Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger
Moderator: Mod-Team
von JayM » 20.09.2012, 23:53
open source energy hat geschrieben:Jochen,
Wir haben einen höchst elitären Kreis mit den PVlern. Zum einen braucht man zu aller erst mal ein eigenes Haus und dann noch Bonität oben drauf.
Naja, 1 000 000 Kraftwerksbetreiber (2 000 000 Beteiligte inkl. Ehefrauen/Ehemänner? 3 000 000 inkl. Kind) statt 4 Kraftwerksbetreibern ist ja schonmal nicht schlecht  Und mit fallenden Preisen, einfacherer Technik für den Hausanschluß und vor allem einfacheren Regeln könnten da auch noch viel mehr Leute teilnehmen. Drei Module an die Balkonbrüstung vom Plattenbau, Stecker rein, fertig! 1000€/Kwp bei EFH halte ich mit der aktuellen Technik kaum darstellbar !
Ich glaube dass da bei rund 1200€ Ende ist (kleiner 7kwp) und das auch nur Netto!
Das mag sein. Die Module sind ja jetzt schon weniger als die Hälfte der Anlagenkosten, und der Rest ist nicht auf einer ähnlich steilen Lernkurve. Umso wichtiger, dass nicht noch extra Dinge beim AC-Anschluß dazukommen, wie z.B. eine Lastgangmessung zur besseren Marktteilnahme (!?!), oder weitere (Ab-)Regelmechanismen. Auf der anderen Seite, 40 c/Wp Module, 10 c/Wp WR, 10 c/Wp Gestell, 15 c/Wp Montage, 500 Euro AC Anschluß und 500 Euro Marge halte ich auch bei 5 kWp Anlagen nicht für undenkbar. Bitte bedenke auch dass die Abrechnung ( EEG Vergütung) je kWh bei einer kleinen Anlage ebenfalls volkswirtschaftlich betrachtet werden muss. Dieser Aufwand ist bei jeder Anlage gleich ebenso wie die Belastung der Finanzämter.
Das ist ein Argument gegen Kleinanlagen im Allgemeinen, nicht gegen eine Abrechnung nach einem einheitlichen Vergütungsschema wie dem EEG. Und da bin ich aus ganz anderen Gründen FÜR mehr Kleinanlagen. Und dann ist es doch für ALLE Beteiligten erheblich einfacher immer mit einem gleichen gesetzlich festgelegten Tariff zu rechnen als dann auch noch jedesmal einen anderen individuell ausgehandelten oder dynamisch an der Börse festgelegten Strompreis zu berücksichtigen. Man stelle sich das Hin und Her vor, wenn das FA jedesmal die Plausibilität des ausgehandelten Strompreises prüfen muß, um Steuertricksereien durch Transferpreise zu verhindern. Oder die Abrechnung mit dem Kunden, wenn sich der Preis jeden Monat (jeden Tag oder jede Stunde?) ändert. Das Chaos bei 100 000en einzelnen Anlagen nach dem neuen Schema wäre kaum auszudenken! Wir werden sehen wo es hingeht. Von mir aus lieber in Richtung 4 000 000 Kraftwerksbetreiber als in Richtung 1 300 000. Gruß Jochen
14,8 kWp, 80 Solar Fabrik 150/10A 185 Wp, Fronius IG 150 Plus 23 kWp, 96 Bosch cSi 60M 240 Wp, Danfoss TLX+ Pro 55 kWp, 282 Frankfurt Solar 195 Wp, Danfoss TLX+ Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH
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von open source energy » 22.09.2012, 09:53
@ Jochen
Alles soweit richtig aber bei 80mio Einwohner dennoch nicht gerade berauschend.
Es geht nicht darum jemanden der ein Haus hat Geld in den A. Zu stecken sondern darum volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sauberen Strom zu erzeugen.
Wer eine kleine Änderungsschneiderei in seinem Haus betreibt muss auch die Werbetrommel rühren. Ehrlich gesagt finde ich Deine Äußerungen recht befremdlich dass 500€ es nicht Wert sind an einem Markt teilzunehmen. Ich weiß ja nicht aus welcher Ecke Du kommst aber hier bei uns betreiben sehr viele ein kleines Unternehmen sei es im Beauty Bereich oder anderen Dienstleistungen. Die Müssen für das Geld sogar noch arbeiten. Hast Du schon mal bei Ebay geschaut wegen welchen Beträgen Menschen Produkte verkaufen und versenden?
Ehrlich gesagt zeigt mir das wieder wie weltfremd PVler geworden sind ... Echt schade..
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von hpt » 22.09.2012, 10:25
open source energy hat geschrieben:Wir haben einen höchst elitären Kreis mit den PVlern. Zum einen braucht man zu aller erst mal ein eigenes Haus und dann noch Bonität oben drauf....
Ich hoffe, dass Plug-and-Play Anlagen bald auch in D völlig legal betrieben werden dürfen und Mieter sich ein paar Module an ihre Balkongeländer schrauben, so dass der Stromzähler in der Mittagszeit auch mal rückwärts dreht. Im Moment ist das ja offenbar noch eine rechtliche Grauzone, wie ich den diversen Diskussionen hier entnehme. Sollte aber eine Frage der Zeit sein, bis es legal ist - spätestens nach der nächsten Bundestagswahl mit einer hoffentlich anderen Bundesregierung wird das wohl kommen. Ich sehe schon die Werbeprospekte von ALDI: "Ihr Zuhause-Kraftwerk - jahrzentelang Strom günstig selber erzeugen".... 
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von open source energy » 22.09.2012, 10:43
Hoffentlich nicht sonst den die Häuser noch schlimmer aus...
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von hpt » 22.09.2012, 11:24
open source energy hat geschrieben:Hoffentlich nicht sonst den die Häuser noch schlimmer aus...
Mit Solarmodulen an Hauswänden / Balkonen habe ich persönlich weniger Probleme als mit Satellitenschüsseln. Dass man als Solarteur von Plug and Play nicht gerade begeistert ist, kann ich natürlich auch verstehen... 
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von diesonnelacht » 22.09.2012, 12:25
open source energy hat geschrieben:Ehrlich gesagt finde ich Deine Äußerungen recht befremdlich dass 500€ es nicht Wert sind an einem Markt teilzunehmen.
Wo schreibt er das denn? In einem anderen Thread ("Bricht uns...") wird klar, dass "viele Wege nach Rom führen": PV-Berlin, Modila, OSE, ihr habt alle eure Marktbereiche. Alles mehr oder weniger unternehmerisch und gut so. Aber auch 1-10 kWp auf Hausdächern muss im Rennen bleiben und dafür braucht es klare Regelungen, wie Jochen sie fordert bzw. wie das EEG sie bietet. Das EEG müsste m.M. nach nur modifiziert werden (z.B. keine Einspeisung mehr, wenn die EE-Erzeugung den Verbrauch insgesamt übersteigt - Die 70%-Regelung geht in diese Richtung). Dabei sollte allerdings erstmal der Einspeisevorrang konsequent umgesetzt werden; fossile Erzeuger sollten also verdrängt werden. Das ist bis jetzt nicht immer der Fall! Auch "Plug&Play" hat seine Berechtigung, mehr als einen Zähler mit Rücklaufsperre braucht es nicht (bis auf die obligatorischen Sicherheitsregeln, die ggf. noch angepasst werden müssen).
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von open source energy » 22.09.2012, 12:35
Hier... Gut es sind keine 500€ genannt sondern u.a. 750€ JayM hat geschrieben: .
Anlagen bis 30 kWp einer Börse oder frei verhandelten Stromlieferverträgen auszusetzen ist betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich einfach Unsinn. Schauen wir mal ein bisschen in die Zukunft. 1000 Euro/kWp und 10 c/kWh Vergütung. Da reden wir selbst bei 30 kWp über eine Investition von nur 30 000 Euro und einen JahresUMSATZ von 3000 Euro. Da bleiben nach AfA und ein bisschen Betriebskosten unter 1500 Euro/a Gewinn. Bei 15 kWp (das Gros der Anlagen heute ist nicht größer) reden wir dann über < 750 Euro/a, bei 5 kWp über 250 Euro/a. Wenn man zukünftig statt 70% Regelung eine 50% Regelung zur Stabilisierung der Netze braucht oder in Zukunft auch öfter vergütungslos abgeregelt wird, reden wir sogar über noch weniger. Wieviele Stunden pro Jahr soll man sich dafür mit der Teilnahme am Marktgeschehen beschäftigen? Wieviel von den 1500 / 750 / 250 Euro/a soll man da Anwälten, Vermittlern oder Absatzaggregatoren abgeben?
Ich bin ja nicht mit dem EEG verheirtatet (und finde mich selber auch gut in einem weniger einfachen Markt zurecht!) Aber wie vermeiden wir volkswirtschaftlich ineffiziente Bürokratie in der Vermarktung von kleinen Strommengen? Wie schaffen wir es auch weiterhin unternehmerisch weniger interessierte und qualifizierte Bürger zu Investitionen in die Stromversorgung zu ermutigen?
Nicht indem wir allen, die nicht Vollzeit-PVler sind oder nicht sowieso schon Unternehmer, das Recht absprechen an der neuen dezentralen Energieversorgung teilzunehmen.
Die vielen Diskussionen über nicht-EEG Kleinanlagen zeigen ja auch schon, dass es vielen gar nicht so sehr ums Kasse machen geht, sondern dass es hauptsächlich einfach und überschaubar bleiben muß. Wenn Du dafür einen besseren Vorschlag hast als das EEG bin ich ganz Ohr.
Gruß Jochen
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von solarstein » 22.09.2012, 13:08
Bei Erreichen der 52 GWp-Marke liegt die Einspeisevergütung für Kleinanlagen bei ca . 0,07€. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Preis für Kleinanlagen (4-6 kWp) unter 1300€/kWp fallen wird. Man muss ich also schon vorher Gedanken über den optimalen Mix aus Wegschmeißen, Speichern, Lastverlagerung und Brennstoffsubstitution (Wärme) machen.
Wahrscheinlich wird es von den Ökostromanbietern Kombiangebote geben aus Versorgung zu Zeiten geringer Einstrahlung und Aufkauf von Überschüssen.
Man sollte gesetzlich Regeln, dass vorrangig Anlagen abgeregelt werden, die sich im EEG-Bilanzkreis befinden. Anlagen, die über Direktvermarktung einspeisen, sollten keinen Ärger bekommen, wenn sie auf einmal aufgrund von Maßnahmen des VNBs im NS-Netz ihre Lieferverpflichtung nicht mehr erfüllen können.
Dann sollte geregelt werden, dass Altanlagen nach Ablauf der 20 Jahre ihren Strom zu 0cent einspeisen dürfen, d.h. Anlagen nicht nachträglich mit Technik zur Abregelung nachgerüstet werden müssen, die zum Zeitpunkt der Anlagenerrichtung garnicht vorgesehen war.
Mit sonnigen Grüßen, solarstein
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von Fjack » 22.09.2012, 14:00
18x S170M 45° Neigung, Ausrichtung 220°, SB3300TL 7x S170M 52° Neigung, Ausrichtung 220°, SB1100 Schletter, Solarlog 400e (defekt) Terrassendach teiltransparent, Ertex-Solar, 2,15kWp an SB2100TL NO-Dach mit Yingli 11x210W + 15x225W an SB4000TL-21
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von Andi_HB » 22.09.2012, 14:49
Zu dem von JayM gesagten ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. OSE ich gehöre auch zu diesem elitären Kreis *lach* die ein EFH ihr eigen nennen. Davon gibt es in der BRD wohl hunderttausende denke ich. Und die Bonität ist gerade durch das EEG kein Problem. Ich hätte meine 5,13KWp sicher auch ohne Einspeisevergütung finanziert bekommen, aber so war das ganze überhaupt keine Frage. Und der Aufwand für da FA hält sich sicher auch in Grenzen - wird ja eh Online per Elster abgeschickt. Also bei solch kleinen und sinnvollen Anlagen macht das EEG mit seiner Vergütung einfach Sinn. Eine bessere Lösung hast du bisher auch noch nicht genannt. Gruß Andi_HB
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