Photovoltaik in Bulgarien

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Photovoltaik in Bulgarien

Beitragvon geneva » 11.05.2009, 10:15

Hallo!

Hat sich hier jemand auch schon mit dem bulgarischen Markt auseinandergesetzt?

Brauche Informationen zur Indexierung des derzeitigen Tarifs von LEV 755/MWh (€ 38,8 ct/kWh)

Konkret geht es um den Zuschlag gem. Art.21 Abs.2 welcher derzeit
690,60 beträgt. Es gibt 2 Aussagen. Eine in der behauptet
wird, dass dieser Betrag für die 25 Jahre gleich bleibt und eine in
welcher behauptet wird, dass für alle Anlagen, die Preise jedes Jahr
neu festgelegt werden und der Staat jährlich um max. 5% hinuntergehen kann, er aber auch steigen kann.

Hat hier jemand kontkrete Aussagen?

Danke und lg
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Photovoltaik in Bulgarien | Strompreis | Tarif

Beitragvon microsolar » 12.05.2009, 15:35

Ja das stimmt! Es kann der Tarif jedes Jahr um 5% gesenkt werden, jedoch hat Bulgarien den niedriegsten Stromtarif und ist netto Stromexporteur. Also diese Anpassung ist immer am Strompreis gekoppelt.
Wir haben dazu auch Studien aus Deutschland die von einer steigenden Vergütung ausgehen!

mSg

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einspeisetarif

Beitragvon geneva » 13.05.2009, 11:49

Hallo Thomas,

das kann ich mir leider nicht vorstellen, habe nun mit mehreren Stellen telefoniert und nur ein ganz kleiner Teil (derzeit 3,5ct) sind an den Strompreis gekoppelt. Es ist anzunehmen, dass dieser Teil steigen wird, aber nur bis zu dem Grad wie es dem Land und den Bürgern zumutbar ist.

Der Löwenanteil wird vom Staatsamt garantiert und in Zeiten wie diesen kann man nicht davon ausgehen, dass der Staat die nächsten 25 Jahre nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen wird die Staatskassa so weit wie möglich zu schonen.

Für den Investitionsstandort Bulgarien ist das leider mehr als unvorteilhaft. Kein Großinvestor lässt sich auf so viel Risiko ein. Man kann nur hoffen, dass sich die Regierung nach den Wahlen auf eine Adjustierung dieses Gesetzes einlässt und zumindest einen Teil fix garantiert.

Im Internet kursieren leider viele Falschmeldungen und auch ich möchte mich hier auf nichts festnageln lassen. Die kompetenteste Auskunft kam bisher von der DENA - welche auch den einzig zuverlässigen Förderbericht zur Verfügung stellt. Wer als ernsthaft vor hat dort zu investieren, sollte diese Investition von 420,- tätigen.

http://www.dena.de/de/themen/thema-reg/ ... k-nutzung/
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Beitragvon microsolar » 13.05.2009, 18:31

Danke für den Tipp! Wir wissen das es für Bulgarien Projekte extrem schwierig bis defacto unmöglich Investoren zu finden. Selbst die Tschechen tun sich sehr schwer etc...Also große Projekte laufen nur in wenigen Ländern wieder an.

mSg

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Beitragvon Minidisc » 31.05.2009, 12:38

Ich bin seit 2005 in Bulgarien aktiv. Das, was geneva schreibt, ist leider richtig. Die Sozialisten können den Preis fast nach Belieben ändern, auch für Bestandsanlagen. Nicht nur 5% nach unten!!!

Erst wenn die Gruppierungen (alle Firmen mit dem Namenszusatz "Group") es wollen, wird der Preis fixiert. Und wenn jemand Glück hat, mit von der Partie zu sein, dann kann er in BG was machen. Ich habe Zugriff auf 110.000qm. Flachdächer... So what?

Microsolar hat ja ein Büro in Sofia, müsste das also wissen...
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Beitragvon geneva » 02.06.2009, 12:17

Hallo Minidisc,

sehr interessant. Was hat es mit diesen Groups auf sich und warum haben die Einfluss auf den Einspeisetarif? Wir haben Kontakt mit einer "Group" die behauptet, dass der Tarif bald fix wird, die können das aber natürlich nicht belegen, weshalb es etwas schwierig ist sich darauf einzulassen...

Welche juristische Person ist eine "Group" in Bulgarien?
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Bulgarien

Beitragvon nikos4 » 04.06.2009, 06:29

Ich hatte ein Angebot mit 47 MW auf dem Tisch....

War allen zu heiß..
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Beitragvon Zoran Zak » 06.06.2009, 09:57

@ nikos4

Hallo,

ich benötige für unsere Investoren Anlagen die "ready to build", bzw. kurz vor Erteilung sind.

Uns würde interessieren "wie heiß" Ihr 47 Mw Projekt ist ?!

Herzliche Grüße
Zoran Zak
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Beitragvon Minidisc » 09.06.2009, 23:36

@ geneva: Hallo, der Namenszusatz "Group" hat mit der Gesellschaftsform nichts zu tun. So nennen sich meistens die Firmen, die eine bestimmte Größe suggerieren möchten oder gar darstellen und gleichzeitig dem Bulgarischen Volk klar zu verstehen geben wollen, wer sie sind.

Es sind meistens als eine AG organisiert. So können die wahren Inhaber verborgen bleiben. Fragen Sie doch mal die "Group" mit der Sie Kontakt haben, wer die Eigentümer sind. Lassen Sie sich einen HRB-Auszug zukommen. Ich kann mir vorstellen, dass der Kontakt nicht mehr so bleibt, wie er bisher war. Oder sogar beendet wird.

Es wird viel spekuliert, ob und wann der Preis fixiert wird. Schwarz auf weiß gibt es nichts darüber. Bulgarien ist ein Markt für Kenner. Haben Sie wirklich Investoren oder nur Neugierigen?

Grüßle
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Beitragvon Ruskov » 19.06.2009, 10:24

Hallo,
ich habe mich in diesem Forum nur angemeldet, um auch einen Beitrag zum Thema Photovoltaik in Bulgarien leisten zu können. Wir haben dort bereits sehr gute Erfahrungen darin gesammelt und haben derzeit um die 12 – allerdings kleine – Projekte in den verschiedenen Entwicklungsstufen laufen.
Zunächst sollte man das ganze Thema sachlich angehen. Verschwörungstheorien der Sorte „Group“, „Sozialisten“ etc. sind hier fehl am Platz. Wer sich mit den örtlichen Gegebenheiten arrangiert und vor allem, wichtig, die richtigen Partnern vor Ort findet, kann gute Rendite erzielen. Dass es unseriöse Projektanbieter gibt – das meint wahrscheinlich Minidisc mit „Group“ – liegt auf der Hand. Wo nicht?
Zunächst einmal – wenn Thomas von Microsolar meint, dass Investoren für Bulgarien schwer zu finden sind, dann hat er völlig Recht! Die Gründe sind nach eigener Erfahrung hauptsächlich zwei – einmal die pure Unkenntnis und die Vorurteile und Angst vieler Investoren. Dass Bulgarien sehr gute wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet – wie immer noch niedrige Bodenpreise, 10% FlatTax, an dem Euro gebundene Währung, relativ unkompliziertes Verwaltungsverfahren, relativ gute Sonneneinstrahlung und Einspeisevergütung – wissen viele nicht. Manche winken nur ab, wenn Sie das Wort „Bulgarien“ hören, ohne sich überhaupt mit den Fakten auseinanderzusetzen.
Andererseits muss man bedenken, dass die Vorurteile der Investoren nicht ganz unbegründet sind. Viele der Probleme sind hausgemacht – schlechte Verwaltung, unfähige und korrupte Gerichte, keine langfristige Planung der Energie-Politik, insgesamt mangelnde Rechtssicherheit etc. Das stößt Investoren, teilweise ganz berechtigt, ab.
Zur Anfrage von geneva – das bulgarische EEQ-Gesetz (unter http://www.ruskov-law.eu/Bulgarien/Informationen.html in deutscher Sprache) und die entsprechenden Durchführungsverordnungen sehen eine Abnahmegarantie von 25 Jahren vor. Der geförderte Abnahmepreis ist zwar fest, aber nicht ganz  - es gibt eine staatliche Regulierungskommission, welche den Energiepreis jedes Jahr neu festsetzen kann – nach oben nach Belieben, nach unten bis max. 5% im Jahr. Es ist sicherlich verständlich, dass gerade diese Klausel Großinvestoren abstößt, da keine Investitionssicherheit herrscht. Geneva sollte sich nicht auf Aussagen verlassen, dass der Tarif „bald fix wird“. Das sind lediglich Aussagen von Leuten, die ihre Projekte verkaufen möchten. Es gibt viele Stimmen, die dies fordern, jedoch würde dies zwangsläufig zu Erhöhungen der Stromenergiepreise führen, was aufgrund des niedrigen Einkommens der allgemeinen bulgarischen Bevölkerung politisch unerwünscht wäre. Aber ich möchte mich hier nicht festlegen. Mal sehen, in Bulgarien ist alles möglich !
Nikos 4 kann ich gut verstehen. Es gibt eine Menge „Projekte“, die rumgereicht werden und einen Käufer suchen. Meine eigene Erfahrung ist, dass in Bulgarien die Investoren ihre Projekte selbst erstellen sollen. Die zum Verkauf angebotenen beinhalten viele Risiken und halten einer Due-Diligence-Prüfung oft nicht stand. Mal gehört das angeblich „sichere“ Grundstück, worauf die Anlage gebaut werden soll, einer Erbengemeinschaft, von der die Hälfte der Erben gar nicht wissen, was da geplant ist. Mal ist das Grundstück noch landwirtschaftlich genutztes Land, welches nach dem Projektkauf umgewidmet werden muss, ohne dass aber erwähnt wird, dass der Bürgermeister und der Gemeinderat eine üppige, rechtlich nicht vorgesehene Summe dafür haben wollen. Und so weiter… Alles schon gehabt!
Auf jeden Fall sollte man aber Bulgarien als PV-Standort nicht abschreiben. Ich denke, das Land beinhaltet noch viel Potential. Wir sehen dies gerade an dem Boom mit kleinen Anlagen, die durch das Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes zu 70% gefördert werden. Unsere Erfahrungen damit sind durchweg gut und ich bin der festen Überzeugung, dass bald auch größere Anlagen gebaut werden. :) :) :) :)
Rechtsanwalt Konstantin Ruskov
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