Rund um die Planung einer Solaranlage.
Moderator: Mod-Team
von Meridian74 » 16.07.2012, 10:42
Hallo erstmal.
wir tragen uns mit dem Gedanken, vorhandenes Kapital (also keine Finanzierung) in die Anschaffung einer PV Anlage zu investieren. Solater war da, hat Dach ausgemessen und uns ein Angebot unterbreitet. Drei unterschiedliche Module; Leistung der Anlage würde sich auf ca 4,6kWp bis 5,2kWp belaufen. Dachfläche, Neigung und Verschattung sind bereits bemessen.
Soweit ist auch alles klar, unser jährlich Verbrauch liegt bei ca 5000kWh (Bin Selbstständig und verbrauche durch einige PCs einiges and Strom...); demnach war unsere überlegung das wir unseren Eigenverbrauch mit der Anlage decken wollen. Da meine Tätigkeit sich aber stark in die Morgen und Abendstunden fokusiert, überlegen wir, ob wir einen Akku mit Anschaffen.
Das Angebot für den Akku beläuft sich auf ca. 9000€ Anschaffung (ohne Mwst), für einen 20kWh Speicher, max 2000W Ausgansleistung.
Ich habe hier jetzt mehrfach gelesen das sich der Akku nicht rechnet. Was ist denn so die Gängige Meinung? Soweit ich das verstehe wir ja auch der Eigenverbrauch bei der Einspeisung vergütet ... Irgendwie bin ich jetzt etwas verwirrt.
Vielen Dank für eure Tips...
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von einstein0 » 16.07.2012, 10:52
Ja, da wäre ich auch verwirrt! Ein Akkusystem um PV im Netzverbund zwischenzulagern ist so ziemlich das Übelste was ich in meiner bald 30-jährigen Erfahrung "gelernt" habe. Ist die Zivilisation in Mitteleuropa derart degeneriert, dass sie Verhältnisse aus dem Australischen Outback kopiert, wo Windmühlen das Trinkwasser 100 meter aus der Wüste pumpen und PV oft das kleinste Übel ist um überhaupt an Strom zu kommen. Ja, ich bin bestürzt über diesen Deutschen Irrsinn! HILFE 
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von Helpless » 16.07.2012, 12:05
Meridian74 hat geschrieben:Das Angebot für den Akku beläuft sich auf ca. 9000€ Anschaffung (ohne Mwst), für einen 20kWh Speicher, max 2000W Ausgansleistung.
Ich habe hier jetzt mehrfach gelesen das sich der Akku nicht rechnet. Was ist denn so die Gängige Meinung? Soweit ich das verstehe wir ja auch der Eigenverbrauch bei der Einspeisung vergütet ... Irgendwie bin ich jetzt etwas verwirrt.
Ich weiß nicht in weit es arbeit machen würde sowas wie einen Victron Quattro 5000 ein zu binden, aber damit zusammen mit einem 38KWh (sinnvoll nutzbar 12-15KWh) StaplerAkku käme man ca mit der Hälfte aus. Ob sich das rechnet? Nu ja, beim von mir erwähnten Akku kostet die KWh über die Lebensdauer gerechnet 5-7ct. Man verliert die Einspeisevergütung. Rechnet man den Wechselrichter mit ein, dann kostet die KWh alles in allem so um die 25ct.
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von Meridian74 » 16.07.2012, 12:37
Helpless hat geschrieben:Ich weiß nicht in weit es arbeit machen würde sowas wie einen Victron Quattro 5000 ein zu binden, aber damit zusammen mit einem 38KWh (sinnvoll nutzbar 12-15KWh) StaplerAkku käme man ca mit der Hälfte aus.
Ob sich das rechnet? Nu ja, beim von mir erwähnten Akku kostet die KWh über die Lebensdauer gerechnet 5-7ct. Man verliert die Einspeisevergütung. Rechnet man den Wechselrichter mit ein, dann kostet die KWh alles in allem so um die 25ct.
[/quote] ja das ist der Punkt, und was Du rechnest ist schon eine günstigere Variante. Also summa summarum kostet mich die kWh aus dem Akku mehr als sie derzeit vom normalen Netz kostet... und da man davon ausgehen kann das über 10 Jahre sicher was am Akku kaputtgeht was dann auch wieder teuer wird rechnet sich das doch irgendwie nicht, oder?
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von Helpless » 16.07.2012, 14:52
BleiAkkus sind zuverlässige Arbeitstiere. Wenn man sie ein wenig pflegt, dann halten sie ihre Zyklen (und eingeschränkt in derLeistung darüber hinaus). Günstig ist relativ. Deiner ist nur extrem teuer. Die Frage ist, wie groß der Speicher wirklich sein muss. Sind die Module z.B. Ost-West ausgerichtet, hat man am Abend/Morgen mehr Leistung als bei einer reinen Süd-Ausrichtung. Dann kann der Akku kleiner ausfallen. Ein Quattro 5000 ist ein großes Ding. Vieleicht langt ja auch das 1600er oder 1200er Modell, dann sinkt der Batteriewechselrichteranteil bei der Kostenberechnung. Wo liegt denn der Strompreis derzeit? Bei mir wäre "die Grenze" 24ct/KWh. Der wird demnächst wieder steigen und die nächsten Jahre wahrscheinlich auch. Man kann freilich warten, bis es sich so richtig rechnet, aber man sollte die Techik darauf vorbereiten, sonst wird es nachher teurer bei der Nachrüstung.
Aber ja. Im allgemeinen kann man sagen, dass es sich bei vorhandenem Netzanschluss (noch) nicht rechnet. Schau doch mal im "Netzunabhängig (offgrid)" vorbei. Da wird sowas diskutiert.
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von kalle bond » 16.07.2012, 15:19
einstein0 hat geschrieben:Ja, da wäre ich auch verwirrt! Ein Akkusystem um PV im Netzverbund zwischenzulagern ist so ziemlich das Übelste was ich in meiner bald 30-jährigen Erfahrung "gelernt" habe. Ist die Zivilisation in Mitteleuropa derart degeneriert, dass sie Verhältnisse aus dem Australischen Outback kopiert, wo Windmühlen das Trinkwasser 100 meter aus der Wüste pumpen und PV oft das kleinste Übel ist um überhaupt an Strom zu kommen. Ja, ich bin bestürzt über diesen Deutschen Irrsinn! HILFE 
Auf der Intersolar hättest du dir schon einige dieser Systeme anschauen können. Vor vielen 20 Jahren (1000 Dächer Programm) war Netzeinspeisung mit PV Wahnsinn, heute voll normal.
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von einstein0 » 16.07.2012, 16:08
Hallo Kalle auf der Intersolar hätte ich mich wohl dieses Jahr bloss gelangweilt, oder mir an den Kopf gelangt. Dabei bilden ja nicht wirklich die verwirrten (Neu) Solarstromproduzenten das Problem, denn dumme Fragen gibt es bekanntlich nicht. Der gröbste Unfug sind ja Hersteller, welche solchen Unsinn auch noch produzieren und Anbieter! Ich schätze, von jeder in Batterien zwischengespeicherten PV-kWh, kann lediglich eine Halbe netto ins Netz eingespeist werden. Also könnte man ebensogut 30% Dummies aufs Dach schrauben und hätte neben beträchtlichen Kosteneinsparungen wesentlich weniger mit Wartung zu tun... Inselanlagen in allen Ehren, aber was jetzt bei Euch abgeht passt doch in kein smartes Netzkonzept!?
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von kalle bond » 16.07.2012, 17:27
Vielleicht siehst du die Geschichte ein wenig zu verbiestert. Das Smart Grid steckt erst in den Kinderschuhen, es gibt noch keine signifikanten Speicherkapazitäten. Zur Zeit installieren etliche neue PV Pioniere Eigenstrom Anlagen mit Speicher. Die Batterien (verschlossene oder Li Typen) sind übrigens weitgehend wartungsfrei.
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von win_solar » 16.07.2012, 19:10
Hallo Meridian, von einer Akkulösung würde ich zur Zeit aus Kostengründen noch Abstand nehmen. Ich würde dir empfehlen eine ganz normale Anlage mit Eigenverbrauch zu bauen, bei dir wäre evtl. die weiche 70%-Regel eine günstige Option, wenn du tagsüber Eigenverbrauch generieren kannst. Wie ist dein Dach ausgerichtet und geneigt? Eventuell sogar ein Ostwestdach? Das wäre morgens und abends vorteilhaft. Es wird in den nächsten Jahren sicherlich Akku-Nachrüstlösungen geben, eventuell wird es dann auch für dich interessant, jetzt noch nicht! Gruss Win
2,4kWp BPsolar BP275F/Sunways NT2500 seit 2000 4,2kWp Heckert HS-PXL-210/Sunways NT3700 seit 2008 5,5kWp Axitec AC230P/Solarmax 6000S seit 2009 2,7kWp Suntech STP225/Solarmax 3000S seit 2010 2,2kWp Schott PolyProtect 180/SMA SB3800 (vorüberg.) seit 2011
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von Meridian74 » 17.07.2012, 12:32
win_solar hat geschrieben:Hallo Meridian, von einer Akkulösung würde ich zur Zeit aus Kostengründen noch Abstand nehmen. Ich würde dir empfehlen eine ganz normale Anlage mit Eigenverbrauch zu bauen, bei dir wäre evtl. die weiche 70%-Regel eine günstige Option, wenn du tagsüber Eigenverbrauch generieren kannst. Wie ist dein Dach ausgerichtet und geneigt? Eventuell sogar ein Ostwestdach? Das wäre morgens und abends vorteilhaft. Es wird in den nächsten Jahren sicherlich Akku-Nachrüstlösungen geben, eventuell wird es dann auch für dich interessant, jetzt noch nicht! Gruss Win
Erstmal Danke an Alle für euer Feedback. Also unser Dach hat eine perfekte Südausrichtung, so gut wie Null Verschattung und das was da wäre, haben wir bereits rausgerechnet. Neigung ca. 30°. Also soweit alles perfekt. Wir kämen bei optimaler Nutzung auf ca 5.2kWp. Ich habe noch ein paarmal durchgerechnet und werde es wohl ohne den Akku realisieren, dafür lieber etwas Geld in einen A+++ Kühlschrank investieren und die Hauptverbraucher (Spül und Waschmaschine etc) einfach auf Mittagszeit timen. So macht das irgendwie mehr Sinn glaub ich. Ausserdem investiere ich dann lieber das Geld in eine Solarthermie, damit würd ich dann mehr sparen als die Investition in den Akku. Wir zahlen derzeit 25€C /kWh. Danke an Alle und Gruss
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