70% Einspeisedeckelung

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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70% Einspeisedeckelung

Beitragvon R+M » 24.07.2012, 13:20

Hallo, ich bin neu hier, obwohl unsere 5,1 kwp-Anlage schon seit 2/2012 in Betrieb ist.
Was mich jetzt doch ärgert, ist die Deckelung unserer PV-Strom Einspeisung auf 70% des Spitzenwertes. Wir verbrauchen 25 bis 30% unseres PV-Stroms selbst und speisen auch in der Mittagszeit nicht alles ein, da wir zu dieser zeit auch Eigenverbrauch haben. Trotzdem begrenzte uns der örtliche Netzbetreiber am Wechselrichter bei der Installation auf 70% weil er es angeblich durfte. Inzwischen ist klar er hätte erst abwarten müssen, wie die mögliche Ausfallentschädigung geregelt wird. So gesehen hätten wir bis auf weiteres 100% einspeisen dürfen bis diese Regelung erstellt ist. Aber eine Umstellung durch den Solateur wäre mit Arbeitsstunden ~ so teuer wie der zusätzliche Gewinn. Also bleiben wir knurrend bei 70%. :evil:

Zusätzlich will der Netzbetreiber einen Vertrag über Messstellenbetrieb bei dem er dann monatlich Geld verlangt - also von der Vergütung abzieht - nur für die Übermittlung der Daten. Ich finde das ist nicht angebracht. :( Was meint ihr dazu?
Ist das bei eurem Netzbetreiber auch so?
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Re: 70% Einspeisedeckelung

Beitragvon eggis » 24.07.2012, 13:43

Moin R+M,

R+M hat geschrieben:Was mich jetzt doch ärgert, ist die Deckelung unserer PV-Strom Einspeisung auf 70% des Spitzenwertes. Wir verbrauchen 25 bis 30% unseres PV-Stroms selbst und speisen auch in der Mittagszeit nicht alles ein, da wir zu dieser zeit auch Eigenverbrauch haben.

Möglicherweise wäre eine flexible Abregelung der Wechselrichter mittels Solarlog günstiger geworden. Mit einem RSE wärst du der psycholoischen Belastung bei der Betrachtung der abgeflachten Einspeisekurve aus dem Weg gegangen.
R+M hat geschrieben:Trotzdem begrenzte uns der örtliche Netzbetreiber am Wechselrichter bei der Installation auf 70% weil er es angeblich durfte. Inzwischen ist klar er hätte erst abwarten müssen, wie die mögliche Ausfallentschädigung geregelt wird.

Bei der 70% Regelung gibt es keine Ausfallentschädigung. Die gibt es nur bei der Fernabregelung.
R+M hat geschrieben:So gesehen hätten wir bis auf weiteres 100% einspeisen dürfen bis diese Regelung erstellt ist. Aber eine Umstellung durch den Solateur wäre mit Arbeitsstunden ~ so teuer wie der zusätzliche Gewinn. Also bleiben wir knurrend bei 70%.

Das sehe ich nicht so. Einspeisemanagement benötigt eine Steuerung der Einspeiseleistung mittels RSE, womit die Anlage über ein Schütz ganz abgeschaltet wird oder in der Leistung auf 60/30/0% heruntergeregelt wird.

Welche Regelung gewählt wird, bleibt dir überlassen und darf nicht vom Netzbetreiber aufgezwungen werden.
R+M hat geschrieben:Zusätzlich will der Netzbetreiber einen Vertrag über Messstellenbetrieb bei dem er dann monatlich Geld verlangt - also von der Vergütung abzieht - nur für die Übermittlung der Daten. Ich finde das ist nicht angebracht. Was meint ihr dazu?
Ist das bei eurem Netzbetreiber auch so?

Dann betreibe die Messstelle doch selber!
Im EEG steht....
Anlagenbetreiberinnen und -betreiber sind berechtigt, den Anschluss der Anlagen sowie die Ein­
richtung und den Betrieb der Messeinrichtungen einschließlich der Messung von dem Netzbetreiber
oder einer fachkundigen dritten Person vornehmen zu lassen.

Da steht berechtigt und nicht verpflichtet einen Messstellenbetreiber auszuwählen.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: 70% Einspeisedeckelung

Beitragvon buergersolar » 24.07.2012, 16:52

R+M hat geschrieben:Zusätzlich will der Netzbetreiber einen Vertrag über Messstellenbetrieb bei dem er dann monatlich Geld verlangt - also von der Vergütung abzieht - nur für die Übermittlung der Daten. Ich finde das ist nicht angebracht. :( Was meint ihr dazu?
Ist das bei eurem Netzbetreiber auch so?
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Die EnBW will neuerdings auch Geld für die Messung haben - obwohl man selber den Zähler ablesen und den Stand mitteilen muss. Dazu gibts einen eigenen Thread.

Sonnige Grüße
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Re: 70% Einspeisedeckelung

Beitragvon R+M » 25.07.2012, 19:04

Hallo eggis,
vielen dank für deine antworten und einschätzungen.
dazu folgendes noch
1. solarlog-einsman -wäre- wir haben bei der beauftragung 2011 noch gar nicht gewusst, was an komplikationen in 2012 alles auf uns zukommt, und das nur für 4 monate und dann wurde es wieder anders (politisch totales chaos!) nun haben wir eben keine solarlog steuereung, und eine nachträgliche einbindung kostet ca. 800.-€ was höchstens auf sehr lange sicht lohnt, wenn überhaupt.
2. zu " Das sehe ich nicht so. Einspeisemanagement benötigt eine Steuerung der Einspeiseleistung mittels RSE, womit die Anlage über ein Schütz ganz abgeschaltet wird oder in der Leistung auf 60/30/0% heruntergeregelt wird."
bei unserem regionalen EVU gibt es nur 100% abschaltung per schütz, wenn abgeschaltet wird. - RSE mit diversifizieren % gibt es für kleinanlagen nicht und wäre für größere anlagen extrem teuer (mehrere 1000.-) - also entscheidet die wirtschaftlichkeit.
3. zu "Dann betreibe die Messstelle doch selber!"
unser regionales EVU verlangt die daten online in einer ganz speziellen formation in spezieller business-software, dienst also alles dazu nicht EVU-eigenen messstellenbetrieb auszugrenzen, (so macht man geschäfte aus der sicht des EVU) und so werden die PV-Stromerzeuger ausgenommen, um wenig für den grünen strom ausgeben zu müssen.

ich meine das müsste auf der politischen, gesetzlichen ebene eindeutig geregelt werden, was offensichtlich noch nicht so weit ist. hoffen wir das beste lieber leser,
bin daran interessiert zu erfahren ob es bei anderen EVUs oder regionalen Netzbetreibern so aus sieht
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Re: 70% Einspeisedeckelung

Beitragvon jodl » 25.07.2012, 19:26

R+M hat geschrieben:3. zu "Dann betreibe die Messstelle doch selber!"
unser regionales EVU verlangt die daten online in einer ganz speziellen formation in spezieller business-software, dienst also alles dazu nicht EVU-eigenen messstellenbetrieb auszugrenzen, (so macht man geschäfte aus der sicht des EVU) und so werden die PV-Stromerzeuger ausgenommen, um wenig für den grünen strom ausgeben zu müssen.


jetzt muß ich wieder mein Standardbeispiel anbringen:
du gehst in den Edeka und kaufst dir eine Banane
dann sagst du an der Kasse: "ich brauche die daten online in einer ganz speziellen formation in spezieller business-software"
was glaubst du passiert dann?
genau.
schreib deinem Netzbetreiber einfach selbst Rechnungen, die muß er dann zahlen und dann muß er halt selbst zusehen wie er die Daten aus deiner Rechnung in sein Spezialformat bringt.
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Re: 70% Einspeisedeckelung

Beitragvon eggis » 25.07.2012, 22:32

R+M hat geschrieben:2. zu " Das sehe ich nicht so. Einspeisemanagement benötigt eine Steuerung der Einspeiseleistung mittels RSE, womit die Anlage über ein Schütz ganz abgeschaltet wird oder in der Leistung auf 60/30/0% heruntergeregelt wird."
bei unserem regionalen EVU gibt es nur 100% abschaltung per schütz, wenn abgeschaltet wird. - RSE mit diversifizieren % gibt es für kleinanlagen nicht und wäre für größere anlagen extrem teuer (mehrere 1000.-) - also entscheidet die wirtschaftlichkeit.

Da sehe ich kein Problem, da es keinen Sinn macht kleine Anlagen zu regeln, um das Netz zu stabilisieren.

jodl hat geschrieben:schreib deinem Netzbetreiber einfach selbst Rechnungen, die muß er dann zahlen und dann muß er halt selbst zusehen wie er die Daten aus deiner Rechnung in sein Spezialformat bringt.

Ja! So steht´s im Gesetz. Der Netzbetreiber ist zur Abnahme und Vergütung des Stroms verpflichtet.
Er kann die Zahlung also nicht verweigern, nur weil die Einspeisedaten nicht im gewünschten Format vorliegen.
Mit sonnigen Grüßen
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