Zubau in Indien enttäuscht

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Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Klothilde » 06.10.2012, 07:15

Guten morgen liebe PV-Community,

ich bin soeben über folgende Meldung gestolpert. Ganze 67 MWp wurden im 3. Quartal in ganz Indien installiert. Das kann einem schon einen grossen Schrecken einjagen wenn es um die Aussichten der PV in sonnigen Schwellenländern geht... Vor allem aber zeigt dies dass die grosse Hürde der PV die Finanzierung ist. Kostenseitig ist man schon längst über den Hügel, man hat schon Schweröl und Gas überholt, und knabbert gerade an der Steinkohle. Jedoch bringt diese niedrige Kostenposition nichts wenn man nicht in der Lage ist das Risikoprofil des Investments attraktiv zu gestalten... Und anscheinend ist das in Indien noch niemandem gelungen...

Nachdenkliche Grüsse,

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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Weidemann » 06.10.2012, 12:21

läuft das dort immernoch über die Förderung der Bundesstaaten?
Da haben es doch in der ersten Runde die meisten Unternehmen nicht geschafft, nicht rechtzeitig mit dem Bau fertig zu werden (Fristen), und deshalb dann doch keine Vergütung bekommen...

Das sagt ja schon eine ganze Menge über die fehlenden Voraussetzungen in vielen Ländern, und das, obwohl es in Indien sicher viele fähige Menschen im technisch-planerischen Bereich gibt, zumindest weit mehr als in afrikanischen Ländern... die Inder machen ja schließlich einen guten Teil unserer Arbeit im IT-Bereich :mrgreen:
sonnige Grüße,
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon PV-Berlin » 06.10.2012, 12:54

Was zu erwarten war! Dann werde ich meine Wette wohl gewinnen. Was auch nicht überraschend ist, wenn man als "Gegner" ein Land hat, wo die Elite derart abgehoben und verschwenderisch ist und wo Misswirtschaft und Korruption extreme Blüten treiben.

Zu Indien passt Diesel perfekt! Zumindest wenn man den eindimensionalen Blick der "erfolgreichen" Unternehmer in Indien hat. Das Land entwickelt sich faktisch nicht! Nur einige wenige werden sagenhaft reich.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon irgendwer » 06.10.2012, 15:14

Wie hoch sind die Kapitalkosten bei neuen Dieselmotoren?

Und warum sollte sich eine Indische Firma nicht gegen hohe Dieselkosten 'hedgen' wollen? Wenn sich eine Firma wie Tata Jaguar leisten bzw. finanzieren kann, kann sie sich auch PV finanzieren.

Möglicherweise spielen auch dort die Energiekosten noch keine entscheidende Rolle oder sie wissen es einfach (noch) nicht besser. (Viele Schweizer wollen auch neue AKW, weil sie meinen das gäbe billige Energie).
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Henning_PV » 06.10.2012, 15:55

ich denke das hat viel mit KnowHow zu tun. Ich versuche gerade einen indischen Bekannte zu überzeugen. In Indien gibt es nicht viele Leute die Ahnung haben. Wissen aufbauen dauert eben ein paar Jahre, das sollte man nie unterschätzen.
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Klothilde » 06.10.2012, 16:09

Henning_PV hat geschrieben:ich denke das hat viel mit KnowHow zu tun. Ich versuche gerade einen indischen Bekannte zu überzeugen. In Indien gibt es nicht viele Leute die Ahnung haben. Wissen aufbauen dauert eben ein paar Jahre, das sollte man nie unterschätzen.


Entschuldigung, aber PV ist was für Neandertaler! Modul gen Süden neigen, an WR anschliessen, dann WR ans Netz. Die Inder schicken eigene Raketen ins Weltall und haben die Atombombe!

Mit freundlichen Grüssen,

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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon kalle bond » 06.10.2012, 16:35

CEL und BHEL waren in den 90ern mit die Starterfirmen für PV in Indien.
http://www.celindia.co.in/solar_photoVolt_module.asp
http://www.bhel.com/product_services/product.php?categoryid=38&link=NCES

Später ging Tata ein JV mit BP ein.
http://www.tatapowersolar.com/about_us/about_tata_solar.html#.UHBAXE1LNH8

http://www.solarserver.de/solar-magazin/solar-report/photovoltaik-grossprojekte-in-indien-solar-boom-bringt-das-land-im-weltweiten-photovoltaik-markt-nach-vorne.html

Am know how mangelt es nicht, bei einigen Projekten fehlt allerdings ein wenig der Qualitätsgedanke.
Wäre nicht verwunderlich, wenn die Planung und Umsetzung etwas hinterher läuft, Bürokratie ist nicht unerheblich.
Kann mir aber vorstellen, wenn die mal richtig ins Rollen kommen, dass Indien bald ein wichtiger Faktor für PV ist.
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon PV-Berlin » 06.10.2012, 16:52

In Indien fehlt es an Breite und Tiefe. Klar bauen die eine Atombombe, aber gleichzeitig fällt für Stunden der Strom für x hundert Millionen Menschen aus. Für PV braucht es Netze zumindest dann, wenn man damit Betriebe mit Strom versorgen möchte. Ein Diesel-Aggregat mit 2.000 KW kostet schon richtiges Geld, aber das wird trotzdem eher gemacht, als ein Netz über 30 km mit Umspannwerken etc. zu bauen. Nach Vorstellungen der "Unternehmer" ist es nur wichtig, dass sie Strom haben und die Kosten dafür auf ihre Produkte umlegen können. Das geht natürlich, wenn man 20 Cent je Arbeitsstunde zahlt.

Die Gesamte Infrastruktur ist marode bis nicht vorhanden. Deshalb kann Indien auch nicht wirklich bei Industrieprodukten mithalten, da die Stückkosten viel zu hoch sind. Vom Transport, über Strom etc. Und das obwohl in Sachen Arbeitsschutz oder gar Umweltbelastung die Null machen. 2 Cent billiger ist ein Indisches Chemiewerk im Vergleich zu BASF (Farbstoff) je kg und das obwohl sie alle Abwässer einfach in den "Busch" leiten und ihre Leute unterirdisch bezahlen.

Da wird sich erst etwas verbessern, wenn mal 100.000 Menschen auf einen Schlag tot umfallen. Indien muss erst in Blut waten, bis die Elite sich bewegt, aber die Schmerzgrenze der Bevölkerung ist um Potenzen höher, als in China.

BIP 3.600 $ je Kopf; Platz 128 Indien zu 14.000 $ und das bei einem deutlich weniger Spreizung und einer viel breitenden Industriellen Basis und ungleich mehr Breite (Facharbeiter, Handwerk etc.) bei um Lichtjahre besserer Infrastruktur (Türkai)

Wie kann man da auf Indien setzen? Nur weil da mehr als 1 Mrd. Menschen leben?
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Klothilde » 06.10.2012, 18:13

PV-Berlin hat geschrieben:In Indien fehlt es an Breite und Tiefe. Klar bauen die eine Atombombe, aber gleichzeitig fällt für Stunden der Strom für x hundert Millionen Menschen aus. Für PV braucht es Netze zumindest dann, wenn man damit Betriebe mit Strom versorgen möchte. Ein Diesel-Aggregat mit 2.000 KW kostet schon richtiges Geld, aber das wird trotzdem eher gemacht, als ein Netz über 30 km mit Umspannwerken etc. zu bauen. Nach Vorstellungen der "Unternehmer" ist es nur wichtig, dass sie Strom haben und die Kosten dafür auf ihre Produkte umlegen können. Das geht natürlich, wenn man 20 Cent je Arbeitsstunde zahlt.

Die Gesamte Infrastruktur ist marode bis nicht vorhanden. Deshalb kann Indien auch nicht wirklich bei Industrieprodukten mithalten, da die Stückkosten viel zu hoch sind. Vom Transport, über Strom etc. Und das obwohl in Sachen Arbeitsschutz oder gar Umweltbelastung die Null machen. 2 Cent billiger ist ein Indisches Chemiewerk im Vergleich zu BASF (Farbstoff) je kg und das obwohl sie alle Abwässer einfach in den "Busch" leiten und ihre Leute unterirdisch bezahlen.

Da wird sich erst etwas verbessern, wenn mal 100.000 Menschen auf einen Schlag tot umfallen. Indien muss erst in Blut waten, bis die Elite sich bewegt, aber die Schmerzgrenze der Bevölkerung ist um Potenzen höher, als in China.

BIP 3.600 $ je Kopf; Platz 128 Indien zu 14.000 $ und das bei einem deutlich weniger Spreizung und einer viel breitenden Industriellen Basis und ungleich mehr Breite (Facharbeiter, Handwerk etc.) bei um Lichtjahre besserer Infrastruktur (Türkai)

Wie kann man da auf Indien setzen? Nur weil da mehr als 1 Mrd. Menschen leben?


Ach wissen Sie, Ihre Einsichten sind manchmal tief aber trotzdem einseitig... Zu den schönen Sachen, die Sie oben aufführen, müssten Sie auch aufführen dass Indien einen riesigen Energiehunger hat, tatsächlich 8% pro Jahr wächst (auch wenn das Einkommen schlecht verteilt ist), und dieses Wachstum langfristig nur mit EEs aufrecht erhalten werden kann. Indien hat zwar Kohle, aber marodeste Infrastruktur... PV wird kommen, nicht wegen Wohlwollen, sondern wegen Logik. Die Verteilung des Vermögens und des Einkommens in der Gesellschaft wird auf absehbare Zeit sehr unterschiedlich sein aufgrund des Kasten-Bewusstseins. Da ist die Denke vom Grundsatz diametral anders als in China. Wenn sie als Unberührbarer auf die Welt kommen dann ist das Ihre gerechte Strafe, so ist nunmal die Denke... Aber das hat mit PV nichts zu tun, also mache ich hier schluss...

Viele Grüsse,

Klothilde
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Re: Zubau in Indien enttäuscht

Beitragvon Ulenspiegel » 06.10.2012, 18:55

Mag ja sein , dass PV-Berlin manchmal etwas drastisch ist, allerdings hat er, wenn ich die Aussagen meiner indischen Kollegen zugrunde lege, im Falle Indiens recht.

Es besteht ein völliges Unverständnis bei den meisten gebildeten Indern darüber, welch großen Einfluss eine funktionierende Infrastruktur auf den wirtschaftlichen Werdegang einen Landes haben kann. Nur weil dort Informatiker/Programmierer angesehen sind, bedeutet dieses noch lange nicht, dass ansonsten Technologie geschätzt wird, einfach mal die soziale Stellung eines indischen Bauings ansehen und darüber nachdenken, dass mehr Inder Mobiltelefone haben als Zugang zu Toiletten (Plumskos, um keine Unklarheit aufkommen zu lassen).:-)

Die für mich ehrlichste Einschätzung kam von einem alten indischen Professor, der nach ein paar Monaten in Österreich die für ihn komplett ungewohnte, selbst im Notfall (Probleme durch Grossbaustelle) funktionierende Infrastruktur zum Anlass nahm, um seine pessimistischen Aussichten für Indien, insbesondere im Vergleich zu China, zum Ausdruck zu bringen.
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