pv_erft hat geschrieben:Ich kenne einige der größten Stromverbraucher dieses Landes. Und die warten nicht darauf, daß jemand "billiger EEG-Strom!" ruft, sondern brauchen den Strom zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Menge und für eine bestimmte Dauer. Solche Prozesse müssen auf Teufel komm raus durchlaufen.
Und wie sollen die Betriebe warten können? Sollen die Mitarbeiter Däumchen drehen, soll die Produktionskette so enspannt werden, daß auch 2h Pause keine Rolle spielen?
Trotzdem wird es bereits heute durchgeführt!!
Ich arbeite bei einem der großen Verbraucher in der Energieversorgung
Das die Firmen oftmals eigene KWK-Kraftwerke betreiben ist richtig, aber mit diesen Kraftwerken nehmen sie z.b. an der Bereitstellung von positiver oder negativer Minutenreserve teil.
Dazufahren sie dann nach bedarf ihre eigenen Kraftwerke hoch wenn zu wenig Strom im Netz ist, dazu wird überschüssiger Dampf entweder "ausgeblasen" oder per Kondensator niedergeschlagen.
Wenn zuviel Strom im Netz ist wird der Dampf nicht über die Turbine zur Stromerzeugung geleitet sondern über Reduzierstationen gefahren um die notwendigen Dampfparameter (Druck, Temperatur) einzuhalten.
Bei z.b. großen einzelverbrauchern wird es auch so gemacht das diese z.b. ihren Bezug drosseln in dem sie ihre Anlagen runterfahren oder aber ihren Bezug erhöhen in dem sie ihre Anlagen hochfahren.
Große Verbraucher in der chemischen Industrie sind da z.b. Chloralkalieelektrolysen, in der Metallindustrie z.b. Aluhütten.
Diese Verbraucher haben ja nicht nur eine Elektrolysestraße oder einen Schmelzofen sondern viele, zudem sind diese (meist oder immer??) so ausgelegt das man sie nicht auf Vollast fahren muss, sondern auch auf Teillast.
Wenn also ein Stromüberschuß vorhanden ist werden die Produktionsstraßen entweder an oder hochgefahren, wenn zuwenig Strom vorhanden ist, dann werden diese Produktionen zumindest auf Teillast gefahren.
Gerade Aluhütten leben davon das sie den Strom "geschenkt" bekommen, teilweise bekommen sie sogar noch Geld obendrauf wenn sie die vereinbarte Menge Strom zusätzlich abnehmen.
Ist also nichts neues....
Einzig bei den kleineren Verbrauchern könnte da noch was gehen, denn viele können die geforderten (es waren mind. 50MW) nicht zusätzlich bereitstellen, bzw. abnehmen.
Wenn man zusätzliche Regelenergie benötigt müssten die Einzelblöcke kleiner aufgesplittet werden, und wenn es ab 1 MW oder 5 MW losgeht, im Komunikationszeitalter sollte sowas doch auf Knopfdruck angefordert und bestätigt werden können.
Es gab bei uns Tage da hat der Lastverteiler uns aufgefordert die Stromproduktion auf ein bestimmtes Minimum zu drosseln obwohl wir garkeine Minutenreserve angeboten haben, da war einfach der Börsenstrompreis so "günstig", das man den abgenommenen Strom noch vergütet bekommen hat.
Dazu muss man wissen das man Brennstoff einsparen kann wenn man den Dampf nicht über eine Turbine sondern stattdessen über eine Reduzierstation auf die gewünschten Parameter reduziert!!
Gruß
Jörg
"Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du." Mahatma Gandhi
Die FDP hat nur 3% Befürworter in Deutschland verursacht aber 50% der Kosten im Bundeshaushalt !!
Zitat von eggis!!