Rund um die Planung einer Solaranlage.
Moderator: Mod-Team
von kusemukel » 23.07.2012, 20:35
Hallo zusammen, als Photovoltaik-Neuling habe ich jetzt schon eine ganze Weile im Forum gelesen da im Rahmen eines anstehenden Hausumbaus auch eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll. Als wesentliches Verschattungsproblem hat sich eine Stromleitung herausgestellt, die mittig über das Haus verläuft. Daher habe ich das Haus mit Hilfe von Sketchup gezeichnet um die mögliche Anlagengröße und Schattenverlauf zu bestimmen. Bei der Aufteilung der Dachfläche bin ich z.B. auf kleinere Module von Schott gestoßen: SCHOTT PROTECT 180Wp (1,35m x 0,99m). Von diesen würden 35 Module auf das Dach passen = 6,3 kWp: haus.jpg Zum Bild: Mit rot / grün / blau habe ich einmal eine mögliche String-Aufteilung dargestellt. In den freien Bereich (links vom Schornstein) soll noch eine Solarthermieanlage. Nun stellt sich mir die Frage ob es Sinn macht bei der Anzahl Module 3 Strings zu verwenden bzw. wie eine möglichst optimale Auslegung der Anlage aussehen könnte? Der rote Bereich wäre zumindest zu einem Großteil des Tages frei von Schatten. Wo hingegen der grüne und blaue Bereich sozusagen eine Schattengarantie hat (Als Beispiel im grünen Bereich der Anlage zu sehen). Würde mich über Tips und Anregungen freuen (natürlich auch wenn das zu einer kompletten Verwerfung meine bisherigen Ideen führt  ). Gruß, Dominik
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von Ralf Hofmann » 23.07.2012, 20:49
Hallo Dominik,
mach die Strings lieber so lang wie möglich, damit die Spannung im String möglichst hoch ist. So hoch, wie es der dazu passende Wechselrichter grade gut verträgt. Dann nimmst Du einen Wechselrichter, der ein gutes Schattenmanagement hat, das ist viel besser wie einen extra Schattenstring zu machen. Das hat man früher gemacht, wo die meisten Wechselrichter auf Schatten noch nicht so clever reagiert haben wie heute.
Passen wirklich keine größeren Module gescheit auf`s Dach? Wenn Du keine 60-Zeller (ca. 99 x 166cm) oder 72-Zeller (ca. 81 x 158 cm) Standartgrößen nimmst, wird die Auswahl sehr klein und relativ teuer.
Das mit der Solarthermie würde ich mir nochmal gut überlegen. Das Thema wird hier heiß diskutiert und es sieht so aus, als ob es sich nicht lohnt im Verhältnis zu einer statt dessen größeren PV-Anlage. Ich wollte das auch machen und hab` extra dafür auf dem Dach einen Platz freigelassen. Hätte ich mir sparen können, ich mache mir jetzt eine Solarthermie auf ganz andere, individuelle Art.
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von kusemukel » 23.07.2012, 21:32
Module mit 99 x 166cm würden natürlich auch passen. Dann halt nur 25 Module. Aber mit >240 Wp kommt ein ähnlicher kWp-Wert um die 6kWp heraus. Wenn es die größeren dann natürlich zu besseren Preisen gibt macht das schon Sinn. Bei 2 Strings könnte die Anlage dann so aussehen: haus2.jpg Rot 13 Module, Grün 12 Module Nimmt man dann einen Wechselricter mit 2 MPP-Trackern? Werden dann bei so großen Strings nicht viel mehr Module in ihrer Leistung "heruntergezogen" als bei kleineren Strings?
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von Ralf Hofmann » 24.07.2012, 00:07
Hallo, kusemukel hat geschrieben:Nimmt man dann einen Wechselricter mit 2 MPP-Trackern?
WENN Du wirklich 2 Strings machen willst, dann nur auf 2 MPPT. kusemukel hat geschrieben:Werden dann bei so großen Strings nicht viel mehr Module in ihrer Leistung "heruntergezogen" als bei kleineren Strings?
Nein, gerade das ist ja der Sinn der Sache bei langen Strings. Was Du natürlich dazu auch benötigst ist ein guter WR, der eine Software hat die mit dem Schatten optimal umgehen kann. Das ist z.B. bei SMA das OTGP, die Sputnik SolarMax und die Sunways z.B. können das auch sehr gut und weitere, aber nicht alle! Diese modernen WR mit aktueller Software regeln ziemlich genau nur die durch Schatten betroffenen Module heraus, sogar nur die betroffenen Teile eines Moduls (meistens 1/3 oder 2/3 eines Moduls), da wird nicht mehr der ganze String `runtergezogen, das war einmal.
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von fliegerandre » 24.07.2012, 00:31
Also das mit der Solarthermie ist keine schlechte Sache .Habe auch eine Anlage mit Heizungsunterstützung auf dem Dach. (Röhrenkollektoren von Solardust) Der Gasverbrauch ist enorm gesunken. Lege doch die PV Anlage mit auf die vorgesehene Fläche der Solarthermie und die Solarthermie auf die linke Dachhälfte. Die Verrohrung kann falls das Dach ausgebaut ist auch genau unter der Dachhaut erfolgen. So habe ich das bei mir auch gelöst.
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von Ralf Hofmann » 24.07.2012, 08:45
Hi, fliegerandre hat geschrieben:Also das mit der Solarthermie ist keine schlechte Sache.
sicher ist`s gut, Heizungsenergie zu sparen, das ist ja i.d.R. auch viel mehr an Verbrauch als Strom. Trotzdem rechnet sich es heutzutage eher, mehr PV auf`s Dach zu machen und dann elektrisch (z.B. per Wärmepumpe) zu heizen. Das hat den ganz enormen Vorteil, dass die Überschussmengen an Solarenergie im Sommer verkauft werden können anstatt dass man sie vernichten muss, weil das Wasser in der ST schon kocht. Für den TE hat das zusätzlich den Vorteil, dass er dann in eine Anlagengröße (zwischen 8 und 10 kwp) kommt, wo die Auswahl an sehr guten und preiswerten Wechselrichtern groß ist. Das ist bei der jetzt geplanten Anlagengröße definitiv nicht der Fall. Ich setze dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen auf und kühle meine Module mit einer Sprinkleranlage, das erhöht die Stromerzeugung um ca. 10 - 15%. Das warme Kühlwasser kühle ich wieder per Wärmepumpe herunter und speise das so erzeugte heiße Wasser in meine Heizungsanlage ein. So habe ich 30 kwp PV auf dem Dach und gleichzeitig noch 200 qm Solarthermie, fast zum Nulltarif. Erfahrungen liegen mit dem Projekt aber noch nicht vor, ich bin damit erst in der Bauphase: http://www.photovoltaikforum.com/stoerungen-auffaelligkeiten-im-betrieb-von-pv-anla-f99/der-wasserkuehlungs-thread-2012-t78707.html
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von MBIKER_SURFER » 24.07.2012, 09:14
Hallo, würde unter Kostenaspekten Solarthermie ausschliessen. Bei den jetzigen Preisen von PV ist der Vorschlag vom Vorredner auf jeden Fall besser  . Würde auf jeden Fall max PV aufs Dach mit EV. Die Stromkabel kannst vernachlässigen, so Du lange Strings machst und einen WR nimmst, der die Lastkennlienie durchläuft. Da gibt es maasig von. Um das Dach optimal zu nutzen, solltest Dir dann eben auch Kreuzmontage mit quer liegenden Modulen überlegen. Da geht dann links eben mehr drauf. Gruß Martin
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von smoker59 » 24.07.2012, 10:15
Ich würde die Solarthermie in die Schattenbereiche der Freileitung legen und den rechten Bereich (unterhalb des Schornsteins) auch mit PV belegen. Der Schatten der Freileitung dürfte die Solarthermie kaum beeinflussen.
mit freundlichem Gruß smoker59
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von kusemukel » 24.07.2012, 10:44
Was ich bislang noch nicht geschrieben hatte war die Dachausrichtung: 49° Süd und 30° Dachneigung. Daher hatte ich die Solarthermie im Bereich des Schattenverlaufs vom Schornstein vorgesehen. Über Sinn oder Unsinn der Solarthermie muss ich mir noch etwas Gedanken machen. Sie könnte halt im Sommer die vorhande Öl-Heizung zur Warmwasserbereitung ersetzen. Mit Modulen auf der rechten Dachseite besteht halt auch wieder das Schattenproblem mit dem Schornstein. Wobei ich mir die rechte untere Ecke mal genauer ansehen muss. Vielleicht ist die ja noch recht unkritisch. Danke schon mal für den bisherigen Input 
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von MBIKER_SURFER » 24.07.2012, 11:50
kusemukel hat geschrieben:Was ich bislang noch nicht geschrieben hatte war die Dachausrichtung: 49° Süd und 30° Dachneigung.
?? Was jetzt? 49° würde heissen, WSW Ausrichtung. 0° ist Süden! Gruß Martin
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