Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

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Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon cfx » 30.01.2012, 11:48

Hallo liebe PV-Gemeinde,

viele von Euch machen ihre Ertragsdaten ja über diverse Portale öffentlich. Warum eigentlich?
Es sind ja immerhin abrechnungsrelevante Daten die Euch gehören. Euer Gehalt oder den persönlichen Steuersatz haltet Ihr ja auch geheim.
Kann es nicht ein Nachteil sein, dem Finanzamt, dem Nachbarn, usw. sowas bekann zu machen?
Was, wenn durch einen Fehler mal zuviel/zuwenig gemeldet wird? Manchmal kommt es z.B. beim Eigenverbrauch ja schon drarauf an wann welche kWh erzeugt wurde.
Ich frage konkret, weil ich Überlege mich bei so einem Portal zu registrieren. Ich bin nicht sicher bin ob ich es später mal bereuen könnte.

Gruß,
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon eggis » 30.01.2012, 12:12

Moin Cfx,

ich denke du hast keinerlei Nachteile durch ein Veröffentlichung der Daten. Das Meiste kannst du sowieso beim Netzbetreiber recherchieren. Denn nach EEG besteht eine Veröffentlichungspflicht von Seiten des ÜNB. Meine Anlage steht zum Beispiel beim ÜNB "50Hertz" drin.
Ich denke, der Vorteil in einem Ertragsportal registriert zu sein überwiegt, da durch div. Vergleichsmöglichkeiten, du schnell feststellen kannst, ob die eigene Anlage richtig läuft.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon buergersolar » 30.01.2012, 12:16

cfx hat geschrieben:Hallo liebe PV-Gemeinde,

viele von Euch machen ihre Ertragsdaten ja über diverse Portale öffentlich. Warum eigentlich?
Es sind ja immerhin abrechnungsrelevante Daten die Euch gehören. Euer Gehalt oder den persönlichen Steuersatz haltet Ihr ja auch geheim.
Kann es nicht ein Nachteil sein, dem Finanzamt, dem Nachbarn, usw. sowas bekann zu machen?
Was, wenn durch einen Fehler mal zuviel/zuwenig gemeldet wird? Manchmal kommt es z.B. beim Eigenverbrauch ja schon drarauf an wann welche kWh erzeugt wurde.
Ich frage konkret, weil ich Überlege mich bei so einem Portal zu registrieren. Ich bin nicht sicher bin ob ich es später mal bereuen könnte.

Gruß,
Cfx


Bei uns als Bürgersolaranlage ist es denke ich klar, dass wir die Erträge veröffentlichen. Erstens ist ja nicht öffentlich, wer die Gesellschafter sind, zweitens haben die Gesellschafter selbst ein Interesse an den Ertragsdaten. Über ein Portal ist das der geringste Aufwand.

Aber auch als Privatperson hast du doch eigentlich nichts zu befürchten. Also im SunnyPortal von SMA steht kein Name und keine Anschrift öffentlich (außer, du schreibst es extra hin).
Wenn du befürchtest, der Netzbetreiber könnte dir aufgrund der Ertragsdaten einen Strick drehen, wenn du falsch abgerechnet hast, dann dazu drei Anmerkungen
1) Hast du vor, zu betrügen? Wenn nicht, hast du auch nichts zu befürchten.
2) Der Netzbetreiber hat besseres zu tun als Ertragsportale zu durchforsten.
3) Maßgeblich für die Abrechnung ist, was die geeichten Zähler messen und nicht, was die Wechselrichter selbst messen.

Bezüglich Privatsphäre von wegen Einkommen und so: Klar, das ist dann deine Entscheidung. Aber wenn du deinen Namen nicht auf deine Portalseite schreibst, kann das doch keiner zuordnen. Und wenn du hier im Forum den Link dazu einstellst, weiß auch nur jeder, dass das die Anlage von "cfx" ist. Damit kann ich zumindest nix anfangen. Ich sehe da kein Problem.

Außerdem kann man (zumindest im SunnyPortal) jederzeit für jede einzelne Seite einstellen, ob die öffentlich sichtbar sein soll oder nicht. Wenn du also doch irgendwann schwerwiegendere Bedenken bekommst, kannst du jederzeit alles wieder unöffentlich machen.

Sonnige Grüße
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon kalle bond » 30.01.2012, 12:22

cfx hat geschrieben:Hallo liebe PV-Gemeinde,
viele von Euch machen ihre Ertragsdaten ja über diverse Portale öffentlich. Warum eigentlich?
Es sind ja immerhin abrechnungsrelevante Daten die Euch gehören. Euer Gehalt oder den persönlichen Steuersatz haltet Ihr ja auch geheim.
Kann es nicht ein Nachteil sein, dem Finanzamt, dem Nachbarn, usw. sowas bekann zu machen?
Was, wenn durch einen Fehler mal zuviel/zuwenig gemeldet wird? Manchmal kommt es z.B. beim Eigenverbrauch ja schon drarauf an wann welche kWh erzeugt wurde.
Ich frage konkret, weil ich Überlege mich bei so einem Portal zu registrieren. Ich bin nicht sicher bin ob ich es später mal bereuen könnte.


Ist doch schön, wenn man seine eigene Anlage mit anderen Anlagen in der Nähe vergleichen kann.
Warum so ein Mißtrauen? Bei einer 8 kWp Anlage wird dir niemand nachschnüffeln.
Dein EVU bittet dich 1 x im Jahr, die Daten vom Zähler abzulesen, alles zwischendrin interessiert die nicht.

Grüße Kalle Bond
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon JayM » 30.01.2012, 12:39

Hallo cfx,
trotz des hohen Zubaus hat sich die PV Gemeinschaft immer noch eine leicht idealistische Grundhaltung bewahrt. Man schaut bei anderen rein, um einen Anhaltspunkt für die eigenen Anlagenüberwachung zu haben. Und im Gegenzug stellt man anderen die eigenen Daten unter einem Pseudonym zur Verfügung. Ist 'ne prima Sache.

Übrigens, eine Studie in den USA sagt, dass der Preis der Privatsphäre $ 1,49 ist. Liegt der Rabatt über $ 1,49 geben Leute, die sich sonst über Privatsphäre aufregen, ganz freiwillig ihre Daten, Addresse und Kaufverhalten an die Betreiber der verschiedenen Kunden- und Paybackkarten. Über ein eingeschaltetes Handy sind wir jederzeit zu orten, über Kartenzahlung gelegentlich auch festzunageln, über Videoüberwachung mit Gesichtserkennung im öffentlichen Raum zu verfolgen, und bei Facebook werden wir auch auf Fotos namentlich getagged, die andere ins Netz stellen.

Und die Nachbarn sehen ja sowieso was auf dem Dach ist. Anzahl der Module mal 0,2 (80 cm Module) bzw 0,24 (1 m Module) = Leistung in kWp. Eben Dachneigung und Ausrichtung geschätzt und in PVGIS simuliert, dann wissen die Nachbarn auch ungefähr was du da im Jahr einfährst.

Da kommt es auf ein paar Ertragsdaten auch nicht mehr an.

Gruß
Jochen
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon cfx » 30.01.2012, 12:41

buergersolar hat geschrieben:[...]
1) Hast du vor, zu betrügen? Wenn nicht, hast du auch nichts zu befürchten.
[...]

Dieser Satz ist auch nur eine andere Form von "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten."...
Ein schlimmer Satz, denn es kann durchaus auch mal ein Unschuldiger in gewisse Mühlen graten. (Das ist aber ein anderes Thema.)
Konkret habe ich aber schon erlebt das ich eine mir zustehende Streuerrückzahlung nicht bekommen habe, weil das Finanzamt durch eine falsch verbreitete Information die Beweislast umgekehrt sah.

Gruß,
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon eggis » 30.01.2012, 12:53

Dem Finanzamt und dem Netzbetreiber interessieren nur die Daten vom Zähler. Einzig und allein dieser hat abrechnungsrelevante und steuerliche Bedeutung. Grade automatisch übertragenen Daten über verschiedene Logger, haben doch eine hohe Fehlerquote, da sie die Daten direkt aus dem Wechselrichter beziehen, welcher gar kein geeichtes Messgerät ist. Obwohl ich davon ausgehe, dass die Daten in den Ertragsprotalen ziemlich dem entsprechen, was die Anlagen auch liefern, kann man sich nicht sicher sein, dass einige Betreiber diese evtl, zum prahlen benutzen und dabei auch nicht ganz ehrlich sind.
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon Lodda60 » 30.01.2012, 13:04

Hallo cfx,

deine Bedenken kann ich nachvollziehen und verstehen.

Natürlich ist es auch ein Unterschied, ob ich in den Portalen alle Daten veröffentliche oder nur die, die für die PV-Kollegen interessant sind. Es geht niemanden etwas an (außer dem Netzbetreiber und dem Finanzamt und vielleicht noch der finanzierenden Bank), wie viel Umsatz ich mit der Anlage mache. Dazu haben die andere Datenquellen. Natürlich kann der geschulte Dateninterpret auch mit den erzeugten kWh auch den Umsatz ausrechnen bzw. wie oben schon geschrieben kann ich mir die Daten auch beim VNB holen. Es gibt aber auch Portale (Bsp: http://www.inek.de), in denen für jeden einzelnen Tag gleich der Umsatz angezeigt wird. Ich habe aber auch schon aufgrund der Portaldaten die entsprechenden Anlagenbetreiber darüber informiert, dass mit ihrer Anlage etwas nicht stimmen kann. Sie selbst hatten es dann noch nicht bemerkt, bzw. waren vom Installateur mit einer fadenscheinigen Begründung abgespeist worden.

Datenschutz ist ein bedeutendes Gut. Von daher begrüße ich es auch, wenn sich jemand fragt, ob er seine Daten veröffentlichen soll. Facebook und Payback wurden ja hier schon erwähnt. Du selbst hast auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb kann der Mensch nicht vorsichtig genug sein, aber es bleibt hier letztendlich jedem selbst überlassen seine Daten zu veröffentlichen oder nicht.
Gruß
Lothar
http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda60/darmstadt/4560/4780.html
http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda64/muenster-b-dieburg/4565/4785.html#
http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda63/pfungstadt/4564/4784.html
http://www.youtube.com/watch?v=Ed1hQbXLK3o
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon RasGer » 30.01.2012, 13:29

eggis hat geschrieben:Meine Anlage steht zum Beispiel beim ÜNB "50Hertz"


Das ist ja Klasse! Danke für den Link! :danke:
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Re: Soll ich meine Ertragsdaten veröffentlichen?

Beitragvon Kran01 » 30.01.2012, 17:19

cfx hat geschrieben:
buergersolar hat geschrieben:[...]
1) Hast du vor, zu betrügen? Wenn nicht, hast du auch nichts zu befürchten.
[...]

Dieser Satz ist auch nur eine andere Form von "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten."...
Ein schlimmer Satz, denn es kann durchaus auch mal ein Unschuldiger in gewisse Mühlen graten. (Das ist aber ein anderes Thema.)
Konkret habe ich aber schon erlebt das ich eine mir zustehende Streuerrückzahlung nicht bekommen habe, weil das Finanzamt durch eine falsch verbreitete Information die Beweislast umgekehrt sah.

Gruß,
Cfx


Der erste Satz passt nicht. Es wird niemand aufgefordert, seine Daten zu veröffentlichen, schon gar nicht mit "wer nichts zu verbergen..." Sondern man stellt freiwillig rein, um eben zu vergleichen.

Die zweite Behauptung mit dem FA dürfte ebensowenig stimmen. Hat das FA aus einem Forum/Portal, an dem Du beteiligt warst und anonym etwas veröffentlicht hast, die Informationen? Eher nicht. Es sei denn, Du hast massig bei ebay gewerblich verkauft, da meldet sich schon ab und an das FA.

Wie das eben so ist, mit den Äpfeln und Birnen...
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