Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

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Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

Beitragvon bardav » 20.10.2010, 13:09

Hallo PV-Gemeinde,

Erstmal die Basics für den BAu unseres Wohnhaus:

Baubeginn des Dach ca. April 2011, Frei für PV sind 50m² Dachfläche mit 35 Grad Dachneigung in 100% Südlagen Ausrichtung , keine Verschattung, allerdings steht das Haus auf einem Nordhang ( es kommt aber auch im Winter Sonnenlicht an..)
Geheizt wird mit einer Luftwärmepumpe, 200m² Wohnfläche, Fußbodenheizung.
Das Grundstück leigt in 75331 Engelsbrand ( Nordschwarzwald)

Mich beschäftigen nun folgende Fragen:

- kann ich mit einem 3 phasigen Wechselrichter den Strom tagsüber (in der Heizperiode) für meine Wärmepumpe ( mit Wasser-Pufferspeicher) verwenden, also selbst verbrauchen ?
- wieviel KW sollte die PV Anlage generieren (bzw. ausgelegt sein) damit auch Drehstrom generiert werden kann ?
- Wie funktioniert das Energiemanagment vom WR wenn kein drehstrom im Haus abenommen wird ? Kann ich z.B. Drehstrom entnehmen und wechselstrom einspeisen ?
- Hat die Lage auf einem Nordhang einen SIGNIFIKANTEN Einfluss auf den Wirkungsgrad (obwohl die Dachfläche nach Süden geneigt ist ) ?
- Was ist prinzipiell zu der Kombination ( Wärmepumpe tagsüber mit Solarstrom betreiben und abends/nachts wenn der Pufferspeicher abgekühlt ist halt konventionell mit Strom zu "pumpen") von Euch anzumerken ?

Danke & Grüße BARDAV
:danke:
bardav
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Re: Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

Beitragvon hofbauer51 » 20.10.2010, 13:25

Drehstrom = L1,L2,L3 + Nulleiter + Schutzleiter
Wechselstrom = L1 oder L2 oder L3 + Nulleiter + Schutzleiter
d.h. Wenn Du einen WR mit Drehstromausgang hast (sind eher selten für kleine Anlagen) kannst auch Wechstelstrom entnehmen.
Die restlichen Fragen sind nicht leicht zu beantworten und müssen vor Ort geklärt werden.
Aber: Wenn Du einspeisen willst muss der WR mit dem Netz synchron arbeiten. Sobald das Netz fehlt muss der WR abschalten (spezialfdall:Inselbetrieb)
Gruß
Günther
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Re: Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

Beitragvon Mugwa » 20.10.2010, 14:09

Hallo Bardav,

zu deinen fragen:

1. Ja kannst du
2. eigentlich egal jedoch bist du an einen WR gebunden der auch 3 Phasig einspeist oder halt 3 kleine WR verwenden was aber sehr teuer wird. Ich glaube ab 6 kwp gibt es dreiphasenwechselrichter. (weiß jmd anderes vieleicht besser)
3. völlig egal du speist die überschüßige Energie ins das Netz ein so das der Strom normal verkauft wird. Ja du kannst Drehstrom entnehmen und wechselstrom einspeisen.
4. Faustformel -> Höhenunterschied der Bergspitze zu deiner Traufe x ca. 2,5 (kommt drauf an wo du wohnst) dann hast du den schattenwurf des Bergkes. z.B. Höhenunterschied = 25m x 2,5 62,5m Verschattung wenn du jetzt 62,6m von der Bergspitze entfernt bist ist das überhaupt kein Problem. Googleearth kann dir bei der ermittlung der Daten helfen, unten steht höhe über NN damit bekommst du den höhenunterschied raus, du must natürlich noch deineTraufhöhe draufrechnen.
5. Eine Wärmepumpe verursacht einen höheren Strombedarf der zwar hauptsächlich im Winter entsteht jedoch wirst du einen erhöhten Eigenverbauch der PV-Anlage nutzen können was sich ja positiv auf deine Gewinne auswirkt.
also die Kombi ist schon sehr gut.

Ich würde an deiner stelle aber noch 2 Solarthermiekollektoren installieren (vieleicht hast du ja noch eine Garage) den damit reduzierst du kurze laufzeiten der Wärmepumpe im Sommer. Kurze Laufzeiten sind immer teuer und tun der Wärmepumpe durch das ständige takten nicht so gut. Ein heufiger fehler ist das die Wärmepumpen zu hoch ausgelegt sind weil der Installateur keine ahnung hat und auf nummer sicher gehen will, leider hast du dann nacher erhöhte folgekosten. Wenn du dein Haus nach EnEv 2009 baust was ja Pflicht ist, musst du genau genommen eine Lüftungsanlage haben denn nach der DIN 1946-6 ist festgeschrieben das du ein Lüftungskonzept nachweisen musst damit sichergestellt wird das der Luftwechsel in deinem Gebäude hoch genug ist. Da die Häuser nach EnEv sehr dicht sein müssen so das keine Passive Lüftung durch schlitze bei den Fenstern oder ähnliche undichtigkeiten auftreten kommt mann in den meisten fällen nicht um eine Kontrolierte Wohnraumlüftung herum. kosten ca. 7.000€ hast dafür aber hohe einsparungspotentiale und immer Frisch luft :).
Wenn du jetzt noch einen Schritt weitergehst kannst du mal über ein Passivhaus Nachdenken dann brauchst du fast keine Fußbodenheizung mehr und reduzierst deine Heizukosten auf ca. 200€ im Jahr (inkl. Strom für Lüftun u.s.w.)
Wenn du jetzt noch in NRW wohnst bekommst du für dein Passivhaus 3500€ + 1200€ für die KWL + 500/kwp (max 5000€) + 200€/ m²Solarthermie (300€ bei Röhrenkollektoren) oben drauf :) Ich glaube aber andere Länder haben ähnlich programme.

Oh ganz schön viel geschrieben :lol:
ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen :wink:
Jeden gefundenen Rechtschreib oder Grammatikfehler könnt ihr mit 2 € / Fehler an die Stiftung Solarenergie spenden.

https://sslsites.de/www.stiftung-solarenergie.org//index.php?pageID=365

Vielen dank für eure mithilfe
Mugwa
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Re: Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

Beitragvon solarteur0502 » 20.10.2010, 14:15

Du musst hier unterscheiden. Bei der Eigenverbrauchregelung ist Dreh- oder Wechselstrom egal. Selbst wenn deine Anlage nur einphasig speist, kann sie gegen den 3 phasigen Bezugszähler arbeiten. Da aber in der Regel Wärmepumpenstrom günstiger als Haushaltstrom zu beziehen ist, müsstest du die Wärmepume an den Normaltarif schalten, d.h. du kaufst den Strom teurer ein. Wichtig wäre, wirtschaftlich betrachtet, den 30% Eigenanteil zu schaffen.
Ein Nordhang heißt doch, das die Sonneneinstahlung über die Hangkante kommen muß, hier helfen nur Fotos, um dir den Ertragsverlust wegen kürzerer Zeiten annähernd zu berechnen. Auf den Wirkungsgrad sollte es bei einer Süddachfläche keine Auswirkung haben, aber die geringere Einstrahlungsdauer wird dir hier Abschläge bringen.
Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
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Re: Wärmepumpe mit Drehstrom betreiben

Beitragvon Sunstegen » 21.10.2010, 09:37

Hallo Bardav,
habe mich für meine Haus auch schon mit der Kombination von PV-Anlage und WP befasst und bin zu dem Schluss gekommen es macht kein Sinn.

Als 1. solltest du in PVGis mal eine Ertragsprognosse für die geplante PV-Anlage erstelle bei 50 QM Dachfläche würde ich von 6KWH/Peak ausgehen
2. Wie ist den die Wärmelast des Haus wenn das Haus in 2011 gebaut wird ? die Wärmelast sollte auch im Schwarzwald nicht mehr als 4000KWH/pa für Heizung und je nach Personenzahl
5000-7000kwh/pa für Warmwasser und bei einer Normaltemperatur von 50Grad im Speicher ausgehen.
3. wenn du die Ertragsprognosse mit PGvis erstellt hast wirst du sehen, dass die Monate November-Januar den geringsten Ertrag im Jahr haben dort wird aber den Hauptbedarf an Heizenergie sein
und die LuftWP wird wegen der niederen Temperatur der Aussenluft eine sehr schlechte Leistungszahl haben und wirst in dieser Zeit auch kaum 50 Grad für das Warmwasser erreichen.

Aus diesen Gründen habe ich eine 4kw/Peak PV-Anlage seit 3/10 auf dem Süddach installiert und 13QM Solarthermie (Röhrenkollektoren Ost/west)) für WW+Heizung und den Rest decke ich mit Holzpellets ca 8000Kwh/pa für 260QM Wohnfläche
Gruss
Martin
4,1kwp, 32xSolpowerGM572 , 1x SMA 4000 Dach Süd-5Grad Ost 42 Grad GPS: 47,59/7,58 396müMeer
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