Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon BlankenHans » 07.02.2012, 15:51

Hallo,

wir bauen in 2012 ein Einfamilienhaus. Sobald das Wetter wieder milder ist geht es los. Vorraussichtliche Fertigstellung im August/September 2012.

Jetzt haben wir am Wochenende davon gehört das es Sinn machen würde sich selber mit Strom über eine PV-Anlage zu versorgen und dafür dann auch noch zu kassieren.

Da ich absolut keine Ahnung von der Materie habe bin ich nun hier gelandet.

Wie sollte man an die Sache ran gehen? Folgende Fragen kommen mir dabei in den Sinn?

- Lohnt sich eine PV-Anlage bei unserem Haus mit Süd-West-Ausrichtung, Dachneigung 45 Grad?
- Ist diese Investition finanziell sinnvoll?
- Strom selber nutzen oder komplett einspeisen?
- Welche Module sollte man nehmen?
- Mit welchen Kosten muss man rechnen?
- Wie groß muss/kann die PV-Anlage sein?

Ich hoffe ich bin hier richtig und bekomme ein wenig Unterstützung.

Danke schon Mal
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon JayM » 07.02.2012, 16:37

Hallo BlankenHans,

- Lohnt sich eine PV-Anlage bei unserem Haus mit Süd-West-Ausrichtung, Dachneigung 45 Grad?
Ja

- Ist diese Investition finanziell sinnvoll?
Ja, im Moment auf jeden Fall. Später muß man mal sehen wieviel Flurschaden die Herren Rößler, etc. bei der Vergütung angerichtet haben.

- Strom selber nutzen oder komplett einspeisen?
Finanziell kein großer Unterschied bei heutigen Strompreisen. Eigenverbrauch zählt nur für zeitgleichen Verbrauch und 'kostet' euch 16,38 c/kWh netto also ca. 19,5 c/kWh inkl. MWSt (kleine Abweichungen durch steuerliche Effekte sind möglich). Ist ein gutes Gefühl den eigenen Strom zu verbrauchen (das tut man aber physikalisch gesehen sowieso), dagegen stehen höhere AC Anschlußkosten. Kann man auch später noch jederzeit ändern, z.B. wenn die Netzstrompreise gestiegen sind. Die ca. 19,5 c/kWh für zeitgleich selbst verbrauchten PV Strom sind 20 Jahre fest

- Welche Module sollte man nehmen?
Poly oder Mono-Kristaline. Nach Geschmack, geldbeutel und Ideologie entwede aus deutscher/japanischer/koreanischer oder aus chinesischer Fertigung. In letzterem Fall nur Chinesenn aus der 1sten Reihe (z.B. Trina, Yingli, Suntech, Chaori). Die PV Branche ist im Umbruch, ich bevorzuge Hersteller, die auch noch ein anderes Standbein haben, da ich da sicherer bin, dass die auch noch da sind, wenn ich mal eine Garantieleistung brauche.

- Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Zur Zeit 1700 bis 2200 Euro/kWp. Für 1 kWp braucht man 7 bis 8 m2 Dachfläche.

- Wie groß muss/kann die PV-Anlage sein?
Typisch für ein EFH sind 5 bis 10 kWp, je nach Dachgröße, Form und Aufbauten. Wenn noch Flexibilität besteht kann man das Dach noch auf nach Süden geneigtes Pultdach umplanen, dann bekommt man mehr drauf (siehe Bild rechts, 200 m2 Niedrigenergiehaus mit 23 kWp PV auf dem Dach).

Tips für die Planung:
- in der Statik die zusätzliche Belastung durch PV schon mitrechnen lassen.
- Antennen, Lüftungsauslässe, Dachfenster, Gauben, etc. auf dem Süddach vermeiden. Auch eine kleine Verschattung führt zu großen Ertragseinbußen.
- Platz für die Wechselrichter vorsehen und freilassen (z.B. im Technikraum), ca. 1 bis 1,5 m2 Wandfläche auf Augenhöhe pro WR
- Leerrohr / Kabelkanal vom Dach zum Wechselrichterstandort legen lassen. Möglichst so, dass die darin geführten PV Gleichstromleitungen feurefest verlegt sind und die Länge die sie imm Innenraum laufen minimiert ist (DC Leitungen stehen immer unter Strom solange Licht auf die Module fällt, kann Feuerwehr im Innenangriff behindern/gefährden). Alternative ist ein Metallrohr außen am Haus nach unten zu führen. Das kann aussehen wie ein Fallrohr von der Regenrinne. Fällt dann gar nicht auf.
- Im Zählerkasten ein bis zwei Zählerplätze und Platz für ein paar zusätzliche Sicherungen / Trennschalter lassen.
- Finanzierung von PV ist über günstige KfW Darlehen möglich, kann aber auch über Hausbank/Bausparkasse günstiger sein. Am besten bei der Finanzplanung mit ansprechen.

Dann die Zeit nutzen und hier im Forum und anderswo schlaulesen / Fragen stellen / lernen. Die PV Anlage kann ans Netz sobald das Dach gedeckt und der Hausanschluß gemacht ist (also unter Umständen mehrere Monate vor Einzugstermin).

Viel Glück
Jochen
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon BlankenHans » 07.02.2012, 16:57

Hallo Jochen,

vielen Dank für die ausführlichen Infos.

- Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Zur Zeit 1700 bis 2200 Euro/kWp. Für 1 kWp braucht man 7 bis 8 m2 Dachfläche.

Ist das dann der Endpreis mit allem drum und dran oder nur Material?

Kann men den Strom bei Eigenverbrauch nicht irgendwie speichern und dann sogar zu 100% selber nutzen?

Danke
BlankenHans
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon JayM » 07.02.2012, 17:34

Hallo BlankenHans,
die Preise sind schlüsselfertig montiert. Schau doch mal in die Angebotssektion des Forums und lies ein paar Angebote für vergleichbare Anlagen. Da bekommst du schnell ein Gefühl für die gegenwärtigen Preise.

Man kann speichern, wenn man das ideologisch will. Es lohnt sich wegen der hohen Batterie- und Ladereglerkosten im Moment noch nicht. 100% wird man nicht erreichen, weder 100% Eigenverbrauch des erzeugten Stroms noch 100% Deckung des Bedarfs (ganz sicher nicht beides gleichzeitig). Dafür sind die PV Erträge und der Verbrauch zu unregelmäßig.

Gruß
Jochen
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon ADDIT » 07.02.2012, 19:59

Bei der Planung der Kosten (Haus- und Photovoltaikanlage) die entstehenden Ausfallkosten der Anlage nach einem Schaden finanziell mit einplanen - https://www.addition24.de/2698b629f6_photovoltaik.html
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon JayM » 07.02.2012, 20:25

Stimmt, versichern sollte man die Anlage im Normalfall schon. Ertragsausfallversicherung macht sicher Sinn, wenn man die Anlage finanziert hat und sich auf die Erträge verlassen können muß.

Gruß
Jochen
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon Dr. Chili » 08.02.2012, 12:52

@blankenhans

wenn man besonders raffiniert ist plant man die anlage so, dass man sich dadurch andere materialien am haus erspart wie zum Beispiel
- Dachziegel
- Balkongeländer
- Terassenüberdachung

da sind der phantasie keine grenzen gesetzt. mach dich bei bedarf mal schlau mit dem stichwort GIPV oder BIPV ;)
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Re: Neubau in 2012 - Photovoltaikanlage aufs Dach?

Beitragvon JayM » 08.02.2012, 14:48

Hallo Dr. Chili,
wollte ich eigentlich machen. Dann sind die Modulpreise gefallen. Für Standardmodule allerdings sehr viel schneller / stärker als für dachintegrierte (wollte Solrif System). Daher ist es bei uns am Ende ein Kalzip Blechdach mit Aufdachanlage geworden. Die Dachmaße sind allerdings auf die Modulbreite abgestimmt.

Schön sind die integrierten System!! Ob man damit im Moment Geld sparen kann hängt sehr vom Einzelfall und den Angeboten ab. Ich würde auf jeden Fall so planen, dass beides noch geht wenn man die Modulentscheidung fällen muß. Und die sollte man bei dem weitergehenden Preisverfall erst fällen wenn man absolut muß.

Gruß
Jochen
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