Rund um die Planung einer Solaranlage.
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von Dachverpaechter » 20.02.2012, 04:51
Hallo, ich habe eine 1.800 qm große Lagerhalle in 17098 Friedland in Süd-West-Lage. Satteldach mit ca. 15% Dachneigung. So wie mir gesagt wurde, käme dafür wohl eine 180 kw Anlage in Frage und die Rückseite müßte (Richtung Süden) aufgeständert werden. Das Dach ist weitgehend unverschattet (und um den Rest kann man sich kümmern  ) Die Dacheindeckung besteht aus Vollschalung mit Dachpappe und darüber Asbest und würde ggfs. von mir in Eigenleistung entsorgt und dann mit Trapezblech versehen werden. Nun lautet meine Frage: Welchen Ertrag (Pacht) könnte man in etwa jährlich und abgezinst auf 20 Jahre erzielen. Was passiert mit der Anlage nach 20 Jahren, wem gehört diese dann und wem steht der dann immer noch fließende Strom zu? Im Voraus herzlichen Dank. Karl
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von eggis » 20.02.2012, 11:41
Moin Karl und Willkommen im Forum!
Sind die 1800m² die Dachfläche oder die Grundfläche der Halle? Mit kristallinen Module benötigst du ca. 7,5m² für 1 kWp, also sollte mehr als 180kWp drauf passen. Als Pacht kannst du mit ca. 5% eines Jahresertrages rechnen. (Bei 900kWh/kWp und 180kWp sind das ca. 1750€) Es gibt aber verschiedene Verpachtungsmodelle je nach Kosten der Sanierung, übernimmt der Investor die kompletten Sanierungskosten und erhält das Dach dann kostenfrei. Der Verpächter bekommt dann evtl. die Möglichkeit eingeräumt, einen Teil des Stromverbrauchs aus der PVA zu einem günstigeren Preis als vom Stromanbieter zu beziehen.
Was mit der Anlage nach Ablauf der garantierten Einspeisevergütung passiert, bleibt den Vertragspartnern überlassen. Man kann z.B. den Rückbau der Anlage fordern, was aber unsinnig ist, da gute Anlagen noch weitere 10-15 Jahre gute Erträge liefern. In der Regel hat der Investor nach den 20 Jahren kein Interesse mehr an der Anlage und überlässt diese dann zu einem günstigen Preis oder schenkt diese dem Dachbesitzer. Wie aber eine zukünftige Vergütung aussieht, steh noch in den Sternen. Es ist dann wohl Sinnvoll einen Teil selber zu verbrauchen oder eine Stromtankstelle vor E-Mobile einzurichten.
Bau die Anlage doch selber. Die Kosten für eine Anlage dieser Größe liegen zwischen 280 und 360k€ und die Erlöse in 20 Jahren so um die 700k€.
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von Dachverpaechter » 20.02.2012, 13:44
Hallo,
also, die 1.800 m² sind die Hallenfläche, aber bei der Dachneigung und bei ohnehin geringem Dachüberstand dürfte die Dachfläche kaum wesentlich größer sein.
Nun, das Geld für die eigene Investition habe und bekomme ich derzeit wohl eher nicht, also will schon lieber verpachten, wenn dabei ein neues Dach rausspringt, ist damit ja auch viel erreicht. Und wenn ich dann in 20 Jahren (wer weiß, was dann ist) auch noch kostengünstig oder umsonst (einen Teil) meines Stromes habe, kann das ja auch nicht so falsch sein, oder?
Und, wenn man den eigenen Strom während der Vertragslaufzeit günstiger erhält, kann das ja auch nicht falsch sein...
Wieviel würde ich denn dann vorab als Einmalzahlung erhalten? Wobei, da hatte sich jetzt mal jemand mein Dach angeschaut, der meinte, da würden etwa 2.200 kwp installiert werden können.
Dazu sind noch 5.000 oder ggfs. mehr qm Freifläche, würde es (für beide Parteien) Sinn machen, diese auch noch zu verpachten bzw. zu verbauen?
Liebe Grüße und herzlichen Dank
Karl
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von eggis » 20.02.2012, 14:00
Dachverpaechter hat geschrieben:also, die 1.800 m² sind die Hallenfläche, aber bei der Dachneigung und bei ohnehin geringem Dachüberstand dürfte die Dachfläche kaum wesentlich größer sein.
Ich gehe mal nicht davon aus dass es sich um Pultdächer handelt. Norddächer sind für Dachpächter weniger interessant, da die Erträge auf dieser Seite um einiges (~20%) niedriger ausfallen. Dachverpaechter hat geschrieben:Wieviel würde ich denn dann vorab als Einmalzahlung erhalten?
In der Regel wird die 20 Jahrespacht mit 5% angezinst ausgezahlt. Dachverpaechter hat geschrieben:Wobei, da hatte sich jetzt mal jemand mein Dach angeschaut, der meinte, da würden etwa 2.200 kwp installiert werden können.
Das sind 2,2 Megawattpeak. Das passt nicht. 220kWp sollten eher hinkommen. Dachverpaechter hat geschrieben:Dazu sind noch 5.000 oder ggfs. mehr qm Freifläche, würde es (für beide Parteien) Sinn machen, diese auch noch zu verpachten bzw. zu verbauen?
Mit Freiflächen kenne ich mich nicht so aus, aber Ackerflächen erhalten keine Vergütung. Außerdem muss wohl ein Bebauungsplan erstellt und eine Genehmigung erteilt werden.
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von Dachverpaechter » 20.02.2012, 15:03
Hallo eggis,
also es ist ein normales Satteldach, aber halt mit einer ziemlich geringen Dachneigung. Die Module auf der dem Norden zugewandten Dachseite würden dann halt wohl gegen Süd-West ausgerichtet werden.
Gut, dann sind es sicherlich 220 kWp, die Größenordnung sind mir bei Solaranlagen noch nicht so recht geläufig.
Was die Freifläche anbelangt, so handelt es sich um keine Ackerfläche, sondern um eingezäunte, größtenteils befestigte Fläche.
Herzlichen Dank
Karl
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von Krentzel Energie GmbH » 20.02.2012, 15:26
Hallo Karl,
bei einer Verpachtung würde ich einen Pachtpreis pro installiertem kWp empfehlen. Oft muss im Nachhinein diese Zahl noch geändert werden, weil evtl. der Netzanschluss richtig ausgelegt ist oder die Statik nicht mehr zulässt. 20 Euro pro installiertem kWp und Jahr ist hier ein gängiger Richtwert für ein perfektes Süddach.
Sonnige Grüße
Krentzel Energie
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von eggis » 20.02.2012, 17:11
Krentzel Energie GmbH hat geschrieben:würde ich einen Pachtpreis pro installiertem kWp empfehlen. [...] 20 Euro pro installiertem kWp und Jahr ist hier ein gängiger Richtwert für ein perfektes Süddach.
Dann sollte das Dach aber das Potential für Erträge von mehr als 1100kWh/kWp haben. Als Betreiber wäre mir eine Ertragsbeteiligung (auch gemischt 10€/kWp fest + 2,5% vom Jahresertrag) lieber, da ich gerne den Verpächter mit im Boot habe und ich nicht nach 5 oder 10 Jahren um jeden Ast der einen Schatten auf´s Dach wirft, mit ihm streiten muss.
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von Dachverpaechter » 20.02.2012, 21:13
Hallo,
danke für die bisherigen Antworten. Also 12 € pro kWp bzw. 10 € pro kWp zzgl. 2,5% vom Ertrag klingt doch schon mal gut. Natürlich ist es logisch, dass die Anlage dann nicht verschattet werden darf.
LG
Karl
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von f430 » 20.02.2012, 21:31
Dachverpaechter hat geschrieben:Nun, das Geld für die eigene Investition habe und bekomme ich derzeit wohl eher nicht, also will schon lieber verpachten, wenn dabei ein neues Dach rausspringt, ist damit ja auch viel erreicht. Und wenn ich dann in 20 Jahren (wer weiß, was dann ist) auch noch kostengünstig oder umsonst (einen Teil) meines Stromes habe, kann das ja auch nicht so falsch sein, oder?
Karl
Hallo. Also wenn ich mal die PLZ ansehe und PVGIS durchrechne dann kommen ca. 850KW/H raus für Südausrichtung. Jetzt frag ich mich warum Du das nicht hinbekommst ? Wie sieht es den "elektrisch " aus ? Netzverträglichkeitsprüfung sollte man da schon noch machen, bevor hier mit Zahlen herumgeschmissen wird was Pacht betrift. Dir sollte klar sein, dass es Grundvoraussetzung einer Pacht sein wird...die Eintragung der erstrangigen Dienstbarkeit ! Die Anlage wird nie in Deinen Besitz übergehen, da in den Pachtverträgen es geregelt ist, dass der Errichter der Anlage eine Pacht vorraussetzt von 20 Jahre + x Jahre und er sich bereit erklärt die Anlage nach der Dauer wieder abzubauen. ...lebe hoch
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von sojode » 20.02.2012, 22:02
Hallo,
""Die Anlage wird nie in Deinen Besitz übergehen, da in den Pachtverträgen es geregelt ist, dass der Errichter der Anlage eine Pacht vorraussetzt von 20 Jahre + x Jahre und er sich bereit erklärt die Anlage nach der Dauer wieder abzubauen.""
Pachtverträge können frei Gestaltet werden, so auch Laufzeit, sowie Verbleib nach ablauf der Pacht. Entscheidend ist was beide Parteien wollen und mit was jeder dann zufrieden ist.
Gruß
sojode
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