Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon starter01 » 05.06.2012, 22:50

bimon hat geschrieben:Ich finde so viel Eifer ja wirklich ganz spannend. Aber habt ihr euch schon mal überlegt in welchem Kontext das ganze steht? Die Einwohner haben ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 250€ laut der Vereinsseite. Ich will da nicht auf Spekulatius Solarlampe hinaus, aber er hat sich wenigstens Gedanken gemacht wie man das preislich in etwas realistischerem Rahmen hält.


Ja, aber die geben eben ca. 3€/Monat für Kerosin aus
bimon hat geschrieben:starter01 schreibt ja, dass sich die Bewohner beteiligen. Ich gehe mal davon aus, dass darauf gesetzt wird, dass sie das zu einem wesentlichen Teil machen. Schließlich wissen wir ja alle, dass diese old-style Hilfsorganisationsspendemasche nicht hinhaut. Der Mensch muss sich finanziell beteiligen, damit er sich auch verantwortlich fühlt und entsprechend damit umgeht(gilt hüben wie drüben). Dann werden die Herrschaften auch schon drauf achten, dass niemand zuviel Wh abzwackt, die Anlagen gut gewartet werden etc.. Und wenn man so ein großes Zentralsystem aufbaut und dann gibt relativ zeitnah der Wechselrichter auf(was ja durchaus nicht auszuschließen ist)... Generell besteht ja bei so einer solch komplexen Anlage doch wieder ein enormer Abhängigkeitsgrad, den man bei aktueller Entwicklungshilfe ja eigentlich vermeiden will. Nur mal so zur Anregung eingeworfen.

Wodrin besteht die Abhängigkeit?
bimon hat geschrieben:Mal eine Frage: Wofür ist die Lampe gut? Wurde bis dato nachts mit Feuer Licht gemacht oder war der Lebensrythmus halt so, dass man entsprechend schlafen geht?

Wofür ist die Lampe gut? - Für die Beleuchtung Nachts!
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon Spekulatius » 05.06.2012, 23:14

Hier hats einige coole video zu d.light:
http://www.dlightdesign.com/news_multimedia.php

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon bimon » 06.06.2012, 11:41

starter01 hat geschrieben:Wodrin besteht die Abhängigkeit?

Darin, dass sie wieder auf Hilfe von außen angewiesen sind, wenn was kaputt geht. Und vorallem ist dann der Servicetechniker nicht mal eben in 1-2 Tagen da und repariert auf Gewährleistung/Garantie/Kulanz. Selbst wenn die Dorfbewohner in gewissem Unfang geschult werden um rudimentäre Reperaturen durchzuführen, muss man dann umständlich Ersatzteile heranschaffen. Gerade im Fall vom zentralen System ist dann aufeinmal für alle 200 zappenduster.
starter01 hat geschrieben:Wofür ist die Lampe gut? - Für die Beleuchtung Nachts!

Weshalb so aggressiv? Wenn sie die 4 Stunden bereits jetzt beleuchten und dafür 3€ im Monat ausgeben, ist meine Frage ja schon beantwortet. Es geht mir ja nur darum vor lauter Technikverliebtheit nicht die Anwendung aus dem Auge zu verlieren. 500€ mit den anfallenden, langfristigen Unwägbarkeiten zu 36€/y Kerosinkosten... Und wie realistisch ist denn bitte bei einem Jahreseinkommen von 250€, dass kurz bis mittelfristig, flächendeckend ein Luxusgut wie ein 60W-TV angeschafft wird...
Nun kann man sagen, dass man in alter Entwicklungshilfemanier 90/95% der Kosten gutmenschentümlich spendet. Anders wird es bei den Kosten wohl sowieso nicht gehen. Aber wo ist da die Relation?
Ich will nicht sagen, dass der d.light-Ansatz hier definitiv der ist, der beschritten werden sollte. Aber man sollte erstmal vielleicht doch noch etwas in diese etwas weniger konventionelle Richtung denken.
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon Spekulatius » 06.06.2012, 12:16

Danke bimon, ich kam mir schon einsam und fehl am Platz vor.

Die Philosophie von d.light ist Solar in den netzfernen Regionen der 3. Welt wirtschaftlich zu etablieren. Nur durch Wirtschaftlichkeit erzeugt man selbsttragende, reproduzierbare Strukturen. Und nur durch diesen Ansatz ist das Ziel realistisch, die Kerosinlampen in Afrika gänzlich durch Solar zu ersetzen. Minigrids wie die hier vorgestellten befriedigen zwar die Tüftlerseele, sind jedoch in der Umsetzung aufgrund der hohen Kosten auf Pilotprojekte beschränkt und zudem von zig optimalen Rahmenbedingungen abhängig.

Die Solarlampen werden so bepreist dass eine Abbezahlung innerhalb von einigen Monaten möglich ist. Ab dem Zeitpunkt der Abbezahlung stehen der Gemeinschaft die vollen Einsparungen aus dem Kerosinkonsum zur Verfügung. Man kann die Zahlungsraten so wählen dass Zusätzlich ein leichter Anstieg im gesamten Kreditvolumen möglich ist, mit dem neue Lampen gekauft werden können und das Programm in weiteren Dörfern angegangen werden kann. Die Hilfe aus Europa ist Hilfe zur Selbsthilfe im wahrsten Sinne des Wortes, und besteht primär in der Bereitstellung des ursprünglichen Kredites und der technischen Schulung.

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon kalle bond » 06.06.2012, 12:22

Spekulatius hat geschrieben:Danke bimon, ich kam mir schon einsam und fehl am Platz vor. Der Spekulatius :mrgreen:


Deine Selbsteinschätzung finde ich ehrlich und richtig. :D

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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon kalle bond » 06.06.2012, 13:05

bimon hat geschrieben:Darin, dass sie wieder auf Hilfe von außen angewiesen sind, wenn was kaputt geht. Und vorallem ist dann der Servicetechniker nicht mal eben in 1-2 Tagen da und repariert auf Gewährleistung/Garantie/Kulanz. Selbst wenn die Dorfbewohner in gewissem Unfang geschult werden um rudimentäre Reperaturen durchzuführen, muss man dann umständlich Ersatzteile heranschaffen. Gerade im Fall vom zentralen System ist dann aufeinmal für alle 200 zappenduster.


Die Bewohner des Dorfes müssen in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden. Auch die Schulung und Installation eines Service Mannes ist bei zentralen Systemen unumgänglich. Bei einer Zentralanlage kann im Falle eines größeren Maleurs das ganze Dorf mehrere Wochen ohne Strom dastehen. Es ist auch richtig, das nicht alle Ersatzteile auf Vorrat gehalten werden können, am Einfachsten sind ein paar Solar Module.
Wenn es die Anlage hergibt, können neben Lampen auch TV, Radios und andere nützliche elektrischen Verbraucher genutzt werden. Aus eigener langjähriger Erfahrung muss ich aber darauf hinweisen, dass es hier der intensivsten Planung bedarf, die auch einen mehrjährigen Zeitraum nach Installation der Anlage umfassen muss.
Auf der anderen Seite gibt es genug erprobte Komponenten, die einen langjährigen, störungsarmen Betrieb ermöglichen.

Bei SHS hat vielleicht nur 1/200 ein Problem und das kann schnell durch einen Service Mann vor Ort behoben werden.
Es gibt nur wenige, aber gleiche Komponenten, Modul, LR, Sicherungen, Batterie, Lampen.
Ein ausgebildeter Service Mann kann außerdem weitere Systeme verkaufen und sich so ein eigenes Geschäft aufbauen.

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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon kalle bond » 06.06.2012, 13:12

Hier kann man sich über die Solarleuchten informieren:

https://energypedia.info/images/7/73/Gtz2009-de-solarleuchten-screen.pdf

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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon kalle bond » 06.06.2012, 14:30

Hallo starter,
habt ihr eigentlich mal den Kontakt zur giz in Cameroon gesucht?
http://www.gtz.de/en/weltweit/afrika/584.htm
Es gibt zwar keinen Schwerpunkt EE, aber selbst wenn es vielleicht nur die Unterstützung beim Transport der Komponenten von DE nach C ist.
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon bimon » 07.06.2012, 16:08

Also wenn ich das richtig lese auf eurer Website, soll das ja doch eigentlich komplett spendenfinanziert sein, wenn ich euer Patenpogramm sehe(habt ihr da doch schon mit einer Anlage geplant?). Da habt ihr ja ein Budget von ca. 200 €/Haushalt richtig? Und 1,5€ sind dann für Wartung etc. von den Einwohnern(pro Haushalt?) aufzubringen?
Btw: vielleicht sollte man sich auch mit NGOs und auch Unternehmen austauschen, die sowas schon in Afrika machen.
Bei der Suche ist mir folgendes aufgefallen: http://hpd.de/node/11737 Vielleicht aber noch ein wenig zu "kostspielig" für das spezielle Dorf auch mit Spende.
bimon
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Re: Solaranlage für ein Dorf in Afrika

Beitragvon kalle bond » 07.06.2012, 17:54

Hallo Bimon,
prima Beitrag, so kann es gehen. Jürgen hat das Containerkonzept entwickelt (es gibt auch noch andere Firmen).
Günstiger wird es, wenn ich die Batterien und die Elektronik in einem lokal aufgestellten Gebäude unterbringen kann.
Der Container ist komplett durchgeplant und funktioniert vor Ort, da gibt es keine Überraschungen.
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