Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon anli_solar » 17.08.2012, 00:55

Hallo liebe Forengemeinde!
Nach vielen Überlegungen plane ich (bzw. mein Solarteur) jetzt eine Solaranlage. Habe letzte Woche zwei mir bekannte Installateure unabhängig mit der Erstellung eines Angebots beauftragt und bin jetzt dabei, mich selbst im Thema schlau zu lesen.

Zu den Dachflächen:
  • 1x Ost, 45° Dachneigung, ca. 12 Module, keine Verschattung; 756kWh/kWp nach PCGis (ohne Verluste)
  • 1x West, 45° Dachneigung, ca. 22 Module, im Sommer bis Mittags teilweise Verschattung von ca. fünf Modulen durch den Schornstein; 759kWh/kWp nach PVGis (ohne Verluste; Nachbaranlage mit 240W Alfasolar-Modulen im letzten Jahr 870kWh/kwP)
  • 1x Ost und 1x West, 17° Dachneigung, jeweils ca. 15 Module; teilweise Verschattung um die Mittagszeit, da Garage auf Nordseite "hinter" dem Haus, 836kWh/kWp nach PVGis (ohne Verluste)
Folgende Module sollen eingesetzt werden: Canadian Solar CS6P-240 (Vorgespräch mit einem der Solarteure), siehe http://www.photovoltaikforum.com/database.php?dir_id=1&archive_status=3&mode=display&id=13917
Das ergäbe eine Gesamtleistung von 15,36 kWp.
Als Wechselrichter würde ich gerne Solarmax verwenden - wahrscheinlich die MT-Serie. Für mich ist die Auslesbarkeit via Ethernet wichtig, dann kann ich mir den Solarlog sparen, oder nicht?
Würde man bei dieser Größe zwei mittlere oder einen großen Wechselrichter einsetzen? Wieviele Tracker werden benötigt und auf wieviele Strings würde man die Anlage idealerweise aufteilen? Ich habe rausgelesen, dass jeder String eine Mindestspannung benötigt, damit der Tracker anspringt? Ein Tracker dieser WR kann zwei Strings bedienen.

Vielen Dank für Eure Anregungen und Hinweise!
Herzliche Grüße!
anli_solar
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon Ralf Hofmann » 17.08.2012, 03:36

Hallo,

eins vorab: Das Einspeisemanagement.
Bei einem 45° Ost-/Westdach ist nur die harte 70% Regel sinnvoll, auf größere Spitzenleistung kommst Du sowieso nicht.
Bei einem 15° Ost-/Westdach kann auch ein RSE Sinn machen, diese flache Neigung "sieht" viel mehr von der Sonne und bringt darum höhere Spitzenwerte.

Für welches Einspeisemanagement willst Du Dich entscheiden?
In Deinem Fall empfehle ich die harte 70% Lösung durch Leistungsreduzierung der Wechselrichter.

anli_solar hat geschrieben:Als Wechselrichter würde ich gerne Solarmax verwenden - wahrscheinlich die MT-Serie. Für mich ist die Auslesbarkeit via Ethernet wichtig, dann kann ich mir den Solarlog sparen, oder nicht?


ja, aber dann hast Du aber immer noch keinen Datenlogger.
Oder willst Du permanent einen PC mitlaufen lassen?
Grundsätzlich sind die MTs sehr gut, ich habe auch zwei 15MT/3.
Die MT brauchen aber für den optimalen Betrieb ca. 600 Volt Stringspannung bei ca. 50°C.

Nimmst Du für`s Einspeisemanagement die Lösung mit dem Rundsteuerempfänger, brauchst Du sowieso einen SolarLog, PowerDog oder die Lösung des Wechselrichterherstellers, wo oft schon ein Datenlogger integriert ist.

anli_solar hat geschrieben:Folgende Module sollen eingesetzt werden: Canadian Solar CS6P-240


Modulspannung Leerlauf bei -10°C: 66.56 Volt
Modulspannung im MPP bei +70°C: 40.52 Volt

Damit ist man bei der Auslegung recht unflexibel.
Canadian Solar hat in der Vergangenheit auch nicht gerade immer durch super Qualität und Kundenfreundlichkeit geglänzt.
Wie sie aktuell sind, weiss ich nicht.

anli_solar hat geschrieben:1x Ost, 45° Dachneigung, ca. 12 Module, keine Verschattung; 756kWh/kWp nach PCGis (ohne Verluste)


Bei 486 Volt Stringspannung ist das nicht toll, geht aber grade noch.
Wenn Du irgendwie ein Modul mehr draufbekommst, mach`s!

anli_solar hat geschrieben:1x West, 45° Dachneigung, ca. 22 Module, im Sommer bis Mittags teilweise Verschattung von ca. fünf Modulen durch den Schornstein


Das geht nur als 2 x 11er Strings, auch da besser ein, zwei Module mehr im String.
Also 24, besser 26 Module auf diese Fläche.

anli_solar hat geschrieben:1x Ost und 1x West, 17° Dachneigung, jeweils ca. 15 Module


15 Module der genannten Sorte passen beim SolarMax nicht in einen String, max. 13 Stück.
Kannst Du die überzähligen 4 Module evtl. mit einer der anderen Dachflächen in einen String packen?
Wenn Die Ausrichtungen beider Dachflächen halbwegs identisch sind, kannst Du evtl. die betreffenden Module auf 45° aufständern, dann passen sie in die anderen Strings, wo noch Module "fehlen", um auf 13er Strings zu kommen.
Ist halt die Frage, ob das technisch und optisch umsetzbar ist.

anli_solar hat geschrieben:Das ergäbe eine Gesamtleistung von 15,36 kWp.


Wenn Du die Module auf dem 15° Dach alle auf 45° aufständern kannst, dann kann`s ein SolarMax 13MT/3 werden.
Dann musst Du 4 gleichlange (möglichst 13er) Strings machen und dabei immer zwei Ost- und zwei Westseiten auf einem MPPT legen.
Der 5. String vom größeren Westdach 45° kann eine abweichende (zur Not geringere) Modulzahl haben und kommt auf den 3. MPPT.
Allerdings ist der WR dann bei der 70%-Lösung eigentlich zu groß, selbst mit 5x13er Strings = 15,6 kwp.
Der nächstkleinere 10MT hat nur 2 MPPT und geht darum nicht.

Darum würde ich ganz andere Wechselrichter nehmen.
Das 15° Dach hat 7,2 kwp, bei einem WR der 1000 Volt abkann passen da grade so die 2 x 15er Strings drauf.
Der einzige WR, der da in Frage kommt ist der Danfoss TLX Pro+ 6 k, jede Dachseite als ein String an einen MPPT.

Das 45° Dach hat 8,16 kwp, der WR muss bei 12 Modulen im String eine Eingangsspannung von max. 800 Volt abkönnen und 2 asymetrische MPPT haben.
Auch hier ist der Danfoss TLX Pro+ 6 k das Maß der Dinge, der kann auch asymetrisch belegt werden.
Auch hier wären längere Strings (12er) besser.
Wichtig ist es, die Strings auf dem 45° Westdach möglichst länger zu machen wegen der Verschattung.
Hier sollten in beiden parallel angeklemmten Strings die Schattenmodule möglichst so verteilt sein, dass der Schatten gleichzeitig und gleichmäßig auf beide Strings fällt.
Wenn Du also noch 2 Module (für 2 x 12) auf das 45° Westdach draufbekommst, wäre das gut.

Wenn Du 2 x Danfoss nimmst, brauchst Du nur bei einem die Pro+ Ausstattung, weil die als Master und Slave zusammenarbeiten.
Der Pro+ hat einen eigenen Webserver drin, Logger weiss ich nicht, aber ein Interface für RSE ist optional erhältlich.
Direkt an den PC ist der auch anschliessbar.

Die Danfoss sind sehr gute WR auch mit gutem Schattenmanagement, sie haben nur einen Nachteil: Sie sind laut!
Wenn Du sie irgendwo in den Keller hängen kannst, wo`s kühl ist und keinen stört, wäre das die beste Lösung.

http://www.wechselrichter-onlineshop.de/aktuell-verfuegbare-wechselrichter?q=danfoss
http://www.solar-shop24.org/Danfoss-16/Danfoss-TLX-Pro-Plus-6-K.html
MfG
Ralf Hofmann

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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon Febraur » 17.08.2012, 11:13

Hallo, ich mal ein Frage...

Bin neuer PV Anlagen Besitzer und mir ist immer noch nicht klar, wei ich das zu rechnen bzw. zu sehen habe.

Wenn der Wechselrichter auf 70% gedrosselt wird, sind die restlichen 30% schon mein Eigenverbauch? Oder muss ich von den gedrosselten 70% (7,84kwp x70%=5,5kwp) noch die 30% eingespeisten Strom noch abziehen für Eigenverbrauch. Dann sind das doch noch einmal eine verminderte Leistung. :?:

Und wie kann ich das an meinen Zähler ablesen.

A- am Kasten für die Solaranlage (Totaleinspeisung der PV Anlage incl. 70% Drosselung)
A+ am Kasten für die Solaranlage (Stromverbrauch Wechselrichter)
A- am Schaltkasten Strom (tatsächliche Vergütung durch den Stromanbieter )
A+ am Schaltkasten Strom (verbrauchter Strom der bezahlt werden an muss an meinen Stromanbieter)

Merkwürdiger Weise ist die tatsächliche Vergütung durch den Stromanbieter (A- im Schaltkasten Strom) nicht die 70% von der Totaleinspeisung (A- im Kasten für die Solaranlage). Oder muss ich von der Totaleinspeisung 70% rechnen und das ist dann der Betrag, den vergütet bekomme

:danke: für Eure Antworten.
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon elfaro » 17.08.2012, 13:01

Richtig, bei den Canadian Solar gab es zuletzt ja Probleme mit Schneckenspuren, mach dich mal schlau. Von den Canadian gehen an den Solarmax korrekterweise auch nur 13 Module im String, mit anderen WR wären auch 15 machbar. Allerdings benötigst du bei deinen Dächern 4 Tracker und so viele hat kein WR - max. 3 Stück.

Daher würde ich auch zu einer 3-Dach-Lösung tendieren: Die Garage wird wohl ein Flachdach haben? Mit geplanter O-W-Aufständerung? Stattdessen ginge meine Idee dahin, diese alle nach Osten aufzuständern, aber nicht 45°, was zu große Reihenabstände bedingen würde und optisch weniger ansehnlich wäre. Auf das Westdach könntest du ebenfalls noch bis zu 4 Mdoule zusätzlich verbauen bei entsprechendem Platz. Nimm alternativ auch 60-Zeller wie die alfasolar mit max. möglichen 24 Modulen im String.

Als WR tendiere ich zu einem Danfoss TLX 12.5k mit 3 Trackern für ca. 300 EUR weniger. Er hat Ethernet und mit der Pro-Version auch einen Webserver integriert. Bei angenommenen 20 bis 25°DN auf der Garage fährst du mit der 70%-Regelung optimal und hast fast keine Verluste. Als WR würde hier auch mit 58 Stück der 245-Modulen noch ein 10-kVA-Gerät langen, aber da gibt es nur den WG-schwachen Kostal Piko 10.1. Bei optimaler Stringauslegung würde ich dir sogar zu diesem raten, da du ca. 800 EUR sparen kannst ggü. dem Danfoss, wobei du pro % WG etwa 300 EUR an aggregierten Ertragsverlusten hast.

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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon Febraur » 17.08.2012, 13:38

o.k. danke.. hat mir sehr geholfen :danke:
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon anli_solar » 19.08.2012, 23:48

Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!

Beim Wechselrichter bin ich nicht so festgelegt - ich möchte lediglich ein Gerät (oder mehrere) mit Ethernet-Anschluss haben. Ich habe hier eine Qnap die 24/7 läuft - auf der werden schon die Daten der Heizung und der gesamten Haussteuerung (Homematic) gesammelt. Die möchte ich dafür auch nutzen, da könnte ich mir zum Beispiel ein Perl-Programm schreiben. Auch muss ich da nicht unbedingt auf den letzten Euro schauen - da ist mir eine vernünftige Lösung mit guten WR die Mehrkosten wert.

Das Garagendach ist leider nicht flach, sondern hat ein "Spitzdach" mit 17° DN. Aufständern wäre eine Möglichkeit. Bevor ich das mache (dort plane ich sowieso mal einen Dachausbau, der die Änderung der Neigung auf 45° zur Folge hätte), versuche ich jedoch lieber, zusätzliche Module auf das "normale" Dach zu bekommen. Auf die Ostseite könnte ich noch 5 bis 8 Module zusätzlich bekommen, so dass es gut aussieht. Auf die Westseite ebenfalls. Das wären jedoch wahrscheinlich wieder zu viele Module - trotz Danfoss WR, oder (ich hab das mit der Rechnerei und dem Unterschied String und Tracker noch nicht so ganz durchblickt,,,) ?

Dann könnte ich das ganze wie auf S. 37 des Danfoss Handbuchs, Abb. 5.12 anschließen (lassen ;)) (zzgl. Aufteilung der Module in weitere Strings, analog zu Abb. 5.14)?
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon Ralf Hofmann » 20.08.2012, 07:39

Hallo,

wie bereits gesagt, eine abschließende Planung kann erst gemacht werden, wenn die Lösung für`s Einspeisemanagement klar ist, weil davon die Größe der WR abhängt.
Diese Entscheidung wiederum ist von den Kosten für die Rundsteuertechnik abhängig und die verrät Dir nur der VNB (schriftlich anfragen).

anli_solar hat geschrieben:Beim Wechselrichter bin ich nicht so festgelegt - ich möchte lediglich ein Gerät (oder mehrere) mit Ethernet-Anschluss haben. Ich habe hier eine Qnap die 24/7 läuft - auf der werden schon die Daten der Heizung und der gesamten Haussteuerung (Homematic) gesammelt. Auch muss ich da nicht unbedingt auf den letzten Euro schauen - da ist mir eine vernünftige Lösung mit guten WR die Mehrkosten wert.


Sehr gut, dann gehen wir weiterhin vom besten verfügbaren WR für Deine Anlagengröße und Stringspannung aus.
Die haben dann sowieso Ethernet.

anli_solar hat geschrieben:Das Garagendach ist leider nicht flach, sondern hat ein "Spitzdach" mit 17° DN. Aufständern wäre eine Möglichkeit. Bevor ich das mache (dort plane ich sowieso mal einen Dachausbau, der die Änderung der Neigung auf 45° zur Folge hätte), versuche ich jedoch lieber, zusätzliche Module auf das "normale" Dach zu bekommen.


O.K. Vorab bemerkt:
Aufständern kannst Du nur dann problemlos, wenn auf dem betroffenen Dach im Richtung der Aufständerung nur eine Reihe Module steht, sonst verschatten die Modulreihen sich gegenseitig und brauchen darum größere Abstände zueinander.
Bei einer Garage gehe ich mal davon aus, dass aufgrund einer etwa quadratischen Größe mehrere Modulreihen montiert werden, da geht eine Aufständerung mit Beibehaltung der geplanten Menge an Modulen sowieso nicht, also vergessen wir das wieder.

anli_solar hat geschrieben:Auf die Ostseite könnte ich noch 5 bis 8 Module zusätzlich bekommen, so dass es gut aussieht. Auf die Westseite ebenfalls.


Alles klar. Damit brauchst Du wegen der unterschiedlichen Dachneigungen und jeweils einer Ost- und einer Westseite insgesamt 4 MPPT, das bedeutet 2 WR mit jeweils zwei MPPT.
Die Planung für die Garage mit 17° würde ich mit dem Danfoss TLX Pro+ 6 k unverändert stehenlassen bei der 70% Lösung.
Bei Einsatz eines Rundsteuerempfängers und 100% Einspeiseleistung nimmst Du den Danfoss TLX Pro+ 8 k, der kostet keine EUR 100 mehr, bringt dann aber mehr Gesamtleistung bei den 7,35 kwp auf der Garage.

Die Planung für das Haus kann dann wie folgt für den Danfoss optimiert werden:
Ostseite ein String mit 15 Modulen (mögliches Maximum), Westseite mit zwei Strings mit jeweils 15 Modulen (falls die passen, sonst 2x14 oder 2x13 Module).
Das sind dann bei 15 Ost und 2x15 West 11,025 kwp, bei 15 Ost und 2x14 West 10,535 kwp und bei 15 Ost und 2x13 West 10,045 kwp.
Besser, Du kommst auf der Westseite 15 oder 14 Module im String (bei 2 gleichen Stringlängen!).
Dann brauchst Du auf dem Haus auch einen Danfoss TLX Pro+ 8 k bei der 70% Lösung sowie bei der 100 % Lösung, da ein Ost-/Westdach mit 45° Neigung sowieso nicht über 70% der möglichen Spitzenleistung herauskommt.

anli_solar hat geschrieben:Das wären jedoch wahrscheinlich wieder zu viele Module - trotz Danfoss WR, oder (ich hab das mit der Rechnerei und dem Unterschied String und Tracker noch nicht so ganz durchblickt,,,) ?


Danfoss hat in diesem Bereich die verfügbaren WR gut abgestuft, mit dem etwas leistungsstärkeren 8 kva Gerät hast Du da genau den richtigen WR.

String = Module, die alle in eine Reihe geschaltet sind.
Im String addieren sich die Spannungen aller Module und ergeben die Stringspannung.
Diese darf bei -10°C (Standard-Auslegungstemperatur für Montage in Deutschland) im Leerlauf niemals über der max. Eingangsspannung des verwendeten WR liegen, weil dieser sonst zerstört werden kann.
Eine solche Auslegung mit zu hoher Eingangsspannung kann zum Erlöschen der Gewährleistung und Garantie des WR führen.
Die Stringspannung darf bei +70°C (Standart-Auslegungstemperatur für Montage in Deutschland) im MPPT niemals unter der min. Eingangsspannung des verwendeten WR liegen, weil der WR die abgegebene Leistung mehr verarbeiten kann.
Die Stringspannung bei +70°C soll auch noch innerhalb des MPPT-Regelbereiches liegen, weil sonst die abgegebene Leistung nicht mehr optimiert werden kann.

Tracker (MPPT) = Elektronisches Bauteil im WR, das die Spannung in den angeschlossenen Strings abhängig von der gerade produzierten Leistung (die wieder abhängig ist von der aktuellen Sonneneinstrahlung und etwaiger Verschattung) hebt oder senkt.
Eine gute Software für den MPPT kann auch die Bypassdioden verschatteter Module aktivieren und so die betroffenen Module teilweise oder ganz aus dem String "herausnehmen", anstatt die ganze Stringleistung überproportional an Leistung verlieren zu lassen.
An einen Tracker können auch mehrere Strings angeschlossen sein.
Diese müssen dabei immer gleich lang sein und dürfen in der Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung nicht wesentlich voneinander abweichen.
Jeder WR hat ein Fenster für die MPPT Spannung, in der der Tracker regeln kann.
Innerhalb dieses Fensters liegt wiederum die Nennspannung, in der der WR seinen optimalen Wirkungsgrad hat.
Die Stringspannung bei etwa 50°C Modultemperatur sollte möglichst nahe an dieser Nennspannung liegen.
Die Stringspannung bei etwa 70°C Modultemperatur sollte noch innerhalb des Spannungsfensters für den MPPT liegen und darf niemals unter die min. Eingangsspannung des WR fallen.

anli_solar hat geschrieben:Dann könnte ich das ganze wie auf S. 37 des Danfoss Handbuchs, Abb. 5.12 anschließen (lassen ;)) (zzgl. Aufteilung der Module in weitere Strings, analog zu Abb. 5.14)?


Dazu kann ich nix sagen, weil ich noch nie einen Danfoss angeschlossen habe, vielleicht kann Dir ein Danfoss-Anwender da mehr sagen.
MfG
Ralf Hofmann

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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon elfaro » 20.08.2012, 10:54

Meine Lösung ginge wieder eher in die Richtung eines einzelnen WR. Ein Danfoss TLX 12.5k kostet ca. 1400 EUR weniger als zwei TLX 8k - und der TLX 6k ist unwesentlich günstiger als der größere Bruder.

Als Module kämen die 96-Zeller wie von Canadian Solar in Frage für die Westseite vom Haus und auf für die Garage bei voller Belegung mit 2x15M (Haus) und 1x15M (Garage). Die Schattenmodule auf dem Hausdach müssen möglichst verschattungsgleichzeitig in beiden Strings verteilt werden. Die Garage wird nur in einer Ausrichtung belegt, am besten die mit dem besten Ertrag und der wenigstens Verschattung, vorzugsweise nach Osten. Für die Ostseite des Daches würde ich dann lieber zu den 60-Zellern wie von alfasolar greifen, mit 1x20M kämen die dann an den Danfoss.

Bei dieser Variante bekommst du zwar 3,6 kWp weniger Leistung drauf als bei voller Nutzung des Garagendaches, sparst aber eben 1400 EUR an den WR. Der TLX 12.5k könnte prinzipiell auch mehr Leistung ab, aber bei leistungsfähigeren Modulen wird die Spannung in den 15er-Strings zu hoch und du müsstest jeweils 1 Modul weniger verbauen - das bringt dann nichts. 70%-Regelung ist obligatorisch wegen der minimalen Verluste bzw. ganz ohne bei Ostbelegung der Garage.
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon anli_solar » 20.08.2012, 15:13

Wow, Ihr Jungs seid fix - vielen Dank! danke an Ralf Hofmann für die ausführliche Erklärung zu String und Tracker!

Zunächst zur Garage: Die wollte ich aufgrund Eurer Hinweise jetzt zunächst nicht belegen. Ich werde diesen Winter nutzen, um mir die Schattenverläufe anzusehen (die Garage steht ja im Schatten des Hauses) und dann nach Sonnentiefststand im Dezember mir das weiter anschauen.

Zum Einspeisemanagement: Ist der RSE dasselbe Gerät wie bei der Steuerung des Hoch-/Niedrigtarifs? Das habe ich nämlich schon im Hause. Es wird nicht mehr benötigt, wenn ich auf PV umstelle, da dann die Wärmepumpe mit "normalem" Stromtarif betrieben wird (dann bin ich nicht mehr an den örtlichen Anbieter gebunden und kann günstiger einkaufen). Wenn es dasselbe ist, könnte ich es zur Steuerung verwenden, ansonsten müsste ich mich da noch einmal erkundigen.

elfaro hat geschrieben:Die Schattenmodule auf dem Hausdach müssen möglichst verschattungsgleichzeitig in beiden Strings verteilt werden.

Das bedeutet, dass in jedem String möglichst dieselbe Anzahl an Modulen bzw. Fläche verschattet ist - es muss nicht an derselben Position im String liegen (also beispielsweise das 2. Modul im jeweiligen String), sondern es könnte im ersten String das erste Modul und im zweiten String das zweite Modul verschattet sein (der Schornstein wirft einen schrägen Schatten)?
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Re: Neue Anlage Ost-West-Ausrichtung, zwei Dachneigungen

Beitragvon elfaro » 20.08.2012, 16:03

Deinen RSE für die Hoch-/Niedertarifsteuerung kannst du nicht einsetzen. Ob der hardwaremäßig geeignet ist kann ich nicht sagen, aber die Parametrierung würde wohl komplett neu erfolgen müssen.

Den Passus zu den verschatteten Modulen in den beiden Strings hast du richtig verstanden.
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