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von Boelckmoeller3 » 02.02.2012, 13:09
Hallo ans Forum,
die treibenden Kräfte innerhalb der Regierungsparteien wenn es darum geht die Photovoltaikvergütung soweit als möglich zu kürzen sind nach meiner Meinung u.a. die Herren Bundestagsabgeordneten Dr.Fuchs, Dr.Pfeiffer und Dr.Bareiß. Nun, ich hatte zwei der MdB wohl etwas frech per Email angeschrieben, es ging da um ihre (meiner Meinung nach) Unterstützung für die Interessen der großen Energiekonzerne. Immerhin habe ich relativ schnell von Herrn Dr. Pfeiffer eine persönliche und ausführliche Antwort erhalten die ich unkommentiert hier einstellen will und auch mit seiner Zustimmung hier einstellen darf und dem Forum nicht vorenthalten möchte. Ich habe lediglich meinen Namen daraus entfernt.
Antwort von MdB Dr.Pfeiffer:
Sehr geehrter Herr xxx,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 27. Januar 2012.
Wie kommen Sie eigentlich dazu, hier Verschwörungstheorien aufzustellen und Lobbyismus zu unterstellen? Sind alle Personen, die nicht Ihrer Meinung sind, Lobbyisten? Mein Selbstverständnis ist, alle Meinungen anzuhören und dann abzuwägen. Das ist aus meiner Sicht verantwortungsbewusste Meinungsbildung. Ich bin in jeder Hinsicht ein Verfechter vernünftiger Argumentation und des anschließenden Abwägens von Für und Wider, bevor ich eine Entscheidung treffe. Eine vertiefende, abgewogene Meinungsbildung ist möglich. Es erscheint fälschlicher Weise für viele Menschen leichter, die Komplexität der politischen Entscheidungen mit dem Verweis auf Lobbyismus abzutun. Es ist gerade aber ein besonderes Merkmal der politischen Kultur in Deutschland, dass alle Interessengruppen und Vertreter von Kirchen, Verbänden und Unternehmen jederzeit angehört werden. Dies trägt in besonderem Maße zur Willensbildung bei. Daran messen sich alle demokratischen Parteien in der Bundesrepublik und treten regelmäßig bei Wahlen neu an, um von den Bürgerinnen und Bürgern bewertet und im besten Fall mit der Arbeit für dieses Land beauftragt zu werden. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahrzehnten bewährt und wird auch für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts der richtige Weg sein!
Gerne erläutere ich Ihnen, weshalb ich der Meinung bin, dass bei der Photovoltaik-Förderung nachgesteuert werden muss.
Die Photovoltaikbranche ist ein Paradebeispiel dafür, dass Subventionen das Gegenteil dessen erreichen, was beabsichtigt war. Gerade angesichts der enormen Herausforderungen, die der Umbau des Energiesystems mit sich bringt, müssen wir uns darauf konzentrieren, effiziente und kostengünstige Technologien zu fördern. Es ist die zentrale Aufgabe des Gesetzgebers, Fehlentwicklungen zu erkennen und gegebenenfalls entgegen zu steuern.
Klar ist, dass die PV-Förderung angesichts des ungebremsten Ausbaus dieser ineffizientesten Form der Stromerzeugung weiterhin angepasst wird. Anstelle des bisherigen Zielkorridors in Höhe von 3500 MW wurden in 2011 7500 MW zugebaut - das ist ein neues „Rekordergebnis“. Nur wenn es gelingt, den weiteren Anstieg der EEG-Umlage zu stoppen, bleibt die Akzeptanz für die erneuerbaren Energien in Deutschland erhalten. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die PV-Förderung muss deutlich verringert werden. Klar ist, dass die Förderung sofort einmalig abgesenkt werden muss. Weitere Degressionsstufen sind noch festzulegen. Ziel ist die Reduzierung der Ausbauraten. Der Ball liegt jetzt im Feld der Bundesregierung. Die Ministerien sind aufgefordert, sehr zeitnah konkrete Vorschläge vorzulegen, wann und wie insgesamt die zu hohe PV-Förderung beendet wird. Dies ist auf Grund des so erfolgreichen Ausbaus bald möglich. Weitere Maßnahmen zur Marktintegration sind darüber hinaus notwendig.
Ursprünglich sollte das EEG der Beförderung neuer Technologien dienen. Die Kostenexplosion macht deutlich, dass die bisherige Förderpraxis nicht allein volkswirtschaftlich fragwürdig, sondern kontraproduktiv ist. Seit zehn Jahren wird gesagt, die Photovoltaikförderung wäre eine Investition in eine Zukunftstechnologie und dies würde nach der Einführung schnell zurückgehen. 2004 haben in den Verhandlungen zur EEG-Novellierung die Branche und deren Verbände vorgerechnet, dass maximal 600 Millionen Euro Vergütungsvolumen für die Photovoltaik bis 2008 erreicht werden und dieses danach absinkt. 2011 lagen wir bei jährlich 7,94 Mrd. Euro allein für die Photovoltaik! Das sind 47 Prozent der gesamten EEG-Vergütungssumme. Photovoltaikanlagen tragen nur mit kärglichen, zudem fluktuierenden zwei Prozent zur Stromversorgung bei. Die gesicherte Leistung der Photovoltaikanlagen liegt nur bei einem Prozent der installierten Leistung. Die hohen Kosten sind aber über einen Zeitraum von 20 Jahren für jede einzelne Anlage zu tragen. Alle Hoffnungen und Versprechungen, die damit verbunden waren, dass eine Technologie gefördert und eine dauerhaft wettbewerbsfähige Industrie aufgebaut wird, scheinen sich nicht bewahrheitet zu haben. Die zu hohe Subvention, die in den letzten Jahren schon gekürzt wurde, hat gerade nicht dazu geführt, dass in Forschung und Entwicklung investiert wurde. Vielmehr hat die Branche in die jetzige Technologie investiert, um diese zu viel zu hohen Kosten unters Volk zu bringen. Der technologische Anschluss und die Wettbewerbsfähigkeit sind verloren gegangen.
Die Photovoltaik ist der Hauptkostentreiber für die EEG-Umlage. Diese hat sich in den letzten drei Jahren von 1,31 ct/kWh auf 3,592 ct/kWh fast verdreifacht. Hauptkostentreiber ist der Zubau der PV. In 2012 werden von voraussichtlichen rd. 14,1 Mrd. Euro EEG-Umlage rd. 7,4 Mrd. Euro für die PV ausgegeben. Im Trendszenario der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) steigt der PV-Anteil an den EEG-Differenzkosten (Klammerbeträge) in 2013 auf 8,94 Mrd. (16,67), in 2014 auf 9,36 Mrd. (17,20), in 2015 auf 9,76 Mrd. (17,61) und in 2016 auf 10,26 Mrd. (18,49). Tatsächlich könnten die EEG-Differenzkosten für PV sogar noch viel höher ausfallen. Denn die ÜNB waren in ihren bisherigen Berechnungen von einem PV-Zubau von lediglich jährlich zwischen 3.600 und 4.500 MW ausgegangen (2012 4.500 MW, 2013 3.600, 2014 3.800, 2015 4.000, 2016 4.400). Der PV-Boom der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass das System des „atmenden Deckels“ nicht geeignet ist, den Zubau wirksam zu begrenzen. Insgesamt summieren sich die Fördergelder für PV in den nächsten 20 Jahren nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) bereits jetzt auf rd. 100 Mrd. Euro.
Es ist kein Ende des PV-Zubaubooms in Sicht. Dies liegt vor allem an den weltweiten Produktionsüberkapazitäten. Zurzeit stehen 50 GW Produktionskapazität für PV-Module einer Nachfrage von nur 25 GW gegenüber. Die Solarfabriken in China sind durch umfassende staatliche Hilfen abgesichert und produzieren gegebenenfalls auch zum Preis der variablen Kosten. Deutschland ist als einziges Land ohne Zubaudeckel der letzte große Markt. Italien wird nach Branchenangaben voraussichtlich Mitte 2012 seinen Gesamtdeckel erreicht haben, was die Modulflut nach Deutschland nochmals erhöhen dürfte. Die Überkapazitäten sind der eigentliche Grund für den Preisverfall. Je größer die Überproduktion, desto niedriger sind die Preise und umso höher die Rendite. Dies erklärt, warum es das System des atmenden Deckels in den letzten Jahren nicht vermocht hat, den Zubau einzudämmen und dies auch weiterhin nicht tun wird. Die Renditen für PV-Anlagenbetreiber haben sich von 4,4 – 8,0 % in 2009 auf 7,4 – 11.4 % in 2011 erhöht, während die Modulpreise zwischen 2009 und 2011 um über 50 % gefallen sind. Diese Entwicklung setzt sich in 2012 fort. Es ist deshalb ein Trugschluss, man könne das Problem in dem derzeitigen System über sinkende Degressionssätze in den Griff bekommen.
Die bittere Wahrheit ist: die in die Photovoltaik investierten Gelder wirkten wie süßes Gift: Die Kräfte sind erlahmt. Dies wird auch daran deutlich, dass zum Beispiel im Bereich der Photovoltaik die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) deutlich unter dem Wert von 8 % FuE-Intensität zu finden ist, der notwendig ist, um diese Technologie als Hochtechnologie zu bezeichnen. Im Bereich der Hersteller liegt die FuE-Quote bei 2,8% (ifo 2009). Wettbewerbsfähige Unternehmen an der Weltspitze sitzen jetzt nicht mehr wie noch vor einigen Jahren in Deutschland. Andere Länder haben uns den Rang abgelaufen und unsere Stromverbraucher bezahlten diese Entwicklung. Längst dominieren vor allem chinesische Hersteller den globalen Photovoltaikmarkt. Es gilt unter Experten als unwahrscheinlich, dass die angeschlagenen Unternehmen den Weg aus der Krise schaffen. Die Verlagerung der hochsubventionierten Arbeitsplätze ins Ausland soll als Wunderheilmittel herhalten. Der vermeintliche Arbeitsplatz beschaffende Effekt in Deutschland entpuppt sich bei näherer Betrachtung auch deshalb als vernachlässigbar. Das Jobwunder findet tatsächlich in Asien statt!
Die Photovoltaik ist auch nicht die „Kuh, die am meisten Milch gibt“ – vielmehr frisst sie den Stromverbrauchern das „letzte Haar vom Kopf“. Die Photovoltaik in Deutschland ist bei Weitem nicht die effizienteste erneuerbare Energie. Die Kritik der Stromverbraucher wird auch vom Bundesverband Verbraucherzentrale geteilt, da nach deren Berechnung „bis zum Jahr 2013 voraussichtlich weitere 40 Milliarden anfallen“.
Sie sprechen von einem „Demokratisierungseffekt“ für die Energieversorgung. In meinen Augen ist die PV-Förderung ungerecht. Jedes Jahr werden Milliarden Euro über den Strompreis umverteilt und zwar tendenziell von unten nach oben: Vom Mieter und Hartz IV-Empfänger ohne eigenes Dach zum Hausbesitzer, der mit seiner Solaranlage über 20 Jahre Renditen von teilweise 10 Prozent und mehr im Jahr erzielen kann, während der Mieter sein Geld für 1,5 Prozent auf dem Tagesgeldkonto anlegen muss.
Mittlerweile sind die Energiepreise der größte Inflationstreiber. Das schadet Unternehmen und Kaufkraft der Bevölkerung in gleicher Weise. Bereits im Jahr 2012 erreicht die EEG-Umlage rund 3,6 Cent/kWh. Damit hat sie sich in nur drei Jahren fast verdreifacht. Die kürzlich bekanntgegebene Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber zeigt, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter verstärkt. Danach wird die EEG-Umlage schon im Jahr 2013 auf 3,66 bis 4,74 Cent/kWh steigen. Auch die Prognose für die Folgejahre bis 2016 zeigt steil nach oben. Das ist eine alarmierende Entwicklung. Die Energiepreise müssen dauerhaft bezahlbar bleiben. Die Koalition hatte deshalb in ihrem Energiekonzept vom Sommer vereinbart, dass die EEG-Umlage die Größenordnung von 3,5 Cent/kWh nicht überschreiten und langfristig sogar sinken soll. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wird dieses Ziel nicht zu halten sein. Es besteht deshalb dringender Handlungsbedarf.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Joachim Pfeiffer MdB ----------- Deutscher Bundestag
Post: Platz der Republik 1, 11011 Berlin
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Fon (030) 227-75213, Fax (030) 227-76214
Zuletzt geändert von Boelckmoeller3 am 02.02.2012, 13:37, insgesamt 2-mal geändert.
"Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen" Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"
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von Spekulatius » 02.02.2012, 13:20
Der neue Klassiker, hab mich schlappgelacht !!! Die Photovoltaik ist auch nicht die „Kuh, die am meisten Milch gibt“ – vielmehr frisst sie den Stromverbrauchern das „letzte Haar vom Kopf“Der Spekulatius 
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von funky63 » 02.02.2012, 13:28
Ist doch eine ganz sachliche und ausführliche Erklärung. Ich finde die Meinung kann man vertreten. Ist doch klar, dass es viele Alternativen / Vorteile / Nachteile gibt, die abgewogen werden müssen. So eine Haltung wünsche ich mir von einem Volksvertreter und er hat sich ziemliche Mühe gegeben, die Anfrage zu beantworten. Das mit dem "süßen Gift" sehe ich genauso. Die PV hat keinen Universalanspruch immer weiter mit öffentlichen Geldern gefüttert zu werden...
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von amoss » 02.02.2012, 13:41
Hi Boelckmoeller3,
habe den thread gerade gefunden und noch nicht gelesen, weil mir sofort auffällt, dass da noch was fehlt. Denn es wäre schon interessant zu wissen, was DU denn zuvor geschrieben hast?
Gruß, amoss
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von Boelckmoeller3 » 02.02.2012, 13:59
Hallo amoss,
ja, interessant wäre das schon, ich hatte eine Kontaktformular im Web ausgefüllt aber habe den Text in der Antwort zurückerhalten. Nun ich war etwas verärgert und hatte auch provokativ geschrieben und wollte das deshalb hier nicht weiter posten. Aber wenn du mich bittest, hier ist meine Anfrage im Original:
Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,
ich verfolge ihr Tun und Handeln nun schon eine ganze Weile in den Medien. Sie schreiben hier, sie wollen selbst aktiv Politik gestalten. Nun, was Sie da gestalten wollen dient scheinbar ausschließlich dazu in der Energiepolitik die Interessen von 4 großen Energiekonzernen duchzusetzen gegen zwischenzeitlich schon viele private Betreiber von Photovoltaikanlagen. und gegen potentielle private Kleininvestoren. Meiner Meinung nach stellt die dezentrale Erzeugung von Strom aus erneuerbarer Energie, die Umweltvorteile einmal außer Acht gelassen, auch ein klein wenig mehr Demokratisierung in der Energieversorgung dar. Was sie jedoch aktiv machen ist sich vor den Karren von Großkonzernen einspannen zu lassen. Ich kann nur vermuten wo ihre persönlichen Beweggründe dazu liegen, aber dem deutschen Bürgern tun sie ganz sicher damit langfristig keinen Gefallen, mag aber sein dass es für Sie persönlich sehr förderlich ist.
Mit freundlichen Grüßen:
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von energyturnaround » 02.02.2012, 14:34
Boelckmoeller3 hat geschrieben:Antwort von MdB Dr.Pfeiffer: Sehr geehrter Herr xxx, vielen Dank für Ihre E-Mail vom 27. Januar 2012. Wie kommen Sie eigentlich dazu, hier Verschwörungstheorien aufzustellen und Lobbyismus zu unterstellen? Sind alle Personen, die nicht Ihrer Meinung sind, Lobbyisten? Woher kommt das bloß? Mein Selbstverständnis ist, alle Meinungen anzuhören und dann abzuwägen. Das ist aus meiner Sicht verantwortungsbewusste Meinungsbildung. Ich bin in jeder Hinsicht ein Verfechter vernünftiger Argumentation und des anschließenden Abwägens von Für und Wider, bevor ich eine Entscheidung treffe. Eine vertiefende, abgewogene Meinungsbildung ist möglich. Es erscheint fälschlicher Weise für viele Menschen leichter, die Komplexität der politischen Entscheidungen mit dem Verweis auf Lobbyismus abzutun. Es ist gerade aber ein besonderes Merkmal der politischen Kultur in Deutschland, dass alle Interessengruppen und Vertreter von Kirchen, Verbänden und Unternehmen jederzeit angehört werden. Dies trägt in besonderem Maße zur Willensbildung bei. Daran messen sich alle demokratischen Parteien in der Bundesrepublik und treten regelmäßig bei Wahlen neu an, um von den Bürgerinnen und Bürgern bewertet und im besten Fall mit der Arbeit für dieses Land beauftragt zu werden. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahrzehnten bewährt und wird auch für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts der richtige Weg sein! Standard BlablaGerne erläutere ich Ihnen, weshalb ich der Meinung bin, dass bei der Photovoltaik-Förderung nachgesteuert werden muss. Die Photovoltaikbranche ist ein Paradebeispiel dafür, dass Subventionen das Gegenteil dessen erreichen, was beabsichtigt war. Gerade angesichts der enormen Herausforderungen, die der Umbau des Energiesystems mit sich bringt, müssen wir uns darauf konzentrieren, effiziente und kostengünstige Technologien zu fördern. Es ist die zentrale Aufgabe des Gesetzgebers, Fehlentwicklungen zu erkennen und gegebenenfalls entgegen zu steuern. Welche Fehlentwicklungen? Zu viel Zubau kann man ja auch mit niedrigerer Förderung statt Deckel lösen.Klar ist, dass die PV-Förderung angesichts des ungebremsten Ausbaus dieser ineffizientesten Form der Stromerzeugung weiterhin angepasst wird. Unbewiesene Behauptung. Schon mal Biomasse, Offshore angeschaut. Ganz zu schweigen von Geothermie inkl Erdbebengefahr oder BodenhebungenAnstelle des bisherigen Zielkorridors in Höhe von 3500 MW wurden in 2011 7500 MW zugebaut - das ist ein neues „Rekordergebnis“. Förderung schneller und öfter senken?!Nur wenn es gelingt, den weiteren Anstieg der EEG-Umlage zu stoppen, bleibt die Akzeptanz für die erneuerbaren Energien in Deutschland erhalten. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die PV-Förderung muss deutlich verringert werden. Jetzt schon? da war aber jemand schnell!Klar ist, dass die Förderung sofort einmalig abgesenkt werden muss. Weitere Degressionsstufen sind noch festzulegen. Ziel ist die Reduzierung der Ausbauraten. Da sagt er wieder mal was er wirklich meint. Nein, es soll nicht günstig werden, damit man mit Fossilen konkurrieren kann, sondern PV soll möglichst verschwinden, egal wie billig PV mal wird. Und ich dachte es ging um die Kosten?! Ein geringer Zubau mit 1 €/kWh wäre für ihn wohl OK.Der Ball liegt jetzt im Feld der Bundesregierung. Die Ministerien sind aufgefordert, sehr zeitnah konkrete Vorschläge vorzulegen, wann und wie insgesamt die zu hohe PV-Förderung beendet wird. Dies ist auf Grund des so erfolgreichen Ausbaus bald möglich. Weitere Maßnahmen zur Marktintegration sind darüber hinaus notwendig. Ursprünglich sollte das EEG der Beförderung neuer Technologien dienen. Die Kostenexplosion macht deutlich, dass die bisherige Förderpraxis nicht allein volkswirtschaftlich fragwürdig, sondern kontraproduktiv ist. Seit zehn Jahren wird gesagt, die Photovoltaikförderung wäre eine Investition in eine Zukunftstechnologie und dies würde nach der Einführung schnell zurückgehen. 2004 haben in den Verhandlungen zur EEG-Novellierung die Branche und deren Verbände vorgerechnet, dass maximal 600 Millionen Euro Vergütungsvolumen für die Photovoltaik bis 2008 erreicht werden und dieses danach absinkt. 2011 lagen wir bei jährlich 7,94 Mrd. Euro allein für die Photovoltaik! Das ist ja wie wenn ich vergleiche dass ein kg Biomehl bei Tante Emma billiger ist, als eine Tonne Mehl im Großhandel. PV ist extrem schnell billig geworden, deswegen wurde ja auch viel zugebaut. Die Gesamtvergütung zu vergleichen ist doch hirnrissig, die Vergütung pro kWh ist doch wichtig. Und die ist bald bei 13 statt bei 50 ct/kWh.Das sind 47 Prozent der gesamten EEG-Vergütungssumme. Photovoltaikanlagen tragen nur mit kärglichen, zudem fluktuierenden zwei Prozent zur Stromversorgung bei. Zwei, es sind wohl eher 3,5 bis 4 Prozent. Aber was sind schon eine doppelt so hohe Produktion?!Die gesicherte Leistung der Photovoltaikanlagen liegt nur bei einem Prozent der installierten Leistung. Die hohen Kosten sind aber über einen Zeitraum von 20 Jahren für jede einzelne Anlage zu tragen. Alle Hoffnungen und Versprechungen, die damit verbunden waren, dass eine Technologie gefördert und eine dauerhaft wettbewerbsfähige Industrie aufgebaut wird, scheinen sich nicht bewahrheitet zu haben. Die zu hohe Subvention, die in den letzten Jahren schon gekürzt wurde, hat gerade nicht dazu geführt, dass in Forschung und Entwicklung investiert wurde. Wenn man das gewollt hätte, hätte man das Geld direkt in die Forschung stecken können.Vielmehr hat die Branche in die jetzige Technologie investiert, um diese zu viel zu hohen Kosten unters Volk zu bringen. Der technologische Anschluss und die Wettbewerbsfähigkeit sind verloren gegangen. Die Photovoltaik ist der Hauptkostentreiber für die EEG-Umlage. Diese hat sich in den letzten drei Jahren von 1,31 ct/kWh auf 3,592 ct/kWh fast verdreifacht. Hauptkostentreiber ist der Zubau der PV. In 2012 werden von voraussichtlichen rd. 14,1 Mrd. Euro EEG-Umlage rd. 7,4 Mrd. Euro für die PV ausgegeben. Im Trendszenario der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) steigt der PV-Anteil an den EEG-Differenzkosten (Klammerbeträge) in 2013 auf 8,94 Mrd. (16,67), in 2014 auf 9,36 Mrd. (17,20), in 2015 auf 9,76 Mrd. (17,61) und in 2016 auf 10,26 Mrd. (18,49). Tatsächlich könnten die EEG-Differenzkosten für PV sogar noch viel höher ausfallen. Denn die ÜNB waren in ihren bisherigen Berechnungen von einem PV-Zubau von lediglich jährlich zwischen 3.600 und 4.500 MW ausgegangen (2012 4.500 MW, 2013 3.600, 2014 3.800, 2015 4.000, 2016 4.400). Der PV-Boom der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass das System des „atmenden Deckels“ nicht geeignet ist, den Zubau wirksam zu begrenzen. Idiot oder Lügner? Es ist eine Frage der Degression. Mehr Prozentpunkte pro GW und der Deckel wirkt.Insgesamt summieren sich die Fördergelder für PV in den nächsten 20 Jahren nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) bereits jetzt auf rd. 100 Mrd. Euro. Jeder weiß ja schon, dass das falsch ist. Ach ja da war ja noch etwas: Inflation. Da denkt kaum jemand dran.Es ist kein Ende des PV-Zubaubooms in Sicht. Doch. Dies liegt vor allem an den weltweiten Produktionsüberkapazitäten. Zurzeit stehen 50 GW Produktionskapazität für PV-Module einer Nachfrage von nur 25 GW gegenüber. Die Solarfabriken in China sind durch umfassende staatliche Hilfen abgesichert und produzieren gegebenenfalls auch zum Preis der variablen Kosten. Aber wohl kaum darunter. Er sollte sich mal an Spekulatius wenden. Deutschland ist als einziges Land ohne Zubaudeckel der letzte große Markt. Italien wird nach Branchenangaben voraussichtlich Mitte 2012 seinen Gesamtdeckel erreicht haben, was die Modulflut nach Deutschland nochmals erhöhen dürfte. Die Überkapazitäten sind der eigentliche Grund für den Preisverfall. Je größer die Überproduktion, desto niedriger sind die Preise und umso höher die Rendite. Die böse Rendite. Wenn die Module nur teurer wären, würden die Chinesen mehr gewinn machen, wir hätten die gleichen Vergütungen und würden weniger Rendite machen. Die Kosten für den Verbraucher wären die gleichen. Auch hier: Geht es um den Fortschritt (Kostensenkung) oder darum etwas abzuwürgen?!Dies erklärt, warum es das System des atmenden Deckels in den letzten Jahren nicht vermocht hat, den Zubau einzudämmen und dies auch weiterhin nicht tun wird. Die Renditen für PV-Anlagenbetreiber haben sich von 4,4 – 8,0 % in 2009 auf 7,4 – 11.4 % in 2011 erhöht, während die Modulpreise zwischen 2009 und 2011 um über 50 % gefallen sind. Diese Entwicklung setzt sich in 2012 fort. Es ist deshalb ein Trugschluss, man könne das Problem in dem derzeitigen System über sinkende Degressionssätze in den Griff bekommen. Die bittere Wahrheit ist: die in die Photovoltaik investierten Gelder wirkten wie süßes Gift: Die Kräfte sind erlahmt. Dies wird auch daran deutlich, dass zum Beispiel im Bereich der Photovoltaik die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) deutlich unter dem Wert von 8 % FuE-Intensität zu finden ist, der notwendig ist, um diese Technologie als Hochtechnologie zu bezeichnen. Im Bereich der Hersteller liegt die FuE-Quote bei 2,8% (ifo 2009). Da wäre die Politik gefordert gewesen. Das ist ja nicht erst seit gestern bekannt. Wo waren Sie da?Wettbewerbsfähige Unternehmen an der Weltspitze sitzen jetzt nicht mehr wie noch vor einigen Jahren in Deutschland. Andere Länder haben uns den Rang abgelaufen und unsere Stromverbraucher bezahlten diese Entwicklung. Längst dominieren vor allem chinesische Hersteller den globalen Photovoltaikmarkt. Es gilt unter Experten als unwahrscheinlich, dass die angeschlagenen Unternehmen den Weg aus der Krise schaffen. Die Verlagerung der hochsubventionierten Arbeitsplätze ins Ausland soll als Wunderheilmittel herhalten. Der vermeintliche Arbeitsplatz beschaffende Effekt in Deutschland entpuppt sich bei näherer Betrachtung auch deshalb als vernachlässigbar. Das Jobwunder findet tatsächlich in Asien statt! Da habe ich leider verpasst wie sich Herr Pfeiffer die letzten Jahrzehnte über die Steinkohleförderung oder die Atomföderung beschwert hat. Das sind die wirklichen Zukunftsbranchen?!Die Photovoltaik ist auch nicht die „Kuh, die am meisten Milch gibt“ – vielmehr frisst sie den Stromverbrauchern das „letzte Haar vom Kopf“. Wo waren Sie, als die großen Versorger die Preise erhöht haben, obwohl die Strombörsenpreise deutlich stärker gesunken waren als die EEG-Umlage gestiegen war?Die Photovoltaik in Deutschland ist bei Weitem nicht die effizienteste erneuerbare Energie. Die Kritik der Stromverbraucher wird auch vom Bundesverband Verbraucherzentrale geteilt, da nach deren Berechnung „bis zum Jahr 2013 voraussichtlich weitere 40 Milliarden anfallen“. CDU, die Partei für Hartz IV und co?! Die Stromsteuer müssen Hartz IVler/Mieter auch zahlen. Gabs da Bedenken?Sie sprechen von einem „Demokratisierungseffekt“ für die Energieversorgung. In meinen Augen ist die PV-Förderung ungerecht. Jedes Jahr werden Milliarden Euro über den Strompreis umverteilt und zwar tendenziell von unten nach oben: Vom Mieter und Hartz IV-Empfänger ohne eigenes Dach zum Hausbesitzer, der mit seiner Solaranlage über 20 Jahre Renditen von teilweise 10 Prozent und mehr im Jahr erzielen kann, während der Mieter sein Geld für 1,5 Prozent auf dem Tagesgeldkonto anlegen muss. Er kann sich ja auch an größeren Projekten beteiligen. Außerdem sind die übergroßen Renditen kein Problem der PV sondern der Politik.Mittlerweile sind die Energiepreise der größte Inflationstreiber. Schon mindestens seit 2000, weit vor der großen PV Förderung. Für den Ölpreis kann die PV wohl nichts.Das schadet Unternehmen und Kaufkraft der Bevölkerung in gleicher Weise. Bereits im Jahr 2012 erreicht die EEG-Umlage rund 3,6 Cent/kWh. Damit hat sie sich in nur drei Jahren fast verdreifacht. Die kürzlich bekanntgegebene Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber zeigt, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter verstärkt. Danach wird die EEG-Umlage schon im Jahr 2013 auf 3,66 bis 4,74 Cent/kWh steigen. Wer bietet mehr. Die Erfahrung zeigt ja, dass diese Zahlen in der Vergangenheit nicht "ganz" richtig waren.Auch die Prognose für die Folgejahre bis 2016 zeigt steil nach oben. Wie bestimmt man das, ohne dass man weiß ob 10 MWp/a oder 10 GWp/a die nächsten Jahre installiert werden? Wenn die Politik ihren Job macht, hat sie das ganz allein in der Hand. Er kennt die Höhe der Förderung nicht, er kennt die Marktpreise nicht, er weiß nichts, nur dass die EEG-Umlage "steil nach oben" zeigt. Das ist ja auch ein dehnbarer Begriff.Das ist eine alarmierende Entwicklung. Die Energiepreise müssen dauerhaft bezahlbar bleiben. Das sind sie. Energie ist besonders teuer für Personen mit geringem Einkommen. Was soll da jemand aus Weißrussland, Birma oder Chile sagen?Die Koalition hatte deshalb in ihrem Energiekonzept vom Sommer vereinbart, dass die EEG-Umlage die Größenordnung von 3,5 Cent/kWh nicht überschreiten und langfristig sogar sinken soll. Dann hätte man die Industrie usw nicht alle rausnehmen soll. Gleichverteilt auf alle 600 TWh wäre die EEG-Umlage doch unter 2 ct/kWh. Da ist doch noch deutlich Luft. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wird dieses Ziel nicht zu halten sein. Es besteht deshalb dringender Handlungsbedarf. Richtig. PV muss gekürzt nicht gedeckelt werden. Und bitte dabei nicht Offshore, Biomasse und Geothermie nicht vergessen. Oder muss das Kind erst in den Brunnen fallen, dass man sich dann echauffieren kann?Mit freundlichen Grüßen Dr. Joachim Pfeiffer MdB ----------- Deutscher Bundestag Post: Platz der Republik 1, 11011 Berlin Haus: Jakob-Kaiser-Haus, Zi. 6.358, 10117 Berlin Fon (030) 227-75213, Fax (030) 227-76214
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von jodl » 02.02.2012, 14:37
es ist schon traurig, daß Menschen mit so einem geistigen Horizont die Zukunft unseres Landes bestimmen. aber da ist der Dr. Pfeiffer ja in guter Gesellschaft in Berlin. diese bekannte Argumentation ist für mich einfach übelerregend, anscheinend ist das einzige Daseinsziel von solchen Leuten die Sicherung ihrer persönlichen Versorgung durch Wiederwahl bis zur Pensionierung und dazwischen drin vielleicht gerne noch ein paar Versorgungsleistungen von EnBW oder Konsorten Fähnlein in den Wind, Kaufkraft, Energiepreise müssen dauerhaft bezahlbar bleiben, Mieter und Hartz 4 Empfänger ohne eigenes Dach, u.s.w. So einen Kämpfer für die Interessen des kleinen Mannes würde ich gerne bis ans Lebensende auf eine polynesische Insel versetzen. Da kann er dann seine ganze Kraft und Weisheit für die Sicherung der Lebensgrundlagen der dortigen Bevölkerung verwenden
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von eggis » 02.02.2012, 14:44
Moin Klaus, den Begriff 'Lobbyismus' hast du ja gar nicht verwendet. Das zeigt meiner Meinung nach nur, dass am Sprichwort "getroffene Hunde bellen" doch etwas dran sein könnte. Pfeiffer hat geschrieben:Photovoltaikanlagen tragen nur mit kärglichen, zudem fluktuierenden zwei Prozent zur Stromversorgung bei.
Etwas merkwürdig finde ich es, dass die Kosten der Förderung auf dem aktuellen Stand sind, aber die Stromproduktion auf dem Stand von vor zwei Jahren stehen bleibt. Schließlich sollten sich mit der installierten Leistung (auf die sich die Kosten beziehen) schon 4% der Stromproduktion zu decken sein. Wird hier absichtlich versucht den Erfolg zu verschweigen, um die Kosten höher darzustellen als sie sind? Boelckmoeller3 hat geschrieben:Die gesicherte Leistung der Photovoltaikanlagen liegt nur bei einem Prozent der installierten Leistung.
Versteh ich nicht.  Kann mir das mal jemand aus dem Forum erklären, wie das gemeint ist/sein könnte? Oder meint er damit etwa, dass die minimale Leistung von PVA´s an schlechten Tagen so niedrig ist, dass sie nur zu 1% an der Kraftwerksleistung beiträgt?
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eggis
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von energyturnaround » 02.02.2012, 14:50
eggis hat geschrieben:Boelckmoeller3 hat geschrieben:Die gesicherte Leistung der Photovoltaikanlagen liegt nur bei einem Prozent der installierten Leistung.
Versteh ich nicht.  Kann mir das mal jemand aus dem Forum erklären, wie das gemeint ist/sein könnte? Oder meint er damit etwa, dass die minimale Leistung von PVA´s an schlechten Tagen so niedrig ist, dass sie nur zu 1% an der Kraftwerksleistung beiträgt?
Das ist nur der verzweifelte Versuch darzustellen, dass PV ganz alleine keine sichere Stromversorgung darstellen kann. Die gesicherte Leistung ist sogar 0% (Nacht). Es wird bei solchen Typen noch ein paar Dekaden brauchen, bis er evt versteht, dass es ein Zusammenspiel braucht, Speicher braucht und das dann die sichere Stromversorgung bringt.
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energyturnaround
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von pv-buero » 02.02.2012, 15:05
Hallo, wenn er sich schon die Mühe eines solchen Briefes macht, dann sollte man ihm mal ganz sachlich antworten. Hier mein Versuch. Die Kostenexplosion macht deutlich, dass die bisherige Förderpraxis nicht allein volkswirtschaftlich fragwürdig, sondern kontraproduktiv ist.
Es wurde in der Vergangenheit vieles unternommen, die Kosten "künstlich" in die Höhe zu treiben. Stichworte sind: "Ausnahmeregelungen für große Stromverbraucher", "Marktprämie", "Nicht Berücksichtigung des Merit Order Effektes bei der Berechnung der EEG Umlage". Wenn man ehrlich um die Kosten für Endverbraucher besorgt wäre, dürfte man nicht so handeln. Gerade angesichts der enormen Herausforderungen, die der Umbau des Energiesystems mit sich bringt, müssen wir uns darauf konzentrieren, effiziente und kostengünstige Technologien zu fördern
Was sollen denn das für Technologien sein ? CCS? Wo man sich wieder neue unkalkulierbare Risiken für die Zukunft aufbürdet. Oder besser noch eine Renaissance der Kernenergie ? Ich kann mir aus rein technischer Sicht im Moment keine Technologie vorstellen, die langfristig kostengünstiger Strom erzeugen kann als die Photovoltaik (oder allgemein gesprochen, eine Technologie, die Sonnenenergie auf direktem Wege in Nutzenergie verwandelt.). In der Photovoltaik stecken heute in erster Linie Kapitalkosten für die Produktionsanlagen und Energiekosten. Wenn Kapital teuer ist, sprich hohe Renditen gefordert werden, ist auch die Photovoltaik teuer. Warum können die Chinesen billiger produzieren ? In erster Linie weil sie geringere Kapitalkosten haben. In einer hochautomatisierten Zell- und Modulproduktion arbeiten doch kaum noch Menschen. Die Lohnkosten können daher den entscheidenden Ausschlag nicht geben. Da Silizium auch kein seltenes chemisches Element ist, sollte auch hier kein preistreibender Faktor existieren. Photovoltaikanlagen tragen nur mit kärglichen, zudem fluktuierenden zwei Prozent zur Stromversorgung bei. Die gesicherte Leistung der Photovoltaikanlagen liegt nur bei einem Prozent der installierten Leistung.
Dann wäre es nur konsequent die Vergütungen stärker zu reduzieren um einen noch stärkeren Zubau der Photovoltaik bei gleichem Aufwand an Mitteln zu erreichen und gleichzeitig Energiespeicher zu fördern. Gefordert wird aber eine Deckelung, egal wie sich der Preis der Photovoltaik entwickelt. Er spricht also der Photovoltaik grundsätzlich die Möglichkeit ab jemals mit "konventionellem Strom" konkurenzfähig werden zu können. Per Definition quasi. nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)
Das RWI ist ein von der konventionellen Energiewirtschaft finanziertes Lobbyinstitut und kann daher aus meiner Sicht nicht mehr als neutrale Informationsquelle zitiert werden. Insgesamt summieren sich die Fördergelder für PV in den nächsten 20 Jahren nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) bereits jetzt auf rd. 100 Mrd. Euro.
Man hat 1998 den Strommarkt in Deutschland liberalisiert mit dem Ziel mehr Wettbewerb zu organisieren und zu niedrigeren Strompreisen zu gelangen. Faktisch hat man den Endverbrauchern immer neue Strompreiserhöhungen zugemutet, begleitet von Milliardengewinnen der großen vier. Wenn man diese jährlich anfallenden Milliardengewinne auf 20 Jahre aufsummiert kommen noch größere Summen raus und der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Gelder kann sicherlich auch angezweifelt werden. Das sind aus meiner Sicht Zahlenspiele um die Menschen mit großen Summen zu verunsichern. Dies wird auch daran deutlich, dass zum Beispiel im Bereich der Photovoltaik die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) deutlich unter dem Wert von 8 % FuE-Intensität zu finden ist, der notwendig ist, um diese Technologie als Hochtechnologie zu bezeichnen. Im Bereich der Hersteller liegt die FuE-Quote bei 2,8% (ifo 2009).
Die einzige Aussage, die meine Zustimmung findet. Wer nicht in Forschung und Entwicklung investiert, braucht sich am Ende auch nicht zu wundern, wenn er nicht die "besten" oder die "preisgünstigsten" Produkte produzieren kann... Jedes Jahr werden Milliarden Euro über den Strompreis umverteilt und zwar tendenziell von unten nach oben: Vom Mieter und Hartz IV-Empfänger ohne eigenes Dach zum Hausbesitzer, der mit seiner Solaranlage über 20 Jahre Renditen von teilweise 10 Prozent und mehr im Jahr erzielen kann, während der Mieter sein Geld für 1,5 Prozent auf dem Tagesgeldkonto anlegen muss. Diese Umverteilung gibt es in unserem Land, das ist nicht zu bestreiten. Das hängt aber in aller erster Linie an unserem Geldsystem. Die Photovoltaik lenkt langfristig Geld, dass bei wenigen Konzernen verdient wurde auf eine breite Masse an Menschen, die dezentral überall im Land in Erneuerbare Energien investieren. Wenn gleichzeitig diejenigen, die eigentlich verdrängt werden sollen aber ebenfalls weiterhin ihre Milliardengewinne einfordern explodieren natürlich die Kosten. Das ist ungefähr so, wie wenn man nach der Einführung der Digitalfotografie weiterhin jeden dazu zwingt alte Rollfilme zu kaufen, damit Agfa und Kodak nicht pleite gehen... Letztlich geht es hier um den Kampf zweier Systeme, den Hermann Scheer immer beschrieben hat. Wenn man auf der einen Seite die Energiewende will und gleichzeitig explodierende Preise verhindern will gibt es nur eine Möglichkeit. Man muss dafür sorgen, dass die Preise für die Erneuerbaren Energien noch schneller sinken, man muss aber auch gleichzeitig dafür sorgen, dass die Profite der konventionellen Energiewirtschaft sinken. Und zwar mindestens im gleichen Tempo. Solange man nur auf die Erneuerbaren einprügelt und der konventionellen Energiewirtschaft goldene Brücken baut (Stichwort 'erhöhte Vergütung für Offshore Windparks', 'Ausbau der Netze vor Ausbau der dezentralen Speicher'.) und deren Gewinne nicht im gleichen Maße kritisiert, macht man sich unglaubwürdig. Genau das macht Herr Pfeiffer und genau deshalb muss er sich dann eben auch als Lobbyist der konventionellen Energiewirtschaft bezeichnen lassen. Die Energiewende wird definitiv nicht von einer "konventionellen" Energiewirtschaft vorangetrieben werden. Denn mit jeder Investition in eine Photovoltaikanlage oder einen Windpark wird massive Kapitalvernichtung bei den konventionellen Kraftwerken betrieben. So schön die Vorstellung auch ist, es wird die Erneuerung dieser Konzerne von innen, hin zur Energiewende nicht geben, da hilft auch kein gutes Zureden... Gruß pvbuero
photovoltaikbuero - 30 x Siemens M53 seit 9.11.93 - 56 x Braas SRT 35 s. 26.11.99 - 30 x BP 3155 seit 2003 - 40 x Kyocera KC180 s. 2005 - 40 x SRM 185 s. 2008 - 224 x Trina TSD 180 s. 2010
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