Desert Power 2050 - aktuelle Studie

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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon darwin » 01.07.2012, 01:47

Also darf ich meine Äpfel nicht zu Sprit für den Tank machen um das Überangebot abzubauen. .. Um mal wieder in die Nähe des Themas zu kommen.
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon cephalotus » 01.07.2012, 15:48

Mühli hat geschrieben:Was willst du mir damit sagen? Du erwartest hoffentlich nicht, dass ich jetzt 24 Seiten wegen einer Gruselgeschichte lese?


Die ist aber SEHR gut, vor allem mal etwas über den Tellerrand geschaut.

Alternativ kann ich Dir noch das anbieten, hab ich aber selber nur überflogen:

Bioenergy and renewable power methane in integrated 100% renewable energy systems
Limiting global warming by transforming energy systems

http://www.uni-kassel.de/upress/online/ ... t.frei.pdf

Sind aber 224 Seiten.
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon Montio » 02.07.2012, 13:08

cephalotus hat geschrieben:
Mühli hat geschrieben:Was willst du mir damit sagen? Du erwartest hoffentlich nicht, dass ich jetzt 24 Seiten wegen einer Gruselgeschichte lese?


Die ist aber SEHR gut, vor allem mal etwas über den Tellerrand geschaut.

Alternativ kann ich Dir noch das anbieten, hab ich aber selber nur überflogen:

Bioenergy and renewable power methane in integrated 100% renewable energy systems
Limiting global warming by transforming energy systems

http://www.uni-kassel.de/upress/online/ ... t.frei.pdf

Sind aber 224 Seiten.


Nur eine Seite, aber gleicher Autor
http://www.et-energie-online.de/Portals/0/PDF/zukunftsfragen_2012_06_schmid.pdf
2030 lächerliche 1 TWh Überschuss, 2050 gerade mal nicht weniger lächerliche 12 TWh Überschussproduktion.
Das großtechnische Speicher"problem" ist mehr eine Schimäre denn ein Problem. Oder anders formuliert: nettes Spielfeld für Professoren zum Abgraben von Fördergeldern. Bis dahin müssen ganz andere Dinge angefasst werden.

Gruß Montio
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon hfrik » 03.07.2012, 10:45

Nun, die einen nennens Abgraben von Fördergeldern, die anderen ein "auf der sicheren Seite bleiben.
Geht der Zubau mal wieder Scheller als erwartet und / oder der Netzausbau und Speicherausbau langsamer, sind die TW-Zahlen auch wieder ganz schnell makulatur, und man brauch eine sinnvolle verwendung von Überschusstrom.
Ebenso ist es bei Kraftwerken immer sinnvoll ein wenig über den bedarf hinaus zu bauen, wegen der Versorgungssicherheit, und auch z.B. Konjunkturabhängigerm kurzfristigem Zuwachs oder auch Wetterabhängigen Verbrauchsspiten.
Da die Grenzkosten bei EE so ungefähr 0 sind, ist es nicht sinnvoll, die Anlagen abzuschalten wenn der Strom gerade nicht gebraucht wird (wie bei der aktuellen Kaltreserve - eine Kaltreserve an PV-Anlagen macht einfach wenig Sinn), sondern der sTrom wäre dann für Zwecke zu verwenden, die nicht wirtschaftlich wären, wenn man den STrom extra für diesen Zweck herstellen würde.
Für solchen strom gibt es ja genügen Anwendungen. In Südspanien könnte man Meerwasser entsalzen, in Nordafrika auch. Das lässt sich wunderbar speichern ,so dass die Anlagen bei Bedarf auch mal für Wochen oder Monate vom Netz gehen können, und dazwischen dann munter produzieren. Analoges bei der Aluminiumgewinnung, wenn man die Öfen preiswert baut, und eben auch bei Windgas und Co. Sich dazu Gedanken zu machen und Pläne in der Schublade zu haben, ist vergleichsweise billig.
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon cephalotus » 03.07.2012, 11:01

Montio hat geschrieben:Das großtechnische Speicher"problem" ist mehr eine Schimäre denn ein Problem. Oder anders formuliert: nettes Spielfeld für Professoren zum Abgraben von Fördergeldern. Bis dahin müssen ganz andere Dinge angefasst werden.

Gruß Montio


Im Wesentlichen ist power2gas erst beim Übergang von 80-90% EE hin zu 100% EE spannend, wenn man kein großes Netz zulässt.Bis dahin wird man vor allem auch gas2power haben und solange nennenswerte Mengen Erdgas noch "im System" sind ist es halt nicht sonderlich spannend, an anderer Stelle den genau umgekehrten Weg zu gehen.

Würde man Deutschland mit 100% Solar und Windstrom versorgen wollen inkl Langstreckentransporte dann weiß ich wenig alternativen zu power2gas, aber die Frage stellt sich heute noch nicht. Heute wäre eher die Frage, wie reduziere ich die Abhängigkeit von Treibstoffen bei heizung und Trasnportwesen und wie erzeuge ich den Strom möglicht nachhaltig.

In 30 Jahren können wir es uns immer noch leisten, mehr Gas in Strom umzwandeln als umgekehrt.

Trotzdem soll man die Technolgie entwickeln und erproben und ich denke, dass sie vor allem auch in bezug auf Biogasanlagen spannend sein kann.
Ich denke, dass man die Biogasanlagen der Zukunft in kleine Gülle- und Abfallanlagen und in ein paar große Agraranlagen aufteilen sollte. Die großen würde ich alle zu reinen Methan-Einspeiseanlagen umwandeln und mit power2gas könnte man die Methanausbeute dieser Systeme fast verdoppeln.

Unabhängig davon würde ich mir mal eine Analyse wünschen, ob es ökonomisch nicht auch möglich wäre, offshore Windparks nicht über Stromleitungen anzubinden, sondern mit offshore Elektrolyseuren zu versehen und dann gleich Wasserstoff an Land per Pipeline zu transportieren...

mfg
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon cephalotus » 03.07.2012, 11:07

hfrik hat geschrieben:Für solchen strom gibt es ja genügen Anwendungen. In Südspanien könnte man Meerwasser entsalzen, in Nordafrika auch. Das lässt sich wunderbar speichern ,so dass die Anlagen bei Bedarf auch mal für Wochen oder Monate vom Netz gehen können, und dazwischen dann munter produzieren. Analoges bei der Aluminiumgewinnung, wenn man die Öfen preiswert baut, und eben auch bei Windgas und Co. Sich dazu Gedanken zu machen und Pläne in der Schublade zu haben, ist vergleichsweise billig.


Auch bei einem Strompreis von Null (der im übrigen Systemzerstörerisch ist, wenn er längere Zeit auftreten würde) rentiert sich eine Überschussverwertung nur dann, wenn das Produkt in der Lage ist, die Investkosten in das System zu finanzieren.

Bei einem Heizstab für Warmwasser geht das noch relativ leicht.

Bei einer Mehrwasserentsalzungsanlage eher nicht, wenn die nur 100 Stunden im Jahr läuft. Selbst bei 1000 Stunden im Jahr ist vieles mit etwas technischem Aufwand auch bei Strompreisen von Null nicht wirtschaftlich und eigentlich dürfte es gar keine solchen Strompreise über 1000 Stunden im Jahr geben.
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon Montio » 03.07.2012, 11:14

cephalotus hat geschrieben:Trotzdem soll man die Technolgie entwickeln und erproben ...

Da bin ich auch dafür. Bloß geistern durch alle Gazetten incl. diesem Forum die Vorstellung, Strom zu methanisieren.
Das ist die nächsten 20 Jahre absoluter Quatsch.
Man kann es nicht oft genug wiederholen: es gibt keine großtechnische Stromquelle, die für 0ct dauerhaft liefert, das "funktioniert" nur in hochsubventionierten Fördersystemen.

cephalotus hat geschrieben:Unabhängig davon würde ich mir mal eine Analyse wünschen, ob es ökonomisch nicht auch möglich wäre, offshore Windparks nicht über Stromleitungen anzubinden, sondern mit offshore Elektrolyseuren zu versehen und dann gleich Wasserstoff an Land per Pipeline zu transportieren...

Ich würde lieber neben eine norwegischen Pumpspeicher paar Windräder stellen. Aber jetzt sind wir wieder beim Phantasieren.. :wink:

Gruß Montio
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon hfrik » 03.07.2012, 15:04

Nun Windenergie in Norwegen - an der Norwegischen Küste könnte man Problemlos 8vom Saldo her) die ganze EU mit Strom versorgen. Wind hats genügend, Küstenlänge auch. Nur obs die Norweger wollen? Aktuell ist dort Wasserkraft noch billiger.
Aber vielleicht kommt man mal dahinter dass man mit Strom genausoviel Geld verdienen kann wie mit Gas und Öl, nur eben dauerhafter - dann könnten sich die Norweger ein Leben in saus und braus Leisten, und sich von den Europäern aushalten lassen, und Europa hätte billigen EE-Strom. Dafür müssten die Norweger den Anblick von heftig schwankenden Wassserspiegeln in den Seen und von Massenweise WKA ertragen :)
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon Ulenspiegel » 03.07.2012, 16:39

Da den Norwegern mit sehr hoher Rate das Öl und Gas ausgeht, bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Verhandlungsbereitschaft nach 2020 stark zunimmt. :-)
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Re: Desert Power 2050 - aktuelle Studie

Beitragvon hfrik » 03.07.2012, 17:42

Auch bei einem Strompreis von Null (der im übrigen Systemzerstörerisch ist, wenn er längere Zeit auftreten würde) rentiert sich eine Überschussverwertung nur dann, wenn das Produkt in der Lage ist, die Investkosten in das System zu finanzieren.

Bei einem Heizstab für Warmwasser geht das noch relativ leicht.

Bei einer Mehrwasserentsalzungsanlage eher nicht, wenn die nur 100 Stunden im Jahr läuft. Selbst bei 1000 Stunden im Jahr ist vieles mit etwas technischem Aufwand auch bei Strompreisen von Null nicht wirtschaftlich und eigentlich dürfte es gar keine solchen Strompreise über 1000 Stunden im Jahr geben.[/quote]

Vorsicht, ich habe von 100% EE geschrieben, und von einer notwendigen Überproduktion, um die Versorgung sicherzustellen. D.h. ich rede von vielleicht 5-10% Anteil am Gesamtverbrauch Strom, die zu 95 % der Zeit zur Verfügung steht, und natärlich dann von weiteren Spitzen, die immer seltener zur Verfügung stehen.
Die letzte kleine Spitze wird man nie nutzen, danach kommt ggf. der Heizstab und ähnliche Anwendungen, aber dann können auch Anwendungen kommen, die länger laufen müssen (wegen der Anlagenkosten) aber dennoch für 10 oder 20% der Zeit problemlos abgehängt werden können. Das kann, muss aber kein Power to Gas sein.
Daher meine Beispiele, um den Horizont zu erweitern.

Es wäre reichlich blöd, wenn bei guter Konjunktur (+7% mehr Stromverbrauch) und einem Schwachen Windjahr (Europaweit vielleicht -3%) und einem durchschnittlichen PV-Jahr auf einmal trots Speicher die AJhresbilanz bei 100% EE nicht mehr aufgeht. Heute steht dafür die Kaltreserve auf der Wiese herum, bei 100% EE, wären da stattdessen einige "überzählige" WKA, PV-Anlagen etc, die aber auf Grund der Grenzkosten im Gegensatz zu der heutigen Kaltreserve dennoch einspeisen würden (wenn man sie nicht bei absoluter SPitzenerzeugung doch kurzfristig vom Netz nimmt).
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