Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon adamendres » 23.08.2012, 14:50

futureman hat geschrieben:Die 70%-Regelung bedeutet nicht, dass lediglich 70% des Stromertrags vergütet wird, sondern dass die Anlage höchstens 70% der Nennleistung (Wp) der Module ins Netz abgeben darf. Bei Deiner Anlage würde es bedeuten, die Anlage darf nicht über 2,31kW ins Netz einspeisen. Wenn Du Dir dann mal Deine Erzeugungskurve des WR ansiehst, wirst Du erkennen dass er evtl. (bei blauen Himmel) für rund 2 Stunden da drüber kommt. Das auch nur im Sommer. Bei nicht exakter Südausrichtung noch weniger. Insgesamt ensteht so durch die 70% Regelung nur ein Jahresminderertrag von 2-5%.

Ich möchte Ihnen ja gerne folgen. Natürlich sind Ihre Ausführungen richtig. Der Wechselrichter setzt zu jeder Tageszeit die volle gelieferte Leistung der Module in Wechselstrom um. Ihre 70% Regelung konnte aber nicht umgesetzt werden. Am 09.07.2012 hat mich der Deutsche Bundestag wie folgt belehrt:

"Die EEG-Novelle 2012, die der Deutsche Bundestag am 30.06.2011 beschlossen hat und die am 01.01.2012 in Kraft getreten ist, sieht vielmehr vor, dass die Anlagenbetreiber nach den Ausführungen des BMU wählen können, ob sie ihre Anlagen mit Einrichtungen zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung ausstatten möchten oder die Einspeiseleistung dauerhaft auf 70 Prozent der maximalen Einspeiseleistung reduzieren."


Das BMU hat nicht geschrieben das die Anlage höchstens 70% der Nennleistung (Wp) der Module ins Netz abgeben darf. Die Nennleistung der Module liegen bei 3,3 KWp. Die ist aber nur bei ca. 1000 lux (Lichteinheit) erreichbar. Wenn ich nun den Wechselrichter dauerhaft auf 70 Prozent der maximalen Einspeiseleistung einstelle, dann reduziert er die aktuelle Leistung zu jeder Tageszeit.
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon black » 23.08.2012, 15:04

maximale einspeiseleistung=engpassleistung=3,3kw
und nein, der wr begrenzt dann fix auf 70% von 3,3kw, egal wieviel strom vom dach kommt! punkt
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon futureman » 23.08.2012, 15:09

"Die EEG-Novelle 2012, die der Deutsche Bundestag am 30.06.2011 beschlossen hat und die am 01.01.2012 in Kraft getreten ist, sieht vielmehr vor, dass die Anlagenbetreiber nach den Ausführungen des BMU wählen können, ob sie ihre Anlagen mit Einrichtungen zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung ausstatten möchten oder die Einspeiseleistung dauerhaft auf 70 Prozent der maximalen Einspeiseleistung reduzieren."

Das BMU hat nicht geschrieben das die Anlage höchstens 70% der Nennleistung (Wp) der Module ins Netz abgeben darf. Die Nennleistung der Module liegen bei 3,3 KWp. Die ist aber nur bei ca. 1000 lux (Lichteinheit) erreichbar. Wenn ich nun den Wechselrichter dauerhaft auf 70 Prozent der maximalen Einspeiseleistung einstelle, dann reduziert er die aktuelle Leistung zu jeder Tageszeit.


70% der maximalen Einspeiseleistung (3,3kw) sind nunmal 2,31kw. Wenn die Anlage 1,5 kw auf dem Dach macht kommt aus dem WR auch 1,5kw raus; nicht 1,05kw.
Der Passus dient ja nur dazu evtl. Lastspitzen zu kappen um das Netz nicht unnötig für die 3 Tage an denen die Vollleistung ankommt auszubauen.


P.S.: Die Nennleistung gibt es übrigens bei 1000W Einstrahlung, wenn es dabei am Modul 25°Grad ist und die Sonne durch 1,5 AE scheint (bekommt man auf Dauer nur mit drehbarer und gekühlter Anlage hin)
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon adamendres » 23.08.2012, 17:17

futureman hat geschrieben:
Der Passus dient ja nur dazu evtl. Lastspitzen zu kappen um das Netz nicht unnötig für die 3 Tage an denen die Vollleistung ankommt auszubauen.

Was sind Lastspitzen die zu kappen sind? Selbst wenn es zur Vollleistung kommt, dass Sie als Lastspitzen bezeichnen, überlasten diese nicht das Netz. Im Gegenteil die kleinen Anlagen entlasten völlig das Netz. Zu Mittagszeiten ist der Strombedarf am höchsten (Hausfrauen kochen, ..., Spülmaschine läuft) und die Strompreise an der Leipziger Strombörse sind am niedrigsten. Es kann für die "3 Tage" schon mal passieren, dass man überhaupt kein Fremdstrom beziehen muss. Welch ein Jammern in meiner Nachbarschaft! :shock:
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon eggis » 23.08.2012, 17:37

Moin adamendres,
adamendres hat geschrieben:Was sind Lastspitzen die zu kappen sind?

Lastspitzen ist das falsche Wort. Es sind Einspeisespitzen.
adamendres hat geschrieben:Zu Mittagszeiten ist der Strombedarf am höchsten (Hausfrauen kochen, ..., Spülmaschine läuft)

Aber nur wenn man nicht wo anders arbeitet. Sonst läuft mittags nur der Kühlschrank und etwas Standby-Verbrauch.
Dann muss der Strom schon in Stadtzentrum oder in Gewerbegebiet geliefert werden.
adamendres hat geschrieben:und die Strompreise an der Leipziger Strombörse sind am niedrigsten.

Das ist die Krux am derzeitigen Marktsystem. Das wird aber schon an anderer Stelle diskutiert.
adamendres hat geschrieben:Es kann für die "3 Tage" schon mal passieren, dass man überhaupt kein Fremdstrom beziehen muss.

Auch Nachts? So ein Verbrauchsverhalten gibt es (noch) nicht.

Im Prinzip hast du aber mit deiner Meinung recht. Ich bin auch gegen eine pauschale Abregelung der Kleinanlage, weil es keinen Sinn macht hier in die Einspeisung einzugreifen, um das Netz zustabilisieren. Die schalten sich von alleine ab, wenn die zulässige Spannung im Netzbereich überschritten wird. Wir hatten Pfingsten ein paar User die sich hier gemeldet haben und berichteten, dass ihre Anlagen für ein paar Stunden vom Netz gingen, weil die WR die Spannung nicht mehr so weit anheben konnten, ohne die maximale Spannung von 253V zu überschreiten.
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon Ligand » 23.08.2012, 19:04

Ralf Hofmann hat geschrieben:beides hat seine Berechtigung, langfristig ist eine Rundsteuerlösung jedoch zwingend.
Durch die 70% Lösung können heute erheblich mehr PV-Anlagen im gleichen Netzabschnitt installiert werden, diese Lösung ist also dafür da, die Netzausbaukosten zu reduzieren oder mindestens, um den nötigen Netzausbau etwas hinauszuzögern.
Gleichzeitig kann damit mehr PV installiert werden wie ohne 70% Lösung.


Wär es nicht deutlich billiger und viel einfacher, wenn der Netzbetreiber, an überlasteten Netzabschnitten, einfach einen Heizwiderstand installiert und diesen bei Bedarf zuschaltet, um den überschüssigen Strom einfach zu verbrennen?

Später könnte man dann diese Heizwiderstände gegen bezahlbare Speicher austauschen.

Aber die jetzige Regelungen verteuert doch nur die Kosten von PV-Anlagen und wird später einmal, wenn der komplette überschüssige Strom gespeichert werden kann, sich negativ auswirken, da viele Kleinanlagen wegen 5% Mehrertrag im Jahr nicht wieder auf 100% umgestellt werden.
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon smoker59 » 23.08.2012, 21:39

Ligand hat geschrieben:Wär es nicht deutlich billiger und viel einfacher, wenn der Netzbetreiber, an überlasteten Netzabschnitten, einfach einen Heizwiderstand installiert und diesen bei Bedarf zuschaltet, um den überschüssigen Strom einfach zu verbrennen?

:twisted: Na, das wäre ja noch schöner :!: Kostbaren EE-Strom einfach durch den VNB nutzlos verheizen lassen :!:
Das langfristige Ziel sollte es sein, den am Tage zuviel erzeugten Strom möglichst kostengünstig im Speicher des Anlagenbetreibers zu speichern und bei Bedarf (nachts oder bei Bewölkung) einzuspeisen.
mit freundlichem Gruß
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon adamendres » 23.08.2012, 21:55

eggis hat geschrieben:
Im Prinzip hast du aber mit deiner Meinung recht. Ich bin auch gegen eine pauschale Abregelung der Kleinanlage, weil es keinen Sinn macht hier in die Einspeisung einzugreifen, um das Netz zustabilisieren. Die schalten sich von alleine ab, wenn die zulässige Spannung im Netzbereich überschritten wird. Wir hatten Pfingsten ein paar User die sich hier gemeldet haben und berichteten, dass ihre Anlagen für ein paar Stunden vom Netz gingen, weil die WR die Spannung nicht mehr so weit anheben konnten, ohne die maximale Spannung von 253V zu überschreiten.

Unser Problem ist es, dass wir uns auf politischer Ebene nicht durchsetzen können. Recht haben immer nur die Großen. Sie machen die Gesetze und weil Millionen von Kleinanlagen in der Bilanz doch was bewirken könnten, hält man verbissen daran fest auch Kleinanlagen abregeln zu wollen. Liegt ein Überangebot an Strom vor, wird das Netz nicht belastet die Spannung und Frequenz im Netzt steigt an und die Wechselrichter schalten ab. EEG 2012 – Netz- & Anlagenschutz -. AR-N-4105. Bei Anlagen ≤ 30 kVA darf der NA Schutz im Wechselrichter integriert sein.

Aber wo sind die vielen Kleinanlagen die das Stromnetz angeblich belasten könnten? Ich habe in meinem Umkreis gesucht, aber nichts gefunden. Jetzt kann man sich vielleicht bildlich vorstellen wo meine überschüssigen 900 Watt hinfließen könnten an den "3 Tagen" beim strahlenden hellen Sonnenschein im Jahr. Im Stadtzentrum oder im Gewerbegebiet kommt nichts an. Ich muss auch Strom für die Nacht speichern. Auf dem Wind ist zuminderst bei uns in der Gegend kein Verlass.
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon Ligand » 24.08.2012, 16:57

smoker59 hat geschrieben:
Ligand hat geschrieben: :twisted: Na, das wäre ja noch schöner :!: Kostbaren EE-Strom einfach durch den VNB nutzlos verheizen lassen :!:


Lieber nutzlos verheizen, als die nächste Million Solaranlagen mit 30% Regelung oder Sofortabschaltung unnötig zu verteuern!

Außerdem fehlt Strom durch die 30% Regelung zu bestimmten Zeiten im Netz und es müssen wieder Konventionelle Kraftwerke die Lücke schließen. Einfach verheizen ist nach Speichern die beste Lösung!

Das Netz wird entlastet und es können noch mehr Solaranlagen ans Netz.
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Re: Kleine Anlagen aus dem EEG rausnehmen

Beitragvon win_solar » 24.08.2012, 17:03

Ligand hat geschrieben:
smoker59 hat geschrieben:
Ligand hat geschrieben: :twisted: Na, das wäre ja noch schöner :!: Kostbaren EE-Strom einfach durch den VNB nutzlos verheizen lassen :!:


Lieber nutzlos verheizen, als die nächste Million Solaranlagen mit 30% Regelung oder Sofortabschaltung unnötig zu verteuern!
Außerdem fehlt Strom durch die 30% Regelung zu bestimmten Zeiten im Netz und es müssen wieder Konventionelle Kraftwerke die Lücke schließen. Einfach verheizen ist nach Speichern die beste Lösung!
Das Netz wird entlastet und es können noch mehr Solaranlagen ans Netz.


Hallo,
was meinst du mit 30%-Regelung?
Eventuell die 70%-Regel? dadurch werden Anlagen nicht teurer, sondern günstiger.
Gruss Win
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