Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon Chiemseer75 » 20.01.2012, 11:44

Hier wird ständig diskutiert was der Einzelne tun kann um die PV Spitzen abzufedern,Speicher zu bauen usw usw.
Dabei wäre es doch viel logischer die riesen Stromverbraucher mit ins Boot zu holen, denn diese haben z.T erhebliche Möglichkeiten riesen Mengen an Strom zu verbrutzeln und das Tag und Nacht!
Zur Erklärung:
Viele große Firmen haben sich eigene relativ flexibel regelbare Kraftwerke gebaut um ihre Engeriekosten zu senken.
Nun müsste man darüber nachdenken, wenn zuviel Windstrom,PV-Strom etc. im Netz ist Verträge mit diesen "Großverbrauchern" zu schließen,so das diese Ihre eigenen Kraftwerke drosseln und mehr Strom aus dem Netz ziehen und das natürllich nur um die Netze zu stützen!
Der Strom in dieser Zeit müsste natürlich um einiges günstiger sein als der eigenerzeugte !
Damit würde eine WinWin Situation entstehen die allen nützt.

Der Hintergrund hierfür ist das Industrie und Gewerbe und Handel ca. 75% des Stroms verbrauchen und Wir "Verbraucher" nur 20% ich denke mit solchen Massnahmen und Veträgen könnten erhebliche Überschüsse an EEG Strom verbrutzelt werden und im Gegenzug eben Erdgas etc. eingespart werden!

Was haltet Ihr davon??
Liebe Grüße
Chiemseer75

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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon buergersolar » 20.01.2012, 13:30

Die Frage ist, wie du "Überschuss" definierst. Ich sehe einen EE-Überschuss dann, wenn schon alle konventionellen Kraftwerke so weit wie möglich gedrosselt/abgeschaltet sind und trotzdem noch zuviel Strom im Netz ist.
Wenn das nicht der Fall ist, haben wir keinen EE-Überschuss, sondern einen konventionellen Überschuss.

Das mit den Verträgen ist unnötig. Wenn es einen Überschuss gibt, sinken die Preise an der EEX, sogar manchmal bis ins negative. Jeder Industriekunde wäre blöd, wenn er in solch einer Situation nicht den geschenkten oder sehr günstigen Strom einkauft und seine eigenen Kapazitäten runterfährt.

Problem ist allerdings, dass die Industrie-Kraftwerke meist in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden und wenn man den Prozessdampf oder die Wärme braucht, kann man das Kraftwerk nicht einfach runterfahren. Der Strom ist nur das Abfallprodukt.

Übrigens: Gehört dieser Thread nicht eher nach "Energiepolitik"? Hat ja mit "News" nix zu tun...

Sonnige Grüße
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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon pv_erft » 20.01.2012, 13:43

Ich kenne einige der größten Stromverbraucher dieses Landes. Und die warten nicht darauf, daß jemand "billiger EEG-Strom!" ruft, sondern brauchen den Strom zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Menge und für eine bestimmte Dauer. Solche Prozesse müssen auf Teufel komm raus durchlaufen.

Und wie sollen die Betriebe warten können? Sollen die Mitarbeiter Däumchen drehen, soll die Produktionskette so enspannt werden, daß auch 2h Pause keine Rolle spielen?
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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon Chiemseer75 » 20.01.2012, 14:11

@pv-erft

Ich habe ja auch nie geschrieben,dass die Industrie sich mit EEG Strom versorgen soll.
Sondern nur die Spitzeneinspeisungen aus Wind und Sonnenstrom verbruzzeln soll um die Stromnetze im Ernstfall zu stützen!

@buergersolar

Bei vielen Betrieben ist aber auch der Prozessdampf der Abfall und nicht der Strom !!
Aber bei dem Argument mit dem billigen Strom von der Strombörse muss ich dir recht geben!!

Ach ja ich arbeite übrigens auch in einem "kleinen Betrieb" mit ca.1,5 bis 2 TWh Stromverbrauch pro Jahr schon an dieser Zahl sieht man wieviel Energie hier fließt!
Liebe Grüße
Chiemseer75

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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon GAST » 20.01.2012, 14:16

pv_erft hat geschrieben:Ich kenne einige der größten Stromverbraucher dieses Landes. Und die warten nicht darauf, daß jemand "billiger EEG-Strom!" ruft, sondern brauchen den Strom zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Menge und für eine bestimmte Dauer. Solche Prozesse müssen auf Teufel komm raus durchlaufen.

Und wie sollen die Betriebe warten können? Sollen die Mitarbeiter Däumchen drehen, soll die Produktionskette so enspannt werden, daß auch 2h Pause keine Rolle spielen?


Trotzdem wird es bereits heute durchgeführt!!
Ich arbeite bei einem der großen Verbraucher in der Energieversorgung :wink:

Das die Firmen oftmals eigene KWK-Kraftwerke betreiben ist richtig, aber mit diesen Kraftwerken nehmen sie z.b. an der Bereitstellung von positiver oder negativer Minutenreserve teil.
Dazufahren sie dann nach bedarf ihre eigenen Kraftwerke hoch wenn zu wenig Strom im Netz ist, dazu wird überschüssiger Dampf entweder "ausgeblasen" oder per Kondensator niedergeschlagen.
Wenn zuviel Strom im Netz ist wird der Dampf nicht über die Turbine zur Stromerzeugung geleitet sondern über Reduzierstationen gefahren um die notwendigen Dampfparameter (Druck, Temperatur) einzuhalten.

Bei z.b. großen einzelverbrauchern wird es auch so gemacht das diese z.b. ihren Bezug drosseln in dem sie ihre Anlagen runterfahren oder aber ihren Bezug erhöhen in dem sie ihre Anlagen hochfahren.
Große Verbraucher in der chemischen Industrie sind da z.b. Chloralkalieelektrolysen, in der Metallindustrie z.b. Aluhütten.
Diese Verbraucher haben ja nicht nur eine Elektrolysestraße oder einen Schmelzofen sondern viele, zudem sind diese (meist oder immer??) so ausgelegt das man sie nicht auf Vollast fahren muss, sondern auch auf Teillast.
Wenn also ein Stromüberschuß vorhanden ist werden die Produktionsstraßen entweder an oder hochgefahren, wenn zuwenig Strom vorhanden ist, dann werden diese Produktionen zumindest auf Teillast gefahren.

Gerade Aluhütten leben davon das sie den Strom "geschenkt" bekommen, teilweise bekommen sie sogar noch Geld obendrauf wenn sie die vereinbarte Menge Strom zusätzlich abnehmen.

Ist also nichts neues....
Einzig bei den kleineren Verbrauchern könnte da noch was gehen, denn viele können die geforderten (es waren mind. 50MW) nicht zusätzlich bereitstellen, bzw. abnehmen.
Wenn man zusätzliche Regelenergie benötigt müssten die Einzelblöcke kleiner aufgesplittet werden, und wenn es ab 1 MW oder 5 MW losgeht, im Komunikationszeitalter sollte sowas doch auf Knopfdruck angefordert und bestätigt werden können.

Es gab bei uns Tage da hat der Lastverteiler uns aufgefordert die Stromproduktion auf ein bestimmtes Minimum zu drosseln obwohl wir garkeine Minutenreserve angeboten haben, da war einfach der Börsenstrompreis so "günstig", das man den abgenommenen Strom noch vergütet bekommen hat.

Dazu muss man wissen das man Brennstoff einsparen kann wenn man den Dampf nicht über eine Turbine sondern stattdessen über eine Reduzierstation auf die gewünschten Parameter reduziert!!

Gruß
Jörg
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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon Chiemseer75 » 20.01.2012, 14:30

@Gast danke für deine Infos aus erster Hand ist echt interessant!
Liebe Grüße
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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 15:08

@GAST:

Ich schließe mich Chiemseer75 an: Sehr spannend, DANKE!

Grüße

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Re: Überschüssigen EEG Strom der Industrie verkaufen!!

Beitragvon PV-Berlin » 20.01.2012, 16:13

Im Grunde ist es lächerlich! Die Merkel und ihr Möchtegern Ökonom (Finanzminister) jammer tagtäglich über die auch so bösen Finanzmärkte und lassen bei der Strombörse so große Löscher, dass da Busse durchfahren können.

Aller Strom muss über die Börse gehandelt werden
Los-Größe muss auf ein Maß reduziert werden, dass es auch Mittelständler (Dienstleistern) in die Lage versetzt mitzuspielen.

Den Rest machen dann schon Leute die ein wenig mehr Talent haben, als Frau Dr. Merkel. Der transparente und vollständige Markt ist die perfekte Art viel "Probleme" zu lösen. Ob nun bei Staatsanleihen oder kWh.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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