deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon hadl » 16.03.2011, 18:06

open source energy hat geschrieben:Der Chef des Atomforums hat gerade den MOE falsch bei Maischberger beschrieben. Keiner ist in diesem Thema auf die dämpfende Wirkung der EE eingegangen. Nur ACHTUNG JETZT STEIGEN DIE KOSTEN!! DAS MUSS MAN SAGEN



Als es um küftige Strompreise ging, hat er sinngemäß gesagt, als Ersatz für die abgeschalteten AKW,s müssen wir Strom zukaufen, der dann durch den Merit Order Effekt die Preise erhöht.
Endweder man will uns wieder was vorgaugeln, oder er hat den MO Effekt tatsächlich nicht verstanden.
Den preisdämpfenden EEG Strom hat er mit keinem Wort erwähnt. Leider hat ihm keiner widersprochen.
Richtig wäre gewesen, wenn er gesagt hätte, wir müssen unsere Kraftwerke zu Spitzenlatzeiten nicht mehr so oft runterregeln. Wie das in 2 oder 3 Wintermonaten, mit überwiegend Windstrom, zum "Nulltarif" wird, müssen wir erst einmal abwarten. Hätte aber nicht in seine "Negativbetrachtung" gepasst.

Gruß Hadl
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon hadl » 16.03.2011, 18:20

Habe ich gerade bei H.J.Fell gefunden.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Heute fand im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages eine Berichterstattung und Befragung der Bundesregierung zu der Atomkatastrophe in Japan sowie den Folgen für die deutsche Atompolitik statt.

Wer auf eine glaubwürdige Wende in der Atompolitik der Bundesregierung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Verantwortlicher Beamter für die Sicherheitsüberprüfung der Atomkraftwerke ist und bleibt der umstrittene Ex-Atommanager Hennenhöfer, der nach Jahren der Lobbyarbeit für die Atomkonzerne Abteilungsleiter unter Röttgen wurde.

Auch hält das Bundesumweltministerium an dem 30-Jahre alten kerntechnischen Regelwerk fest. Das von Jürgen Trittin auf den Weg gebrachte neuere und mit höheren Sicherheitsauflagen versehene kerntechnische Regelwerk wird von der Bundesregierung nicht im Gesetzesanzeiger veröffentlicht und wird daher auch nicht wirksam.

Die Glaubwürdigkeit des Moratoriums hat daher bereits jetzt tiefe Risse. Abteilungsleiter Hennenhöfer hat auch noch in einem weiteren Punkt gezeigt, dass er vor allem für die Interessen der Atomkonzerne da ist. Der umstrittene plutoniumhaltige MOX-Brennstoff (Mischoxid) soll in Deutschland weiter eingesetzt werden. Dabei ist es genau dieser, der die Bewohnbarkeit im Umkreis des Japanischen Kraftwerks bedroht.

Enttäuschend war auch das Auftreten des japanischen Botschafters, der die ehrliche Anteilnahme sämtlicher Bundestagsfraktionen entgegen nehmen durfte. Bezüglich des aktuellen Standes der Atomkraftwerke versuchte dieser zu beruhigen, indem er sagte, dass Japan sämtliche technischen Mittel inne habe, um die Situation zu beherrschen. Das widerspricht jedoch allen aktuellen unabhängigen Meldungen aus Japan, da die hohe Strahlenbelastung einen Aufenthalt von Menschen im direkten Umfeld des Kraftwerkes verbietet.


Berlin, den 16.03.2011

Ihr Hans-Josef Fell MdB
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon ManfredausR » 16.03.2011, 19:43

hadl hat geschrieben:Den preisdämpfenden EEG Strom hat er mit keinem Wort erwähnt.


Es ist doch noch schöner:
Je teurer der Strom wird, desto geringer ist die EEG-Umlage (in ct/kWh).

Wenn die Regierung ihr Ziel, diese zu begrenzen, effizient umsetzen will, schaltet sie am besten alle AKW ab, dann wird der Strom noch teurer, die Kohlemeiler mit dazu, ... und wenn wir dann nur noch PV haben, ist der Strom zwar teuer, aber die Umlage = 0 !

Wer hat sich diese schwachsinnige Art der Beurteilung eigentlich einfallen lassen?

Gruß
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Montio » 16.03.2011, 20:06

ManfredausR hat geschrieben:
hadl hat geschrieben:Den preisdämpfenden EEG Strom hat er mit keinem Wort erwähnt.

Es ist doch noch schöner:
Je teurer der Strom wird, desto geringer ist die EEG-Umlage (in ct/kWh).
Wenn die Regierung ihr Ziel, diese zu begrenzen, effizient umsetzen will, schaltet sie am besten alle AKW ab, dann wird der Strom noch teurer, die Kohlemeiler mit dazu, ... und wenn wir dann nur noch PV haben, ist der Strom zwar teuer, aber die Umlage = 0 !


Noch besser kommt es, wenn der Strompreis die Umlage übersteigt. Das landet dann alles auf dem Umlagekonto, die Verbraucher bekommen am Jahresende bares Geld zurück! Ab einem Strompreis von 18 ct/kWh bekommt der Verbraucher den Onshore-Wind umsonst!

In freudiger Erwartung
Gruß Montio
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon eggis » 16.03.2011, 20:22

Herr Fondel hat gesagt, dass nun die Stompreise um 3ct/kWh steigen werden. Leider wird er nicht den Umlageentlastenen Börsenpreis meinen, sondern die Gewinnaufschläge auf den Verbraucherpreis. Irgendwo müssen die fehlenden Gewinne ja wieder eingefahren werden.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Cruso » 16.03.2011, 20:39

Irgendwo müssen die fehlenden Gewinne ja wieder eingefahren werden


Das ist eher untertrieben.
Die EnBW kann bezüglich des Gewinnes dauerhaft nicht auf mehrere Kraftwerke verzichten. Außer man nimmt ziemlich heftige Umstrukturierungen und Einschnitte in Kauf.
Die Eigner der EnBW Landkreise, Städte und das Land BaWÜ benötigen die Gewinne.
Das Land Baden-Württemberg könnte so überspitzt sogar genötigt sein, die Raten (für den EnBW-Einkauf aus einem anderen Topf zu bezahlen.

Auf Neckarwestheim I verzichtet die EnBW ja schon dauerhaft sicher.
Längerfristig auf ein bis zwei weitere Atomkraftwerke zu verzichten, wird jedoch für die EnBW sehr schwierig sein.
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon GAST » 16.03.2011, 20:49

machjafa hat geschrieben:
GAST hat geschrieben: Habe vorhin im Radio gehört das das Land NRW den Nachtragshaushalt so nicht durchziehen darf, sie haben vorm OVG wohl entgültig verloren.
Vor etwa 2Wochen hat die Rot/Grüne Landesregierung ja verkündet wenn die Oposition das gleiche mit dem aktuellen Haushalt macht, dann werden die Neuwahlen fordern.
Da war die CDU Landesfraktion sofort vorne an und hat schon den Termin (Sonntag vor den Sommerferien ) gefordert...heute nach dem Gerichtsentscheid war aus CDU-Kreisen kein Wort mehr von Neuwahlen...
Denen geht der A.sch wohl ganz mächtig auf Grundeis :wink:

Wer Mist baut muss auch die Verantwortung dafür übernehem!

Gruß
Jörg

Tja Jörg, eine Behauptung, die nicht den Tatsachen entspricht. Röttgen hat unmittelbar nach der Verkündung über Neuwahlen gesprochen. Er knüpft diese Forderung allerdings an eine Bedingung: Rot/Grün soll einen verfassungskonformen Haushalt für 2011 vorlegen. Erst wenn das nicht gelingt soll es Neuwahlen geben. http://www.welt.de/print/die_welt/polit ... n-NRW.html

Rot/Grün hat also die Chance, einen korrekten Haushalt zu erstellen und einzubringen. Sind sie dazu in der Lage, können sie weitermachen.

Übrigens: ich bin kein CDU-Mann, ich habe nur was dagegen, wenn hier was in den Raum gestellt wird, nur um Stimmung zu machen. Ich sehe das Forum noch immer als Austauschbörse für PV und nicht als Wahlkampfplattform.

VG
Marc



Hallo Marc,
bekommt man in der Südpfalz WDR2 über Antenne??
Ich habe letztenendes nur deren Bericht erwähnt.
Heute morgen gegen 8:40Uhr kam erneut ein Bericht zu dem Gerichtsurteil bei WDR 2.
Da hat deren Kommentator ebenfalls über das Thema berichtet.
Sein Fazit: Die CDU hat sich im Gegensatz zu den Forderungen der Vorwoche beim Thema Neuwahlen ganz hinten angestellt.
Man konnte nicht mehr erkennen das die CDU sofort Neuwahlen haben will.
Dazu hat man dann Umfragewerte veröffentlicht.
CDU: 35%
SPD: 35%
Grüne: 14%
Linke: 5%
FDP: 5%
Alle Angaben sind cirka Werte!! Die Umfrage hat übrigens vor dem Erdbeben stattgefunden :wink:

Wie gesagt, ich schreibe hier nur was da ausgestrahlt wurde.
Des weiteren distanziere ich mich ausdrücklich von deiner Unterstellung das ich hier aktiven Wahlkampf betreibe :evil:


@Beyenburgerin
Das AKW-Emsland ist vielleicht ein wenig zu weit von Hamburg entfernt, dafür wäre Brunsbüttel aber bestimmt prädestiniert :oops:

Gruß
Jörg
Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden! H.Schmidt ex Kanzler
EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!
Daheim
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon ManfredausR » 16.03.2011, 21:04

eggis hat geschrieben:Leider wird er nicht den Umlageentlastenen Börsenpreis meinen,...


Was der Fondel meint, kann einem doch so ziemlich egal sein.

Fakt ist doch, dass auch der Börsenpreis steigen wird. (Oder wird hier etwa überhaupt kein Atomstrom gehandelt ?)
müssen ja nicht gleich 3 ct sein, dann wäre die Umlage ja nur noch 0,5 (bzw negativ, wenn wir von den 2,8 ct ausgehen, die es wohl offensichtlich sein müssten)

gruß
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon Lux » 16.03.2011, 21:37

Cruso hat geschrieben:Die EnBW kann bezüglich des Gewinnes dauerhaft nicht auf mehrere Kraftwerke verzichten. Außer man nimmt ziemlich heftige Umstrukturierungen und Einschnitte in Kauf.
Die Eigner der EnBW Landkreise, Städte und das Land BaWÜ benötigen die Gewinne.
Auf Neckarwestheim I verzichtet die EnBW ja schon dauerhaft sicher.
Längerfristig auf ein bis zwei weitere Atomkraftwerke zu verzichten, wird jedoch für die EnBW sehr schwierig sein.

Deshalb wird das auch nicht passieren, im Gegenteil.
Die verbleibenden Blöcke werden länger laufen.

Das Land Baden-Württemberg könnte so überspitzt sogar genötigt sein, die Raten (für den EnBW-Einkauf aus einem anderen Topf zu bezahlen.

In Mappus' Haut möchte ich wirklich nicht stecken.
Zunächst sah das Ganze ja wie ein grandioser Husarenstreich aus, aber dann kam eben Fukushima...
- Aber egal, wer in BaWü CDU-Ministerpräsident ist, den lässt die Partei nicht über die Klinge springen, man wird eine "Lösung" finden.

Gruß Lux
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Re: deutsche Atompolitik nach der Katastrophe in Japan

Beitragvon ManfredausR » 16.03.2011, 21:40

cephalotus hat geschrieben:
ManfredausR hat geschrieben:
... und bei uns wird im Fall der Fälle in einem Umkreis von 3 - 10 km evakuiert.

Es wäre ja wohl das mindeste, wenn bei uns die Notfallpläne auf einen 200 km Radius ausgedehnt werden.



Vorsicht mit solchen Wünschen.

Im Evakuierungsgebiet verzichtest Du auf Deine Bürgerrechte, die können Dich mit Gewalt aus Deinem Keller holen und ins Auffanglager unter Zeltplanen verfrachten. Dann schon lieber selber entscheiden können, ob und wann und mit wieviel Gepäck man wohing gehen möchte oder obs ein Ausharren im Inneren des gebäudes auch tut.
Gebäude sind nämlich ein exzellenter Schutz vor Fallout und können die Strahlenbelastung deutlich geringer ausfallen lassen, als wenn man da irgendwo mit Busse durch den regen gefahren wird und dann unter Zeltbahnen schlafen muss.

Allerdings muss man natürlich das Risiko einschätzen und bewerten können, dazu dürften >95% der Leute nicht mal annährend in der Lage sein. Für die ist es schon besser, sich auf den Stata zu verlassen.

mfg


Was im Ernstfall wirklich passiert war nicht der Punkt, auf den ich hinauswollte.

Ich fand es eher merkwürdig, dass die Bundesregierung eine offizielle Reisewarnung für Tokio herausgegeben hat und den sich dort befindlichen Deutschen empfielt, die Stadt zu verlassen.
Wenn sich hier also die Risikoeinschätzung geändert hat, so sind die Evakuierungspläne baldigst auf die größeren Radien umzustellen. Öffentlich, und darlegen, wie das Ganze funktionieren soll.

Biblis z.B. hat meines Wissens einen 3 km-Radius, die Leute werden dann in 10 - 20 km Entfernung untergebracht, die Turnhallen sind schon ausgesucht. (Vielleicht stehen auch nur die Zelte bereit.)

Frankfurt ist mit dem Auto 60 km (50 min) von Biblis entfernt
(weiss jemand, wie man bei google maps Entfernungen in Luftlinie bestimmt?)
Frankfurt ist nicht nur Deutschlands größter Flughafen, sondern auch Heimathafen der Lufthansa.
Die Lufthansa fliegt z.Zt. Tokyo nicht mehr an, wird sich dann vermutlich auch von Frankfurt fernhalten.

Tip zum persönlichen Überleben:
Besoffen im Swimmingpool:
Alkohol ist ein Radikalfänger und Wasser schirmt ab. :wink:

gruß
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