Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauch

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauch

Beitragvon Gretel » 24.06.2012, 22:34

Hallo zusammen!

Ich interessiere mich für eine PV-Anlage zur Eigenstromversorgung.

Im Jahr 2009 haben wir bereits eine PV-Anlage zur Einspeisevergütung auf unserem Bauernhof installiert, welche über unseren Hausstromanschluss dem Netz zugeführt wird. Die Größe der PV-Anlage wurde damals so ausgelegt, dass eine Erweiterung nicht mehr möglich ist (Hausanschlusskabel ist an der maximalen Aufnahmeleistung).

Gleichwohl möchten wir gern unsere Stromkosten so weit wie möglich reduzieren.

Daten:
- 4 Personenhaushalt mit derzeit ca. 5000 kWh Jahresverbrauch (Tendenz in den nächsten Jahren durch Familienzuzug steigend)
- ca 40-50% der im gesamten benötigten Energiemenge wird während der Sonnenstunden benötigt
- Dachfläche (80m²) hat 20 Grad Dachneigung mit Südausrichtung ohne Verschattung und bietet theoretisch Platz für 8-10 kWp (53804 Much/NRW)

Folgender Gedankengang:

- Umnutzung der alten Anlage von Einspeisevergütung auf Eigennutzung macht keinen Sinn, da Vergütung mit mehr als 40 Cent höher als Stromkosten bei RWE pro kWp.
- Die neue Anlage darf nicht ans Netz angeschlossen werden, dadurch keine Einspeisung von nicht genutzem/verbrauchtem Strom (der wird dann wohl umsonst produziert).
- in den Wintermonaten ist die Sonneneinstrahlung so gering, dass eine Eigenstromversorgung nicht möglich ist und kaum Erträge erwartet werden können.
-Ziel ist es, in den Übergangsmonaten Frühling/Herbst möglichst den kompletten Strombedarf abzudecken (das führt dann zwangsläufig zur Überproduktion im Sommer :( )
- Benötigt wird also ein System, welches tagstüber den Strom direkt an die elektrischen Verbraucher im Haus steuert (fehlender Rest muss über die Hausstromanschluss zugeführt werden :shock: ) und für die Nichtsonnenstunden ein ausreichend großes Speichermedium zu Verfügung stellt.

Folgende Fragen drängen sich mir auf:

1. Welche Module sind empfehlenswert? Mono, Poly oder Dünnschicht (Thema defuse Lichtausbeute)
2. Welche Speichermedien sind am Markt empfehlenswert und bezahlbar? Blei-Gel oder Li-Ion??? :?
3. Muss der reine Eigenbedarf bei der RWE anmgemeldet oder genehmigt werden? (wir beziehen dann ja kaum noch Strom :wink: )
4. Wie groß muss die Anlage a) auf dem Dach mit Modulen ausgelegt sein und b) welche Speichergröße ist nötig, um die Übergangsmonate ausreichen abzudecken? (tagsüber genug Strom und immer Akku voll)
5. Macht es Sinn (Kosten-Nutzen-Frage!), die Module auf dem Dach aufzuständern, um den idealen Winkel für die Übergangs-und Wintermonate zu bekommen? (im Sommer ist ja dann eh eine Überproduktion auch bei etwas ungünstigerem Winkel)
6. Was passiert mit der nicht benötigten Energie, wenn die Batterie gefüllt wurde und derzeit kein Strom benötigt wird? Schäden für die Anlage?


Ich weiß, sehr viele Fragen und ein komplexes Thema... :shock: Aber dafür auch sehr interessant und zukunftsorientiert!

Vielleicht habt ihr ja Erfahrungen, Gedanken oder Anregung die mir weiterhelfen oder mich vor Fehlern bewahren können.
Über Informationen, insbesondere bei den Speichermedien, wäre ich sehr dankbar!!!

Eine rege Diskussion würde mich freuen....


Grüße aus dem Bergischen
Gretel
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon elfaro » 25.06.2012, 00:49

Die Anlage ist aus 2009? Dann könnt ihr aber doch auf EV umsteigen, ist das erste Jahr, zu dem es gesetzlich innerhalb des EEG ermöglicht wurde. Statt 43,01 ct gibt es dann 25,01 ct, also 18 ct Kosten für den EV-Anteil - jeweils pro kWh. Mal im EEG 2009 nachlesen...
Standort: 56xxx (Koblenz), PVgis10: 857kWh/kWp
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon wieso » 25.06.2012, 01:19

6. Was passiert mit der nicht benötigten Energie, wenn die Batterie gefüllt wurde und derzeit kein Strom benötigt wird? Schäden für die Anlage?



Im schlimmsten Fall , eine heisse Badewanne für Dich :wink:
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon Helpless » 25.06.2012, 09:24

Gretel hat geschrieben:- in den Wintermonaten ist die Sonneneinstrahlung so gering, dass eine Eigenstromversorgung nicht möglich ist und kaum Erträge erwartet werden können.

Ja, ausser ihr habt noch andere Stromquellen, wie z.B. ein Windrad oder Wasserkraft etc..

Gretel hat geschrieben:1. Welche Module sind empfehlenswert? Mono, Poly oder Dünnschicht (Thema defuse Lichtausbeute)

Dünnschicht bringt wohl mehr wenn die Module im Sommer recht heiß werden. Andererseits gibt es Berichte, in denen Dünnschicht Module bei großer Kälte gar nichts mehr gebracht haben. Mit Mono bringt man mehr auf's Dach und holt damit auch mehr heraus bei schlechten Verhältnissen.

Gretel hat geschrieben:2. Welche Speichermedien sind am Markt empfehlenswert und bezahlbar? Blei-Gel oder Li-Ion??? :?

Derzeit gibt es keinen Speicher und kein Gesamtsystem, dass sich auf Basis der derzeitigen Strompreise (aber wird wohl steigen) wirklich rechnet. Die meisten Inselsysteme deren Komponentenliste ich gesehen habe benutzen normale Blei-Säure (zumeist Staplerbatterien)

Gretel hat geschrieben:3. Muss der reine Eigenbedarf bei der RWE anmgemeldet oder genehmigt werden? (wir beziehen dann ja kaum noch Strom :wink: )

Nein, nicht das ich wüsste

Gretel hat geschrieben:4. Wie groß muss die Anlage a) auf dem Dach mit Modulen ausgelegt sein und b) welche Speichergröße ist nötig, um die Übergangsmonate ausreichen abzudecken? (tagsüber genug Strom und immer Akku voll)

Von der Idee würde ich mich verabschieden. Da Netzanschluss da ist, würde ich den Akku nur so groß wählen, dass er für eine Nacht langt. Alles andere rechnet sich derzeit schlicht nicht. Bei einer Staplerbatterie wäre das dann wohl
"Verbrauch Nacht" * 5, damit der Akku im Normalfall nicht mehr als 20% genutzt wird (wegen der Lebensdauer).

Gretel hat geschrieben:5. Macht es Sinn (Kosten-Nutzen-Frage!), die Module auf dem Dach aufzuständern, um den idealen Winkel für die Übergangs-und Wintermonate zu bekommen? (im Sommer ist ja dann eh eine Überproduktion auch bei etwas ungünstigerem Winkel)

Ich denke nicht. Die Ständer kosten eine Menge, und der bessere Ertrag pro Modul kann wahrscheinlich nicht den Verlust an Modulfläche ausgleichen. Wie gesagt, jeder Euro zählt, denn es rechnet sich auch so schon kaum, wenn der Strompreis die nächsten Jahre nicht erheblich steigt.

Gretel hat geschrieben:6. Was passiert mit der nicht benötigten Energie, wenn die Batterie gefüllt wurde und derzeit kein Strom benötigt wird? Schäden für die Anlage?

Das einfachste ist mit dem Überschuss einen Heizstab im Pufferspeicher der Heizung/Warmwasser zu füttern. Wenn es etwas sinnvoller sein soll, dann vielleicht eine Wärmepumpe laufen lassen, wenn genug Überschuss da wäre.


Du wirst damit rechnen müssen, dass ihr einige Gewohnheiten überdenken müsst. Z.B. nicht einmal in der Woche 5 Ladungen Wäsche waschen und trocknen, sondern eine pro Tag. Wenn ihr mit Strom kocht, dann gar nicht erst versuchen diesen extremen Peak abfangen zu wollen. Es lohnt einfach nicht.

Am günstigsten wäre es wohl so etwas wie Victron Multiplus ein zu setzen. Die können mit Batterie-/Solarvorrang arbeiten und wenn der Akku leer ist, oder mehr Leistung gebraucht wird als erbracht werden kann, schalten die automatisch auf Netz um. Deutlich besser, aber erheblich teurer sind dann Studer XTender. Die arbeiten ebenfalls mit Batterie-/Solarvorrang, können aber Netz und Batteriestrom mischen und so durchgehend arbeiten, selbst wenn Trockner und Waschmaschine mal gleichzeitig läuft. Die großen Xtender können mit einer bis zu 50A Starken 230V Quelle zusammenarbeiten, es wäre also wahrscheinlich möglich die Studer direkt zwischen Hauptleitung und Sicherungskasten zu klemmen.
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon macnetz » 25.06.2012, 10:14

Hallo,

ich würde die bestehende Anlage auf EV umklemmen lassen.

Alles andere lohnt IMHO den übergrossen Aufwand nicht und rechnet sich dann auch nicht.

Grüsse
Anton
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon wieso » 25.06.2012, 11:34

Hallo,

ich würde die bestehende Anlage auf EV umklemmen lassen.

Alles andere lohnt IMHO den übergrossen Aufwand nicht und rechnet sich dann auch nicht.

Grüsse
Anton


Ich würde auch gar keine PV anlagen mehr zubauen , denn die rechnen sich nicht mehr :wink:

5000 kwh pro Jahr Verbrauch sind mal 30 cent (bald) 1500 Euro im Jahr also in 12 Jahren 18000 Euro

18000 Euro kaufen mir
7000 Watt Inselwechselrichter (Victron Quattro Inverter Charger 48/8000) für ca 4500 Euro
50 kwh Speicherbatterie sollte ca minimum 15 Jahre halten für ca 5000 Euro
8000 watt PV für ca 6000 Euro
8000 watt MPPT Laderegler für ca 1300 Euro
Wäermepumpe mit 300 l wasserspeicher für ca 1500 Euro
Kleinteile Montagegestell? 700 Euro ???
Und einen Deppen wie mich ,ders umsonst aufbaut :mrgreen:

Alles Brutto preise , keine Ahnung ob man da die MWST zurückfordern kann (teilweise)

Laut PVGIS mit 20 % Systemverlust , sagt es mir 6800 kwh im Jahr in Mitteldeutschland ........ also 1800 kwh Überschuss , wenn man den Überschuss irgendwie via der Warmwasserheitzung mit sagen wir mit 10 cent pro kwh einrechnen darf .....

Klar wenn was kaput geht ..... :roll:

Leider gibt es keinen Anreiz von Seiten der "Obrigen" solche Anlagen einwenig zu stützen (5-10 cent wär ja was ) , anstatt dessen wird halt bevorzuzgt der Kohlestrom verkauft, an Privatleute :roll: , und wie Du schon sagtest
Alles andere lohnt IMHO den übergrossen Aufwand nicht und rechnet sich dann auch nicht
so denken die halt auch

Gruss Lars
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon Helpless » 25.06.2012, 11:55

Hmm, ich komm auf rund 23000 (incl MwSt), aber mit 3 Studer XTM 2600-48.

MwSt kannst du nicht zurückfordern, weil es für Eigenverbrauch und nicht gewerblich ist.
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon wieso » 25.06.2012, 12:03

Hmm, ich komm auf rund 23000 (incl MwSt), aber mit 3 Studer XTM 2600-48.

:mrgreen:

Klar gehts teurer , und klar bin ich immer einphasig unterwegs
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon Helpless » 25.06.2012, 12:40

wieso hat geschrieben:.....klar bin ich immer einphasig unterwegs

Nur, die meisten Häuser die ich kenne haben halt 3 Phasen. Und alles was ein wenig neuer war hatte 3x48A oder größer. Will man da auf eine Phase umstellen, geht das nicht ohne größeren Aufwand und Kosten.... Nachdem das ein Bauernhof ist, gehe ich auch davon aus, dass an der entsprechenden Leitung einige größere Geräte dran hängen. Da kommt man dann schnell an die Grenzen dessen was eine Phase hergeben kann.
:juggle:
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Re: Keine Einspeisung möglich - größtmöglicher Eigenverbrauc

Beitragvon dridders » 25.06.2012, 13:26

Alles auf eine Phase umstellen wir auch nichts legales ohne Zustimmung vom VNB, der diese aber wegen der Schieflast nicht geben wird. Und ohne Unterstuetzung vom VNB riskiert man sich permanent die Sicherung zu schiessen.
Wenn die PV-Leistung AC abgegeben wird duerfte auch eine Anmeldung beim VNB faellig sein. Genauso wenn der Insel-WR Netzunterstuetzend arbeiten kann. Und damit der VNB mitspielt brauchts dann eine entsprechende ENS. Wenn AC eingespeist wird koennte er auch den Ausbau des Hausanschlusses fordern, da ggf. die Gefahr besteht das die Leistung ueber den Hausanschluss nach draussen fliesst. Also eher DC einspeisen.
Zur Aufstaenderung: fuer den Ertrag im Winter vermutlich sinnvoll. Gilt dann aber nicht als Dachparallele Anlage, ist somit nicht genehmigungsfrei. Und ob das einem ein Bauamt genehmigt?
Den Akku immer voll zu bekommen kannste natuerlich nur mit PV vergessen, da ggf. wenn Schnee drauf liegt auch mal ein paar Tage gar nichts passiert. Komplett autark wuerde also richtig teuer durch haeufig ungenutzte Speicherkapazitaet.
Zur ungenutzten Energie: mit der passiert gar nix, sie wird einfach nicht genutzt. Wenn eine Alternativverwendung existiert kannste sie dahin leiten, wie z.B. Warmwasserspeicher. Wenn nicht auch egal, dann bleibt die Energie halt in der Sonne ;-)
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