Planung, Ausfallgefahr

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Planung, Ausfallgefahr

Beitragvon erledigen » 01.02.2012, 22:53

Hallo Gemeinde,

als noch fast-neuer wäre ich für eure Meinung zu folgendem Thema sehr dankbar.

Mein Dachdecker empfahl mir bei meiner 16° Neigung (exakte Südausrichtung) auch die Nordseite meines Hauses mit Modulen zu belegen. In Summe sollte sich das rechnen, solange die Module alle Strom produzieren, sprich funktionieren. Und da kommen wir zum Kernpunkt:

Sind euch Gefahren für die Funktion der Module bekannt die nicht versichert sind? Sprich, gehen die Module einfach irgendwie "kaputt"? Der Effizienzverlust von so 10% nach 10 Jahren, kann dieser wenn es denn schief läuft auch nach 2 Jahren schon eintreten? Ich hätte dann im schlimmsten Fall also meinen Kredit an der Backe und defekte Zellen auf dem Dach. Und gibt es eine Möglichkeit des Totalversagens der Zellen (ohne mechanische Einwirkung natürlich)

2. Punkt: Habt ihr Erfahrung mit Nordseiten-Zellen? Wir wohnen bei Wiesbaden und es ist recht sonnig hier.... Aber die Nordseite ist eben was sie ist.

Vielen Dank für eure Gedanken und seht mir die evtl. amateurhaften Fragen bitte nach

Viele Grüße
Marco
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Re: Planung, Ausfallgefahr

Beitragvon JayM » 01.02.2012, 23:22

Hallo Marco,
natürlich kann es passieren, dass man auf einem Schaden sitzen bleibt. Man denke nur an eine Insolvenz des Garantiegebers oder das Kleingedruckte bei Leistungsgarantien, die diese mitunter vollkommen entwerten. Auch in den Versicherungsbedingungen gibt es Löcher, und mit (versehentlichen) Falschangaben kann man seinen Versicherungschutz auch vernichten. Man ist als PV Betreiber Unternehmer, da bleibt ein Risiko, dass ja aber auch mit einer Rendite >> Bundesschätzchen vergolten wird.

Das Norddach muß man durchrechnen. Laut PVGIS10 Classic gibts bei 16 Grad DN Süd 890 kWh/kWp/a, für 16 Grad DN Nord 690 kWh/kWp/a.
Vorteile:
- die zusätzlichen pro-kWp Kosten der Norddachbelegung sind geringer als die Süddachbelegung, weil Fixkosten wie der AC Anschluß nicht noch einmal anfallen.
- mit einer größeren Anlage bekommt man unter Umständen eine etwas besseren Preis vom Solateur
- bei Anlagen < 30 kWp kann man mit N/S Belegung guten Gewissens die 70% Abregelungsvariante wählen und spart sich den Rundsteuerempfänger.
- man maximiert mit der größeren Anlage die Strommenge, die man für Eigenverbrauch nutzen kann. Wenn man Angst vor 30+ c/kWh Strompreisen hat, kann das ganz schön was wert sein (wenn's auch hauptsächlich emotional ist).

Nachteile:
- man hat mehr Geld gebunden
- die durchschnittliche Rendite der Investition sinkt vermutlich, weil die Kostenvorteile den geringeren Ertrag nicht ganz ausgleichen.
- man hat beide Dachflächen für mindestens 20 Jahre blockiert (z.B. falls man doch noch mal das Dach ausbauen will wird es mit 'ner Gaube schwierig).

Einfach mal die Wirtschaftlichkeit durchrechnen und entscheiden, ob die Rendite der zusätzlichen Investition gut genug ist.

Gruß
Jochen
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Re: Planung, Ausfallgefahr

Beitragvon Heiko Krause » 01.02.2012, 23:51

Hallo

Punkt 1: eine Versicherung der Anlage halte ich für außerordentlich wichtig, da man nie weiß, was alles passieren kann !!!
Es ist ja nicht nur, das die Module irgendwie versagen könnten oder überdurchschnittlich viel an Leistung verlieren ... was ist denn zum Beispiel mit Überspannungsschäden durch Blitzschlag, Brand usw.
Meine Versicherung kostet mich im Jahr 80,33 €, bei einem versicherten Materialwert von 40.000 €, 15.000 € Ertragsausfall und Wiederherstellung der Anlage (Selbstbeteiligung 150 € je Schadensfall). Inbegriffen sind alle üblichen Schäden, wie sie auch bei einer normalen Hausratversicherung vorkommen, wie z.B. Vandalismus, Sturmschäden, Diebstahl, Kurzschluß, Brand, Wasserschäden, Bedienungsfehler und vieles mehr, um nur einige zu nennen.
Wenn Du Deine PV-Anlage über einen Kredit finanzierst, wirst Du sowieso nicht um eine Versicherung herum kommen ... die Bank will schließlich auch gewisse Sicherheiten ! Jedenfalls war es bei meiner Finanzierung Voraussetzung, das die Anlage versichert wird !
Außerdem kannst Du diesen Versicherungsbetrag bei Deinem Finanzamt voll von der Steuer absetzten, da es ja eindeutig Ausgaben für die PV-Anlage sind.

Punkt 2: siehe JayM

sonnige Grüße, Heiko
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Re: Planung, Ausfallgefahr

Beitragvon erledigen » 02.02.2012, 21:41

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten! Werde die Nordseite nicht belegen (und damit unter 30kwp bleiben/ die 70% Reglung nutzen) und eine entsprechende Versicherung abschliessen.

Viele Grüße
Marco
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