Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon Bento » 23.07.2012, 21:36

Hallo Mourider86,

ich habe mir jetzt mal euer System Galaxy auf der Internetpräsenz näher angesehen und dabei zwei Dinge festgestellt:

1. Die transparenten Module sehen gut aus als Wintergartenüberdachung oder als Hallenbelichtung!
Aber: gibt das im Winter kein Kondensationsproblem in den Hallen? Beheizt sein dürften sie ja ohnehin nicht aber dort werden doch Menschen arbeiten, oder?

2. Ich hatte mir ursprünglich die Indachanlage als Teilbereich eines Ziegeldachs vorgestellt, so wie auch Aufdachanlagen in den meisten Fällen nur Teile der Dachflächen von Wohnhäusern bedecken. Und ich bin dabei auch tatsächlich von Wohnhäusern, also von beheizten Gebäuden ausgegangen. Diese Optionen gibt es aber scheinbar bei eurem System (noch) nicht, zumindest finde ich bei euch kein Ausführungsbeispiel.
Mourider86 hat geschrieben:Falsch gerechnet wurde, dass die Sparren mit ersetzt werden und in die Gebäudestatik mit eingegangen wird.
Alles über Pfette kommt von Galaxy.

Also die Holzsparren entfallen und werden stattdessen durch eure Alusparren ersetzt. Das funktioniert natürlich nur, wenn es sich nicht um ein Sparrendach handelt (denn da gibt es keine tragenden Pfetten) und selbst bei einem Pfettendach liegen Fuß-, Mittel- und Firstpfette normalerweise weiter auseinander als es für die Auflagerung eurer Sparren erforderlich wäre. Auf den Photos habe ich da so ca. 1,80 m geschätzt. Bei einem normalen Wohnhaus müssten dann weitere Pfetten eingezogen werden, was sicherlich nicht immer unproblematisch ist und außerdem Geld kostet!
Normale Dämmung wird man auch nicht unter eure Sparren schrauben können (teurer) und auch die Module werden ja (wie schon gehört) nicht so preiswert wie Standardmodule sein!

Aber selbst, wenn ich das alles ignoriere und für die dann tatsächlich entfallenden Holzsparren zusätzlich 35,- €/qm ansetze, ist euer System immer noch 7,- €/qm teurer als ein Aufdachsystem.

Wie lange gewährleistet ihr denn die Dichtigkeit?
Und wie sorgt ihr für Hinterlüftung?
Viele Grüße
Bento

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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon Mourider86 » 24.07.2012, 09:39

Hallo Bento,

Zu 1.
Durch die konstante volle Hinterlüftung, bildet sich kein Kondenswasser. Außerdem verhält sich ein Glas-Tedlarlaminat anders als eine Glasscheibe, bei Kondensation. Bisher ist uns kein Fall bekannt an dem Kondensat entstanden wäre, es sei denn, die Hinterlüftung wurde verschlossen. Der Kunde hat dann sofort wieder die hinterlüftete Ebene geöfnet und das Problem war beseitigt.
Man kann das ganze vergleichen mit einer Windschutzscheibe am Auto, die konstant belüftet wird, da entsteht dann auch kein Kondensat. Dieser Kamineffekt ist nicht zu unterschätzen, da ist richtig Strömung da.
Ja es halten sich Leute darin auf. Aber wie bereits erwähnt ist das durch eine Zulassung im Einzelfall möglich.
Wenn dann endlich diese Allgemeine baurechtliche Zulassung vorliegt, ist das dann endlich nicht mehr möglich.

Zu 2.
fotografie0072hw8i16ejqx.jpg

Man beachte, die Sparrenzwischenräume sind offen, damit Luft rein kann!

Richtig, Holzsparren entfallen. Auch Sparrendächer wurden bereits realisiert. Es gibt spezielle Project Manager BIPV im Hause Galaxy, die sich täglich mit nichts anderem beschäftigen.

Bei Schneelastzone 2 kann mit dem 80mm x 100mm Profil 3m freitragend zwischen Pfetten überspannt werden und mit dem 100mm x 200mm Profil können 8m überspannt werden. Größere Überspannungen sind bei spezieller statischer Berechnung möglich.
Bei der Dämmung mus lediglich beachtet werden, dass diese unter Sparren befestigt wird. Es kann jedoch jeder Dämmstoff verwendet werden, den der Kunde wünscht. Jedoch ist jede Baustelle anders und wird deshalb sauber von einem Galaxy Mitarbeiter oder einem geprüften Fachinstallateur ausgelegt.

Dass Galaxy Module überdurchschnittlich teuer sind, kann ich nicht bestätigen, und dass wie in dem anderen Thread beschrieben, 2€/Wp kosten soll ist absoluter Schwachsinn. Wie bereits gesagt, Angebot einholen und vergleichen. Klar versuchen auch verschiedene Installateure durch Indach mehr Profit zu schlagen. Allerdings ist das jedem Installateur selbst überlassen.

Solange ein Zertifizierter Fachinstallateur die Anlage aufbaut und eine Fertigmeldung bei Galaxy macht und seine Zertifikatsnummer angibt, bekommt der Endkunde 20 Jahre Garantie auf Dichtheit.

Die Hinterlüftete Ebene entsteht zwischen Modul und Dämmung, so hoch wie der Aluminiumsparren ist. Also mindestens 100mm das bedeutet mehr als bei manchen Aufdachanlagen und mit absolut geführtem Kanal -> Kamineffekt!!!
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon Bento » 24.07.2012, 19:46

Hallo Mourider86,

zunächst mal danke für die Infos.

Mir ist zwar immer noch nicht klar, wie die Hinterlüftung bei der "verglasten" Halle auf eurer Homepage funktionieren soll, also bei einer "Nur-Modul-Deckung" ohne Dämmung (denn das müsste ja ziehen wie im Affenstall), aber ich möchte euer System auch nicht schlecht reden.

20 Jahre Garantie auf Dichtigkeit finde ich schon mal ein klasse Verkaufsargument.
Viele Grüße
Bento

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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon Mourider86 » 24.07.2012, 20:06

Bild

Hallo Bento,

gerne bist du und auch alle andere Interessenten eingeladen,
die Firma Galaxy in Berghülen zu besuchen, das weltweit erste Industrielle Gebäude welches ausschließlich von der Sonne versorgt wird zu besichtigen und mehrerer dieser Indachanlagen und Carports einmal Live zu erleben.

Bild
Bild
Bei Fragen stehe ich weiterhin gerne zur Verfügung.

Grüße...
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon dede08 » 25.07.2012, 23:38

sieht echt super aus
Gruß dede08
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon open source energy » 26.07.2012, 08:37

Coole Optik,

Das müsste dann aber schon auch Iso Glas doppelt oder dreifach sein ?
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon jodl » 26.07.2012, 08:55

open source energy hat geschrieben:Coole Optik,

Das müsste dann aber schon auch Iso Glas doppelt oder dreifach sein ?


womit wir wieder bei der Überkopfverglasung wären
ist es aber nicht, weiter oben steht ja daß das normale Glas-Folien-Module sind

würde mich auch interessieren wie das mit der Bauphysik funktioniert
oder mit der EnEV?
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon open source energy » 26.07.2012, 15:08

Habe mir mal die DB geholt, ich glaube nicht, dass das ISO Glas ist und da kann schnell eine Tropfsteinhöhle daraus werden.
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon Mourider86 » 26.07.2012, 15:54

An der transparenten Dämmung wird gearbeitet.
60% Lichtdurchlässigkeit mit U-Wert von 0,82.

Nochmal zu erwähnen, wo eine Luftzirkulation besteht, bildet sich kein Kondensat. (Auto, Windschutzscheibe -> Lüftung)
Bei 5MW installierter Leistung noch keinen Fall von Kondensat!
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Re: Grundsatzfrage: Indach ./. Aufdach

Beitragvon jodl » 26.07.2012, 16:22

Mourider86 hat geschrieben:An der transparenten Dämmung wird gearbeitet.
60% Lichtdurchlässigkeit mit U-Wert von 0,82.

Nochmal zu erwähnen, wo eine Luftzirkulation besteht, bildet sich kein Kondensat. (Auto, Windschutzscheibe -> Lüftung)
Bei 5MW installierter Leistung noch keinen Fall von Kondensat!


ich weiß nicht aus welchen Fachgebiet du kommst, aber mit meinen Vorstellungen von Bauphysik und EnEV etc lassen sich deine Aussagen zu diesem System nicht recht in Einklang bringen
die Luftzirkulation die das Kondensieren verhindern soll, wäre dann ja im Gebäudeinneren ?

oder ist das System nur für unbeheizte Gebäude gedacht ?
die Halle mit dem Bogendach auf deinem Bild sieht nicht danach aus?
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