Rund um die Planung einer Solaranlage.
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von esc » 31.01.2011, 12:37
Hallo,
Ich plane folgende Anlage... -ca 4KW, -nur für den Eigenverbrauch -keine Netzeinspeisung der überschüssigen Energie -vom Netzbetreiber beziehe ich nur Energie, wenn notwendig (Nachts, etc...)
Da ich Nichts ins Netz einspeisen will, benötige ich ... -keine Steuern auf die Netzvergütung -keinen Zählerwirrwar -keinen Steuerberater -keine Ausfüllen hirnrissiger Formulare -keine jährlichen Zählerkontrollen -kein Schriftverkehr -keine Anrufe
Wenn ich das alles betrachte, spare ich mit der Nicht-Einspeisung unter dem Strich Geld und Nerven.
Frage: Geht das prinzipiell? Wenn ja, durch welches Bauteil kann ich verhindern das überschüssige Energie in das Netz fliesst? Wenn es dieses Bauteil nicht gibt, oder zu teuer ist, kann ich die Energie auch dem Netzbetreiber schenken?
Für eine Info wäre ich dankbar
ESC
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von eggis » 31.01.2011, 13:09
Moin esc und Willkommen! Die 4kWp-Anlage leistet im Sommer über mehrere Stunden (11:00 - 14:00 Uhr) ca. 3,5kW. Kannst du diese Leistung denn überhaupt abnehmen? Ich denke mal die Grundlast in einem normalen Einfamilienhaushalt liegt bei ca. < 1kW. Das entspricht eher ein 1,5-2kWp Anlage. Bei einer Jahresleistung von 4000kWh/ im Jahr (3/4 davon im Sommer) schmeißt du ca. 2000kWh weg. Das sind ca. 600€/Jahr! Nun zu deinen Argumenten. esc hat geschrieben:-keine Steuern auf die Netzvergütung
Wer Einnahmen hat sollte auch Steuern zahlen! Wenn du die Anlage ohne Gewinnabsicht betreibst, kann du die MwSt auf die Anlage nicht geltend machen und die Anlage kostet 19 Prozent mehr. Bei 4kWp Leistung sind das ca. 2000€. esc hat geschrieben:-keinen Zählerwirrwar
Drei Zählwerke sind doch kein Wirrwar! esc hat geschrieben:-keinen Steuerberater
Ist auch nicht unbedingt notwendig. Viele Steuerpflichtige machen die Steuererklärung auch alleine. esc hat geschrieben:-keine Ausfüllen hirnrissiger Formulare
(Viele) Solarteure füllen diese hirnrissigen  Formulare (Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber, Steuerliche Erfassung beim Finanzamt) mit dem zukünftigen Betreiber gemeinsam aus oder lassen diese bloß noch unterzeichnen. Da du unvergütet ins Netz einspeisen willst, muss die Anlage wegen der Netzsicherheit trotzdem dem Netzbetreiber gemeldet werden. esc hat geschrieben:-keine jährlichen Zählerkontrollen
Jährlich ist fast zu wenig. Es gibt Berichte von Betreibern die erst nach Monaten festgestellt haben, dass die Anlage nicht läuft. Aber 5 Minuten im Monat sind doch nicht zu viel? esc hat geschrieben:-kein Schriftverkehr -keine Anrufe
Ich schreibe meinem Netzbetreiber vierteljährlich eine Rechnung. Der Aufwand beträgt insgesamt eine halbe Stunde und die Kosten keine 4 Euro (Papier, Drucker, Briefmarke) im Jahr. Wenn ich das zusammenrechne verzichtest du in 20 Jahren auf 14.000€ weil du 100€ (kalkulatorische) Kosten im Jahre hast. esc hat geschrieben:Geht das prinzipiell? Wenn ja, durch welches Bauteil kann ich verhindern das überschüssige Energie in das Netz fliesst? Wenn es dieses Bauteil nicht gibt, oder zu teuer ist, kann ich die Energie auch dem Netzbetreiber schenken?
Nein, es geht nicht, weil es so ein Bauteil nicht gibt. Thoeretisch -da ich mit damit nicht beschäftigt habe- könnte man einen Zähler mit Rücklaufsperre einsetzen. Erzeugt die Anlage dann mehr als man verbraucht, dann steht der Zähler und reicht die Leistung der Anlage nicht aus, dann zählt der Zähler den Bezug. Ob das der Netzbetreiber mitmacht, ist eine andere Frage.
Mit sonnigen Grüßen -eggis- "Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft." (George Bernard Shaw)SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC Meine Anlage!!! hier klicken
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von Farmjanny » 31.01.2011, 13:24
Moin! Mit einem Backupsystem kannst Du den Sonnenstrom im Akku speichern und über den Abend verbrauchen. Solange kann das Backupsystem vom Netz getrennt bleiben. Sind die Akkus leer schaltet es auf Netzstrom um. Technisch machbar - kostet aber nochmals wieder viel Geld. MfG Farmjanny
Grüße von der Küste Farmjanny
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von esc » 01.02.2011, 10:35
Hallo, Vielen Dank für die Infos. Leider siehst du eine solche Anlage zu idealistisch... Pro KWp sind allenfalls 700-800 KWH pro Jahr möglich. Das sind bei einer 2KWp Anlage ca. 1500 KWH und keine 4000 KWH Ich glaube diese "Gesundrechnereien" über die 20 Jahre ohnehin nicht. Wir verbrauchen keine 4000 KWH, sondern 12000 KWH im Jahr. (4 Personen) Bei meinem Steuersatz von 50% (42 + Soli + KST) bleiben von diesen theoretischen 14.000 € nur 7.000 € Ausserdem haben viele Betreiber von solchen Anlagen permanenten Stress mit Ihren Netzbetreibern, wegen der Vorauszahlungen, Rückforderungen, Formulare, Anrufe, etc. Und kaputt geht ja auch schon mal was... (Das würde mich natürlich genauso treffen) Ich kenne 6 Leute mit Anlagen zwischen 4 und 10KW. 3 davon würden das Ganze nie mehr machen, eben wegen diesem ganzen Zirkus drumrum. Der Rest sind Leute, die sonst keine Hobby's haben. Wahrscheinlich hast du auch zu viel Freizeit. Sorry. Für mich ist so eine Solaranlage einfach nur eine Möglichkeit unabhängiger zu werden von der alltäglichen Gängelei. Mich interessiert kein Umweltgedanke, oder sonst was... Da ich ausschliesslich mit meiner Zeit Geld verdiene, habe ich einfach keine Zeit mich mit diesem ganzen DrumHerum zu beschäftigen. Die 600€ im Jahr netto bleiben bei mir eh nicht hängen, allenfalls die Hälfte, was ich auch noch bezweifele. Und ... 300€ sind für mich kein Ansporn mir diesen ganzen Zirkus anzutun. (600€ auch nicht) Der einzige Weg einen Teil der Kosten zurück zu bekommen, ist eine progressive Abschreibung. Soviel wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich. An der Einspeisung ist kein Geld zu verdienen. 20 Cent + Mwst pro KWH zu sparen ohne irgendwelchen Stress mit irgendwelchen Leuten (Netzbetreiber, Finazamt, etc.), sind da schon sinnvoller. Ich werde mit meinem Netzbetreiber sprechen, welche Möglichkeiten bestehen. Wenn ich ins Netz einspeisen muss, werde ich das Ganze vergessen. Übrigends ist das für mich auch schon Gängelei, wenn ich sowas nicht realisieren kann. Nochmals Danke für deine Hinweise. ESC eggis hat geschrieben:Moin esc und Willkommen! Die 4kWp-Anlage leistet im Sommer über mehrere Stunden (11:00 - 14:00 Uhr) ca. 3,5kW. Kannst du diese Leistung denn überhaupt abnehmen? Ich denke mal die Grundlast in einem normalen Einfamilienhaushalt liegt bei ca. < 1kW. Das entspricht eher ein 1,5-2kWp Anlage. Bei einer Jahresleistung von 4000kWh/ im Jahr (3/4 davon im Sommer) schmeißt du ca. 2000kWh weg. Das sind ca. 600€/Jahr! Nun zu deinen Argumenten. esc hat geschrieben:-keine Steuern auf die Netzvergütung
Wer Einnahmen hat sollte auch Steuern zahlen! Wenn du die Anlage ohne Gewinnabsicht betreibst, kann du die MwSt auf die Anlage nicht geltend machen und die Anlage kostet 19 Prozent mehr. Bei 4kWp Leistung sind das ca. 2000€. esc hat geschrieben:-keinen Zählerwirrwar
Drei Zählwerke sind doch kein Wirrwar! esc hat geschrieben:-keinen Steuerberater
Ist auch nicht unbedingt notwendig. Viele Steuerpflichtige machen die Steuererklärung auch alleine. esc hat geschrieben:-keine Ausfüllen hirnrissiger Formulare
(Viele) Solarteure füllen diese hirnrissigen  Formulare (Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber, Steuerliche Erfassung beim Finanzamt) mit dem zukünftigen Betreiber gemeinsam aus oder lassen diese bloß noch unterzeichnen. Da du unvergütet ins Netz einspeisen willst, muss die Anlage wegen der Netzsicherheit trotzdem dem Netzbetreiber gemeldet werden. esc hat geschrieben:-keine jährlichen Zählerkontrollen
Jährlich ist fast zu wenig. Es gibt Berichte von Betreibern die erst nach Monaten festgestellt haben, dass die Anlage nicht läuft. Aber 5 Minuten im Monat sind doch nicht zu viel? esc hat geschrieben:-kein Schriftverkehr -keine Anrufe
Ich schreibe meinem Netzbetreiber vierteljährlich eine Rechnung. Der Aufwand beträgt insgesamt eine halbe Stunde und die Kosten keine 4 Euro (Papier, Drucker, Briefmarke) im Jahr. Wenn ich das zusammenrechne verzichtest du in 20 Jahren auf 14.000€ weil du 100€ (kalkulatorische) Kosten im Jahre hast. esc hat geschrieben:Geht das prinzipiell? Wenn ja, durch welches Bauteil kann ich verhindern das überschüssige Energie in das Netz fliesst? Wenn es dieses Bauteil nicht gibt, oder zu teuer ist, kann ich die Energie auch dem Netzbetreiber schenken?
Nein, es geht nicht, weil es so ein Bauteil nicht gibt. Thoeretisch -da ich mit damit nicht beschäftigt habe- könnte man einen Zähler mit Rücklaufsperre einsetzen. Erzeugt die Anlage dann mehr als man verbraucht, dann steht der Zähler und reicht die Leistung der Anlage nicht aus, dann zählt der Zähler den Bezug. Ob das der Netzbetreiber mitmacht, ist eine andere Frage.
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von Apu » 01.02.2011, 10:50
Wenn die Anlagen deiner Bekannten diese nur nerven dann frag sie doch mal ob die Anlagen zum Verkauf stehen... Interesse liegt vor! <IRONIE ON> PS: natürlich nur zu einem sehr geringen Preis, wegen den ganzen Scherereien <IRONIE OFF>
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von esc » 01.02.2011, 11:32
Hallo,
Ich denke mit den "Leichenflederern" brauche ich den Leuten nicht zu kommen. Dann lieber in den Container. Aber... leider haben sich die Leute zur Finanzierung z.T. dubiose Kredite aufschwatzen lassen mit 20 Jahren Laufzeit! Welch ein Schachsinn! Und hofffen natürlich immer noch, dass die Leistung der Module die Kredite tilgt. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt...
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von Apu » 01.02.2011, 11:38
Also irgendwas läuft hier wohl ganz schief... aber um deine enorme Steuerlast zu drücken wären diese Anlagen dann ja was für dich, finanzieren durch Abschreiben Aber so langsam steig ich dahinter, die Forderung die Einspeisevergütung zu senken um die exorbitanten Renditen von PV zu kappen ist nur ein Ablenkungsmanöver der Medien, wie konnten wir nur so blauäugig sein... Viel Spass noch, bin hier raus!
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von esc » 01.02.2011, 12:31
Noch was zum Schluss...
Ich hoffe natürlich, dass du mit deiner Anlage unter dem Strich etwas verdienst. Keine Frage! Ich glaube es nur einfach nicht. Ich denke, du lässt alle Einnahmen und Ausgaben deiner Anlage über ein einziges Konto laufen. Schau mal nach 20 Jahren drauf. Weil du die Medien ansprichst... Die Riesterrente wird von den Medien immer noch in den höchsten Tönen angepriesen. Ich glaube, es gibt mittlerweile über 20 Mio. Verträge. In einer Minute kann man mit einem Taschenrechner beweisen, dass ein Ansparen auf einem Tagesgeldkonto mit 2% Zinsen die doppelte Rente bringt. Und trotzdem schliessen die Leute immer noch Verträge ab. Was ich damit sagen will... Nicht alles was man vorgegaukelt bekommt, hält langfristig gesehen was versprochen wird. Und was die Medien erzählen, kannst du sowieso in die Tonne klopfen. Das Einzigste, woran du dich orientieren kannst, ist dein Kontostand nach 20 Jahren. Und die Einspeisevergütung nach den 20 Jahren (EEG) liegt nach heutigem Stand bei ca. 6 Cent / KWH Wobei noch völlig unklar ist, ob der Netzbetreiber deine Energie überhaupt abnehmen muss. Du kannst sie ihm ja dann schenken. Und mit den 6 Cent , die du ja auch noch versteuern muss, kannst du noch nicht mal die Betriebskosten abdecken. Weil nach 20 Jahren... wird ein Modul nach dem Anderen den Geist aufgeben. Von den Wechselrichtern, die bis dahin im Container gelandet sind, ganz zu schweigen. Und Leistung der Module wird allenfalls noch 70% der Leistung von heute betragen. (Eher noch weniger) Halbleiter altern eben... (kein Scherz) Und noch ein Hinweis zum Schluss... Die ganze mögliche Rendite einer PV-Anlage steht und fällt mit der Abschreibung. Wenn diese mal wegbricht wegen fehlendem Einkommen, dann bringst du jeden Monat Geld mit... (Falls über 20 Jahre finanziert wurde) (Nur wer nennenswerte Steuern zahlt, bekommt vom Finanzamt auch irgendwas zurück!)
In diesem Sinne...
ESC
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von Cheook » 01.02.2011, 12:48
In der Zeit, die Du schon für uns aufgebracht hast, haben andere Leute schon - den Zähler abgelesen - die Rechnung geschrieben und - die Steuererklärung erstellt und können sich jetzt wieder zurück lehnen, während jeder Sonnenstrahl ihre PV-Anlage abbezahlt...
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von ptfe » 01.02.2011, 20:23
Hallo esc, schön das mal Einer in meine Denkrichtung geht  Ich werd mir im Sommer wahrscheinlich auch eine PV-Anlage zur Deckelung der Grundlast aufs Dach setzen - bei mir ist´s überschlagen ein Bedarf ca. 1kw/h , die ich pro Stunde zwischen 8- 18 Uhr verbrauchen könnte. Auch mir ist das Theater mit der Einspeisung und dem Energieversorger zu groß und ich warte nur noch auf eine Gesetzgebung, die noch nächträglich die höheren Renditen der letzten 10 Jahre der Einspeisevergütungsgeschichte "abschöpft" , um das Ganze auf einen einheitlichen Level zu bekommen.Wenns um Geld geht, sind unsere Volksvertreter aller Farben immer sehr creativ Allerdings drückt sich in meinem Falle die EnBW um eine klare Aussage drumherum, ob oder was am Zähler eventuell zu tun ist und verweisst nur aufs "TAB_2007 für den Anschluss ans Niederspannungsnetz".Daraus geht ein ausrückliches "Verbot" einer reinen Eigenverbrauchslösung nicht hervor - zumindest ich les es nicht heraus.. Hast du das schon mal bei deinem Versorger gecheckt? cu ptfe
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