Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon nesalb » 25.05.2012, 10:05

Liebe PV-Gemeinde,

ich habe heute von einem Solateur folgenden Vorschlag erhalten:

Solateur: „Sie können sowohl auf Ihren RSE als auch auf einen Solarlog verzichten wenn Sie sich auf die Nordseite Ihres Daches noch ca. 3 kWp draufbauen. Auf der Südseite -20°, Dachschräge 37°, keine Verschattung, bauen Sie 5 kWp drauf. Dann haben Sie insgesamt rund 8 kWp. Aufgrund der etwas geringeren Ausbeute auf der Nordseite werden Sie nie mehr als 5,6 kWp einspeisen (da Eigenverbrauch) und somit geht kein Strom verloren und Sie benötigen, wie schon geschrieben, keinen teuren RSE und keinen Solarlog. Da auf die Nordseite ab Nachmittag bis Abends doch einiges an Sonne scheint, haben Sie dann auch noch mehr Strom zum Kochen etc.“

Auch der Preis pro kWp wird dadurch etwas geringer.

Was haltet Ihr von diesem Ansatz?

Schöne Grüße und schon mal :danke:

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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon macnetz » 25.05.2012, 10:24

Hallo,

der Ansatz ist folgerichtig und zeigt nur die Unsinnigkeit der 70%-Regelung.

Er erinnert an die Vorliebe der Deutschen "Steuern sparen, koste es was es wolle"
Es werden dabei absichtlich Ertrags-Verluste (pro installiertem Modul) produziert um die wenigen Prozente des geringeren Ertrags der 70%-Regelung zu vermeiden.

Falsch an der Angabe des Solateurs ist dass bei der Berücksichtigung des Eigenverbrauchs der Solarlog gespart werden kann.
Ohne Steuerung durch den Solarlog muss der WR fest auf die 70% eingestellt sein und kann daher den selber genutzten Strom nicht berücksichtigen.

Schöne Feiertage
Anton
Zuletzt geändert von macnetz am 25.05.2012, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon Taiwan » 25.05.2012, 10:30

Der Ansatz könnte fast von mir sein :wink:

Gruß
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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon eggis » 25.05.2012, 10:42

Bedenkt aber, dass sich der Gesamtertrag der Anlage durch das Norddach verringert. Auch mit der Norddachvariante entstehen Verluste. Einfach mal durchrechnen. Ein 37° geneigtes Norddach hat gegenüber einem Süddach mit der gleichen Dachneigeung ca. 40% geringere Erträge. Ich kann mit nicht vorstellen, dass diese Varianten günstiger als RSE oder Solarlog ist. Will der Anbieter die evtl. nur zusätzliche Leistung verkaufen?
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon herrohlson » 25.05.2012, 10:46

Moin,
dass der WR auf 70% eingestellt werden muss, habe ich noch nie gehört. Wie soll das gehen ? Richtig ist m.E.n., dass der WR unterdimensioniert werden muss auf 70% und dass es daher in deinem Fall zunächst plausibel ist 8kw mit einem 5kw WR zu betreiben.
Allerdings rechnet dir der Solateur deine Nordseite schön. Da wir nicht viel zusammenkommen an Strom und du zahlst für die 3Kw ca. 5k €. Nun rechne dir selbst aus, ob sich da ein Solarlog mit Einspeisemanagement allein auf der Südseite nicht eher lohnt.
Ein Nebenaspekt ist allerdings der längere Tagesverlauf, den du für den Eigenverbrauch nutzen kannst. Wenn du in den Abendstunden viel Strom verbrauchst (weil du dich dann immer vor deinen 60Zoll Plasmabildschirm setzt ;-))), mag sich das eher rechnen.
Trotzdem: ein Norddach im Winter ist eine traurige Sache..

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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon nesalb » 25.05.2012, 12:08

Danke für die schnellen Antworten.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Solateure an den "kleinen RMH-Besitzern" eine goldene Nase verdienen wollen und mir ist das langsam zu blöd. Wenn es so weiter geht, werde ich diesen Aufwand komplett sein lassen. Das beste Angebot was ich derzeit habe hat sich nach ca. 15 Jahren (Best case) amortisiert und das dauert mir einfach zu lange.

Zurück zur Nordseite:

Ertrag bei meiner Südseite und ca. 5 kWp in etwa 4500 kWp / Jahr
Ertrag bei meiner Nordseite und ca. 3 kWp in etwa 60% von 2700 kWp / Jahr sprich 1620 kWp / Jahr
Gesamtertrag rund 6120 kWp / Jahr davon ca. 25% Eigenverbrauch ist 1530 kWp und der Rest wird eingespeist und das sind dann 4590 kWp als rund 57% vom Gesamtertrag

Vier Personenhaushalt mit Kochen am Mittag, im Durchschnitt 1xSpühlmaschine und 1xWaschmaschine am Tag.

Ist diese Rechnung so einigermaßen plausibel also mit ungefähr +/- 10 % Genauigkeit?

Schöne Grüße

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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon win_solar » 25.05.2012, 12:21

Hallo,
von dieser Nordseitenvariante würde ich absehen:
Wenn du einen 5k-Wechselrichter einsetzen möchtest, solltest du an diesen max 6,24kWp hängen,
bspw. 4kWp auf der Südseite und 2,24kWp auf Nord.
Was meinst du mit welcher Anlage der Ertrag höher ist?
Süd 4kWp/Nord 2,24kWp >>70%-Regel hart am Wechselrichter oder
Süd 6,24kWp >> 70% hart am Wechselrichter?
Ich bin mir sicher, dass Letztere besser laufen würde! oder ist jemand anderer Meinung?
Ich hatte es in deinem Fall schon mal erwähnt, dass für dich die weiche 70%-Regel optimal ist, da du einen hohen Eigenverbrauch generieren kannst. Wenn es um Kostenminimierung geht würde ich in diesem Fall sogar die harte 70%-Regel anwenden.
Gruss Win
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Re: Verluste bei 70% Abregelung vermeiden

Beitragvon macnetz » 25.05.2012, 12:24

hallo nesalb,

ein Verkäufer hat andere Interessen als ein PV-Betreiber ;)

Du kannst dich hier im Photovoltaikforum schlau machen und eine für deine Situation optimale PV-Anlage planen.
Dann findest du auch einen Solateur der sie dir installiert :D

Es gibt 2 Grenzen bei der Anlagengrösse: einmal 10 kWpeak wg. der 80/90-Grenze im geplanten EEG
zum Anderen gibt es eine "Geringfügigkeits-Grenze" bei der Blindleistung des WR. Dazu gibt es hier einige Beiträge.

Ich würde erst einmal diese optimale Anlage unterhalb der Blindleistungs-Grenze in der Planung bevorzugen. Details dazu habe ich leider nicht im Kopf - nimm die Suchfunktion im Forum.

schöne sonnige Feiertage
Anton
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