länderspezifische Themen für Austria
Moderator: Mod-Team
von komich » 29.09.2012, 15:49
Hallo, ihr Spezialisten!Bin neu hier, hab jetzt viele Beiträge gelesen und bin nun irritiert von den vielen Fach- und Kurzbegriffen. Da ich das Dach meines Hauses neu decken muss, denke ich auch gleich an eine Installation einer PV-Anlage. Mein Stromjahresverbrauch liegt bei ca.14.000 Kwh (inkl. Elektroheizung), das Haus ist SW-seitig ausgerichtet und befindet sich nördlich der Stadt Salzburg. Die Frage: Wie muss ich eine Anlage dimensionieren damit sie auch Sinn macht und sich irgendwann amortisiert. Kann mir vielleicht jemand ein paar scharfe Tipps geben, bevor ich so einen Photovoltaikteur um ein Angebot bitte. Ich freue mich auf eine rege Beteiligung!!  im Voraus ...
Zuletzt geändert von eggis am 01.10.2012, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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von Dr. Chili » 01.10.2012, 11:43
Hallo Komich, da die Rahmenbedingungen (Förderung) trotz deiner Nähe zur deutschen Grenze in Salzburg komplett anders sind wäre es vielleicht sinnvoll dein Anliegen von einem Mod (Moderator) in den Österreich-Bereich des Forums verschieben zu lassen. http://www.photovoltaikforum.com/%C3%96sterreich-f60/Grundsätzlich gibt es in Österreich zwei unterschiedliche Fördersysteme. 1. Klimafonds (nur für Anlagen <5 kWp ("Kilowattpeak"=Nennleistung der Anlage), Jahresertrag ca. 4500-500 kWh ("Kilowattstunden"=geleistete elektrische Arbeit der Anlage), Eigenverbrauch möglich, Vergabe der Förderung einmal jährlich) 2. OeMag (Abwicklungsstelle für Ökostrom in Österreich) (nur für Anlagen >5kWp, Jahresertrag je nach Anlagengröße >5000 kWh, Strom muss aber zur Gänze verkauft werden, Vertragslaufzeit 13 Jahre, lange Wartezeit auf Förderung) Du hast also die Wahl zwischen Regen und Traufe. Die Elektroheizung wirst du leider nur minimal mit PV füttern können weil erstens viel zu großer Verbrauch (oder ist das eine Wärmepumpe?) und zweitens viel zu schlechte Deckung (Heizung und Sonne kommen selten zugleich) Wenn du mit dem Gedanken einer PV Anlage spielst dann rate ich dir trotzdem mal Angebote einzuholen (mind 3 Stk) und diese dann im Forum beurteilen zu lassen. http://www.photovoltaikforum.com/angebote-f41/angebotsbewertungsformular-ueberarbeitet-t71282.htmlEinen passenden "Photovoltaikteur" oder Solateur, wie er auch gerne genannt wird findest du unter http://www.pvaustria.at/content/pv_company_map.asp Ich weiß nicht ob sich bayrische Solateure den Häckmäck mit der Österreichischen Förderung antun, preislich könnte das durchaus interessant werden. Ein scharfer Tip noch: Je kleiner die Anlage (ca 2-3 kWp) umso mehr Strom kannst du selbst verbrauchen, dann amortisiert sich die Anlage schneller, weil die gekaufte kWh teurer ist als die verkaufte bringt... verständlich? Es geht in erster Linie also um Einsparung, nicht um Produktion. Nur leider kann dir dann der Solarteur nicht viel verkaufen und deshalb sehen viele das anders... Bei unserer 2,5 kwp Anlage jedenfalls haben wir Eigenverbrauch >>80%. Ist allerdings kein Wohnhaus...
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von sundevil » 01.10.2012, 13:05
Wieviel kostet der Strom für den Endkunden in Ö.? Und wieviel gibt es an Förderung? Welche Dachneigung und Ausrichtung?
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von Vollmilch » 04.10.2012, 07:13
hallo komıch!
Wıe groß ıst das Dach (l*b)? Verschattung?
Lg Vollmılch
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von komich » 15.10.2012, 16:53
sundevil hat geschrieben:Wieviel kostet der Strom für den Endkunden in Ö.? Und wieviel gibt es an Förderung? Welche Dachneigung und Ausrichtung?
Nun, der Strom kostet brutto 8,5 €-Cent/kWh (Nachtstrom 6,8 €-Cent/kWh) ohne Netzgebühren. Bei der Förderung ist's in Salzburg ziemlich kompliziert, da man nicht weiß, ob man überhaupt dran kommt. Der vorhandene Topf ist jedesmal sehr schnell ausgeschöpft, in der Folge muss auf den nächsten Termin gewartet werden, jedoch ohne Gewissheit auf Zuteilung. Das Dach ist nach Süden ausgerichtet, die Neigung beträgt 23° und die nutzbare Fläche ist 45 m2 groß.
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von komich » 15.10.2012, 16:55
Vollmilch hat geschrieben:hallo komıch!
Wıe groß ıst das Dach (l*b)? Verschattung?
Lg Vollmılch
Das Dach ist nach Süden frei ausgerichtet, die Neigung beträgt 23° und die nutzbare Fläche ist 45 m2 groß.
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von Vollmilch » 16.10.2012, 09:50
Hallo!
Also bei deiner Dachgröße kommen beide österreichischen Förderschienen in Betracht: Wenn du die Fläche voll machst, bringst du je nach Modul ca. 6 kWp aufs Dach, diese Anlagengröße wird um ca. 12.000€ brutto zu haben sein. Damit kannst du:
1. Am 1.1.2013 um 00:00 Uhr um Tarifförderung ansuchen und bekommst 200€ / kWp Investitionszuschuß und 18,12 cent / kWh, der gesamte erzeugte Strom wird verkauft. Unterm Strich investierst du also 10.800€ und hast 1087,2 € Einnahmen / Jahr (bei 1000 kWh / kWp) - für die nächsten 13 Jahre, danach kannst du den Strom selbst nutzen.
2. Du wartest auf die Klimafondsförderung 2013 (unbekannte Förderhöhe: ich schätze zwischen 200 € - 800 € / kWp) und nutzt den erzeugten Strom soweit du kannst selbst, nur der Überschuss wird verkauft (um (je nach Abnehmer) 6 - 10 cent / kWh). Je nach Verbrauchsgewohnheiten erzielst du einen unterschiedlichen Eigenverbrauchsanteil, der sich vorher oft nur schwer abschätzen lässt (machst du Warmwasser auch elektrisch? Swimming Pool? Wird zuhause gekocht? Kinder? ...) da kann sich eben eine kleinere Anlage oft besser rechnen (wie Dr. Chili schon schrieb).
Beide Varianten erfordern viel Glück um in einen der Fördertöpfe zu fallen. Die Tarifförderung ist kalkulierbarer und optisch ist ein volles Dach imho schöner. Die Investitionssumme ist höher.
Die Klimafondsförderung kann man immer noch beantragen wenn man bei der Tarifförderung nicht dran kommt!
LG Vollmilch
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von Dr. Chili » 16.10.2012, 09:59
komich hat geschrieben:sundevil hat geschrieben:Wieviel kostet der Strom für den Endkunden in Ö.? Und wieviel gibt es an Förderung? Welche Dachneigung und Ausrichtung?
Nun, der Strom kostet brutto 8,5 €-Cent/kWh (Nachtstrom 6,8 €-Cent/kWh) ohne Netzgebühren. Bei der Förderung ist's in Salzburg ziemlich kompliziert, da man nicht weiß, ob man überhaupt dran kommt. Der vorhandene Topf ist jedesmal sehr schnell ausgeschöpft, in der Folge muss auf den nächsten Termin gewartet werden, jedoch ohne Gewissheit auf Zuteilung. Das Dach ist nach Süden ausgerichtet, die Neigung beträgt 23° und die nutzbare Fläche ist 45 m2 groß.
@sundevil wie du siehst ist österreich nicht gleich österreich. bei uns gibt es 9 landesfürsten, die darauf achten, dass in ihren 7 tälern garantiert andere bestimmungen herrschen als in den 7 tälern des nachbarfürsten. und das ist gut so weil österreich ist viel zu klein als dass man überall die gleichen bedingungen schaffen könnte. die landesenergieversorger, die klimaretter nummer eins- allesamt stets und ausschließlich um das wohl ihrer stromkunden bemüht - führen zum wohl der stromkunden noch eigene regelungen ein, wie man an ihre fetten förderungen kommt: zertifizierte anlagenerrichter lautet das zauberwort. da kann man einerseits vom solarteur eine zertifizierungsgebühr verlangen und andererseits vom anlagenerrichter einen zuschlag auf den anlagenpreis. dafür gibts dann 10 cent "förderung" auf 2 jahre. und falls das nicht reichen sollte kann man wegen den teuren erneuerbaren energien ja noch den Strompreis erhöhen. im grunde genommen ist ja die einteilung in bundesländer viel zu groß gegriffen für österreich. deshalb wurden auch im laufe der zeit die wahren regionen unserer schönen heimat abgegrenzt: Das Oberland, das Unterland, der Flachgau, das Innergebirg, das Inn-, Wein, Most- und Waldviertel. Weiters die Ober-, Unter- und Südsteiermark, Südkärnten, das Drau-, Möll- und Pustertal. usw. (Moment, wobei das Pustertal gehört ja eigentlich nicht zu Österreich aber wer weiß das schon). Ach ja das Burgenland gehört übrigens in Wahrheit zu Ungarn und Vorarlberg zur Schweiz- sonst wärs ja Hinterarlberg... Also bitte kommt uns nicht mit nationalen Regelungen! *Ironie aus* Sorry für Themenverfehlung
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