe Jahres-Windströmung wie offshore.

Warum? Onshore-WEA erzeugen Strom für 7-10ct/KWh und wirken Kostensenkend auf die EEG Umlagen, da die durchschnittliche Vergütung aller eE´s bei ca. 16,6c/kWh liegt. Wenn nun für Offshore-Strom 19ct/kWh (plus Leitungsausbau und Netzanschlusskosten) gezahlt wird, dann wirkt sich die Vergütung erhöhend auf die Umlage aus. Um aber das Ziel der Bundesregierung beizubehalten, die Umlage nur noch geringfügig ansteigen zu lassen, einzuhalten, muss der Zubau anderer teurer erneuerbarer Energien gedeckelt werden, wie es aktuell von den Fraktionschefs und dem Wirtschaftsminister bei der Photovoltaik gefordert wird.
liselotte hat geschrieben: Für diese "langen Kerle" muss für den Transport viel Natur für Jahre zerstört werden.

Och komm, das sind doch wieder Horrormächen. Wenn man schon nicht von Verspargelung spricht, dann ist´s auf einmal die zerstörte Natur beim Ausbau. Bei der Offshorewindkraft spricht, man ja auch nicht über die Naturzerstörung beim Aufbau. Man sieht´s ja nicht, weil´s weit draußen ist und zudem noch unter Wasser.
Hast du dir schon mal die Minibiotope unterhalb der Onshore-WEA angeschaut? Auch wenn es nur wenige Quadratmeter um die Masten sind, kann sich hier die Natur frei von menschlichen Einflüssen entwickeln.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon liselotte » 01.01.2012, 11:22

Lieber Kollege Eggis Dies war meine Beitrag und dein Kommentar
liselotte hat geschrieben:Es stimmt, man kann eine Anlage gleicher Leistung an Land evtl günstiger erstellen.Aber:
-Ich benötige die gleichbe Jahres-Windströmung wie offshore.Das Strömungsprofil ist im Gebirge meist nicht laminar, dh es hat Verwirbelungen, die von der Bodenform der Umgebung abhängen.
Nur sehr hohe Anlagen bieten halbwegs rentable Strömungskanäle. Für diese "langen Kerle" muss für den Transport viel Natur für Jahre zerstört werden. WKA-Hersteller hätten ggf ein anderes Interview gegeben
als ein Stromanbieter. Übrigens: Ich habe beste Meinung gerade von diesem !


liselotte hat geschrieben:Och komm, das sind doch wieder Horrormächen. Wenn man schon nicht von Verspargelung spricht, dann ist´s auf einmal die zerstörte Natur beim Ausbau. Bei der Offshorewindkraft spricht, man ja auch nicht über die Naturzerstörung beim Aufbau. Man sieht´s ja nicht, weil´s weit draußen ist und zudem noch unter Wasser.
EGGIS:
Hast du dir schon mal die Minibiotope unterhalb der Onshore-WEA angeschaut? Auch wenn es nur wenige Quadratmeter um die Masten sind, kann sich hier die Natur frei von menschlichen Einflüssen entwickeln.

Lieber Kollege
- Was war an der strömungstechnischen Betrachtung bei einer 2 MW WKA in Süddeutschland auf einer bewaldeten Bergkuppe oberhalb 800 m falsch ?
- Bei besagtem Projekt würden Wege-Bau und grössere Rodung für Transport und Kabeltrasse notwendig. (noch Planung).Ich rate Dir die "paar Quadratmeter" mal nach IB solcher Anlagen zu betrachten.

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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon energyturnaround » 01.01.2012, 14:08

- der theoretische Vorteil von offshore (kein Flächenverbrauch/ keine Verspargelung in Sichtweite/keine Abholzung) wird anscheinend mehr als aufgewogen, dass der Bau sehr teuer ist, dass die Wartung viel teurer ist, dass der Strom einen weiten Weg hat (in Hessen kommen vielleicht noch 90% des produzierten Stroms an), dass Projekte sehr finanzaufwendig sind und so weniger Konkurrenz zulassen, dass dazu noch die Kosten für den Netzanschluss dazukommen

Für offshore-Windkraft muss man nach EEG doppelt so viel ausgeben wie für onshore und dabei sind Leitungsverluste und Kosten für den Netzanschluss noch gar nicht berücksichtigt. Und wenn die EEG Vergütung den Kosten entspricht, dann zeigt es, dass es offshore insgesamt wesentlich weniger effektiv ist als onshore.


- Und die paar Bäume, die dann mal gefällt werden müssen (und das für eine sinnvolle und alternativarme Sache), kann man zur Not ja anderswo doppelt so viele Bäume auf einer Ausgleichsfläche wieder aufforsten. In Brasilien wird jedes Jahr ein deutsches Bundesland gerodet und wir sollen uns Gedanken machen über die 10 Bäume die evt. für eine 3 MW Anlage draufgehen? Woanders wieder aufforsten und gut ist!
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon Cruso » 01.01.2012, 15:11

Obwohl die Onshore-Windkraft erheblich kostengünstiger und einfacher zu realisieren ist, wird die Offshore-Windkraft 2012 noch stärker gefördert


Und denen springt PV in den nächsten Jahren ordentlich ins Gehege.
Sobald man erkennt, dass die unmittelbar beim Verbraucher angesiedelte Photovoltaik kostengünstiger und viel wartungsärmer ist, bleibt halt nur noch ein Argument. Offshore hat eine sehr hohe (fast ganztägige) Verfügbarkeit.

Deshalb muss ja unbedingt der Deckel her sonst kommt ganz schnell die Diskussion, wer reduziert die Leistung.
Fährt euer Windpark im Norden zurück oder muss ich den Solarpark in Kundennähe herunterregeln.
Die Frage beantwortet sich selbst, man weiß ja, wer die Macht über das Netz hat.
Der Deckel erübrigt die Diskussion.
Die Preisentwicklung bei PV und beim Strompreis verbunden mit weiteren Stadtwerksgründungen wird es jedoch richten.
Für viele Kommunen sind Stadtwerke ja Instrumente zur Sanierung des Gesamthaushaltes und deren Lobby ist halt sehr zahlreich und vor allem haben sie direkten Einfluss auf die regionalen Mandatsträger.

Im Süden wird speziell schon von März bis Juni einiges an PV Leistung da sein, es wurde ja - durch den milden Herbst/ Winteranfang - mal wieder ordentlich hinzugebaut.
Solange die Möglichkeit zum Export besteht geht das gut, die Polen haben aber scheinbar schon was dagegen.
Vermutlich putzt die PV in Deutschland einige Drecksschleudern im nahen Ausland weg.
Die Offshore Windparks im Norden werden dies noch verstärken.
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon energyturnaround » 01.01.2012, 16:27

@Cruso:

Nicht böse nehmen, aber als Bayer würde ich dazu "Schmarrn" sagen. PV macht Onshore Konkurrenz? Also im Moment haben wir Onshore ~5-9 Cent/kWh und bis wir mal mit PV da sind dauert es noch ein klein wenig. Und bis wir mit PV dort angekommen sind, wenn wir entweder die Überdimensionierung bzw die Speicher mit einrechnen, um für den Winter vorzusorgen, dann dauert es sicherlich noch "etwas" länger.
Wenn bei uns in Bayern


PV hat wirklich ihre Berechtigung, auch in Deutschland, aber wohl tagsüber im "Nicht-Winter". Im Winter und teils Frühling bzw Herbst ist Windkraft gut und Produktion und Verbrauch passen gut zusammen.
ICH kann nicht sehen, inwieweit PV die Windkraft in DEUTSCHLAND bedroht (immer unter der Annahme einer 100% EE Zukunft, wo nicht nur ein paar Prozent Kohlestrom mit Sonne oder Wind substituiert werden).
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon liselotte » 01.01.2012, 19:10

Hallo Freunde
Wenn alles stimmt, was den 4 grossen unterstellt wird, dann muss es in Baden-Württemberg nun den grossen RUN auf Windkraft geben und die Energiewende vollzieht sich in ungeahntem Tempo.
Der erste grüne Ministerpräsident hat schon die Planungshoheit für WK-standorte neu geregelt und die ENBW hat nun die Politiker und die reg Energieversrger mit mehrheit im Aufsichtsrat.
Ist damit der erse der G4 nun geläutert?. Beobachten wirs mal.

frägt sich
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon energyturnaround » 01.01.2012, 19:24

Naja zumindest tendentiell. Der Ausbau der Windkraft ist natürlich von planungsrechtlichen Bedingungen abhängig. Wurden die in BW schon umgesetzt? Die Akzeptanz bzgl Bürgerproteste muss da sein und natürlich der technische Aspekt, der erst langsam kommenden Schwachwind-WKA. Bayern und BW haben natürlich nicht ganz so gute Voraussetzungen wie Niedersachsen und somit ist es nicht so lukrativ und somit geht der Ausbau dort sicherlich langsamer vonstatten.
Recht + Akzeptanz + Rendite => Ausbau
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Re: EEG-Novelle begünstigt Branchenriesen

Beitragvon Cruso » 01.01.2012, 19:42

@Cruso:

Nicht böse nehmen, aber als Bayer würde ich dazu "Schmarrn" sagen. PV macht Onshore Konkurrenz? Also im Moment haben wir Onshore ~5-9 Cent/kWh und bis wir mal mit PV da sind dauert es noch ein klein wenig. Und bis wir mit PV dort angekommen sind, wenn wir entweder die Überdimensionierung bzw die Speicher mit einrechnen, um für den Winter vorzusorgen, dann dauert es sicherlich noch "etwas" länger.
Wenn bei uns in Bayern


Das habe ich verwirrend geschrieben, PV macht Offshore Konkurrenz (Onshore habe ich nicht gemeint) und zwar nicht nur aus dem Grund wie ein anderer Thread beschreibt, sondern einfach auch, weil Onshore und PV zum Teil vor Ort ihren Platz haben und der Strom nicht noch durch die ganze Republik geleitet werden muss und sich deshalb auch genügend Stadtwerke (auch Neugründungen) dafür interessieren.

Ob sich die Branchenriesen mit den Offshore Anlagen einen Gefallen tun ist für die EnBW auf jedenfall nicht gewiss.
Die EnBW hätte sich zumindest in ihrem Heimatbundesland die Top Standorte sichern sollen, inbesondere nach der Teilübernahme durch die Landesregierung.
In BaWü ist zwar noch nichts gesprochen, man darf aber vermuten, dass die Topstandorte schon längst von anderen Firmen anvisiert sind, welche da schon früher bauen wollten und nicht durften. Mehrere Gemeinden wollen WKA auch in Eigenregie betreiben.
Cruso
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