Ökostrom und CO2 Vermeidung

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Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon open source energy » 08.07.2012, 23:36

Hier in diesem Forum wurde schon oft über das Thema Belieferung mit sauberem Strom diskutiert. Da dies immer wieder in Threds als OT gemacht wird wollte ich hier mal die Gelegenheit nutzen die Stimmen zu diesem Thema zu sammeln.

Nach meiner Auffassung stellt sich der Sachverhalt so dar.

- Ob man den Strom von einem Ökoanbieter bekommt oder nicht hat vermutlich keine DIREKTE Auswirkung auf den CO2 Ausstoß der Stromerzeugung.
- Wer sich aber für die Belieferung mit Ökostrom entscheidet, verschlechter die Stromqualität der anderen die KEINEN Ökstrom kaufen, denn deren MIX war bislang mit nicht verkauftem Ökostrom etwas grüner geworden.
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AW: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon JayM » 09.07.2012, 04:27

Hallo OSE,
so kann man das schoen zusammenfassen. Jetzt kann sich jeder selbst ueberlegen ob man sich gut fuehlen soll weil man selber gruenen Strom hat. Oder schlecht weil sich nicht wirklich was veraendert.

Pro Oekostrom:
- man setzt doch ein Signal
- bei manchen Anbietern werden tatsaechlich zusaetzliche EE Kraftwerke gebaut

Gruss
Jochen

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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon open source energy » 09.07.2012, 09:04

@ Jochen

ja es werden auch neue Kraftwerke gebaut.

Strom ist eine schwierige subtile Angelegenheit und wenn man es näher betrachtet werde ich natürlich 3km von Neckarwestheim entfernt wohl eher die Anregung der Elektronen aus AKW bekommen und niemand der neben einem Windpark wohnt / sein Geschäft hat wohl vorrangig daraus. Mein Haus wird aber tagsüber direkt von der PV Anlage versorgt genauso wie die Nachbarn so lange die Sonne scheint.

Jedoch leben eben Ökoanbieter davon den Strom direkt an Kunden zu vermarkten und somit wird mit jedem neuen Kunde der EE Strom z.B. aus Wasserkraft weniger Strom in den Handel für den Mix fließen. Dass da kein LKW mit Elektronen bei mir ankommt und die in den Keller pumpt ist dabei nebensächlich.
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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon fassev » 09.07.2012, 10:21

Hallo OSE,

ich glaube, hier wird ein Grundsatz oft missverstanden: Es ist keine Frage, woher die Elektronen kommen, sondern wohin das Geld fließt!

Mein Ökostromanbieter INVESTIERT nachweislich jedes Jahr ein Teil der erhaltenen Summe aus der Stromrechnung in neuen Anlagen. Damit wird das CO2 Bilanz tatsächlich verbessert. Mit dem Rest werden bestehenden Ökostromproduzenten bezahlt. Die AKW/Gas/Kohlenstromprodizenten erhalten von mir - zumindest direkt - kein Geld und sollten somit bei deren Wachstum gebremst werden. Das ist der springende Punkt.

Grüße
PF
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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon buergersolar » 09.07.2012, 11:31

Man kann das nicht über einen Kamm scheren. Es gibt große Unterschiede zwischen den Ökostromprodukten. Von keinem Umweltnutzen bis hin zu einem großen Umweltnutzen.

1) Ökostrom von den G4, deren Vertriebstöchtern und Stadtwerken:
Die G4 und auch Stadtwerke haben schon immer eine gewisse Menge Ökostrom (große Wasserkraft, Müll, Altholz) im Mix. Kauft man bei denen nun Ökostrom, ist es wie von OSE beschrieben. Der Ökostrom wird aus dem bestehenden Mix herausgenommen und der Strom der restlichen Kunden wird dreckiger. Die G4 nutzen diese Ökostromangebote, um einen kleinen Zusatzverdienst zu erwirtschaften, ohne was dafür zu tun. Umweltnutzen gleich Null.

2) Ökostrom bei reinen Händlern:
Die kaufen ihren Strom i.d.R. an der Börse. Da wird aber nicht unterschieden zwischen Öko- und Graustrom. Sie können da alsi nur die Katze im Sack kaufen. Um den Kunden Ökostrom verkaufen zu können, kleben sie auf diesen Sack ein Zertifikat von einem norwegischen Wasserkraftwerk. Das norwegische Wasserkraftwerk verkauft also Strom und "Umweltnutzen" getrennt. Faktisch bedeutet das, dass aus dem norwegischen Wasserkraftwerk nun Graustrom herauskommt und die Katze im Sack, die der Stromhänlder an der Börse gekauft hat, ist jetzt norwegischer Wasserstrom.
In Summe ist der Umweltnutzen gleich Null.

3) Ökostrom von echten Ökostromanbietern:
Hier gibt es Unterschiede.
a) Es gibt Ökostromanbieter, die nach dem gleichen Verfahren vorgehen, wie die reinen Händler unter 2), mit dem Zusatz, dass diese gleichzeitig einen Teil der Einnahmen in neue EE-Anlagen investieren.
b) Es gibt auch Ökostromanbieter, die tatsächlich Ökostrom aus neuen (!), deutschen (!) EE-Anlagen beziehen und zusätzlich auch einen Teil der Einnahmen in neue Anlagen investieren.
Bei beiden ist der Umweltnutzen relativ hoch, da durch die neu gebauten EE-Anlagen sich tatsächlich der Ökostromanteil im Gesamtmix erhöht.

Zu 3) a) gehören z.B. Lichtblick und EWS Schönau.
Zu 3) b) gehören naturstrom und Greenpeace Energy.

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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon bimon » 09.07.2012, 13:22

Wie sieht das mit den neuen Anlagen bei naturstrom konkret aus? Die Neuanlagenförderung von naturstrom geht ja größtenteils in Anlagen die später nach EEG vergütet werden. Hier ist man ja nahe an EWS Schönau.
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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon buergersolar » 09.07.2012, 14:01

bimon hat geschrieben:Wie sieht das mit den neuen Anlagen bei naturstrom konkret aus? Die Neuanlagenförderung von naturstrom geht ja größtenteils in Anlagen die später nach EEG vergütet werden. Hier ist man ja nahe an EWS Schönau.

Sowohl naturstrom als auch Greenpeace Energy investieren in einen eigenen EE-Kraftwerkspark für die Versorgung ihrer Kunden. Die zusätzliche Förderung von Kundenanlagen zusätzlich zum EEG, wie bei EWS Schönau, gibt es zumindest bei naturstrom aber auch. Bei Greenpeace bin ich mir gerade nicht sicher. Davon halte ich eigentlich auch nicht so viel, da ich das für reine Mitnahmeeffekte für die Betreiber halte.

https://www.naturstrom.de/ueberuns/unsere-kraftwerke/
http://www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau.html

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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon CFAR » 09.07.2012, 20:56

Wenn Oekostromanbieter ausschliesslich in Anlagen investieren, die dank des EEGs auch entstanden waeren, aendern sie gar nix. Ich wuerde gerne mal wissen, welcher Oekostromanbieter in sonst nicht gefoerderte Freiflaechen-PV investiert oder in sonst nicht wirtschaftliche Windkraftanlagen.
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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon open source energy » 09.07.2012, 21:01

@ CFAR

hast DU für Deine Aussage auch belege oder ist das NUR Deine Meinung. Deine Meinung ist ja okay die darf ja jeder haben.

Für mich spielt es keine Rolle ob man einen langfristigen Liefervertrag hat, oder teilweise oder ganz über das EEG verkauft, man hat ein Business und das ist okay. Du könntest doch auch eine Halle kaufen, vermieten und oben drauf eine PV Anlage bauen, ob Du anfänglich per EEG lieferst, den Strom selber verbrauchst oder teils teils spielt dabei doch keine Rolle.

Ich sehe das mit den Ökoanbietern echt entspannt. Meiner kauft Wasserkraft aus Norwegen, die ist ganz sicher nicht per EEG gebaut worden.

Dass DU Deinen Strom wegen Deines Neffen aus einer nicht sauberen Quelle beziehst ist doch verständlich, Menschlich und würde ich vielleicht auch so machen. Ich würde aber nicht versuchen mein Handeln damit zu rechtfertigen indem ich die Welt so hinbaue dass es für einen passt. Wenn ich mit dem Verbrenner fahre habe ich auch nicht das gleiche Gefühl wie mit dem EV!
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Re: Ökostrom und CO2 Vermeidung

Beitragvon CFAR » 09.07.2012, 21:13

Wasserkraft aus Norwegen? Schon klar, die waere ohne OSE natuerlich nie entstanden...

Aber bleiben wir bei den Fakten.
http://www.greenpeace-energy.de/kraftwe ... tgart.html
Verguetung 2008 bei 3,8 MWp: 44 Ct/kWh. Erwarteter jaehrlicher Ertrag: 3,6 GWh. Kosten: 16 Mio. Euro. Frage: auch rentabel nach EEG? Wuerde man das Dach heute anbieten, waere es sofort weg!

Belege: Kollektor und gesunder Menschenverstand.

PS: Ich sehe mich fuer ueberhaupt nichts verpflichtet mich zu rechtfertigen. Manchen Hardcoreoekos sollte man dennoch vor Augen halten, dass fuer manche Menschen auch soziale Komponenten eine Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen.
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