nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Gueldnerfan » 17.07.2012, 16:17

Hallo,

ich habe ein öffentliches Dach angemietet und dort eine PV Anlage installiert.
Der Solarteur hat schlüsselfertig geliefert und montiert zum Festpreis. Ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden und würde es immer wieder mit ihm machen.

Nun hat sich der öffentliche Eigentümer gemeldet und gesagt, dass bei einer Routine-Wartung der vorhandenen Blitzschutz"anlage" die PV Anlage "entdeckt" worden ist und die Fachfirma hat aus Sicherheitsgründen sofort die Anlage abgesichert. Die Kosten hierfür (siehe Anlage) sind mir natürlich in Rechnung gestellt worden.

- Hinweise/Anmerkungen?
- Hätte mein Solarteur dies machen müssen?
- Ist es überhaupt notwendig? Mein Solarteur hat zu den vorhandenen Blitzableitern extra genügend Abstand gehalten, die Anlage selber aber wohl nicht abgesichert.
- Sind die Kosten in der Höhe gerechtfertigt? Kommt mir ein wenig hoch vor...(Anscheinend wurde nur mit der Dachgosse verbunden)

DANKE für Eure Antworten!
(Anlage ist 20,5 kwp groß)
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Sonnnenklar » 17.07.2012, 16:29

Hallo Gueldnerfan,

meines Wissens muss zwingend bei einer vorhandenen äusseren Blitzschutzanlage eine nachträglich installierte PV-Anlage in diese eingebunden werden, ich habe die entsprechenden Vorschriften grad nicht im Kopf.
Und bei öffentlichen Gebäuden gibt es auch Vorschriften die einen Blitzschutz ggf. zwingend vorschreiben.
Falls kein anderer hier die entsprechenden Stellen parat hat, so kann ich mal danach schauen.

Also hier könnte durchaus ein Mangel deines Solarteurs vorliegen, denn du hast ja eine PV-Anlage nach Stand der Technik und gemäß geltenden Normen und Vorschriften bei ihm gekauft?!
Hierzu gehört natürlich auch das (öffentliche) Gebäude und Dach mit bereits vorhandener Blitzschutzanlage.

Die Kostenhöhe erscheint mir nicht übertrieben und ok.
Du kannst ja die Meter nachmessen und Rest prüfen, bzw. zählen.

Grüße, Sonnnenklar
Zuletzt geändert von Sonnnenklar am 17.07.2012, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
Wer in meinen Beiträgen etwas findet das ihn stört, der darf es behalten.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon P.Voltologe » 17.07.2012, 16:33

Wenn der Fachbetrieb den äußeren Blitzschutz, der vorher da war wahrgenommen hat und ohnehin weiß dies ist ein öffentliches Gebäude, muss er sich um die fachgerechte Integration der PV-Anlage in den bisherigen Schutzbereich des vorhandenen Blitzschutzes kümmern. Viel mehr kann man aus der Ferne nicht zu dem Thema sagen, weil man nicht erkennen kann, ob die getroffenen Maßnahmen hinsichtlich einer Risikoabschätzung erforderlich waren (DIN EN 62305-3 [VDE 0185-305-. 3] Beiblatt 5, Anhang B). Sollten sie erforderlich gewesen sein (um in den Schutzbereich des äußeren Blitzschutzes zu kommen), so sind die Kosten, insbesondere der Stundensatz der Blitzschutzfachkraft äußerst moderat.
Grüße

PS: Sonnenklar meinte: "...,denn du hast ja eine PV-Anlage nach Stand der Technik und gemäß geltenden Normen und Vorschriften bei ihm gekauft?!" Genaugenommen wissen wir genau dies nicht. Wenn vertraglich nichts geregelt ist und es keine Ausschlüsse gibt, dann muss der Fachbetrieb eine Energieanlage nach §49(1) EnWG nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichten! Dies sind alle einschlägigen VDE-Richtlinien, auch die von mir oben angesprochene.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Dipol » 17.07.2012, 17:38

Sonnnenklar hat geschrieben:... meines Wissens muss zwingend bei einer vorhandenen äusseren Blitzschutzanlage eine nachträglich installierte PV-Anlage in diese eingebunden werden, ich habe die entsprechenden Vorschriften grad nicht im Kopf.

Na logo! Die DIN EN 62305 (VDE 0185-305) müsste eigentlich jeder Solateur unter dem Kopfkissen haben. Aber kaum ein Installateur kann sie vorweisen, weshalb die Praxis die gleiche allgemein verbreitete inkompetente Normenunkenntnis wie bei Antennenerdungen aufzeigt.

Sonnnenklar hat geschrieben:Also hier könnte durchaus ein Mangel deines Solarteurs vorliegen, denn du hast ja eine PV-Anlage nach Stand der Technik und gemäß geltenden Normen und Vorschriften bei ihm gekauft?!
Hierzu gehört natürlich auch das (öffentliche) Gebäude und Dach mit bereits vorhandener Blitzschutzanlage.

Arbeiten an Blitzschutzanlagen sind Blitzschutzfachkräften vorbehalten, wobei es unten denen sehr fachkundige, aber auch nur bessere Eisenbieger gibt. Man sehe sich nur einmal an, wie erbärmlich wenige Firmen sich beim VDE einer Zertifizierung unterzogen haben.

Elektrofachkräfte wie auch Installateure aus dem HSK-Bereich sind im Regelfall bezüglich Blitzschutzanlagen nicht qualifiziert und bei den Kenntnissen zu SPD 1 Blitzstrom- und SPD 2 Überstromableitern sieht es oft auch nicht besser aus.

http://www.vde.com/de/Ausschuesse/Blitz ... Liste.aspx
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon P.Voltologe » 17.07.2012, 21:41

Dipol hat geschrieben:...

Elektrofachkräfte wie auch Installateure aus dem HSK-Bereich sind im Regelfall bezüglich Blitzschutzanlagen nicht qualifiziert und bei den Kenntnissen zu SPD 1 Blitzstrom- und SPD 2 Überstromableitern sieht es oft auch nicht besser aus.

http://www.vde.com/de/Ausschuesse/Blitz ... Liste.aspx


Willkommen "Zweipol" im Forum.

Ich denke hier wurde im ersten Beitrag, provozierend, etwas zu mutig oder auch missverständlich (im Zitatbereich) formuliert.
Mir sind keine regionale und fachbereichbezogene "Zwangsstrahlungen" oder Einflüsse (auch nicht im oder beim HSK) bekannt, die verhindern Fachwissen und Qualifikationen aufzubauen. Ich wäre dennoch an den Erfahrungen interessiert, die dieses niederschmetterndes Urteil hervorbrachten (wenn nötig auch per PN). :wink:

Da wäre ich jetzt einmal auf die Reaktion aller Klempner aus dem Hochsauerlandkreis gespannt. :lol:

Grüß
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon sunforce » 17.07.2012, 22:15

Als erstes stellt sich die Frage, ob die Ausführungen der Blitzschutzfachkraft erforderlich waren. Hierzu solltest du deinen Solateur mit der Rechnung konfrontieren und Ihn darauf hinweisen, dass diese Rechnung durch sein Versäumnis entstanden ist. Aus meiner Sicht hätte vor Ausführung der Arbeiten eine Kontaktaufnahme durch die Blitzschutzfirma bzw durch den Inhaber des Daches mit dir erfolgen müssen. Als erstes hat dein Solateur das Recht, bei einer unsachgemäßen Ausführung den Mangel zu beseitigen. Am besten wäre es, die Kosten vielleicht aufzuteilen.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Dipol » 18.07.2012, 02:12

P.Voltologe hat geschrieben:Willkommen "Zweipol" im Forum.

Danke für das Willkommen!
P.Voltologe hat geschrieben:Ich denke hier wurde im ersten Beitrag, provozierend, etwas zu mutig oder auch missverständlich (im Zitatbereich) formuliert.

Provokationen sind mir fremd, aber ich verschließe auch nicht die Augen vor unangenehmen Realitäten.
P.Voltologe hat geschrieben:Mir sind keine regionale und fachbereichbezogene "Zwangsstrahlungen" oder Einflüsse (auch nicht im oder beim HSK) bekannt, die verhindern Fachwissen und Qualifikationen aufzubauen. Ich wäre dennoch an den Erfahrungen interessiert, die dieses niederschmetterndes Urteil hervorbrachten (wenn nötig auch per PN). :wink:

Dazu gehört, dass man ein VDE-Auswahlabo hat und die relevantesten Normen nicht nur griffbereit, sondern auch intus hat. Das Problem ist doch, dass nicht nur den meisten Elektrofachkräften das Abo zu teuer ist und viele in der Normenflut schon lange fortbildungsresistent wurden. Und dann müsste man ja auch noch Seminare für Blitz- und Überspannungsschutz belegen.

Woher sonst kommen unisono die Klagen vom VDS wie den EMV-Sachverständigen, dass die meisten Fotovoltaikanlagen normwidrig installiert sind? Der hier diskutierte Fall ist doch nicht die Ausnahme von der Regel. Unlängst hatte die HK Stuttgart in einem Seminar einen HSK-Musterbetrieb präsentiert, der schwerpunktmäßig Fotovoltaik- und Solarthermie-Anlagen installiert, Auf meine Frage an wievielen seiner unzähligen Anlagen ein optimaler Isolierter Blitzschutz ausgeführt worden sei, bekam ich die entwaffnende Antwort, dass er dies ganz einfach mit "keine" beantworten könne.

P.Voltologe hat geschrieben:Da wäre ich jetzt einmal auf die Reaktion aller Klempner aus dem Hochsauerlandkreis gespannt. :lol:

Ich auch!

Womöglich findet sich ja unter den empörtesten Wortmeldern sogar jemand der unbedingt seine blitz- und überspannungstechnische Fachkunde in einem kleinen Check zu Basisfragen der DIN EN 62305 (VDE 0185-305) oder ähnlich relevanter Normen beweisen will.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Sonnnenklar » 18.07.2012, 07:10

Hallo und willkommen Dipol, :)

damit ich dich besser verstehen kann, habe ich folgende Fragen an dich:
- wen meinst du mit "den Wortmeldern"?
- was meinst du mit "empört"?

Dipol hat geschrieben:...den empörtesten Wortmeldern ....

Viele Grüße, Sonnnenklar
Wer in meinen Beiträgen etwas findet das ihn stört, der darf es behalten.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Dipol » 18.07.2012, 08:10

Sonnnenklar hat geschrieben:Hallo und willkommen Dipol, :)

Auch dir ein Danke für das Willkommen!

Sonnnenklar hat geschrieben:damit ich dich besser verstehen kann, habe ich folgende Fragen an dich:
- wen meinst du mit "den Wortmeldern"?
- was meinst du mit "empört"?

Das ist doch ganz einfach: Als langjähriger Forenuser und Moderator eines anderen Forums erwarte ich heftige Proteste insbesondere von normresistenten Installateuren.
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Re: nachträgliche Kosten für Blitzschutz

Beitragvon Gueldnerfan » 18.07.2012, 09:50

Sonnnenklar hat geschrieben:damit ich dich besser verstehen kann, habe ich folgende Fragen an dich:
- wen meinst du mit "den Wortmeldern"?
- was meinst du mit "empört"?
Das ist doch ganz einfach: Als langjähriger Forenuser und Moderator eines anderen Forums erwarte ich heftige Proteste insbesondere von normresistenten Installateuren.


Jetzt bräuchte ich die Funktion "like" :D

An dieser Stelle ein, ganz, ganz großes Lob an dieses Forum, an die Betreiber, und letztendlich an die Mitglieder!

Ich bin ab und zu (eigentlich 2x im Jahr) in Foren zu dem Thema Computer, Netzwerk, Alte Traktoren, Auto unterwegs. Die Art und weise gefällt mir nicht, daher halte ich grundsätzlich nichts von Foren: Meistens wird nicht wertschätzend miteinander umgegangen und schnell vom eigentlichen Thema abgeschweift. Ausgedachtes Beispiel: "Wer weiss, wie man bei einem Opel die Zündkerzen wechselt?" -> Antwort, auf die sich dann die nachfolgenden Einträge nur noch beziehen: "Wieso fährst du Opel?"... Und der Kampf entbrennt...

In diesem PV-Forum erlebe ich eine maximale Lösungsorientierung des eigentlichen Problems und einen (bis auf wenige, nicht nennenswerte Ausnahmen) netten Umgang miteinander.

Mir hat dieses Forum bisher (so lange bin ich noch nicht dabei) sehr geholfen UND sehr viel Spass gemacht!

(dieser Beitrag gehört nicht zu diesem Tread, soll von mir eine Ausnahme sein - musste aber auch mal an dieser Stelle sein :-)
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