Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe etc..

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe etc..

Beitragvon Mario Albrecht » 18.12.2011, 21:51

Hallo,
ich habe eine Idee, von der ich nicht weiß, ob sie umsetzbar ist, oder ob sie sich lohnt.

Die Ausgangssituation: ein Fachwerkhaus von 1870, denkmalgeschützt. Total saniert. Dämmung von innen mit 6 cm Holzweichfaserplatte auf Lehmputz. außen ca. 14 cm Klinkermauerwerk im Fachwerk, also eher schwach gedämmt.
Beheizt über Wandheizung, Wäremgewinnung über Erdwärmepumpe, zwei Bohrungen in 65 Meter Tiefe. Vorlauftemperatur etwa 40 Grad. Schichtenpufferspeicher mit 800 Liter Inhalt für Warmwasser für drei Personen, mehr werden wir auch nicht mehr... Wohnfläche etwa 230 m2.
Anbau mit etwa 65 m2, nicht denkmalgeschützt, Dachausrichtung nach Süden, Dachneigung ziemlich steil.

Meine Idee: Solar auf das Dach des Anbaus, das bekommen wir genehmigt.
1. Mit dem Strom zuerst den Pufferspeicher auf etwa 80 Grad aufheizen, mit dem Eigenstrom den Verdichter laufen lassen und das Wassser erhitzen. Das wäre die erste Speicherung der Energie.
2. Dann einen Stromspeicher, also Akkus oder Batterien, laden.
3. Dann den noch verbleibenden Strom selber nutzen.
4. Erst dann den Rest einspeisen.

1. und 2. und 3. laufen unter Eigenverbrauch und werden entsprechend gefördert, nur 4. bringt die vergleichsweise nierige Einspeisevergütung.
Bislang beziehen wir ein 3.600 khw-Pauschalpaket pro Jahr und kommen damit aus. Laienhaft gerechnet bedeutet das, daß wir im Schnitt pro Tag nicht mehr als 10kwh verbrauchen, richtig? Wohlgemerkt ist der Wärmepumpenstrom hierin nicht enthalten, weil wir den Wärmepumpenstrom zun entsprechenden Tarif von RWE beziehen.

So, nun bitte ich um Beiträge, die mir entweder Schwachpunkte/Probleme aufzeigen, oder die mir dabei helfen könnten, zu erkennen, ob sich das lohnen könnte. Oder die mir Hinweise darauf geben, wo ich eine entsprechende Steuerung herbekommen könnte oder was es sonst noch dazu zu sagen gibt. Oder die mir zu einem speziellen Stromspeicher raten können.
Platzbedarf für diese Anlage oder für einen weiteren Pufferspeicher für mehr warmes Wasser spielt kaum ein Rolle, Raum ist vorhanden.

Ich bitte ferner darum, nicht darüber zu lamentieren, ob sich eine Wärempumpe lohnt, warum nur schwach gedämmt worden ist usw. Es ist, wie es ist, und es war so gewollt. Ob sich das rechnet, war uns egal, es fühlt sich gut an und es nützt dem Haus. Fragen beantworte ich gerne, und falls Infos fehlen, will ich mich bemühen, sie nachzureichen!

Ich wusste nicht, wohin der Beitrag am besten passt, weil er mehrere Themen anschneidet, aber ich glaube, hier ist er ganz passend.

Danke schön schomma vorwech,

viele Grüße,

Mario Albrecht
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon JayM » 18.12.2011, 23:09

Hallo Mario,
willkommen im Forum!

Deine Idee scheint mir technisch umsetzbar, aber ob es sich 'lohnt' hängt von deinen Erwartungen ab. Finanziell lohnt sich sicher der Bau einer PV Anlage sofern die Umstände einigermaßen normal sind (Dachausrichtung OK, keine große/langandauernde Verschattung, Statik des Daches OK, etc.)

Wenn man den Schritt zur PV Anlage einmal gegangen ist, muß man den zusätzlichen 'Lohn' und Kosten der weiteren Anstrengungen immer gegen die Volleinspeisung rechnen. Dazu einige Punkte zum Nachdenken:

1. Speichern mit Wärmepumpe in den Pufferspeicher: solange du bei 40 oder 45 Grad bleibst und nur den Pufferspeicher von oben bis unten füllst ist es ziemlich egal wann am Tag oder in der Nacht du den Pufferspeicher füllst. Dafür den Solarstrom zu nutzen kann also durchaus Sinn machen.
a) Wenn du aber nur zu Speicherzwecken auf 80 Grad gehst, sinkt dein Coefficient of Performance für die Wärmepumpe erheblich. Du brauchst also für eine kWh Wärme auf 80 Grad mehr Strom als für eine kWh Wärme auf 40 Grad. Und das bekommst du auch nicht beim Ausspeichern zurück, das sind echte Verluste.
b) Wenn du WP Strom verbilligt bekommst (unter 19,5 c/kWh inkl. MWSt) kommt dich der PV Eigenverbrauch teurer (im Vergleich mit Volleinspeisung).
c) Wenn du einen eigenen WP Zähler hast mußt du dich wahrscheinlich entscheiden, ob der Eigenverbrauch nur der WP oder nur dem Haushalt zugute kommt. Hat das jemand schonmal gemacht und es hinbekommen EV auf WP und Haushalt zu legen? Wenn ja, wie?

2. Batteriespeicher gibt es inzwischen von mehreren Anbietern. Wirtschaftlich wird das aber erst, wenn der Netzstrom sehr viel teurer wird als der Eigenverbrauch aus derPV Anlage. Den würde ich in erster Näherung mal mit 16,38 c/kWh netto = 19,5 c/kWh inkl. MWSt ansetzen. Wenn dich dein Netzstrom 24,5 c/kWh kostet sparst du also ca. 5 c/kWh im Vergleich mit Volleinspeisung und Rückkauf von Strom aus dem Netz. Dafür mußt du mehrere Tausend Euro für die Batterien rechnen plus 5 - 10% Ein-/Ausspeicherverluste plus Batteriewechsel alle 5 - 10 (??) Jahre. Nimm mal an, dass du 10 kWh Kapazität für Euro 5000 bekommst und du es schaffst 200 volle Zyklen im Jahr zu fahren. Dann sparst du pro Jahr maximal 2000 kWh/a mal 0,05 Euro/kWh = 100 Euro/a. Schaffst du es damit und mit 1. über 30% Eigenverbrauch zu kommen gibt es nochmal ca. 4 c/kWh extra, dann sind es maximal 200 Euro/a Ersparnis. 'Lohnen' sieht anders aus.

3. PV Strom im haushalt selbst verbrauchen sollte sich lohnen. Wie in einem anderen aktuellen Thread diskutiert kann es aber steuerliche Nachteile geben, die den Vorteil schnell wieder aufzehren. Ausserdem kann es sein, dass sich der billigste Stromanbieter dann zurückzieht und du am Ende mehr für Netzbezug bezahlen mußt.

4. Einspeisen lohnt sich (sofern man nicht zuviel für die Analge bezahlt hat, und die Erträge OK sind).


Fazit: Wenn du 'lohnen' als 'ich will mich selbst versorgen' siehst, kann dein Schema Sinn machen. Wenn du 'lohnen' im finanziellen Sinn meinst dann ist der Vorteil gegenüber Volleinspeisung in jedem Fall recht gering (wenige 100 Euro/a), die Investitionen für dein Schema aber erheblich (viele 1000 Euro).

Je nach Dachgeometrie könntest du auch noch über Solarthermie nachdenken. Ich persönlich würde dafür auf meinem Dach keinen Platz machen (ich stell die Kollektoren für unseren Neubau in den Garten). Kann sich aber auf teilverschatteten Dachflächen lohnen, die für PV weniger geeignet sind.

Bin gespannt auf weitere Kommentare

mit winterlichen Grüßen
Jochen
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon jodl » 19.12.2011, 08:03

"1. und 2. und 3. laufen unter Eigenverbrauch und werden entsprechend gefördert, nur 4. bringt die vergleichsweise nierige Einspeisevergütung."
als Erstes von dieser Vorstellung wegkommen
--> PV als Volleinspeisung kalkulieren, und dann die Aufwendungen und die Erträge der Eigenverbrauchs- Variante genau berechnen
meistens ist dann der wirtschaftliche Vorteil nicht recht groß oder garnicht mehr gegeben

du schreibst nur 3600 kWh Strom im Jahr, (ohne Wärmepumpe)
für die Abschätzung ob Eigenverbrauch überhaupt Sinn machen kann, wäre noch interessant zu wissen wieviel Wärmepumpenstrom, zu welchem Preis?

grundsätzlich gibts wohl z. Zt, keine Speichermöglichkeit die wirtschaftlich realisierbar ist (im Vergleich zu Volleinspeisung)
Verbrauch zusätzlich zu schaffen, nur um dafür Eigenverbrauchsvergütung zu bekommen, macht auch keinen Sinn
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon Mario Albrecht » 19.12.2011, 12:57

Hallo,
zunächst Danke für Eure Beiträge.
Ich beginne langsam zu verstehen, worauf es ankommen könnte....

Hier die nachgefragen Infos:
Unser 3.500 kWh-Paket kostet im Jahr 900,00 € brutto.
Die Wärmepumpe hat in 12 Monaten (abgelesen 02/10 und 02/11) ca. 6.000 kWh verbraucht. Der Bruttopreis lag im Durchschnitt bei etwa 15,5 ct/kWh.
Zusammengerechnet ergibt das monatlich im Schnitt etwa 80 € für die WP und 75 € für Warmwasser, was ungefähr 1.850,00 € Stromkosten im Jahr bedeutet.
Das ist also unser Einsparpotential.

Dazu kann ich doch noch die Vergütung für den Eigenverbrauch rechnen, oder liege ich mit dieser Annahme falsch? Optimistisch gerechnet wären das weitere 9.500 kWh zu 25 ct? Also 2.375,00 €?
Somit bin ich bei 4.225,00 € pro Jahr, die im Idealfall eingespart bzw. ausgezahlt werden könnten. Stimmt die Rechnung bis hierhin?

Wenn ich gerade so in den trüben Himmel blicke, wird mir klar, daß es schwierig werden dürfte, den Eigenbedarf komplett selber abzudecken.
Unser Tagesbedarf liegt bei etwa 26,50 kWh, im Winter wohl noch mehr, weil der Wärmebedarf höher ist. Dafür ist´s im Sommer weniger.
Ist es darstellbar, so große Speicher anzuschaffen? Was wird das wohl kosten? Und auch die Haltbarkeit ist angesprochen worden, ist denn tatsächlich nach fünf Jahren Feierabend mit den Akkus?

Vielleicht kommen wir ja noch einen Schritt weiter jetzt?

Danke,

Mario Albrecht
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon Mühli » 19.12.2011, 13:21

Mario Albrecht hat geschrieben:Ist es darstellbar, so große Speicher anzuschaffen? Was wird das wohl kosten? Und auch die Haltbarkeit ist angesprochen worden, ist denn tatsächlich nach fünf Jahren Feierabend mit den Akkus?

Mario Albrecht


Darstellbar? Na Klar doch, immer rein in die Bude!
Kosten? Ein mittleres Vermögen!
Haltbarkeit? Ausprobieren, freiwillige vor!

Ich versteh wirklich nicht, warum immer alle meinen, ihren Strom speichern zu müssen. Werden sich aber bestimmt noch die üblichen melden, weil es ja das einzig wahre ist und jeder der ein Stromnetz nutzt, nur ein Weichei ist.

Wenn du willst, nimm die Eigenverbrauchsvergütung, haben wir auch, ist schon ein gutes Gefühl und ergibt ein kleines finanzielles Zuckerl (je nach Situation)
Das speichern im WW-Speicher find ich an sich OK, hauptsache die WP läuft nicht länger als vorher (Energie-Gesamtverbrauch erhöht sich nicht)
Wobei ich an deiner "Ökologie" zweifeln muss, denn der Wärmepumpenstrom ist Kohle-Dreck und zwar pur. (Keine Kritik, nur ne Bemerkung)

Auch "An-sich" betrachtet ist geschobener Eigenverbrauch nicht so sinnvoll. Denn Tagsüber im Winter ist "immer" zu wenig Ökostrom im Netz und ICH schalte dann die Waschmaschine Mittags ein, weil es sich für MICH rentiert, aber die Allgemeinheit da zu wenig Strom hat.
Im Sommer am Sonntag-Mittag ist das natürlich schon sinnvoll...

Gruß
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon JayM » 19.12.2011, 13:35

Hallo Mario,
deine Rechnung stimmt so nicht. Hier die Kurzversion:

Angenommen du baust eine 10 kWp PV Anlage (=ca. 80 m2 Modulfläche) und hast einen Jahresertrag von 9500 kWh. Diesen Jahresertrag kannst du entweder:
- voll einspeisen, dann bekommst du 24,4 c/kWh netto vom Netzbetreiber, also ca. 2320 Euro/a netto. Gleichzeitig bezahlst du 1850 Euro/a brutto für deinen Verbrauch.
- teilweise selbst verbrauchen (Achtung, nur zeitgleicher Eigenverbrauch zählt!) und den Rest einspeisen. Da solltest du (grob geraten) mit WP vielleicht auf 40% Eigenverbrauch kommen, also etwa 3800 kWh/a Eigenverbrauch und 5700 kWh/a Einspeisung. Bleiben 3800 kWh/a die du aus dem Netz beziehst.
Für den Eigenverbrauch bekommst du 24,4 c/kWh-16,38 c/kWh = ca. 7,8 c/kWh Vergütung bis 30% EV (also für die ersten 2850 kWh/a EV) und 24,4 - 12 = 12,4 c/kWh für alles über 30% EV (also für nochmal 950 kWh/a). Du bekommst jetzt vom Netzbetreiber 2850 kWh/a * 7,8 c/kWh = 222,3 Eur/a plus 950 kWh/a * 12,4 c/kWh = 118 Euro/a plus 5700 kWh/a * 24,4 c/kWh = 1390 Euro/a, total 1730 Euro/a. Für den verbleibenden Verbrauch von Netzstrom von 5700 kWh/a bezahlst du dann zwischen 880 Euro/a (bei 15,5 c/kWh WP Tarif) und 1465 Euro/a (bei 25,7 c/kWh). Weil du wahrscheinlich dann keinen billigen WP Strom nutzen kannst sind es eher die 977 Euro/a. Auf den Wert des Eigenverbrauchs bezahlts du auch noch Umsatzsteuer, macht nochmal etwa etwa 120 Euro/a.
Insgesamt bekommst du unter diesem EV Szenario also 1730 Euro/a netto und zahlst zwischen 880 und 1465 Euro/a.

Du kommst also ziemlich gleich raus, ob du voll einspeist oder viel Eigenverbrauch hast. Nur mußt du für den hohen Eigenverbrauch ganz schön viel investieren.

Gruß
Jochen
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon Mühli » 19.12.2011, 13:41

40% wird er eh nicht schaffen. Wenn man sich das Wetter der letzten 8 Wochen so anschaut, kam meine Anlage gaaanz selten mal über 10% Nennleistung und entsprechend schlecht sind auch die Erträge, obwohl kein Schnee drauf liegt!
Da kann die WP dann soviel ziehen, wie sie will, der Strom wird ausm Netz kommen.

Ansonsten hat Jay schon recht, der billige Wärmepumpenstrom macht die Rechnung kaputt.

Gruß
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon dummfrager » 19.12.2011, 13:55

Also ist es generell nicht sinnvoll die Wärempumpe bei Eigenverbrauch zu betreiben? Weil der WP-Tarif "günstiger" ist, wenn man alles mit einrechnet, als das was man durch mehr Eigenverbrauch "verdient"?
Mit Thema WP+PV(Eigenverbrauch) hab ich mich noch garnich sooo auseinander gesetzt. :-/
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon jodl » 19.12.2011, 14:13

Mario Albrecht hat geschrieben:Ich beginne langsam zu verstehen, worauf es ankommen könnte....

hm, das sieht eher nicht so aus...

Mario Albrecht hat geschrieben:Unser 3.500 kWh-Paket kostet im Jahr 900,00 € brutto.

3500 kWh Stromverbrauch (ohne Wärmepumpe) - das hast du oben schon geschrieben

Mario Albrecht hat geschrieben:Die Wärmepumpe hat in 12 Monaten (abgelesen 02/10 und 02/11) ca. 6.000 kWh verbraucht. Der Bruttopreis lag im Durchschnitt bei etwa 15,5 ct/kWh.


Mario Albrecht hat geschrieben:Zusammengerechnet ergibt das monatlich im Schnitt etwa 80 € für die WP und 75 € für Warmwasser, was ungefähr 1.850,00 € Stromkosten im Jahr bedeutet.
Das ist also unser Einsparpotential.

die 75 Euro sind doch nicht fürs Warmwasser, das ist doch wohl der gesamte Stromverbrauch in deinem Haus
du hast doch auch Licht am brennen, Fernseher, Küchenherd, etc.

Mario Albrecht hat geschrieben:Dazu kann ich doch noch die Vergütung für den Eigenverbrauch rechnen, oder liege ich mit dieser Annahme falsch? Optimistisch gerechnet wären das weitere 9.500 kWh zu 25 ct? Also 2.375,00 €?
Somit bin ich bei 4.225,00 € pro Jahr, die im Idealfall eingespart bzw. ausgezahlt werden könnten. Stimmt die Rechnung bis hierhin?

jetzt wirds ganz grob falsch

wenn du 100 % der im Haus verbrauchten Energie selbst mit PV erzeugen möchtest. dann kann das vielleicht machbar sein, wenn die Kosten keine Rolle spielen
wenn das auf dem Dach eines 65 qm großen Anbaus erfolgen soll, dann wirds schwierig :mrgreen:
wirtschaftlich oder rentabel kann das nie werden
(sonst wäre ja kein Mensch mehr am Netz angeschlossen)

üblicherweise macht man die Rechnung andersrum:
auf deinem Anbau (Dachfläche? Dachneigung? usw.) haben sagen wir mal 8 kWp Platz
damit kannst du im Jahr 7200 kWh erzeugen
von diesen 7200 kWh wirst du unter normalen Umständen vielleicht ca. 30 % selbst verbrauchen, den Rest speist du ins Netz ein
wenn du für den WP-Strom 15,5 ct brutto bezahlst, dann wäre es Unsinn, hier etwas mit PV zu machen

wenn die Warmwaser-Bereitung bisher elektrisch aber nicht mit Wärmepumpe erfolgt ist, dann kannst du über die Anschaffund einer Brauchwasser-Wärmepumpe nachdenken, die evtl. mit PV-Strom und Eigenverbrauch betrieben wird
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Re: Komplexe Angelegenheit mit Solar, Speicher, Wärmepumpe e

Beitragvon Mühli » 19.12.2011, 14:24

dummfrager hat geschrieben:Also ist es generell nicht sinnvoll die Wärempumpe bei Eigenverbrauch zu betreiben? Weil der WP-Tarif "günstiger" ist, wenn man alles mit einrechnet, als das was man durch mehr Eigenverbrauch "verdient"?


Nein, finanziell ist es nicht sinnvoll und ich möchte auch behaupten, der Umwelt hilfts nix, denn PV und WP stehen sich in ihrem Last/Erzeugungsprofil komplett gegenüber. Wenn die Sonne scheint, braucht man selten zu heizen. Wenn man heizen muss, scheint selten die Sonne.
Und dass es im Winter zu 2/3 "nacht" ist, weißt du ja :mrgreen: und mit deinem Schatten wirst DU eh nicht der Winter-Ertragskönig werden. (Ich auch nicht...Ost/West sei dank)
Gruß
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