deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Platz für Kommentare, Anregungen, Informationen oder Neuigkeiten und Aktionen zum energiepolitischen Tagesgeschehen

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon machjafa » 15.03.2011, 15:47

PV-Berlin hat geschrieben: Physik Leistungskurs? Dann sollten sie auch die Grundlagen der Statistik beherrschen. Danach sind die Deutschen KKW eben bei weitem nicht die sichersten der Welt. Die Anzahl und schwere der Störfälle lässt nur einen Schluss zu, wir sind grade eben Mittelmaß. In Japan mussten nach Erdbeben und Störfällen schon Gerichte klären, in wie weit die Sicherheit gewährleistet ist. So ganz "Neu" ist das Thema in Japan nicht.

@PV-Berlin (gerne auch "Sie")
Ich hoffe, dass ich noch ein bischen was über Statistik weiß. Allerdings hat man wohl vergessen, mich auf den Verteiler der Störungsmeldungen zu setzen. Ich muß zugeben, dass ich mich bisher nicht so tief mit Störfällen befaßt habe, nur halt das, was in den Nachrichten kam. Noch weniger habe ich mich mit Störfällen in Japan befaßt. Ich weiß, unverzeihlich, aber nicht mehr zu ändern. :?

open source energy hat geschrieben: Woher nimmst Du die Überzeugung, dass man JETZT NEUE Argumente finden muss?

Irrtum ose, ich habe nirgends geschrieben, dass "man" oder "wir" oder "die" etwas neu finden müssen. Ich habe geschrieben, dass ich für mich die Lage neu beurteilen muß. Nichts anderes! :(

Cruso hat geschrieben:Da weiß keiner was jetzt gilt - scheinbar doch keine Wiederinbetriebnahme???

@Cruso
das liegt vielleicht daran, dass zu viel interpretiert wird? :wink:

VG
Marc
www.rockgrim.de
Benutzeravatar
machjafa
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 845
Registriert: 17.07.2008, 10:24
Wohnort: Südpfalz
PV-Anlage [kWp]: 3,24
Info: Betreiber

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Cruso » 15.03.2011, 16:02

das liegt vielleicht daran, dass zu viel interpretiert wird


Ganz sicher nicht!
Ein Chef der EnBW sollte sich auch entsprechend äußern, scheinbar hat der Herr auch nur begrenzt was zu sagen oder die Reporter hörten nicht richtig hin. Auch wird ja immer die Freiwilligkeit betont (andere Medien merken an, es sei ein Gesetz notwendig).

In der SZ steht was anderes als in der Presseerklärung.
Cruso
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1778
Registriert: 29.07.2010, 23:38
Info: Interessent

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon open source energy » 15.03.2011, 16:17

machjafa hat geschrieben:[

open source energy hat geschrieben: Woher nimmst Du die Überzeugung, dass man JETZT NEUE Argumente finden muss?

Irrtum ose, ich habe nirgends geschrieben, dass "man" oder "wir" oder "die" etwas neu finden müssen. Ich habe geschrieben, dass ich für mich die Lage neu beurteilen muß. Nichts anderes! :(


VG
Marc


Neu bewerten heißt aber auch "alte" Argumente NEU bewerten! Recht bleibt Recht!
Orange Solar GmbH - Ihr TÜV zertifizierter Anbieter von schlüsselfertigen Solaranlagen

elektrisch Mobil - TESLA Roadster 2.5 - elektromobilitaet-f107/eure-e-mobile-t84352.html
Benutzeravatar
open source energy
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 12182
Registriert: 09.08.2010, 12:01
PV-Anlage [kWp]: 1023
Info: Solarteur

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon PV-Berlin » 15.03.2011, 16:32

Selbstverständlich kann jeder KKW Betreiber neue KKW's bauen, keine Frage, wir haben ja Gewerbefreiheit.

Fakt ist, keiner der Deutschen Mailer ist zu 100% aufrüstbar. *Sicherheit
Deshalb würde ich es sehr begrüßen, dass die Betreiber den Nachweis führen, dass sie KKW bauen können.

Natürlich zu den 100% gleichen Bedingungen wie PV Großanlagen, wegen der Wettbewerbsgleichheit.

Fakt ist:
Keine Bank der Welt finanziert das
Kein Rückversicherer der Welt versichert das

Aber selbst wenn, die kWh kostet dann immer noch weit über 22 Cent. Und Rendite gibt es natürlich erst, wenn die Rücklage für Entsorgung und Rückbau aufgefüllt ist.

Kein einziges KKW Projekt weltweit rechnet sich, aber Brüdele & andere Nicht Ökonomen labern dummes Zeug.
Die USA sind pleite, geben aber Bürgschaften für KKW Projekte raus.

Sicherheit ist nur ein Kostenpunkt. KKW sind noch nie rentabel gewesen, wenn man eine Vollkosten Rechnung anstellt.

Brüdele? Wollen wir unseren Kindern neben den Schulden auch noch den Umbau der Energieversorgung aufbürden?

*Mir geht es immer nur ums Geld.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 6635
Registriert: 30.06.2010, 13:27
Wohnort: Berlin
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Sunstegen » 15.03.2011, 16:42

Im Landtag von BW hat Mappus eben die Dauerstilllegung von Neckarwestheim 1 bekannt gegeben.
Falls es jemand interressiert, im SWR (tv) wird der Lantag BW live übertragen.
Gruss
Martin
4,1kwp, 32xSolpowerGM572 , 1x SMA 4000 Dach Süd-5Grad Ost 42 Grad GPS: 47,59/7,58 396müMeer
Sunstegen
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 57
Registriert: 02.06.2010, 20:10
PV-Anlage [kWp]: 4,1
Info: Betreiber

Atomkraftwerke AKW fallen reihenweise aus in Japan

Beitragvon Spekulatius » 15.03.2011, 19:43

+++ Isar 1 wird noch Dienstagabend heruntergefahren +++

+++ Biblis soll ab Freitag vom Netz gehen +++

Ich glaub mein Schwein pfeift

Yes Wiekehn

Der Spekulatius :mrgreen:

EDIT (Mod): :x
Benutzeravatar
Spekulatius
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 4635
Registriert: 12.12.2009, 01:00
Info: Interessent

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Nano » 15.03.2011, 20:26

hallo Spekulatius
ich drück uns die Daumen ,aber alles Wahl-taktische Manöver ,traue keinem unserer Volksvertreter.
Nano
Öfters hier
Öfters hier
 
Beiträge: 14
Registriert: 26.08.2009, 19:40

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon GAST » 15.03.2011, 20:38

Nano hat geschrieben:hallo Spekulatius
ich drück uns die Daumen ,aber alles Wahl-taktische Manöver ,traue keinem unserer Volksvertreter.


Hallo,
ich traue dem "dauerhaft" erst wenn die ersten Arbeiter anfangen die "Innereinen" auseinander zu nehmen und diese dann auf dem "Schrott" landen.
Solange da nichts demontiert wird kann man die Kisten wieder anfahren.

Allerdings muss ich zugeben das ich jetzt von der Kürze der Zeit zwischen bekanntwerden und dem zumindest vorläufigen abfahren der ersten AKW positiv überrascht.
Ich hätte nie gedacht das man noch in dieser Woche damit anfangen wird, schließlich gibt es ja gewisse Lieferverpflichtungen.

Wer jetzt damit kommt das es für BaWü aber teuer wird wenn die EnBW alle AKW abschaltet, der sollte bedenken das es zwar jetzt enorme Umsatzeinbußen geben wird, aber in Zukunft spart man riesige Summen die man sonst für den Rückbau, Zwischenlagerung und Transport zusätzlich hätte ausgeben müssen.

Gruß
Jörg
Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden! H.Schmidt ex Kanzler
EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!
Daheim
http://www.solarbetreiber.de/
Benutzeravatar
GAST
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 4451
Registriert: 05.09.2005, 16:43
Wohnort: Niederrhein
PV-Anlage [kWp]: 8,44
Info: Betreiber

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon PeterQ » 15.03.2011, 21:01

Was mich wahnsinnig aufregt, ist die Tatsache, dass erst das Kind in den Brunnen gefallen sein muss, ehe die Verantwortlichen reagieren. Da wurde jahrzehntelang auf die Riskiken der Kernenergie hingewiesen, und mit Blabla-Argumenten vom Tisch gewischt. Alles wäre sicher.
Nun ist in Japan das Kind in den Brunnen gefallen (Tschernobyl nahm man ja nicht ernst, da die Russen ja sowieso nicht verantwortlich und akkurat arbeiten - Vorurteil ), gibts jetzt den Schwenk um 180 ° (und nach der Wahl weitere 180 ° :evil: )

Ich gehe sogar soweit, die Bundesregierung am Desaster im Japan mitverantwortlich zu zeichnen. Mit ihrer Bagatellisierungspolitik möglicher Gefahren und der Laufzeitverlängerung haben sie allen anderen Kernkraftbetreibenden Staaten - so auch Japan - Auftrieb gegeben, ihre Atompolitik weiterzumachen und nicht zu hinterfragen. So dass der Eindruck entstanden ist, der rot-grüne Ausstiegskompromiss wäre eine Laune der ängstlichen deutschen Seele und wissenschaftlich und technisch nicht irgendwo begründet.

Wäre vor einem halben Jahr die hier auch so bezeichnete Wissenschaftlerin Frau Merkel nach Prüfung aller Fakten auch zu den Ergebnis gekommen, dass die Atomkraft ein risikovoller Irrweg wäre und sie aus ihrer Verantwortung als Kanzlerin die Laufzeiten vielleicht noch gekürzt hätte, dann wäre das auch ein Signal an alle anderen Staaten gewesen.

Und ich darf weiter spekulieren: Vielleicht hätte Japan Fukushima strenger kontrolliert und vielleicht festgestellt, dass der Meiler doch zu alt ist, dann ......

Ok, das ist ein Szenario, was wäre wenn.

Aber ich entbinde die schwarzgeld Regierung nicht von ihrer fatalen Entscheidung zur Laufzeitverlängerung und der Auswirkung auf andere Länder. Und wenn schwarz-geld meint, angesichts der gewaltigen Katastrophe nicht über Atomkraft diskutieren zu wollen (wie es kurz nach dem GAU kundgetan wurde), dann speist sich das auch aus dem schlechten Gewissen ihrer damaligen Fehlentscheidung.

Sonnige Grüße Peter
Benutzeravatar
PeterQ
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 269
Registriert: 03.07.2010, 20:00
PV-Anlage [kWp]: 21
Info: Betreiber

Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Nano » 15.03.2011, 21:31

Hallo
wir sollten ernsthaft über einen Volksendcheid nachdenken, sachlich ohne Emotionen.wo soll die Reise Hin gehen?
Nano
Öfters hier
Öfters hier
 
Beiträge: 14
Registriert: 26.08.2009, 19:40

VorherigeNächste

Zurück zu Energiepolitik



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste