70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon jodl » 25.01.2012, 16:25

photo hat geschrieben:Stell dir vor, die Heizpatrone macht aus einer kWh elektrisch eine kWh thermisch u. das ohne Verluste!

Du sparst Dir 11 Cent für die kWh Brennstoff (dabei entstehen Verluste durch schlechten Anlagennutzungsgrad bei der Warmwassererzeugung des Wärmeerzeugers mit Öl bzw. Gas), bekommst noch 13 Cent Einspeisevergütung weil du damit über die 30% Regelung kommst und dein Wärmeerzeuger spart Betriebsstunden!!!

Die Rentabilität steigt zudem automatisch mit den Jahren in denen die Brennstoffkosten steigen. Zudem sparst Du Dir im Sommer die Stromkosten für den Warmwasserbereiter.


mit welchem Brennstoff rechnest du da für 11 cent pro kWh, Goldwasser oder so?
13 cent beim Eigenverbrauch sinds auch nicht sondern 12,43
und das nur für den Anteil über den 30 %
darunter gibts 8,05 cent
auf wieviel % Eigenverbrauch kommst du im Sommer mit einer 10 kWp-Anlage wenn du Warmwasser für einen 3 Personen Haushalt brauchst (und nicht für die ganze Siedlung) ?
Stromkosten für einen Warmwasserbereiter im Sommer spart sich auch nur der, der vorher schon mit einer Heizpatrone gearbeitet hat (oder sein Wasser mit dem Tauchsieder warm macht)

also bitte, eine nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsberechnung mit vernünftigen und zutreffenden Annahmen und nicht so einen pauschalen Käse
die 6.000 Euro für die Steuerung und den Heizstab müssen ja auch noch irgendwo angesetzt werden
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon smoker59 » 26.01.2012, 20:01

photo hat geschrieben:Hallo Smoker59,

:shock: jaja ab 20.000€ inkl. einer 10 kWp-PV-Anlage!

:D Die Steuerung inkl. Pufferspeicher, Heizpatrone, Einbau etc. liegt bei ca. 6.000€. Da sieht die Rentabilität doch annehmbar aus, oder?


OK, ok, hast ja recht ich hab nicht genau gelesen. :? Aber wenn die da so eine tolle "Rentabilitätsberechnung" machen anstatt einfach hinzuschreiben was das Ding kostet, dann werd ich von Natur aus schon misstrauisch. Dieser tollen Aufstellung glaub ich pauschal erst mal nicht, mal ganz davon abgesehen, ob es sinnvoll ist mit PV-Strom Warmwasser zu erhitzen.
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon Ralf Hofmann » 29.01.2012, 10:43

Hallo zusammen,

ich möchte nochmal auf die Eingangsfrage zurückkommen.
Ich denke, es sind schon alle Komponenten am Markt um das sauber und zulässig zu machen.

Ich fange mal hinten an:

Saftwerk hat geschrieben:3. Wer zertifiziert das Gesamtgebilde (Bürokratie)


Imho ist grundsätzlich alles zugelassen, was den Zweck erfüllt und die entsprechenden Prüfungen hat, um in der EU für den Anschluss an`s Stromnetz zugelassen zu sein.
Das EEG verlangt vom Anlagenbetreiber, dass er am Netzanschlusspunkt auf 70% begrenzen muss, so er sich für diese Variante entscheidet.
Der Netzbetreiber hat da nur insofern `reinzureden, dass durch die Art dieser Begrenzung nicht die Netzsicherheit gefährdet sein darf und dass die Forderung aus dem EEG sicher erfüllt werden muss, fertig.

Ich glaube nicht, dass es da einer speziellen Zertifizierung für das Gesamtpaket braucht.

Saftwerk hat geschrieben:2. Wie begrenzt man den Wechselrichter bei fehlerhaften Verbraucher (Verbraucher -> Dimmer -> Wechselrichter)


Das ist die Hauptfrage, um die`s eigentlich geht.
Ob wir eine Batterie laden, Wasser kochen oder Licht machen, damit Strom verbraucht wird ist dem VNB egal.
Das EEG fordert, dass die max. mögliche Einspeisung DEFINITIV auf 70% Generatorleistung begrenzt ist.

Dieses Ziel kann man ganz einfach mit am Markt befindlicher und zugelassener Technik erreichen.
Das Verfahren dazu ist auch recht einfach:
Einen optimal für den Generator ausgelegten, NICHT auf 70% reduzierten WR nehmen, der über ein Rundsteuergerät begrenzt oder abgeregelt werden kann.
Damit haben wir schonmal einen WR, der definitiv den Regeln der Technik entspricht UND einen optimalen Wirkungsgrad bringt.

Der Eingang des WR, wo eigentlich der Rundsteuerempfänger abregeln soll wird dazu benutzt, den WR abzuregeln wenn mehr als 70% eingespeist werden.
Dazu benötigt man einen Zähler oder einen Impulsgeber mit entsprechendem Signalausgang und ein Steuergerät, was bei einer vorher eingespeicherten Einspeiseleistung (70% der max. Generatorleistung) einen passenden Impuls an den WR sendet, der dann abschaltet.
Solche Steuergeräte gibt`s schon, ich habe gerade aber nicht griffbereit, wo. Eine SPS sollte das leisten können und die sind ja zweifellos zugelassen.
Evtl. gibt`s auch Zähler, die keinen Impulsausgang zum reinen Zählen haben, sondern die ein Relais ansteuern können bei einem programmierbaren Ereignis (in diesem Fall einer bestimmten Einspeiseleistung).
Dann haben wir sogar beides in einem (bereits zugelassenen) Gerät!

Damit ist der Forderung des EEG genüge getan. Was sollte ein VNB gegen diese Lösung sagen können?

Jetzt muss man nur noch etwas bauen, damit der überschüssige Strom sinnvoll verbraucht wird, BEVOR das Steuergerät den WR abschaltet, z.B. bei 69,5% der max. Generatorleistung.
Aber das ist nicht mehr das Bier des VNB, was wir da einbauen geht nur uns Betreiber etwas an. Muss nur den allgemeinen Regeln für`s Elektrohandwerk entsprechen und darf keine Netzstörung verursachen.

Saftwerk hat geschrieben:1. Wie steuert man den Dimmer an (Verbindung Wechselrichter -> Dimmer -> Verbraucher)


Jetzt kommen alle Eure weiteren Lösungen, die den VNB nix angehen und wo der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.
Ich würde mir etwas bauen, womit ich meinen Gabelstapler, der sowieso die meiste Zeit ungenutzt `rumsteht als Pufferspeicher benutzen kann. Mit ENS natürlich.

P.S.: Die von mir vorgeschlagene Lösung deckt übrigens auch die Möglichkeit ab, später einen Rundsteuerempfänger nachzurüsten.
Da man zwischen beiden Varianten ja wechseln kann (Wechsel ist nirgendwo verboten und darum erlaubt), würde ich mich für die Variante mit dem Rundsteuerempfänger entscheiden, ausser mein Netzbetreiber akzeptiert nur ein sauteures Modell.
Wenn man einen Rundsteuerempfänger hat (oder nur die Anlage mit passendem WR darauf vorbereitet, das ist ja zulässig, wenn der Netzbetreiber noch keine Rundsteuertechnik hat), kann man immer noch wie ich beschrieben habe auf die 70% Variante gehen. Insbesondere dann, wenn der VNB zu oft absteuert. :wink:
MfG
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon smoker59 » 29.01.2012, 11:34

Ralf Hofmann hat geschrieben:Dazu benötigt man einen Zähler oder einen Impulsgeber mit entsprechendem Signalausgang und ein Steuergerät, was bei einer vorher eingespeicherten Einspeiseleistung (70% der max. Generatorleistung) einen passenden Impuls an den WR sendet, der dann abschaltet.
Solche Steuergeräte gibt`s schon, ich habe gerade aber nicht griffbereit, wo. Eine SPS sollte das leisten können und die sind ja zweifellos zugelassen.

Sicher gibt`s sowas schon, aber diese Steuergeräte sind nicht speziell für diesen Zweck gedacht, sondern je nach Programmierung (z.B.SPS) universell einsetzbar. Man muss also überall noch ein bisschen "nachjustieren" bzw."dazubauen", die SPS z.B. muss entsprechend programmiert werden. Und das glaube ich werden die VNB`s nicht akzeptieren. Wenn SMA oder wer auch immer eine Kiste herstellt, die genau das kann und die auch eine entsprechende Zulassung hat, dann dürfte es keine Probleme geben, aber wenn "Otto-Normal-Bastler" eine solche Schaltung mit herkömmlichen Bauteilen zusammenbaut, dann wird er vorraussichtlich erhebliche Schwierigkeiten haben diese Schaltung vom VNB anerkannt zu bekommen, selbst wenn er nachweisst, daß die Schaltung einwandfrei funktioniert und ihren Zweck erfüllt.
mit freundlichem Gruß
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon Ralf Hofmann » 29.01.2012, 15:25

Hallo smoker59,

smoker59 hat geschrieben:Und das glaube ich werden die VNB`s nicht akzeptieren.


genau da sind wir am Punkt.
Gibt`s irgendeine technische Richtlinie oder vergleichbares, das den Netzbetreibern erlaubt, etwas nicht zu akzeptieren oder etwas ganz bestimmtes zu fordern?
Denn reine Willkür der Netzbetreiber gibt`s in dieser Frage ja nicht.
Ihre TABs dürfen die auch nicht machen, wie sie Lust und Laune haben sondern nur in einem engen, vorgegebenen Rahmen.

smoker59 hat geschrieben:Wenn SMA oder wer auch immer eine Kiste herstellt, die genau das kann und die auch eine entsprechende Zulassung hat,


Gibt`s sowas? Ich glaube nicht.
Elektrobauteile müssen doch nur gewissen Normen entsprechen, sonst gibt`s da doch gar keine weiteren speziellen Zulassungen für irgendetwas, oder?
Die Unzulässigkeit, Elektrobauteile zu verbauen beschränkt sich doch nur darauf, dass man die Strom- und Spannungsbereiche, für die sie gebaut sind im Betrieb nicht überschreiten darf bzw. die Schutzklasse auf den Einbauort bezogen.
Also relativ allgemeine Vorschriften, nix mit speziellen Zulassungen.
Unsere Wechselrichter haben imho auch keine spezielle Wechselrichterzulassung, weil`s die gar nicht gibt.
Sie erfüllen lediglich vorgegebene Parameter, die in verschiedenen technischen Regelwerken festgelegt sind.
MfG
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon smoker59 » 29.01.2012, 15:58

Ralf Hofmann hat geschrieben:Elektrobauteile müssen doch nur gewissen Normen entsprechen, sonst gibt`s da doch gar keine weiteren speziellen Zulassungen für irgendetwas, oder?
Die Unzulässigkeit, Elektrobauteile zu verbauen beschränkt sich doch nur darauf, dass man die Strom- und Spannungsbereiche, für die sie gebaut sind im Betrieb nicht überschreiten darf bzw. die Schutzklasse auf den Einbauort bezogen.

Ich versuch`s mal zu erklären: Wenn ich mir ein Verlängerungskabel baue, dann nehme ich dafür 1 Schukostecker, eine Schuko-Kupplung und 3 Meter Kabel 3x 0,5mm² aus dem Baumarkt. Alle Teile sind zugelassen, Tüv-abgenommen und weiss der Deubel was sonst noch. Wenn eine Elektrofachkraft das ganze unter Beachtung der VDE-Bestimmungen zusammenbaut ist alles in Ordnung, ich darf das Kabel benutzen.
Mit den gleichen Bauteilen kann ich aber auch ein Kabel bauen, das an beiden Enden einen Stecker hat. Selbst wenn alle Bauteile den gültigen Normen entsprechen darf ich das selbstgebaute Teil nicht benutzen!
Natürlich kann irgendein Bastler mal versuchen eine entsprechende Schaltung zu bauen (wär ja toll, wenn das jemand mal machen würde), der Aufwand den er treiben müsste um das ganze zugelassen zu bekommen übersteigt aber vermutl. bei weitem den Nutzen.
mit freundlichem Gruß
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon Ralf Hofmann » 29.01.2012, 17:40

Hallo smoker59,

smoker59 hat geschrieben:Mit den gleichen Bauteilen kann ich aber auch ein Kabel bauen, das an beiden Enden einen Stecker hat. Selbst wenn alle Bauteile den gültigen Normen entsprechen darf ich das selbstgebaute Teil nicht benutzen!


ja, da hast Du natürlich Recht. Weil der zweite Stecker an dem Kabel nicht normgerecht verwendet wurde.
Oder andersrum gefragt: Gibt`s eine spezielle Zulassung für Verlängerungskabel? Nee, oder?

Kernaussage ist, dass es keiner speziellen Zulassung für genau diesen Zweck gibt und geben muss.
Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass mit allem, was den normalen Zulassungen (Produkt und Einbau desselben) entspricht das gewünschte Ziel erreicht werden kann, ohne dass ein VNB etwas dagegen sagen kann.

So ganz sicher bin ich mir bei meinen Behauptungen aber trotzdem nicht.
Wär` gut, wenn ein Elektromeister oder -Ing. dazu mal etwas sagt.
MfG
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon smoker59 » 29.01.2012, 18:04

Ralf Hofmann hat geschrieben:Wär` gut, wenn ein Elektromeister oder -Ing. dazu mal etwas sagt.

Ich hab doch was dazu gesagt :?:

EDIT: Die Antwort hast du ja selbst schon gegeben. Ein Eigenbau muss, auch wenn er aus zugelassenen Einzelbauteilen besteht, als ganzes den gültigen Bestimmungen entsprechen. Und das müsstest du bei einer entsprechenden Schaltung
ausführlich nachweisen, ggf. mit zig Sachverständigengutachten (und die kosten...). Deshalb hab ich ja auch geschrieben, wär schön wenn`s mal einer macht, dann hätte man sozusagen einen Präzedenzfall, auf den man sich berufen könnte.
mit freundlichem Gruß
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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon EMS_INSANE » 15.02.2012, 21:22

So, nochmal kurz nachhaken:

Die SMA Tripower - WR haben ja z.B. das Multifunktionsrelais. Das kann man so Konfigurieren, das z.B. ab einer gewissen WR-Leistung ein Ausgang geschaltet wird.
Siehe http://files.sma.de/dl/5692/ZusFunktNG-TB-TDE115121.pdf

Evtl. tut sich da ja was in Richtung 70% - Abregelung.

Eigentlich bräuchte man doch nur einen PV-Zähler und einen 2-Wege-Zähler mit S0-Ausgang.
Dazu eine Kleine Schaltung die diese Werte einliest und bei >70% Einspeisung ins Netz einen Ausgang ( Schütz ) schaltet.
( Oder besser: Den WR entsprechend drosselt, aber nur soviel das WR-Leistung = 70% Einspeisung + Eigenverbrauch )

ggf. noch einen Eingang für einen RSE.

So long

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Re: 70%-Regelung durch Eigenverbrauch - Warmwasser

Beitragvon karlh » 15.02.2012, 22:34

Ich überlege auch ein Heizpatrone in den vorhandenen Pufferspeicher (im Bereich für Warmwasser) meiner Heizung einzubauen.

Damit ich die Heizpatrone schalten kann, hab ich mir einen Solarlog 1000 PM+ bestellt, die 1000er Serie ist die einzige Ausführung mit Schatrelais.

Die Heizpatrone kostet laut Heizerer ca. 200 Euro, Steuerung ist kein Problem, der Heizstab hat ein eigenes Thermostat, wenn der Puffer warm genug ist schaltet wir per Thermostat abgeschalten, egal was der Solarlog gerade macht.

Die höheren Kosten für den großen Solarlog hab ich bereits ausgegeben, ob ich den Heizstab kaufe und das so in Betrieb nehme werde ich im Sommer entscheiden.

Gruß Karl
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