E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

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E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon jodl » 29.03.2012, 07:07

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 31,00.html

"E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

E.on-Chef Teyssen: "Dann muss das Sozialsystem einspringen"
Die Strompreise steigen und steigen, E.on-Chef Johannes Teyssen begründet das mit dem Atomausstieg. Die Energiewende dürfe Elektrizität nicht zum Luxusgut machen, sagt er. Notfalls müssten Geringverdiener Zuschüsse aus dem Sozialsystem bekommen.
Fakt ist: Die Preise steigen - .....
Das ist unsozial - findet auch Johannes Teyssen, der Chef des größten deutschen Energiekonzerns E.on. Zwar bietet er einkommensschwachen Haushalten keine Vergünstigungen an - dafür schlägt er vor, der Staat solle einspringen."

andererseits:
http://de.wikipedia.org/wiki/E.ON

"Anmerkungen: Die Kernkraftwerke werden von der Tochtergesellschaft E.ON Kernkraft GmbH mit Sitz in Hannover betrieben. Insgesamt verfügt das Unternehmen über eine zurechenbare Kraftwerksleistung von 8.473 MW bei Beteiligungen an elf Blöcken in ganz Deutschland. Im Jahr 2006 wurden damit ca. 63 Terawattstunden an elektrischer Energie erzeugt. Die E.ON Kernkraft GmbH erzielte damit einen Bilanzgewinn von 687 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalrendite von 280 Prozent entspricht."

Ob Johannes Teyssen das auch als "unsozial" empfindet ??
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E.on und Gier

Beitragvon pv_bg_dl » 29.03.2012, 07:26

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,824431,00.html

Zwar bietet er einkommensschwachen Haushalten keine Vergünstigungen an - dafür schlägt er vor, der Staat solle einspringen. Die Energiewende dürfe Strom nicht zum Luxusgut machen, sagte Teyssen


Ekelhaft. Als wäre die Energiewende allein daran schuld.
Mit freundlichen Grüßen!
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon buergersolar » 29.03.2012, 07:49

Ich finde den Vorschlag prinzipiell nicht schlecht.

Denn: Im Moment wird ständig argumentiert, dass der "Hartz-4-ler in Berlin" dem "Zahnarzt in Bayern" die PV-Anlage finanziert. Das ist eine eklige Neiddebatte, die einige Realitäten verkennt:
- Der "Hartz-4-ler in Berlin" finanziert bisher die Dividende der eon- und RWE-Aktionäre (ist das besser?)
- Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt die Energiewende und ist bereit, dafür mehr zu bezahlen.
- Die Energiewende ist politisch und gesellschaftlich gewollt. Wenn das zu Problemen bei sozial Schwachen führt, muss das die Sozialpolitik regeln und darf nicht als Argument herhalten, die Energiewende zu bremsen. Wir können nicht alles, was gesellschaftlich gewollt ist, an der Finanzkraft der Schwächsten ausrichten. Dann könnten wir in Deutschland garnichts mehr investieren.

Punkt 3 ist das, was Teyssen sagt, und das finde ich auch.

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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon Sunraven » 29.03.2012, 07:51

Das muss er aber schnell umsetzen und spenden, so lange seine Freunde von der FDP noch dabei sind. OK - funktioniert auch bei anderen Parteinen - siehe Riester - wo die staatliche Förderung, wenn Glück hat, die Vertragskosten decken, also nur über den Umweg der Bürger in die Taschen der Versicherungskonzerne fließen. Aber das ist eine andere Baustelle, aber das Prinzip, das er anstrebt, ist das gleiche.
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon wesozell » 29.03.2012, 08:28

Zu deutsch, der Staat soll den Geringverdienern Geld geben, damit sie die EON subventionieren. Das ist doch Populismus in Hochkultur :!: Das natürlich wieder die Anderen schuld sind, nämlich wir, rundet dieses Bild noch weiter ab.
Viele Jahre hat die EON Supergewinne eingefahren.
Doch statt Rücklagen zu bilden wurde das Geld "breitgeschmissen".
Jetzt hat man einen Investitionsstau und die Entwicklung verschlafen.
Zahlen soll natürlich wie immer der kleine Mann und wenn der nicht mehr kann, dann eben der Staat.
Bloß, wenn man die Verstaatlichung des Riskos vorantreibt, dann sollten die Gewinne dem Gleichbehandlungsprinzip unterstellt werden. Steht doch auch irgendwie im Grundgesetz :idea:
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon futureman » 29.03.2012, 09:16

Mein Vorschlag:

Eon wird verpflichtet jedem Stromkunden die ersten 1000kWh für 0,15 € zu verkaufen + Grundgebühr von höchstens 5.- im Monat.
(Als weiteren Sozialpunkt nochmal 250kWh für jede Person ("Kinderbonus") ab dem dritten Hausbewohner)
Darüber dürften sie verlangen was sie wollen.
Da der Durchschnittsverbrauch bei 3500kWh liegt und der Durchschnittspreis bei 0,25 € würden die Einbußen bei einem Drittel des Stromverbrauchs zu einem Anstieg der anderen 2 Drittel führen. Grob würde der Strom ab 1000kWh um 5 Cent teurer. Weitere Preissteigerungen würden sich natürlich nur auf alles über 1000kWh auswirken, da die 0,15 € für mindestens 10 Jahre fest sein sollten.
Wie weit Eon das noch oben treiben will ist natürlich schwierig zu sagen. Aber spätestens bei ca. 0,35€ wäre schluss, da Solarstrom (ab 0,15 €) + Speichern (über Standardbatterie 0,20 €) ansonsten für jeden billiger wäre.
Mit dem Ganzen hätte man viele Vorteile erreicht:

- Die Diskussion mit den Geringverdienern und zu teuren Strompreisen ist erledigt.
- Es lohnt sich für alle mehr Strom einzusparen
- PV-Anlagen mit Eigenverbrauch werden noch interessanter
- Speicher für PV lohnen mehr und werden zur "Spielwiese" für alle, die genau auf 1000kWh kommen wollen

Das System kostet keine Steuergelder, allerdings einiges an schwierigen Kalkulationen für Eon und Co

Man erkennt auf Eon kommen schwere Zeiten zu. Das Oligopol wird langsam gebrochen....
PV-Abhängiger

Haste einmal PV-Strom geschnuppert, willste immer mehr...
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon Sunraven » 29.03.2012, 09:23

Ich habe noch eine tolle Idee:
Der Staat zahlt nicht den Strom, den die Geringverdiener verbrauchen, sondern bezahlt die Energieeffizienz - also LED Lampen im Haushalt, vielleicht eine kleine Plug-and-Play Solaranlage für den Balkon. Da dürfte doch der EON Chef nichts dagegen haben, denn er fordert das ja aus sozialer Verantwortung. :lol:
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Zuletzt geändert von Sunraven am 29.03.2012, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon Cruso » 29.03.2012, 09:29

Die wollen nur die Preise weiter erhöhen
und merken, eine gewisse kritische Masse kann ihre Energierechnungen schon jetzt nicht mehr begleichen.
Macht sich diese kritische Masse vermehrt bemerkbar, sind höhere Energiepreise ausgeträumt.
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon PV-Berlin » 29.03.2012, 09:46

Ich antworte mal mit dem Focus Worten:

Fakten Fakten Fakten

geht doch einfach auf eines der Verbraucherportale und gebt 3.500 kWh und eine Berliner PLZ ein 12043 Berlin, steht für Neuköln Karl-Marx-Str. (schlimmer geht nimmer)

hier

12 Paket 3700 von priostrom

Postleitzahl: 12043
Jahresverbrauch: 3500 kWh
Verbrauchspreis: Paketpreis für 3.700 kWh
848,00 Euro (=22,92 Cent/kWh)
Mehrverbrauchspreis
35,00 Cent/kWh
Grundpreis: keiner
Bonus: 25 % Neukundenbonus
Zusatzkosten: keine
Kaution: keine
Preisgarantie: 12 Monate eingeschränkte Preisgarantie
Zahlungsweise: monatlich
Vorauskasse: nein
Vertragslaufzeit: 12 Monate
Verlängerung: 12 Monate
Kündigungsfrist: 3 Monate

Gesamtkosten: 636,00 Euro/Jahr
inkl. aller Boni, Kosten und Rabatte für das erste Jahr


Dann hat man sogar noch Luft (200 kWh) und zahlt für 3.500 kWh effektiv 18 Cent brutto für die kWh.

Wenn die Leute zu faul oder zu dumm sind oder zu viel Geld haben (bin mir fast sicher, dass die angeblichen armen Haushalte weit weniger wechselfreudig sind, als Leute über 100.000, € p.A.) dann kann ich ihnen auch nicht mehr helfen.

Zudem zahle ich eh "einigen" H4 Beziehern nicht nur den Strom. Was mich aber auch nicht wirklich tangiert, in dem Sinne, dass ich diesen das nicht neide oder sie gar als Schmarotzer betrachte.

Das selbst Hauptschüler in Neuköln mit Hilfe von Google in einer Doppelstunde rausbekommen, dass die Strompreissteigerungen der letzten 20 Jahre ganz prima auch ohne EEG Umlage / EE funktioniert, lasse ich mal einfach nicht so stehen.


Wie darf sich in 2012 ein angestellter VV profilieren? Also wenn ich schon solche Scheiße absondere, dann doch bitte so, dass dies irgendwie zu meiner Gehaltsgruppe passt. Wenn man selbst zu doof ist, dann lässt man sich solche Ideen von seinem Vorzimmer aufschreiben. Oder denkt dieser Wicht echt! er wäre im Bilde? Offensichtlich steigt Macht auf Zeit einigen zu sehr in den Kopf und vernebelt die Realitäten "ein wenig". Trunken vor Erfolg beim Totmachen der PV in D. dreht man nun völlig durch?
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: E.on-Chef fordert Strom-Zuschuss für Geringverdiener

Beitragvon Sonnenmelker » 29.03.2012, 09:55

Moin,
mir geht das scheinheilige Getue so auf den Sack.
Als ob die Strompreiserhöhung eine Erfindung des EEG wäre, ohne die Erneuerbaren wären wir wenigstens bei dem gleichen Preis, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit darüber.
Hier die Strompreisentwicklung, über sehr lange Strecken ohne EEG
Besonders die Schere zwischen Sonderabnehmer und Normalverbraucher spricht eine deutliche Sprache.

strompreisentwicklung.jpg


Gruß
Manfred
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